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schädigung, die Dobrudscha und einen kleinen Theil des au letztere angrenzenden bulgarischen Gebietes erhalten. Die serbischen Delegirten äußerten sich über die ihnen vom Con- ,greß gemachten Zugeständnisse befriedigt. Montenegro wird Antivari erhalten, welches für neutral erklärt werden, Uber für österreichische Kriegsschiffe zugänglich sein soll. -Die von dem griechischen Vertreter' im Congreß verlesene Deklaration macht hauptsächlich im Interesse des Friedens die Opportunität eines engeren Anschlusses Kreta's und der Provinzen griechischer Nationalität an Griechenland geltend. In diplomatischen Kreisen glaubt man vielfach, daß der Congreß bereits Ende der Woche die materielle Diskussion

und Jurisdiktions-Verträge mit den thüringischen Staaten gehandelt.

Deutsches Reich.

* Berlin, 2. Juli. Die von dem Justizministerium und dem Ministerium des Innern ausgearbciteten Gesetz­entwürfe einerseits zur Abwehr sozialdemokratischer Aus­schreitungen, andererseits zur Verschärfung einzelner Bestim­mungen des Strafgesetzbuchs sind nunmehr festgestellt und liegen dem Staatsministerium zur Beschlußnahme vor. Unter dem 21. Juni hatte der Reichskanzler dem BundeS- rath Vorschläge gemacht über die Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz über die Tabaksenquöte. Es liegt nunmehr der Antrag der Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr über jene Vorschläge des Reichs­kanzlers vor. Dieselben modificiren nur die Zusammm- setzung der Commission. Dieselbe soll nun aus einem be­sonders zu ernennenden Vorsitzenden, einem Mitgliede des Reichskanzleramts, 6 Landesbeamten, von denen je einer von Preußen, Baiern, Sachsen, Würtemberg, Baden und den drei Hansestädten zu bezeichnen ist, endlich aus drei Sachverständigen, von denen der für Tabaksbau von Baiern, der für Tabaksfabrikativn von Preußen und der für Tabaks­handel von Baden zu ernennen ist. Im übrigen stimmen die Ausschüsse mit kleinen unwesentlichen Abänderungen dem Anträge des Reichskanzlers zu. Der Handelsminister hat unter dem 27. Juni die Königlichen Eisenbahn - Di- rectionen und -Kommissionen angewiesen, streng darauf zu halten, daß alle staats- und reichsfeindlichen Zeitungen und Drucksachen, zu denm insbesondere die sozialdemokratischen zu rechnen sind, von der Colportage auf den Bahnhöfen unbedingt ausgeschlossen bleiben. Ebenso sollen alle gegen die guten Sitten verstoßenden Bücher und Bilder nicht feil­geboten werden. Desgleichen soll den Restaurateuren das Halten und Auslegen solcher Druckschriften unbedingt unter­sagt werden. Mit der Ueberwachung dieser Anordnung sind in erster Reihe die Stationsvorsteher, die Bahn- und Be- triebskontroleure zu beauftragen, außerdem wird den Di- recticnen zur Pflicht gemacht, daß die zur Aufsicht berufenen Beamten gelegentlich der Revisionsreisen von der genauesten Befolgung dieser Vorschriften sich überzeugen. Colporteure und Restaurateure, welche diesen Bestimmungen entgegm- handeln, sind sofort zu entlassen. Der Vicepräsident des preußischen Staatsministeriums, Graf Stolberg, hat sich heute nach Wien begeben, um sein Abberufungsschreiben bei dem österreichisch-ungarischen Hofe zu überreichen. Seine Rückkehr ist in 8 Tagen zu erwarten. Die Nachricht von dem Entlassungsgesuch des Geh. Oberregierungsrath v. Herzberg, Stellvertreter des Polizeipräsidenten, bestätigt

Nacht abwarten, darum ging ich erst heute an das Werk. Zum Glücke habe ich so lange gewartet, denn es ist heute nicht nur ganz dunkel, sondern auch das herrlichste Wetter, das ich nicht besser zu unserm Vorhaben hätte be­stellen können."

Zu diesem Geschäfte hätte die Nacht freilich nicht schöner sein können," versetzte der Flüchtling.Aber sage mir doch, wem habe ich außer Dir noch für meine so glücklich gelungene Befreiung zu danken?''

