Einzelbild herunterladen
 

r. 167

itmt ewäh - N

II

» ,,

n

ii

ii

> „

igen nimmt entgegen: Expedition d.viatte«, ie b.Ännoncen»® uteaui Th. Dietrich & Co. in el und Hannover; Th. Ulrich in Aranlfurt a M.; lafenftein & Bögler in antfurt a. M., Berlin, isjjig, Cöln ic.; Rudolf L»ffe in Berlin, Frank-

furt a. M. ic.

fltaröurg, Freitag, 19. Juli 1878

xni Iahrgoig.

ObnhkWk ZeitiiA

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blattes, sowie d- Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a- M.; Jägerische Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhaudl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-

II

II

ffitfdieint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen- Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage ,,JllustrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (excl. Bestellgebühr). — Lnsertionsgebühr sür die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Psg. berechnet.

Tagesbericht.

ar,

?!

[n *5

iS,

S

[i?

ar.

»aste«

m

kastei.

878.

II

II

w

II

H

II

II

ireAi l und [1612

iealr tilose, Hak acht, nach

. M. ngs Die

Oer: I bei. den [887

ur

0.

eröffnen.

, Fürst Bismarck ist Mittwoch früh nach Kissingen ab- zmift. ______________

- Die „Provinzial - Correspondenz" bringt einen Artikel: „Das Friedenswerk des Kongresses", in welchem es heißt: die Zuversicht des deutschen Kronprinzen, daß die aus dem Cengresse erreichte Verständigung der Großmächte eine neue 8ürgschaft deS Friedens und der Wohlfahrt der Völker -in werde, und die Ueberzeugung des deutschen Reichs­kanzlers, daß der Kongreß sich um Europa wohl verdient acht habe, dürften je länger je mehr überall zur Gel- g gelangen. Mit gutem Grunde durfte Fürst Bismarck rauf Hinweisen, daß der Kongreß Europa die große Wohl­des Friedens, welcher so schwer bedroht war, wieder- chenkt und innerhalb der Grenzen des Möglichen ge- habe. Wenn (so fährt die „Prov.-Corr." fort) nach

Worten des Kanzlers es unmöglich gewesen ist, alle

L So blieb es etwa*zehn Jahre, in denen nichts beson- rkkj Bemerkenswertheö vorsiel, als die Geburt eines Söhn-

Berlin, den 2. JuK 1878.

Ihr wohlgeneigter Friedrich Wilhelm, Kronprinz.

8n den Königlichen General-Feldmarschall Herrn Grafen von Moltke zu Kreisau."

Im Aorsthaus.

Novelle von Heinrich Heusler.

(Fortsetzung.)

[ Die „Post" schreibt: Von maßgebender Seite verlautet, ie Reichsregierung beabsichtige den Reichstag so spät als vöglich einzuberufen. Wie der „Post" fernerhin mitge­heilt wird, hegt Se. Maj. der Kaiser den dringenden Luusch, wenn irgend möglich den Reichstag in Person zu

Zu dem bekannten Aufruf, der an der Spitze seiner Unterzeichner den Namen des Feldmarschalls Grafen von Moltke trägt, ist ausgesprochen, daß der Ertrag, der im Mnzen deutschen Vaterland zu veranstaltenden Sammlungen Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem Kron­prinzen behufs Verwendung zu einem allgemeinen wohl- Wtigen Zweck übergeben werden soll. Wir sind in der Lage, den Wortlaut des Handschreibens mitzutheilen, durch »elches der Kronprinz dieser Absicht des Comitos seine Zu­stimmung ertheilt hat. Dasselbe lautet:

„Ich danke Ihnen aufrichtig für Ihre Mittheilung vom 26. v. Mts. und den derselben beigefügten Aufruf. Ich hoffe, daß der Erfolg desselben ein beredtes Zeugniß sür die Liebe und Verehrung ablegen wird, welche das deutsche Volk seinem Kaiser widmet. Gern bin Ich be­reit, seiner Zeit die Verwendung der eingehenden Sum­men zu einem allgemeinen wohlthätigen Zweck zu über-

