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Marburg, Sonnabend, 20. Juli 1878

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iffen sei, so ist das nicht gerade unwahrscheinlich, aber Gefahr für den Frieden scheint darin nicht zu liegen.

unden sieht man am Kopfe fast gar nichts mehr. Den »ßtm Theil des Tages verbringen die Kaiserin und die ^Herzogin von Baden bei Se. Maj. ihn durch Ge­

ber Türkei eingenommenen Haltung ist im Wachsen be­griffen. Die griechischen Blätter verlangen stürmisch den Einmarsch in Thessalien. Die Negierung hat die Rüstungen wieder aufnehmen lassen.

mächtiger Ruck und alle drei stürzten rücklings zu Boden, der Oberförster, der Wilderer und der Dritte, welcher die beiden Jünger von dem Abgrunde zurück gerissen hatte.

Es war Stellmann, welcher durch den Schuß herbei- gerufeu, gerade im entscheidenden Augenblicke kam.

Noch auf dem Boden liegend, griff Stellmanu mit beiden Händen nach dem Halse des Wilderers, der sich immer noch fest an den Oberförster anklammerte und schäumend vor Wuth und keuchend von der gewaltigen Anstrengung fortwährend rief:

Es hilft Euch doch nichts, hinab muß er, wenn ich ihn auch mit den Zähnen festhalten muß und wenn selbst der Teufel dazwischen tritt."

Das wirst Du wohl bleiben lassen," sagte Stellmann, ich drücke Dir den Hals zu, Du Hundsfott, daß Dir Hören und Sehen vergeht."

Der Drohung folgte unmittelbar die That, Stellmanu drückte dem Wilderer so kraftvoll den Hals zu, daß der­selbe dem Ersticken nahe und nach Luft schnappend, den Oberförster gehen ließ und sich nur des neuen Gegners zu erwehren suchte, indem er sich dessen Händen zu entziehen anstrengte, was aber nicht leicht war, weil derselbe auf ihm lag.

Sowie der Oberförster fühlte, daß er sich frei bewegen könne, nahm er schnell einen Strick aus der Tasche, um damit den Wilderer zu binden, doch war es diesem durch eine rasche Bewegung gelungen, sich herum zu wälzen und somit obenhin zu kommen. Stellmanu wollte natürlich diesen Vortheil nicht aufgeben und machte es ebenso, wie sein Gegner, und beide wälzten sich noch zweimal herum, was um so leichter ging, als der Kampfplatz, wie bereits er­wähnt, sehr abschüssig war.

Der Oberförster sprang, als er dieses sah, schnell hin­zu, nm Stellmann zu helfen, es war aber zu spät, die Ringer stürzten hinab in die Tiefe, ein furchtbarer

Vielmehr wird das Bestreben der italienischen Regierung dahin gehen müssen, die "öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Eine kriegerische Unternehmung würde von ganz Europa verurtheilt werden, und total aussichtslos sein.

Eine neue kriegerische Vorrichtung wird demnächst in der britischen Marine eingeführt werden, welche wahrschein­lich die Bezeichnung, dasHand-Torpedo" erhalten wird. Diese Torpedos sind dazu bestimmt, wie vor einem halben Jahrhundert Granaten, mit der Hand in feindliche Boote oder über Brustwehren oder Pallisaden hinweg geschleudert zu werden. Aber anstatt Geschosse zu sein, die, wie die Hand-Granaten, durch einen Zünder explodirt werden, wer­den sie gänzlich aus Schießbaumwolle bestehen, die in eine Kugel von 3 bis 4 Pfund Gewicht komprimirt ist. An jeder Ladung ist eine lange Schnur befestigt, deren anderes Ende mit einer Art von Pistol in der Hand des Opera­teurs in Verbindung gebracht wird. Das Torpedo wird in die gewünschte Position geschleudert, worauf eine Be­rührung des Stechers am Pistol die Schießbaumwolle deto- nirt und eine Explosion erfolgt, welche, wie die Experimente erwiesen, hinreicht um einen Grauitblock im Gewicht von 5 Tonnen in Stücke zu zerschmettern. Eine einzige solche geschickt explodirte Ladung würde eine Bootmannschaft ver­nichten, und in den Häuden verwegener Männer dürfte das Hand-Torpedo, in große Schiffe geschleudert, bedeuten­den Schaden anrichten.

