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Die Aufhebung der Sklaverei.
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weil stets die Gefahr einer Auflösung der öffentlichen Ordnung in Folge Flucht oder Aufstanbes der Sclaven herrscht; 6) daß jeder Versuch, die Civilisation von den europäischen Colonien auf der Küste Afrika's über das Innere dieses Continents zu verbreiten, unmöglich gemacht ist durch die Sclavenjagd, woraus die Keinen Souveräne Gewinn ziehen; endlich 7) daß die Sclaverei, als eine Vorbereitungsstufe zur Freiheit betrachtet, im Gegentheil die absolute Negative derselben ist, und daß gerade diejenigen Tugenden, welche dir Freiheit erfordert, besonders Sparsamkeit und Selbstbeherrschung, durch die Sclaverei verpönt und vernichtet werden.
Diese 7 Punkte sind das Resultat sorgfältiger gründlicher Untersuchungen, welche damals in allen Ländern an- gestellt wurden. Hoffentlich schwingt sich der jetzige Congreß zu einer solchen That der Humanität auf und macht diesem Schandfleck der Menschheit, der Sclaverei, ein eirergisches Ende. Es liegt ja auch ganz in der Richtung seiner Thä- tigkeit. Was ist es denn anders als eine Art Sclaverei, bon welcher er die christliche Bevölkerung der europäischen Türkei befreien will? Ist es da nicht schon durch die Logik geboten, daß er seine Beschlüsse auch gegen die Sclaverei als solche richtet, welche dort immer noch besteht? Die Türken werden freilich auch dagegen protestiren; allein dieser Protest darf den Congreß in dieser Frage am allerwenigsten stören.
letzte Anlauf zur Abschaffung der Sclaverei wurde im Jahre 1867 zu Paris auf einem Congreß der englischen, französischen und amerikanischen Gesellschaften gegen dje Sclaverei gemacht. Dieser Congreß beschloß damals, einen energischen Aufruf an die Gerechtigkeit der Herrscher und an die Ueber-
zeugung der Völker zu Gunsten einer vollständigen Unterdrückung des Sclavenhandels zu richten. In jenem Aufruf »erben folgende als durch die Erfahrung bestätigte Punkte gegen die Sclaverei angeführt:
gültige Ausführung zu sichern. Die Denkschrift weist darauf hm, wie damals die Sclaverei und der Glaube, als könnten gewisse Länder ohne dieselbe wirthschafttich nicht bestehen, noch so weit verbreitet gewesen sei, hebt hervor, wie trotzdem so viele Mächte die Sclaverei und auch Rußland die Leibeigenschaft abgeschafft haben. Die Denkschrift hebt sodann hervor^, wie nur noch Spanien in Cuba und die Türkei mit den ihr abhängigen afrikanischen Ländern unter den europäischen Staaten die Sklaverei aufrecht halten; endlich weift dieselbe daraus hin, wie die Sclaverei auf der Ostküste Afrika's die dortigen Länder jährlich 400,000 bis 500,000 seiner Bewohner beraubt und dadurch jeden Aufschwung dieser Länder verhindert. Die Denkschrift beantragt, der Congreß wolle den Sklavenhandel für Seeraub erklären, und die Congreß-Mächte sollten in ihren Beziehungen zu Staaten, in welchen die Sclaverei noch besteht, dieselbe als nicht zu Recht bestehend anerkennen. — Der
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilaoe . .. n .... „
- «uchdruck.rei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Datschen Reiches 2 Mark 50 !Ä. (efd«Sei W
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_ da sah er einen Mann, wahrscheinlich auf den Angst- _ M des MädchcltS in die Kammer tretend, dem Fingerzeige 80b btt auf das höchste erschrockenen Fran folgend, nach dem Muster gehen. Rasch lief er seine Müdigkeit vergessend,
Rach einer Weile, während er unbeweglich auf seinem - Platze stehen blieb und mit zurückgehaltenem Äthern diese Mene beobachtete, legte das Frauenzimmer das Buch, aus >,—; dem sie vorgelesen hatte, auf das Bett, ging dann zu dem Arzneiglas, und trat ckit einem Löffel Arznei wieder zu der Kranken, welche mit deren Hülfe sich auffetzte und das chr Dargereichte mit einem dankbaren Blicke nahm — worauf sie sich wieder zurücklegte. .>& - - .
