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meigen nimmt entgegen: ^Expedition d.vlattcs, wie d-Annoncen-Bureauk tn Th. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. jetrich in Frankfurt a M.; eafenftein & Vogler in tanffurt a. M.. Berlin, [tpjig, Cöln rc.; Rudolf ieffe in Berlin, Frank- furt a. M rc.

Marburg, Sonntag, 21. Juli 1878

XIII. Jahrgang.

OderlikUchc Jritmig.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte», sowie d- Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a- M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermanu'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen-

Brief;

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- uni» Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen 2', Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. lexcl. Bestellgebühr). — "JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

Politische Wochen-Ueberficht.

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Zm Forsthaus.

Novelle von Heinrich HenSler.

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--Uebcr das Befinden unseres Kaisers gaben wir in estriger Nr. einen Bericht, der eine fortwährende Zunahme

UI da Kräfte constatiri, hoffen wir, daß unserem geliebten *7 Herrscher seine volle Kraft bald wieder zu Theil werde, t eint Sie bei der Eröffnung des Congresses am 13. Juni, so mßte demgemäß auch am 13. Juli bei dem großen Ab- chiedsdiner, welches den von Berlin scheidenden Congreß- wollmächtigten gegeben wurde, Kronprinz Friedrich Wil- chn seinen kaiserlichen Vater vertreten. Der Vertrag von erlin, durch welchen die vierwöchentlichen Arbeiten des mopäischm Congresses beendet und so das gestörte Concert et Großmächte wieder hergestellt wurde, trägt das Datum es 13. Juli. Die Bevollmächtigten haben sofort in den üchsten Tagen nach der Unterzeichnung deS Friedensver- «gs Berlin verlassen; Fürst Bismarck, dem der Kaiser i Anerkennung der trefflichen Lei ung des Congresses sein «n Maler Winterhalter gemaltes Bild in Lebensgröße -schenkt, hat sich nach Kissingm begeben, und der Viee- *: »sident des preußischen Staatsministeriums, Graf von Stolberg, ist mit der verfassungsmäßigen Allgemeinvertre- ' mg des Reichskanzlers beauftragt worden. Der Reichstag Hl in der bevorstehenden außerordentlichen Session nur -s von der Regierung ausgearbeitete Sozialistengesetz er-

bigen und dann vertagt werden.

' Der Einmarsch der Oesterreicher in Bosnien kann " izlich erwartet werden. Karatheodori hat sich von Berlin mH Wien begeben, um dort eine für die Türkei möglichst inftige Convention abzuschließen, doch läßt sich noch kaum mtheilen, ob ihm die Erringung wesentlicher Zugeständ- j isst gelingen wird. Seitens der Ungarn hatte man auf nett Widerstand gegen die Andrassy'schen Besetzungs- und mverleibungs - Ideen gerechnet, doch ist selbst die Oppo- s tivn nur mit ganz schwachen türkenfreundlichen Kund-

autkMüchungen aufgetreten.

Der Schluß de» Berliner Congresses wie der Vertrag ’ Uglands mit j ber Pforte vom 4. Juni hat in Frankreich —— licht besonders behagt: man zeigt sich begeistert für den E ■rieb u unb man ist verstimmt, daß in Berlin brr Friede esestigt wurde, man spielt den Uneigennützigen unb, klagt, 'allrt rankreich werbe geminbert, wenn es nichts erhalte, währenb i ine Mitmächte gemehrt würben. Das Cabinet Dufaure h : igt sich folgerichtiger, aber es läßt sich nicht verkennen, »ß es, unb Namentlich Wadbington, an Beliebtheit burch . ine durchaus anständige Neutralität nicht bei bett Chau- ,13 Wen gewonnen hat; unb als Chauvinisten entpuppen h bie Durchschnittsfranzosen doch bei jeder Gelegenheit, -cht unangenehm wurde das Land gerade im jetzigen Augen- A- - ikt durch bie Hiobspost aus Neu-Calebonien berührt, wo

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(Fortsetzung.)

Wieder sind viele Jahre seit diesem unglücklichen Er-

Casimir hatte dagegen bie Erziehung bes Sohnes seines . 15»> Mets besorgt unb alle Kosten bazu bestritten.