Im Forsthaus.

Novelle von Heinrich Heusler.

(Fortsetzung.)

Tentsches Reich.

* ©erlitt, 18. Juli. Die Rede des Herrn v. Forcken- beck vor seinen Wählen: in NeuhaldenSlebeu verdient durch ihren gemäßigten Charakter, noch mehr aber durch die Be­stimmtheit Beachtung , mit welcher der Redner das Zu­sammengehen der nationalliberalen Partei mit der Regie- rung als ein Ersorderniß der Zukunft anerkennt. Ver­gleicht man die Rede des Herrn v. Bennigsen in Hannover und des Herrn v. Forckenbeck mit der Haltung der meisten nationalliberalen Organe, namentlich mit den von dem Ber­liner Wahlcomito preisgegebenen Wahlflugblättern, so springt ein großer Unterschied in die Augen, der der Erklärung zu bedürfen scheint. In dem heutigen Leitartikel derNational- Zeitung" macht sich übrigens die zunehmende Ernüchterung wenigstens dieses Blattes bemerkbar, denn es zeigt sich höchst zufriedengestellt davon, daß in der gestrigenProv.-Corr." von dem freisinnigen Bürgerthnn, als einer staatserhalten­den Kraft die Rede ist. Diesen Ausdruck hätte übrigens dieNat.-Ztg." schon zwei- oder dreimal in derProv.- Corr." angewendet finden können. Nur darf man nicht übersehen, daß liberale Partei und freisinniges Bürgerthum zwei Dinge sind, die keineswegs zusammenfallen. In den Augen derBerliner Freien Presse" ist die Auffor­derung zur Wilhelmsspende nichts als ein Wahlmanöver. Zur Bezeichnung der ultramontanen Organe in dieser Frage kann dienen, daß auch derWestfälische Merkur" es nicht unterläßt, an dem Gedanken dieser patriotischen Gabe zu närgeln. Heute ist die Tabaks-Enquöte-Commisston zu ihrer ersten Sitzung zusammen getreten. Die Worte des Staats - Anwalts Tessendorf bei der Verurtheilung des 17jährigen Burschen Kasseböhnen wegen Majestäts-Belei­digung sind in der Fülle des täglichen Stoffes fast unbe­achtet vorüber gegangen, sie verdienen aber sehr wohl ein­geprägt und verbreitet zu werden. In dem angegebenen Falle konnte die Socialdemokratie nicht sagen, daß das Ver­brechen sie nichts angehe, denn dieser erst 17 Jahre alte Mensch erzählte mit einem gewissen Triumphe vor Gericht, daß er seit zwei Jahren socialdemokratische Versammlungen besucht und die That seines Freundes Nobiling nur billigen könne. Der Staatsanwalt schloß seine Rede mit folgenden Worten:Die socialdemokratische Presse hat aus diesen Prozessen Anlaß genommen, die Jahre der Strafhaft, welche erkannt sind, herauszurechnen, sie hätte lieber eine Berech­nung anstelleu sollen, wie viel von diesen Strafen und dem

Art Von Zeit zu Zeit blieb er stehen und lauschte nach i Seiten, ganz oben blieb er hinter einem Busche stehen, am Rande eines Steinbruches stand, gerade an der

Anzeigen nimmt entgegen: di-Expeditiond BlaiteS, sowie b. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M. ;Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herntann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in

Bremen.