Marianne sah ihn voll Verwunderung an, sie wußte ' t, was sie antworten sollte, der Förster aber fuhr fort: „Du weißt ja, daß ich von verliebten Redensarten nie t» Freund war, sie würden sich auch bei unfern Alter Il*|«tyt schicken; — was ich Dir aber schon oft im Scherz srgte, das sage ich Dir mit aller Ueberlegung und in vollem , tzrnste: ich will Dich heirathen. Es ist aber auch die höchste dr* - Zeit, denn wenn es jetzt nicht geschieht, so geschieht es 1?" richt mehr und dann muffen wir uns bald nach dem Gna- S, i*nbrobe umsehen und das ist ein schlimmes Brod! Unser Issels ,Herr hat mir schon ein paarmal eine Forstwartstelle ange- drten, — der Platz hier im Hause war mir aber immer Q); 8xt genug. Jetzt paßt es sich gerade, der Forstwart am TLtt Steinig wird versetzt und der Herr hat noch Niemand in at3 ^sicht für diesen Posten, den schlägt, er mir nicht ab, -Ü® weiß ich gewiß. Du kennst ja das Häuschen am X» Steinig, es ist freilich klein und unscheinbar, doch ist es stcht wohnlich und für uns zwei groß genug. Die Be- . kldung reicht für uns genügsame Leute ans, — wir haben ür ja auch ein hübsches Kapitälchen gespart." en Marianne hatte auch schon an dieses Auskunftsmittel Nr. ‘ l Nacht, — sie war deshalb mit diesem Vorschläge zufrieden. - Stellmann wurde Forstwart am Steinig und heirathete Marianne; — der Forstmeister richtete die Hochzeit aus ,jti.r- : besorgte die ganze Einrichtung für die langjährigen ^Uen Dienstboten.

ait

II

M

gH

Wünsche der öffentlichen Meinung zu verwirklichen, so ist darauf hinzuweisen, daß dem Kongresse überhaupt nicht die Aufgabe zufiel und nicht zufallen konnte, eine volle absolute Lösung der orientalischen Frage zu finden, daß er vielmehr die ganz bestimmte begrenzte Aufgabe hatte, den vorläufig zwischen Rußland und der Türkei geschloffenen Frieden von San Stefano mit den Interessen und Ansprüchen der übrigen europäischen Mächte und mit den früheren euro­päischen Verträgen in Einklang zu bringen. Diese Auf­gabe ist unter allseitigem Einverständniß gelöst und dadurch dem Frieden Europas eine neue Bürgschaft gegeben. Das Wesentlichste bei dem Erfolge des Kongresses ist die wirk­lich vertrauensvolle Gemeinschaft und der allseitig ernste Wunsch und Wille für eine wahrhaftige Friedenspolitik, welcher die Bevollmächtigten aller Großstaaten erfüllte. — Bezüglich des englisch - türkischen Vertrages bemerkt die Correspondenz: Im Zusammenhang der (Sreigniffe, wie er sich durch das Ergebniß des Krieges wie des Friedens­schlusses gestaltet, unter dem Wirken des Geistes, welcher die Mächte bei den Verhandlungen geleitete, wird auch jene Thatsache eher eine Bürgschaft weiterer friedlicher Entwicke­lung im Orient als der Anlaß erneuter Consliete fein. Fürst Bismarck konnte mit voller Ueberzeugung der ge­meinsamen Stimmung des Congreffes Ausdruck geben, in­dem er die Hoffnung aussprach, daß das Einverständniß mit Gottes Hülfe dauerhaft bleiben werde.

