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X kÄ nieder flüchtig nach ihm hin, ihre Augen begegneten »3 i7'T" ebenso schnell sah sie wieder weg. Eigentlich un»
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Die Ursache der Socialdemvkratie.
*«* Im Korsthaus. '--- Novelle von Heinrich HenSler.
JUarfiurg, Dienstag. 9. Juli 1878
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in die Städte und Fabrikbezirke kommt und unter den Einfluß des dort herrschenden Geistes tritt, welchen die socialdemokratische und liberale Presse ausströmt, und erst wenn der Jugend durch diese« Geist die von Haust mit- gcbrachte Frömmigkeit auö dem Herzen gezweifelt uud gespottet ist, werden diese Endlichen Arbeiter-Jünglinge So- cialdemokraten, oder gerathen auch sittlich in Verkommenheit. Das Alles wissen die liberalen Zeitungen so gut als wir es wissen und als es jeder Mensch weiß; aber trotzdem schleudern sie ihre Lügen gegen das Christenthum bwWelt. So haben sie es seit Jahrzehnten gemacht und Alles, was tn den Bereich dieser Zeitungen kommt, wird confessionö- oder religionslos (wie sie das auch geradezu als ihr Bestreben hinstellen, man denke nur an die confessionslose Schule) und gottlos. Und wenn dann in der Unsittlichkeit oder in solchen revolutionären Nichtungen wie der Socialdemokratie, die Früchte der Gottlosigkeit hervorbrechen und sich bis zu Mordversuchen auf den Kaiser gestalten, dann haben dieselben liberalen Zeitungen die Frechheit, die Schuld der Gottlosigkeit auf Kirche, Schule uud Religion zu Wersen, die sie erst dem Volke aus dem Herzen gespottet haben! Und beide Male finden sie bei lhrm Lesern wütige, gläubige Hörer. Es ist entsetzlich, dieses scheußliche Spiel anzuschen, durch welches unser Volk um seine Religion, seine Frömmigkeit und Sittlich- kert gebracht wird.
Wo sind denn unsere Sozialdemokraten hergekommen? Ihre älteren Führer sind Revoluttonäre von 1848, die damals Schulter an Schulter mit vielen jetzigen Liberalen gekämpft haben, und die jüngeren Führer sind sämmtlich Zöglinge der liberalen und demokratischen Zeitungen. Dort haben sie bat Unglauben, die Religionslosigkeit, den Ma- tcnalismus und die Pietätslosigkeit, den Spott über alle Autoritäten (man dmke nur an „Kladderadatsch", „Ulk", „Wespen") gelernt. Da wurden sie für die sozialdemokratischen Irrlehren vorbereitet. Nachdem so vielen Arbeitern von ihren Arbeitgebern, Aufsehern und liberalen Zeitungen Gott, Christus und der Himmel weggespottet war, hatte die Sozialdemokratie es sehr leicht, diese: um den Himmel Betrogenen Leute zu veranlassen, nunmehr die Erde zu fordern. Den reichen Gottesläugner treibt fein Interesse zum Manchesterthum, weil er dann seinen Reichthum am ungestörtesten genießen kann, den armen Gottesläugner dagegen treibt fein Interesse zum Sozialismus, der das Privat- eigenthum in Collecttveigenthum verwandeln will. So entspringen die beiden Gegensätze: Manchesterthum und Sozial- demokratte aus gemeinsamer Wurzel, nämlich aus dem Naturalismus, der die göttliche Weltordnung läugnet und Alles auf Natur, Naturgesetz und Naturttieb stellen will. Dieser Naturtrieb treibt — wir heben es noch einmal her- werdeu kann. Wie sieht es aus, Kollmann, kannst Du ihn tragen?" '
Anzeigen nimmt entgegen: dir Expedition d Blattes, sowie b. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in » Frankfurt a. M.; Jäger'sche
SÄlchhandlunA daselbst;
Hermann'sche Duchdandl. ♦ daselbst; Invalidenbank in
Berlin; W. Thienes in ' .Elberfeld; C. Schlotte in
„Unmöglich kann ich das," antwortete dieser. „Ich kann kaum aus meinen Fuß treten und ich weiß nicht einmal, ob ich mich selbst werde nach Hause schleppen könuen. Es ist eine verdammte Geschichte."