. Ferdinand Stellmann zeigte entschiedene Lust zur Forst- Mknschaft unb ba er nur großen Fleiß unb regen Eifer A dem Studium entwickelte, fonbent auch nach ber ein« innigen Aussage seiner sämmtlichen Lehrer mit vielen

L L. > dessen Stelle als Forstwart auf bem Steinig erhalten, dieser wollte nicht heirathen unb Marianne zog dahin kiv«k im führte ihm die Haushaltung, wobei sie von bem Forst- EM Nfter — ihrem ehemaligen Dienstherrn, ber biefe Pflicht [18* m seinen Sohn übernommen hatte — reichlich unterstützt

____ Casimir von Wamberg hatte es sogleich übernommen, igel* fe bie Wittwe und das Kind deS Mannes zu sorgen, ber age* Ni von einem gewissen unb schrecklichen Tode errettet hatte [10ii ätb dabei selbst diesem.Tode verfallen war.

—Die betrübte Wittwe äußerte mehrfach bett sehnlichen l'aE tzpnsch, den Ort zu verlassen, wo sie so unglücklich ge- tUstp »hxden war unb wieder in die Nähe des Forsthauses zu Llmcn, wo sie ihre Jugmd verlebt hatte, wo so viele [IM Erinnerungen sie hinzogen unb wo noch einige Verwandte Reibet ht ihr unb ihrem Manne lebten. Casimir hatte biesen ipfiitt wünsch seinem Vater mitgetheilt unb halb zeigte sich eine 07 6» W passende Gelegenheit denselben zu verwirklichen.

[194 Nach StellmannS Versetzung hatte ein Brudersohn miet Frau — wir haben ihn oben mit Ferdinand Stell- *06« sprechend unter dem Namen Anton kennen gelernt,

in den Ansiedelungen Bulupari 89 Weiße, darunter 9 Militärs, von den Eingeborenen überfallen und erschlagen wurden, worunter sich auch der Oberst Gally-Passebosc, der Militär-Commandaiit der Colonie, befand. In Frank­reich spuken fort und fort Arbeitseinstellungen, die keines­wegs die Sicherheit rechtfertigen, die in den Blättern in Bezug auf socialistische Propaganda im Hinblick auf Deutsch­land zur Schau getragen wird.

In England findet die Politik des Grafen Beacons­field die vollste Anerkennung und seine Rückkehr nach Lon­don gab Anlaß zu enthusiastischer Begrüßung. Freilich regen sich auch die Stimmen der Opposition, aber bie weit­aus überragende Mehrheit des Volkes ist mit dem Premier­minister vollkommen einverstanden. Die Besetzung Cyperns durch ein stärkeres indisches Truppenkorps steht schon in den nächsten Tagen zu erwarten.

Die Türkei, welche bisher Alles ruhig über sich er­gehen ließ, scheint jetzt gar keine Lust zu haben, Griechen­land irgend welche bedeutendere Abtretung zu machen. Im Gegentheil sendet sie Truppen an die griechische Grenze, wo anscheinend wieder ein Aufstand ausgebrochen ist. Diese Truppen dürften wohl nicht nur zur Bekämpfung der Auf­ständischen bestimmt fein, sondern auch für den Fall, daß Griechenland etwa gewaltsam die Grenzprovinzen angreifen sollte. Mit der Räumung Schumlas und Varnas soll jetzt endlich angefangen werden.

Tagesbericht.

Die „Post" bezeichnet die von ihr gebrachte Nachricht, daß Se. Maj. der Kaiser den Wunsch hege, den Reichstag persönlich zu eröffnen, als unrichtig, und schreibt in Bezug hierauf: wenn es auch nicht unmöglich sei, daß das Be­finden Sr. Majestät zu dem in Aussicht genommenen Zeitpunkt sich wesentlich gebessert haben dürfte, so sei doch die Eröffnung des nächsten Reichstags vom Throne aus überhaupt nicht beabsichtigt. — Der „Post" zufolge hän­gen die Versuche, in Italien und Frankreich Aufregung zu erzeugen, wesentlich mit dem Bestreben der consortesken resp. der ultramontanen Partei zusammen, die liberalen Cabinete in beiden Ländem zu stürzen. Die liberalen Blätter, welche den Lärm vergrößern, dienen (so urtheilt die „Post"), ohne es zu wollen, wie schon häufig, ultra- montanen Zwecken.