Der junge Mann hatte bei diesem Geschäfte das Gesicht der hülfreichen Dame gesehen; — ein lautet AuSruf der Ueberraschnng und des Erstaunens entschlüpte feinen Appen, — er glaubte nie ein schöneres Mädchen gesehen M haben. Dnnlle Locken umwallten das zierliche Oval des reizenden Gesichts, beffen weißer Teint durch die frische 8»rbe der Wangen, einen grellen Gchensatz zu der gelben Gesichtsfarbe der alten Fran in dem Bette bildete.
06* T* Der Wanderer war unwillkürlich hinter dem ihn ver- ",|ttgenben Baume hervorgetteten und hatte sich dem kleinen ftrnster genähert, durch das er begierig hrneinschante. Das Mädchen hatte den Löffel wieder auf bar Tisch gelegt 2nd sah nun einen Schatten an dem Fenster; — sie sah hinaus erschrack aber außerordentlich, als sie die so verdächtige Gestalt eine- Fremden in solcher Nähe erblickte, und stieß einen lauten Schrei aus. Die alte Frau sah
Anfalls nach dem Fenster und erhob mühsam ihren Oberkörper, indem sie sich auf einen Arm stützte.
* Der Flüchtling zog sich rasch hinter den Baum zurück,
k Anzeigen nimmt emgegen: die Expedition d.vlntte», sowie d.Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frantfiwt a.M.; Hänfenstem & Bögler in ,7Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Evln re.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frankfurt a. M. ic.
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Novelle von Heinrich Hensler.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d »larteS, sowie b- Annoncen-Bureaux von G L. Daube L Co. in Frankfurt a.M.;Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Tagesbericht.
Der Kaiser ist, wie der „Börsencourier" erfährt, noch immer körperlich nicht so gestärkt, wie es die Aerzte wünschen. Dafür ist er aber geistig wieder von einer Frische, als wäre nichts vorgefallen. Was feinen körperlichen Zustand anfangt, so benutzt er zwar mit der einen Hand den Stock, von der anderen Seite aber muß er noch immer geführt werden und ganz selbstständig zu essen ist er noch immer nicht in der Lage — das Essen wird ihm vielmehr zum Munde gereicht. Die Gehversuche finden jetzt häufiger statt. Um die Regierungsgeschäfte kümmert sich der Kaiser so gut wie gar nicht. Es geschieht dies, wie wir glauben annehmen zu sollen, in erster Linie aus ganz besonderem Zartgefühl für seinen Sohn, den Kronprinzen, ban er bie vollste und freieste Machtvollkommenheit lassen will uub dem er durch diese Art der Resiguatiou einen neuen Beweis von seinem Vertrauen gibt. Erst am letzten Mittwoch hat man dem Kaiser die Nachricht von der Auslösung des Reichstages mitgetheilt, von der er bisher noch nichts wußte, da man glaubte,'e3 würde diese Nachricht den Kaiser aufregen; es war dies indeß nicht in besonders hohem Grade der Fall. Welche Theilnahme für Details um die Ecke des Hauses und tiefer in den Wald hinein, bis er sich hinter dem Vorsprunge des Hügels verbergen konnte. Aber eben so schnell kam bet Mann, den er gescheit hatte, aus dem Häuschen und lief ihm nach.
Es war ein mit einer Flinte bewaffneter Jäger.
Schon von Weitem, als er den Fremden erblickte, rief ft mit lauter Stimme:
»Halt Bursche, ober ich schieße!"
Der Flüchtling blieb stehen, und wartete bis der Jäger ,;u ihm kam Beide sprachen einige Minuten ruhig mit einander, dann schüttelte der Jäger dem Andern zu wiederhottenmalen die Hand und ging wieder zurück.