Die „Provinz.-Corresp." enthält einen Artikel unter der Ueberschrist: „Die Regierung und die Wahlbewegung", welcher mit folgenden Worten schließt: Aus dem Allem geht wohl zur Genüge hervor, daß es nicht Schuld der Regierung, sondern schwere eigene Verschuldung ist, wenn die nationalliberale Partei den wahrhaft staatserhaltenden Elementen der Nation gegenüber in eine schwierige Lage gekommen ist. Sie hat das ihren Führern, besonders ihren leitenden Preßorganen zu danken. Die staatserhaltenden, regierungsfreundlichen Elemente des liberalen deutschen Bürgerthnms, welche seither einen wesentlichen Bestandtheil der nationalliberalen Partei und der Reichstagsmehrheit bildeten, werden unzweifelhaft auch küüftighin eine Stütze der Bismarck'schen Gesammtpolitik in der.Reichsvertretung bleiben: die Wahlen werden hoffentlich von Neuem bestä­tigen, daß das freisinnige Bürgerchum von feinen Vertretern ein vertrauensvolles und zuverlässiges Zusammenwirken mit der Regierung verlangt zur Erlangung von praktischen das Volkswohl fördernden Zielen, wie sie jüngst als Absichten und Wünsche der Regierung bei den Wahlen verkündet worden sind.

Der Römische Correspondent des „Standard" will von einem Briefe Kenntniß erhalten haben, der von Leo XIII.

an sämmtliche europäische Souveräne gerichtet worden sein soll. Die fragliche Meldung lautet wörtlich: „Es sind zu meiner Kenntniß einige merkwürdige Einzelheiten eines Briefes des Papstes gelangt, welchen derselbe an jeden der europäischen Souveräne gerichtet hat. Der Brief hebt die Nebel des gegenwärtigen Zustandes der Gesellschaft hervor und sagt, daß, da der Vatikan sich in seinem Kampfe gegen die Zerstörung von Ordnung und Moral allein finde, der Pontifex einen weiteren Appell an die Souveräne richte, mit ihm in Gemeinschaft zu handeln. Sollte dieser Appell fehl schlagen, dann glaube er, daß die Zeit gekommen sei, um mit dem Volke gemeinschaftliche Sache zu machen, da­mit es vom Ruin gerettet und seinen Glauben erhalte." ES ist uns für jetzt noch unwahrscheinlich, daß Leo XIII. der Verfasser eines Briefes von ähnlichem Inhalte sein soll.

Deutsche- Reich.

** ® erlitt, 17. Juli. Einige Blätter sorgen viel um die Stellung des Generalsteuerdirektors Burghardt in der Tabaksenquötekominission. Man streitet sich, ob Herr Burg­hardt ^Gegner deö Monopols oder Freund desselben sei. Der Streit dürfte sich für jetzt durch die Thatsache erle­digen, daß dieser Herr nicht, wie man vorausgesetzt hat, Vorsitzender der Commission, ja nicht einmal Mitglied der­selben ist. Wäre er in derselben, so würde er unzweifel­haft den Vorsitz führen, der jedoch bekanntlich dem General­direktor der indirecten Steuern in Elsaß-Lothringen Fabri- cius übertragen ist. Unter den Mitgliedern der Commis­sion befindet sich allerdings ein Geh. Rath Burchhardt, der­selbe ist Vortragender Rath in Reichskanzleramt. — Der Staatssekretär der auswärtigen Angelegenheiten und Staats­minister v. Bülow wird in nächster Woche seine Urlaubs­reise antreten. Derselbe wird, wie in früheren Fällen durch den Gesandten von Radowitz vertreten werden, welcher bis dahin von einem kurzen Aufenthalt zurückgekehrt sein wird. — Die „National-Zeitung" beruft sich heule einmal wieder darauf, daß ihre Partei das «Sozialistengesetz nur wegen Zeitmangel abgelehnt und eine Sefsion für den Herbst ge­wünscht habe. Es ist das aber eine beträchtliche Unge­nauigkeit in der Wiedergabe des Sachverhalts. Der Haupt­grund der Ablehnung war nach der gemäßigten aber ent- scheidensten aller Reden, der des Abg. v. Bennigsen, der grundsätzliche Widerspruch gegen jedes Ausnahmegesetz. Erst nach Ausführung aller grundsätzlichen Bedenken stellte Hr. v. Bennigsen in Aussicht, daß seine Partei bei einer Vor­lage, die auf dem Boden gemeinen Rechts sich bewege, im nächsten Jahre oder, wenn die Regierung eS wünsche, auch schon im Herbst, mitzuwirken bereit sei. Die „Rat. Ztg." ihrerseits stand noch am 5. Juni, dem Tag nach dem No­

chens, mit welchem Marianne ihren Mann beglückte, das den Namen Ferdinand erhielt und das einzige Kind der­selben blieb.