Der Telegraph bringt heute aus London eine über- raschmde Bestätigung der Ansicht, daß die auffallenden Rüstungen Englands im Mai d. I. hauptsächlich dazu die­nen sollten, die Türkei einzuschüchtern, und einen Dmck auszuüben, welcher die von England verlangte Abtretung

Talenten begabt war, so wurde beschlossen, ihn dieses Fach studiren zu lassen.

Nach beendigtem Studium und abgelegter vorzüglicher Prüfung finden wir ihn als Forstkandidaten bei bem äl­teren Sohne bes Forstmeisters, bem Oberförster Anselm von Warnberg in Wolfhagen, ber ihn halb lieb gewann und dessen rechte Hand er wurde.

In der Wohnung des Oberförsters versammelte sich öfter eine Anzahl Männer, die sich das unglückliche Schicksal bes Vaterlanbes besonbers zu Herzen nahmen, unb ihrem tiefen Unwillen über bie schmählichen Handlungen des ihnen aufgebruiigenen Herrschers unb seines ausländischen Anhanges gegenseitig aussprachen. Es wurden da die bittersten Klagen über den großen Unfug der Franzosen in den Städten und auf dem Lande laut, die immer mehr überhandnehmenbe Polizeidespotie scharf gerügt unb aus­führliche Erzählungen ber Gewaltthätigkeiten, roher Willkür unb Mißhandlungen mitgetheilt, welche die geheime Polizei sich gegen Jeden zu Schulden kommen ließ, ber meistens ohne alle gerechte Urfache, als Unzufriebener unb somit als Gegner ber neuen Regierung benuncirt worben war. Es füllte biefe patriotisch gesinnten Männer bie freudige Hoffnung, ber schon längere Zeit entworfene und der Aus­führung immer mehr entgegengreifenbe Plan, das so ver­haßte und von Tag zu Tag unerträgliche Joch abzuwerfen, werde unfehlbar gelingen, denn er war mit größter Vorsicht entworfen und fand allenthalben enthusiastischen Anklang und die freudigste opferwilligste Zustimmung. ES fanden Einverständnisse deshalb in ganz Deutschland statt und es nahte die Zeit des beschlossenen allgemeinen Aufstandes.

Auch Ferdinand, dessen Gesinnungen und Zuverlässig­keiten bem Oberförster genugsam bekannt waren, gehörte zu ben Verbündeten unb ber feurige, von edler Begeiste­rung für bie Befreiung des unterdrückten Vaterlandes er-

ber Insel Cypern bewirken sollte. Dieser wichtige Aufschluß ist von einem Manne ertheilt worden, dessen Aussage als Urkunde bezeichnet werden kann: Von Lord Derby, dem früheren Minister der auswärtigen Angelegenheiten. Diese Aeußerung, deren Richtigkeit allerdings von Lord Salisbury bestritten wurde, ist der werthvollste Beitrag zum Verstäub- niß der Vorgänge, die sich in den letzten Monaten abge­spielt haben.