Das Mädchen trat aus dem Häuschen und fragte ängstlich: *9tun Kollmann? Habt Ihr ihn gesehen ? Wo ist er hin ?" „Der hat Reißaus genommen," antwortete der Jäger. „Et hat bestimmt kein gutes Gewissen, denn als er mich sah, lief er in den Wald mit einer Behendigkeit, die dem besten Hasen Ehre gemacht hätte."
„Ich fann gar nicht sagen, Kollmann," versetzte das Mädchen, eifrig mit ihren schönen Augen umherspähend, „wie ich erschrak, als ich den fürchterlichen Menschen sah. Wenn das kein diäuber ober Mörder ist, so ist er boch jedenfalls ein höchst gefährlicher Vagabund, der nichts Gutes im Schilde führt. Wenn er nur nicht zurückkehrt, und der alten Marianne ein Leid zufügt.
»Das ist in keinem Falle zu fürchten, liebes Fräulein," sagte der Jäger, indem er ein verdächtiges Lächeln unterdrückte, „der hat schon gesehen, daß da nichts zu holen ist. Jedenfalls werde ich aber dem Anton sagen, daß er früher nach Hause geht, und sich umsieht."
„Ja, das wollen wir," sagte das Mädchen, „unb der Polizei muß man auch Anzeige machen, daß sie ihm nach-
„Das wird nicht nöthig sein," erwiederte der Jäger.
sich der Kaiser bewahrt hat, mag daraus ersehen werden, daß er, als er hörte, daß der Sohn des Staatsministers v. Bulow, der der Gesandtschaft von Athen beigegeben ist, auf feiner Reise von Athen nach Berlin erkrankt sei, sein ganz besonderes Bedauern äußerte und sagte, es thäte ihm dies um so mehr leib, da der junge v. Bülow sich in feinen Benchten stets durch die außerordentlichste Klarheit ausgezeichnet habe, weßhalb er, der Kaiser wiederholt Gelegenheit genommen habe, ihn durch das auswärtige Amt beloben zu lassen.
Telegraphische Nachrichten aus Berlin vom 3. d. M.
— Der Kronprinz confcrirte gestern mit dem Cültus- mmister unb dem Chef der Admiralität. — Bezugnehmend auf ihre gestrige bezügliche Notiz schreibt die „Nordd. AUg. Zig.": die Gesetzentwürfe zur Abwehr sozialdemokratischer Ausschreitungen und zur Verschärfung einzelner Be- ftunmungen des Strafgesetzbuches seien nunmehr festgestellt und dem Staatsministerium zur Beschlußfassung vorgeleat. — Dasselbe Blatt hört, daß die Meldung der „National- zeltung", Graf Herbert Bismarck habe auf die Kandidatur im 2. Meinmgen'schen Reichswahlkreise verzichtet, unrichtig sei.
— Heute hält der Congreß teilte Sitzung, dagegen tritt die Redactions-Commission zu einer solchen zusammen Die nächste Congreß-Sitzung findet wahrscheinlich morgen statt. Die rumänische unb die montenegrinische Angelegenheit sollen nunmehr in der bereits mitgetheitten Weise erledigt sein. Die Regelung der Donaufrage ist wesentlich vereinfacht. Nachdem die damit zusammenhängende Ange- legmheit der Donaufestungen durch die Beschlüsse der Conferenz hinsichtlich der bulgarischen Frage bereits geordnet ift,. dürfte dieselbe keine besonderen Schwierigkeiten mehr barbieten. Die bisherigen türkischen Kommissare bei der Donau-Commission büchen aus derselben austreten und rumänische Commissare in dieselbe eintreten. In der bosnischen OccupationSfrage waren die türkischen Delegirten bisher ohne neue Instruction; die Angelegenheit büche in der nächsten Congreß-Sitzung noch einmal angeregt werden D« türkische Kriegsentschädigungsftage soll dem Vernehmen nach als Angelegenheit bezeichnet sein, welche lediglich die betben beteiligten Mächte anginge; eine Territorial-Pfand- nahme soll nicht beabsichtigt werden. Die nächste Sitzung bes Congresses bürste vorzugsweise der griechischen Frage gewidmet sein. Wie verlautet, find die Wünsche Griechenlands darauf gerichtet, eine GebietSausdehnung nördlich bis zur Linie vom Olymp resp. Vistriza-Flusfe bis zur Gegend von Jamna unb außerdem den Besitz Kretas auszuwirken.