„Ich will ihn tragen!" rief Elotilde uud wollte den Knaben aufheben. Hätteil aber auch der heftige Schrecken und die Angst nicht ihre Kräfte gelähmt, so würde doch die Last ihr viel zu schwer geworden sein, um sie soweit zu tragen. Seufzend und wehklageiid gab sie den Versuch auf, Nidesten Ferdinand den alten Soldatenmantel auf dem Bodat ausbreitete, den Knaben darauf legte und ganz einwickelte, woraus er, ihn auf die Arme nehmend und die Andern zur Nachfolge auffordernd, rasch dem Walde zuging.
Clotilde blieb ihm zur Seite, Kollmann aber konnte nur langsam folgen. Das Forsthaus war etwa zwanzig Minuten von dieser Stelle des Muffes entfernt, - Fer- btnanb unb Clotilde erreichten es in der Hälfte dieser 8eit fajt athemlos von der großen Anstrengung. Wie sie zum Thore hinein traten, rief Clotilde laut um Hülst, mehrere LeuteZkamen erschrocken auö dem Haust und eilten den Ankommenden entgegen. Ferdinand gab ihnen den Kiiaben und alte, nachdem et dm Rock wieder an sich genommen hatte, fort, denn auch er fühlte dringend das Bedürfniß, seine nassen Kleiber zu wechseln. •
„Um des Himmels Willen, was für ein Unglück ist geschehen?" rief Christel, bie alte Haushälterin, als ihr der Knabe ohne Leben in bie wtube gebracht wurde. Mit wenig Worten erfuhr sie den Vorgang; — rasch wuroe der Kimbe ausgezogen und tüchtig frottirt; schon nach wenig Minuten öffnete er die Augen. Nun mußte er schnell bereiteten Thee trinken und wurde zum Schwitzen in sein Bett gesteckt.
Rr. 138.
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Anzeigen nimmt «rgegen: <Mt Expedition d.Mattes, fr wie b-Annoncen-Bureaux ®n Th. Dietrich ACo. in staffel unb Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Bögler in Drankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Cöln rc.; ffiubolf Dloffe in Berlin, Frank- i -v, furt ai-' M. U.
Sie konnte es sich nicht verhehlen, daß sie ohne dessen rasche Hülfe ebenfalls hätte unglücklich sein Knnm, da nahe und ferne Niemand war, der den Lauf des Nachens anf- hrlteu konnte/ und sie selbst war viel zu schwach, ihn zu ^ikm. * »ÄÄ. s X i-t' : "~x
Es schmerzte sie aber, daß sie'einem so verdächtig auS- sthenden Wenschefr so Hsschverpflichtet stin sollte; einem Va- Mbmidew, :— vielleicht gar ein schwerer Verbrecher, Sttabe so sah.L^Hus! Der fürchterliche struppige Bart, "7 das bleiche Gesicht;/— aber konnte diese Gesichtsfarbe Echt von einer erst überstandenen Krankheit herrühren? Die eingefallettM "Wangen deuteten darauf -hin. Und der Batt; es hattetriviele 'Männer so starke Bärie und waren doch keine Verbrecher. , Nur der unheimliche Blick — sie
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bor — die Reichen zum Manchesterthum, welches die un- gehmderte, burch kein sittliches Gesetz beschränkte Bewegung unb Anwendung des Privateigenthums will, und bie Armen " Mi Sozialismus, b. h. zur Verwandlung des Privateigen- chums tn Gesammteigenthum, an dem Alle Theil Haden. Etn Exttem ruft das andere hervor. Die maßlosen Ausschreitungen des Manchesterthums in der Gründerzeit haben
Sozialdemokratie hervorgerufen und die liberale, natu- raltsttsche Presst und Ateratur ist es gewesen, welche die ^ergen für diese naturalistische Weltanschauung zubereitet hat Vorzugswelse sie ist es, welche die von Schule und Kirche gepflanzte christliche Weltanschauung auörottet, und deshalb ist sie und nicht die christliche Schule verantwortlich zu machen für die religiöse, geistige und sittliche Ver- wilderung, wttche in so großen Volkskreisen eingerissen ist. Wenn unser Volk sich mcht selbst ermannt und den chlech- ten Zettungen die Thür weist und sich gute anschafft, so wtrd alles Andere nicht helfen.
tüi Tagesbericht.