Nach den Meldungen, welcher ber Lonboner „Daily Telegraph" ans Wien erhält, würbe bie Situation in Italien weit ernsthafter aufzufassen sein, als wir es bisher zu thun vermochten. Dem Blatt wird nämlich geschrieben: „Zwischen Rom unb Athen sind Unterhandlungen im Gange, welche, wenn sie von Erfolg gekrönt sind, bie Vertheidigung ber hellenischen Küste seitens Italiens im Falle eines Krieges zwischen ber Türkei und Griechenland sichem würden. Wenn dieselben bis jetzt resultatlos geblieben sind, so ist dies bem Umftanbe zuzuschreiben, daß bie italienische Regierung hoffte, gewisse anbere Mächte bürsten bewogen werben, ein ähn­liches Verfahren einzuschlagen, um Griechenlanb zu einem Stützpunkt für ein weiteres Vorgehen zu machen." Inso­weit ist bie Nachricht so beschaffen, baß man sie als glaub« roürbig bezeichnen könnte. Wenn jedoch fortgefahren wird: „Aber weder Oesterreich noch Frankreich bekunden die mindeste Neigung etwas derartiges zu thun, so daß, wenn Italien es für angezeigt hält, ein maritimes Protektorat über Griechen­land zu übernehmen, es dies allein und auf fein eigenes Risiko und seine eigene Gefahr hin thun wird," so müssen doch ernstliche Zweifel über die Zuverlässigkeit dieser Quelle auffteigen. Es ist geradezu unglaublich, daß Italien sich mit seinen Projekten an diejenige Macht (Oesterreich) wen­den sollte, die im Begriffe steht, die Garantie für den Be­sitzstand des Sultans in Europa zu übernehmen. In einem Kriege gegen die Türkei würde Oesterreich niemals der Bundesgenosse, sondern der Gegner Italiens sein können. Die Meldung des „Daily Telegraph" schließt mit folgen« den Worten: „Das Projekt ist noch ein Embryo unb mag scheitern, ehe es zur Reife gelangt. Viel wirb zweifelsohne von ber Wenbung abhängen, welche bie Dinge zwischen Griechenlanb unb bet Pforte nehmen werden. Bis jetzt sind die Pourparlers zwischen den zwei Regierungen resul­tatlos geblieben. Andererseits ist die in ganz Italien durch die Entscheidung deS Congresses bezüglich Griechenlands ver­ursachte Volksaufregung im Wachsen begriffen, und die Re­gierung bezweifelt jetzt, ob Graf Cottis Rücktritt, ber wahr­scheinlich ist, hinreichen würbe, um bie öffentliche Meinung zu beschwichtigen. Für bieseS Dilemma bietet eine Maß­regel, wie bie einer befenfioen maritimen Allianz mit Grie­chenlanb, einen Ausweg. Obwohl es schwierig ist einzu­

füllte junge Mann wurde freudig ausgenommen und nahm eifrigst an den Versammlungen Theil. Der Oberförster war zum Anführer einer ber vetschiebenen Abteilungen erwählt worben unb ernannte ben Forstkandidaten zu feinem Adjutanten.

Wir wissen, daß und wie dieser Aufftand mißlang.

Casimir, ber jüngere Wamberg wat nicht bei biefer Volkserhebung betheiligt; — es war dieses aber nur schein­bar so, und zwar nach einem Beschlüsse der Führer. Er war durch seine Gattin mit einigen hochgestellten einfluß­reichen Familien in ber Residenz in nähere verwandtschaft­liche Verbindungen gekommen und deßhalb häufig dort an­wesend. Theils nun um diese Familien im unverhofften, aber doch immerhin möglichen Falle des Mißlingens nicht zu compromittiren, theils aber — und dieses wohl haupt­sächlich — um in solchem Falle sich dieser Verbindungen bedienen zu können, wenn es nöthig werden sollte, Hülfe zu leisten ober Unglück abzuwenden, — war es beschlossen worden, daß er an dem Aufstande keinen tätigen Antheil nehme. Es war dieses eine reiflich überlegte Vorsichts­maßregel, die sich glänzend bewährte.

Ferdinand Stellmann wat in Gefangenschaft geraten, er hatte Anselm von Warnberg befreit, hatte dabei fein Leben gewagt und feine Freiheit verloren, — er mußte gerettet werden, wäre er auch nicht der Sohn so langjäh­riger treuer Diener gewesen, namentlich Dessen, ber in so entsetzlicher gewaltsamer Weise sein Leben verlor, indem er seinen Herrn, dem baffelbe Schicksal bevorstand, rettete. Casimir entwarf den Plan zu feiner Befreiung, den einer bet Verbünbeten glücklich ausführte unb zwar — wie uns ebenfalls bekannt ist, zu einer Zeit, wo die geringste Zö- gerung alle Hoffnung vernichten konnte.

Der glücklich Befreite besuchte vorerst seine Mutter, ba das Fötslerhauö am Steinig nicht weit von seinem einzu-