Die „Prov. - Corresp." enthält einen längeren Ar- Solche Bursche bleiben nicht lange auf einem Platze, und lch wollte darauf wetten, daß dieser, bis der Abend vollends hereingebrochen sein wird, schon längst über Berg und Thal ist.
Der Jäger Kollmann war mit der jungen Dame, die steh seinem Schutze anvedraut hatte, ohne weitere Anfechtung den Fußweg, den sie eingeschlagen hatten, fortgegangen, unb ehe eine halbe Stunde verging, tarnen sie auf die Straße, welch« den großen Markwalb burchfchneidet. Noch einige ^unbert Schritte mutzten sie gehen, da tarnen sie auf die Straße, welche einen großen, freien Platz, wo inmitten eines mit einer hohen Mauer umgebenen Hofraumes ein ansehnliches Haus stand, das durch seine Ausschmückung mit einer beträchtlichen Anzahl mächtiger Hirschgeweihe, sowie durch lautes Hundegebell, welches man schon von Weitem hörte sich als die Wohnung eines Jägers ertennen ließ. '
Der alte Jäger ging seinen Geschäften nach, — das Mädchen wurde unter der Hanöthüre von einem hübschen, dunkellockigen Knaben von etwa sechs Jahren freudig empfangen unb in ein Zimmer geführt, in welchem ein mit Lesen von Zeitungen beschäftigter alter Herr saß.
„Großvater!" rief der Knabe frohlockend, „sie ist da, ich wollte ihr entgegen gehen, da tarn sie gerade mit Kollmann zur Thüre herein."
„Du bist wirtlich länger ausgeblieben, als Du Dir vorgenommen hattest," sagte der alte Herr, die Zeitungen weglegend. „Ich würde Sorge um Dich gehabt haben, hätte ich Dich nicht im Schutze KollmannS gewußt. Ist vielleicht etwas Besonderes vorgefallen?
„Ach nein," erwiederte das Mädchen, indem es Hut und Mantel ablegte, unb sich bann zu dem Großvater auf das Sopha setzte, „ich wollte gerade weggehen, da bat mich bie alte Marianne ihr noch einmal Arznei zu geben; es war jedoch zu früh, und so wartete ich noch eine halbe
1) Daß nur bie freie Arbeit Großes leistet; 2) daß die Sclaverei, obschon sie auf das Bedürftiiß, die Colonial- Länber zu bevölkern, begrünbet war, diese Länder nicht be- bölterte und eine beklagenSwerthe Sterblichkeit hervorbrachte; __ 3) daß die Sclaverei, die sich auf den Vorwand stützte, bie unbe uutergeorbneten Racen zum Chriftenthnm zu bekehren und 3. ai M civiliftren, die toclaoen in Unwissenheit erhielt, die Herren m Faulheit und Sittenverberbniß stürzte, bie Gerechtigkeit vernichtete, bie Verwaltung bestechlich unb bie Geistlichkeit verächtlich machte; 4) bah bie Sklaverei, bie aus Habgier Bll» nub Wucher entsprang, bie Colonial-Länder außer Stand setzte, mit freien Ländern zu concnrriren unb sie tief verschuldete; 5) daß die freie Auswanderung sich nur sehr spärlich nach den Ländern richtet, wo Sclaverei besteht, daß dort kein gegenseitiges Vertrauen, kein Credit herrschen kann,
Die englische Gesellschaft für Aufhebung der Sklaverei hat am Freitage durch Abgesandte dem Fürsten Bismarck eine Denkschrift an den Congreß überreicht, in welcher sie 7-^. < beantragt, durch einen Beschluß des Congresses der Scla- verei und dem Sklavenhandel ein Ende zu machen und auf ' diese Weise den Beschlüssen des Wiener Congresses von 1815 unb_ ber Veroneser Conferenz von 1822 eine end-