Telegraphische Nachrichten aus Berlin vom 6, d. M.:
, 3lJ ber gestrigen Sitzung des Congresses wurde die gnechtsche Sache verhandelt und erledigt. Mit großem Interesse vertrat Frankreich die Sache Griechenlands. Außer der Zuerkennung der Autonomie der griechischen Provinzen der Türket, welche durch Art. 15 des Friedensvertra- ge3 von San Stefano festgestellt ist und deren Sicherstel- lung durch die europäische Controle erfolgen soll, haben alle Machte befürwortet, daß es im europäischen Friedens- mteresse liege, daß wesentliche Theile Griechenland zuerkannt werdm. Griechenland soll eine Grenzerweiterung bis zur Lime Kalamas-Salambria erhalten. Die türkischen Vertreter haben diesen Ausspruch des Congresies ad referenduin genommen. — Montenegro erhielt Rikstc; die eme Seite der Bucht von Antivari wird in die Hände Oesterreichs gelegt, die andere zu Montenegro geschlagen ~ .Entschädigung Rumäniens betrifft, so scheint lftgende^ Bezttk 3“ gehöre», wohl aber der um-
Die heutige Sitzung wird zum Theil durch die Bera- chung über btt von den Commissionen vorgelegten Grenz- Fttlrungen tn Anspruch genommen werden. Auch wird bleDlscusffon der Batum-Frage erwartet. Man scheint nicht darauf zu rechnen, mit der letzteren heute zu Ende zu kommen. - Wie verlautet, fand gestern eine Unter» « zwischen Fürst Gortschakoff und Lord Beacons- fleld statt.
. ~ bie gestrige Congreßsitzung verlautet noch, ^baß^einige Mächte ftlr die Abtretung von ganz Thessalien
, Der Großvater, welcher an heftigem Podagra leidend, fet‘l Ammer Nicht verlassen konnte, hatte den Lärm gehött und schon zweimal die Schelle gezogen. Jetzt eilte Clotilde zu rym ymaus.
1inh ^deutet das, daß Du wieder zurück kommst und was ist das sur em Spektakel im Hause? Ist denn mUnguckpassitt?". So rief der alte Herr bereintre tenden Enkelin entgegen.
erwiderte diese, „wir find gottlob glücklich wieder da, — aber beinahe hätten wir recht unglücklich sein können."
^e.i^^ren," sagte der Großvater, „so erzähle doch geschwind." ’ ~
«Du brauchst nicht zu erschrecken, Großväterchen " aut- Dir rc, Alles gut abgelaufen ist." ' p
„Heraus mit der Sprache unterbrach sie Jener unge- ^lbtg. werdens „Du machst mich wirklich sehr besorgt."