Während sich ganz Europa nach dem Schluffe des wgresses der Ueberzeugung hingegeben hat, daß der liebe nunmehr von keiner Seite bedroht sei, während aschig b andererseits in Frankreich die öffentliche Meinung in Rittst krraschend schneller Weise über die Besetzung Cypernö srch England beruhigt hat, scheint die Aufregung der , Mimischen Nation fortwährend im Steigen begriffen zu [192 in. Das erste Symptom der herrschenden Gährung war rs Gerücht über die Verabschiedung des italienischen »nrS Kngreßbevollmächtigten, dieses Gerücht hat sich, wie zu ----- Marten, aus dem Grunde nicht bestätigt, weil die Occu-

tahl himdert Fuß hohen, steil abschüßigen Wand desselben. F1 strengte sich an' hinab zu sehen, weil es ihm vorkam, $ ob da unten sich Jemand bewege; doch weil die Sterne

ein ungewisses Licht verbreiteten, war ihm nicht ^glich etwas zu unterscheiden.

^Plötzlich hörte er Schritte in dem auf dem Boten senden Laub knistern; es war einer von seinen Men, oder ein Wilderer? Er blieb wie eine Bild­et stehen, die Schritte kamen näher, der Ober­ster hatte schon früher die Flinte von der Schulter ge- ^tmen, jetzt spannte er den Hahn, noch eine lange "Amte, und er sah nur wenige Schritte vor sich einen S einet Flinte bewaffneten Mann. Rasch trat er, sein ^vehr in Anschlag hinter dem Busche hervor und rief:

»Gewehr ab, oder ich schieße!"

^Der Mann warf seine Flinte weg, fiel auf seine Knie rief, die gefalteten Hände emporstreckend:

»£) Gott im Himmel! Haben Sie doch Erbarmen mit die bitterste Armuth, die größte Noch hat mich dazu rW, ich habe eine kranke Frau und fünf hungernde ^der zu Hause!"

^»Jch kenne das schon", entgegnete der Oberförster auf Knieenden zuschreitend,das wird sich Alles finden." »Jetzt stehe auf und gehe den Weg da hinab, bedenke daß ich immer zwei Schritte hinter Dir gehe und O dem ersten Fluchtversuche Dir eine Kugel nachschicke, * Dich sicher nicht verfehlt."

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirtrS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'fche ' Buchdruckerei) bezogen 2*i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). Jnscrtionszebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Au-kunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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ition CypernS auf dem Congreß nicht verhandelt worden i und eine Zustimmung der Mächte zu diesem Schritt tber verlangt, noch ertheilt worden ist. Die italienische

1 Gierung hat demnach in diesem Puntte keine Verant- :Iida^,^lichkeit übernommen. Die Meldung der WienerPresse": italienische Ministerium habe den König ersucht, wenn öglich seinen Aufenthalt in Turin abzukürzen und nach hm zurückzukehren, da die Aufregung wegen der cyperischen tage in Rom und anderen Orten Italiens im Zunehmen

Zu dem Gerücht über die bevorstehende Aufhebung der Goldzölle bemerkt derPet. Herold": In Berliner kauf­männischen Kreisen, welche an jeder Veränderung im Zoll­tarif sehr interesstÄ sind, ist von einer derartigen Absicht des Finanzministeriums durchaus nichts bekannt, und die Nachricht erscheint um so unglaublicher, als das Zolldepar­tement soeben die Preise,zu welchen ZinSpapiere als Cau- tion für die in Goldwähnmg zu erhebenden Zollzahlungen im zweiten Halbjahr 1878 angenommen werden," publicirt hat. Uebrigcns sprechen auch der glänzende Zahlenerfolg der Goldzollmaßregel und die erhöhten Budgetbedürfnisse des Staatsschatzes gegen eine baldige Aufhebung des Gold­zollgesetzes. Die Zvlleinuahnien betrugen pro 29. Juni d. I. 26,408,318 Rubel, d. L um 16,169,638 Rubel mehr als 1877 und um 3,419,011 Rubel mehr als 1876.

DaS Büreau Hirsch bringt folgende Depeschen:

Rom, 17. Juli. Die Einberufung italienischer Re­serven wird dementirt; dagegen wird die Absendung von Kriegsschiffen nach dem Orient für bevorstehend gehalten.