In der Zwischenzeit war Castmir nach Hause gekom­men, hatte bei seinem Vater practicirt, war dann in den Staatsdienst getreten und endlich Oberförster in Rothen- bühl geworden.

Es erwartete ihn da ein sehr schwieriger, und mit vielen Unannehmlichkeiten verbundener Dienst, indem der frühere Beamte denselben außerordentlich vernachlässigt hatte. Nach dem Sprichworts: „Wie der Herr, so der Diener," war es auch hier gegangen; — keiner der unteren Be­diensteten that feine Schuldigkeit und 8er neue Oberförster hatte überall mit bösem Willen und hartnäckiger Unfolg- samkeit zu kämpfen. Er sah bald ein, daß so wenig Er­mahnungen und scharfer Tadel, als Strafen die unbedingt nöthige Besserung hervorzubringen vermöchten, und daß nur eine radieale Aenderung helfen werde. Alle auf Wider­ruf angestellten Forftwarte wurden deshalb auf Castmir's Antrag entlassen und die Andern alle ohne Ausnahme an andere Oberförstereien versetzt.

Auf seine dringende Bitte gab sein Vater ihm einige feiner zuverläffigsten Seute ab, — dabei war auch Marttn Stcllmann, der dem Wunsche seines Lieblings nicht wider­stehen konnte und in seine Versetzung einwilligte, obgleich er und seine Frau eigenllich nur ungerne den Platz und die Gegend verließen, wo sie so lange Jahre schon zuge­bracht hatten und wo in der Nähe ihre einzigen Verwandten lebten.

Nach einigen Jahren war nun zwar wieder ein voll­ständige Ordnung in die Verwaltung des Reviers gebracht worden, doch wollte es nicht gelingen, die Wilddieberei, welche früher eingerissen war, ganz zu beseitigen, vielmehr war sie an einem Orte sogar verstärkt aufgetreten, indem

einige der abgesetzten Forstwarthe sich mit den Wilddieben vereinigten, eine förmliche Bande organifirten und das Ge­schäft im Großen betrieben.

Der Oberförster sah sich geuöthigt, umfaffenbe Maß­regeln zu ergreifen, um diese Baude endlich unschädlich, zu machen. Er wurde vielfach gewarnt, sich nicht allzusehr diesen Verbrechen) gegenüber auszusetzen, indem der An­führer der Bande, einer der abgesetzten Forstwarthe ihm aus Rache den Tod geschworen habe; er erwiederte aber immer:

„Ich tijue nach meinem geleisteten Eide den Dienst, — da mag es mir gehen, wie Gott Willi"

Er hatte sichere Nachrichten über die Schlupfwinkel der Wilderer eingezogen und einen UeberfaH derselben beschlossen, um sie wo möglich Alle auf der Thal zu ertappen. Deß- halb hatte er an dem bestimmten Abende alle unter feinem Befehle stehenden Forstdiener im Stillen zusammen kommen lassen und eine Abtheilung Gendarmen dazu requirirt.

Gegen Mitternacht drangen sie nach dem entworfenen und sorgfältig befprochenen Plaue in den Wald, 'wo die Wilderer ein Jagen veranstaltet hatten. Innerhalb eines ehemaligen Steinbruches — fo hatte man den Oberförster berichtet — war gewöhnlich der Lagerplatz der Bande und dieser sollte umzingelt werden. Der Oberförster stieg mit einigen Leuten auf der Rückseite des Steinbruches die An­höhe hinauf, von der anderen Seite sollte eine andere Ab­teilung kommen. Beinahe oben angelangt, wies er dem letzten Forstwart, — es war der alte Stcllmann — seinen Platz an mit der Bedeutung, so wie er das verabredete Zeichen höre, rasch, aber doch immer mit Vorsicht voran zu gehen. Er selbst schritt vorsichtig aufwärts, die anderen Entgegenkommenden erwartend.

(Sortierung folgt.)