Clotilde erzählte. 1 ®
mit ^sie schöne Geschichte", sagte der Gwß bater. „Nun wer qt denn der Deus ex machina der so
3ut rechten Zeit kam, als wenn er besonders dazu bestes gewesen wäre?" 4
"-Ich weiß es nicht, lieber Großvater," antwortete Clottlde, die schönen Augen niederschlagend. Es ist ein ganz ftemder Mann gewesen. Eigentlich ganz fremd ist geth^ h^be."^ ,ft “ 4 9laube aber' ba& ich ihm Unrecht , , "^wbes Kind," sagte jetzt der Großvater, seine Enkelin unterbreche^. Du mußt deutlicher sprechen, wenn ich
ich verstehen soll. Du kennst den Menschen nicht — und kennst ihn doch wieder - er ist Dir fremd und nicht fremd,--- Dn willfl chn gar Unrecht gethan haben —"
„Es ist der Mann mit dem blassen bärtigen Gesichte,"
; Ueber dir UrsachW der Socialdemokratie wird viel gestritten und werden die tollsten Behauptungen aufgestellt. Sö geht jetzt Mrch einen Theil der liberalen Presse wie auf eine allgemeine Parole die Behauptung, die Socialbe- mokratie sei ein^ Frucht bes gläubigen evaugeüschen Religionsunterrichts. Der Unterricht in biblischer Geschichte, Katechismus und,.Kirchenlieb soll bie „Keime ber Unsitt- ftchkeit" in bie Mnberherzen ^elegt^und dadurch die Vermehrung der Verbrechen und' die S?vcicfldepiostMe herpor- gemsen haben. 'Man traut seinen Äugen unb Ohren nicht wenn man solcheii Unsinii, lieft und hört. Aber es ist ja " nichts Neues, dH' falsche Zeugniffe gegen das Christenthum ins Feld geführt werden. Die alten Heiden gaben den Christen bekanntlich die Schuld Wenns nicht regnete und auch Wenns zu viel regnete. Immer hieß es dann: „Vor die Löwen mit den Christen!" Mehrere liberalen Zei- tuirgen machens ähnlich. Erst rufen sie: das Christenthum ist Schuld, daß -eS mit der Freiheit nicht vorwärts will. Jetzt, wo wir, wie der Herr Lasker selbst sagt, so viel . Freiheiten haben, daß sie überschäumen, welchen Ueberschaum L ■ er Socialdemokratie nennt, soll das Christenthum auch an “ diesem Ueberschäumen der Freiheit, an bet Socialdemokratie
Schuld fein. Aus der einen Seite tadelt mau das Christenthum wegen seines großen sittlichen Ernstes und aus ber anderen wirst man ihm vor, cs sei Schuld an der Unstttlichkeit; man spottet über bi? Selbstverleugnung die Liebesgebote des ChristenthumS, chroclamirt selbst das Trachten nach Nutzen und Gewinn, die Selbstsucht alö' das allein berechtigte Princip im wirthschastlichen Leben, und jetzt macht dieselbe liberale Presse dem Christenthum den Vorwurf, der SkeligionSunterricht habe die von ihr gepflegte Selb stund Habsucht großgezogen. Besonderen Einfluß in der Schule sollen die v. Raumerschen Regulative gehabt haben; doch das stört diese Blätter hierbei in ihren Lügen nicht, daß die Socialdemokratte in den Gegenden ihre Hauptheerde hat, wo diese Regulative nicht eingeführt gewesen sind, wie im Königreich Sachsen, Schleswig-Holstein, der Gegend von Hanau, Offenbach u. s. w. Auch das treibt ihnen die Schamröthe nicht aufs Angesicht, daß auch in Preußen ; die Socialdemokratie gerade da ihre Heerde hat, wo der i edangelische Religionsunterricht am wenigsten zu einer er= I solgreichen Wirkung hat kommen können, sondern wo die . Kinder schon während.der Schule und gar erst nach der-' : Wen tausend religionsfeindlichen Einflüssen ausgesetzt sind, —— in den großen Städten und Jnduftriebezirkcn, während in « den ländlichen Gegenden, wo der Cmfluß des Religionsunterrichtes ein viel «ngestörterer ist, so gut wie keine ) Socialdemokratie ist. Erst wenn die ländliche Jugend
my jic wicoer weg. «SigeiNllch un»
Anstich fand sie diesen Bück nicht, — mehr leidend; — ä zewiß war der Manii von einem Unglück betroffen oder Q M vor Kurz«« recht krank. Doch ehe sie chre Gedanken iEvrbiiet hatte,/.Mr der Nachen am Ufer; — sie sprang
5 M heraus unb eilte zu dem Knaben, der unter den Be- , ^Hungen KollmannS immer noch nicht aus ber ihn um« f Menden Ohnmacht erwachen wollte. Laut weinend warf j * sich über den leblosen Körper ihres Liebüngs, — aber kam Ferdinand eilenden Schrittes herbei, den Rock, rt er abgeworfen hatte, ehe erfin den Fluß gespruugeu
• 8>ar/ auf dem Anne tragend.
er « ..Haben Sie keine Sorge, Fräulein," sagte er, „der ‘ . fiunge lebt ganz gewiß noch, er muß nur möglichst schnell
^9 Hause gebracht werden, damit er bie nassen Kleider r, Leihe bekommt unb mit wollenen Tüchern gerieben