Athen, 17. Juli. Die Erregung wegen der vom Con- gresse gefaßten Beschlüsse, sowie wegen der nunmehr von

,.O lieber Herr!" jammerte der Mann, indem er auf­stand,ich denke nicht an das Durchgehen, schonen Sie doch einen armen unglücklichen Familienvater!"

Während dem Ausstehen suchte sich der Wilderer so zu drehen, daß er mit einem Sprunge die auf ihn gerichtete Flinte erreichen konnte und den Lauf mit kräftigem Stoße zur Seite drückte. In demselben Augenblicke ging auch der Schuß los, natürlich ohne zu treffen, und ebenso schnell hatte der Wilderer den Oberförster erreicht und mit starken! Arm um den Leib gefaßt, indem er sagte:

So, Herr Oberförster! darauf habe ich lange gewartet, ich bin Ihnen noch den Dank schuldig dafür, daß Sie mich brodlos gemacht haben." ,

Dabei suchte er seinen Gegner mit Aufbietung aller Kräfte nach dem nahen Abgrunde zu drängen. Der Ober­förster jedoch, ebenfalls ein starker Mann, leistete den kräf­tigsten Widerstand. Der Wilderer war aber im Vortheile, da er höher stand als der Andere, und dessen Arme gleich anfänglich bei dem ersten Angriffe so fest umschlungen hatte, daß sich derselbe ihrer nicht bedienen konnte.

Zoll um Zoll verminderte sich der kleine Zwischenraum und immer näher kamen die Ringenden dem furchtbaren Abgrunde.

Sträube Dich, wie Du willst," rief der Wilderer keuchend vor Anstrengung,hinab mußt Du und sollte ich den Sprung mit Dir machen müssen; ich habe doch nichts auf dieser elenden Welt zu verlieren."

Jetzt war zwischen ihnen und der gräßlichen Tiefe nur noch der Busch, hinter welchem der Oberförster gestanden hatte. Beide lagen mit der ganzen Wucht ihrer Körper auf dem Busche, der nur unbedeutenden Widerstand leistete. Ter Oberförster sah seinen Tod vor Augen und empfahl seine Seele dem Allmächtigen, jetzt krachten die letzten Ziveige da faßte eine kräftige Hand den Sinkenden, ein

" " räche und leichte angenehme Lektüre, bei denen auch tn8 M persönlichen Erinnerungen interesstrt sind, unterhaltend.

«glich erscheinen auch der Kronprinz und die Kronprinzessin

, ® auch ihrerseits dem Kaiserlichen Vater über diese schwere I'T? nt gezwungener Beschäftigungslosigkeit hinweg zu helfen. J5 R Se. Majestät täglich frische Luft genießen zu lassen,

WC1T [ auch das Etablissement auf dem Balkon erweitert ?.1 M erben, so daß der Kaiser von diesem aus zeitweise das yemcn Straßentreiben jenseits des Platzes zu beobachten uuaE lnnag, was, wie man sich erzählt, Sr. Maj. Abwechs- r Mig und Unterhaltung gewähren soll.

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ititigen nimmt emgegen: Nt sq Wptdition d.lvlatte», «i-d-Annoncen-Bureall; ß Th. Dietrich & Co. ü JhUW Jte( und Hannover; Th

«trich in Frankfurt a.M.

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g dm Tagesbericht.

e i3lln Ein erfreulicher Fortschritt im Befinden des Kaisers ß darin zu konstatiren, daß Se. Majestät bereits mit . tr linken Hand zu essen vermag, was nicht ohne Einfluß - ws die Eßlust ist, da die bisherige Art, mit der der Kaiser 1 Ehrung zu sich nehmen mußte, eine sehr beschwerliche iar. Nach den Aussagen aller Personen, die Se. Maj.

| isehen haben, ist im äußeren Aussehen, namentlich im - . Ksicht, eigentlich keine sehr merkbare Veränderung wahr- wchmen; so sei das Aussehen gegenwärtig viel besser, ... st vor mehreren Jahren, da Seine Majestät im Winter 'urvigk m Erippeanfall zu bestehen hatte. Von den