Das kannst Du Dir doch denken," entgegnete der Andere:Wir dürfen aber keine Minute versäumen, es hat so schon ziemlich lange gedauert, bis Du mit dem Feilen fertig warft Komme nur schnell, mit, Du bist noch nicht frei, die Geschichte kann immer noch mißlingen." ~ Beide schlichen nun mit größter Vorsicht, indem sie ihre Stiefeln ausgezogen hatten, um leise auftreten zu können, die Treppe hinab, bis sie an die HauSthüre kamen. Diese war verschlossen; Franz hatte jedoch einen Schlüffel bei sich, welcher öffnete, sie gingen hinaus, worauf Franz die Thür ebenso leise wie er sie geöffnet hatte, wieder ver­schloß. Sie zogen ihre Stiefel wieder an, unb nun ging eS rasch voran durch mehrere Straßen, bis sie an ein fast am Ende der Stadt stehendes Haus kamen, dessen Thüre nicht verschlossen war.

Sie gingen hinein, aber alsbald wieder zur Hinterthür hinaus in den Hof, und von da in den anstoßenden Garten, welcher mit einer hohen Mauer umgeben war, an der sie Halt machten.

Hier ist ein Beutel mit Geld", sagte Franz,und hier ein Stück Fleisch und Brod, denn es wird spät werden, bis Du Dein Ziel erreichst und in Nummero Sicher kommst. Jenseits dieser Mauer ist ein Fußpfad, den gehst Du nach der Unten Seite hin fort. Nach etwa hundert Schritt führt Dich ein Steg über einen Graben, da nimm Dich

Alarburg, Donnerstag, 4. Juli 1878 XIII. Jahrgang.

Jetzt erst käme ich Dich, Franz", sagte der Flüchtling, er die Laterne nahm, unb seinem Befreier in das Ge- ncht leuchtete.Daß Du Muth genug hast, es selbst mit Teufel aufzunehmen, bas habe ich längst gewußt, ^er daß es Dir gelungen ist, diese herrliche Gelegenheit ^uszuspüren, und gerade so zur rechten Zeit zu kommen, -- das erfiäre mir, denn das kann ich Dir sagen, wenn $ nicht heute, oder längstens in der nächsten Nacht ge­schah, si> Ma*.

5 l'btr vorliegenden Hauptfragen erledigt haben werde und daß in nächster Woche nur noch die formelle Legalistrung der Arbeiten der Redaktions-Commission durch das Plenum des

So wäre eSzu spät", fiel Franz ihm in die Rede. »Das wußten wir wohl, und es war schon seit voriger Woche Alles vorbereitet, wir mußten nur eine dunkle

sich. Der Regierungsrath in Düsseldorf, Graf Bandissin, ist zum Oberregicrungsrath und Dirigenten der Abtheilnng des Innern bei der Regierung in Magdeburg ernannt.

Kiel, 2. Juli. Die Konservativen, Freikonservativen und Nationalliberalen einigten sich auf die Candidatur Kräh gegen Hänel. Wie verlautet, haben fast sämmtliche Ar­beiter an den kaiserlichen Werften die verlangte schriftliche Erklärung abgegeben, daß sie in keiner Weise sozialistische Bestrebungen unterstützen wollen. Von circa 3500 Arbei­tern haben nur 7 sich geweigert, den betreffenden Revers zu unterschreiben und sind in Folge dieser Weigerung ge­kündigt.

Hannover, 30. Juni. Am 14. d. M. hatte sich hier einkonservaüver Verein für Hannover" gebildet. Derselbe hielt am 27. d. M. seine Generalversammlung ab. Das Programm *er Deuffch - Konservativen wurde definitiv als Grundlage des Vereins angenommen. Die entschiedene Unterstützung, welche diese Partei der Regierung in ihrem Kampfe gegen die Sozialdemokratie zugesagt hat, ohne die­selbe an Bedingungen aller Art zu knüpfen, fand durch­gängige Zustimmung. Ebenso erklärte die Versammlung sich bei Berathung des Programms mit der Revision der neueren Wirthschastsgesetze und mit einer Steuerreform, wie sie die letzteProvinzial-Korresponbenz" in Aussicht stellt, einverstanden. Dem Vereine sind bereits Mitglieder ans den verschiedensten Kreisen beigetreten unb berselbe ist nun­mehr definitiv konstituirt.

Chemnitz, 29. Juni. Nach demTagblatt" ist der bekannte Socialist Most dieser Tage durch das Polizei- Amt unter der Rückkehr ausgewiesen worden. Most wird demnach, sobald er den Nest seiner Strafe dort verbüßt hat, die Stadt verlassen haben.

Darmstadt, 1. Juli. Nach einer heute an die Präsi­denten beider Kammem von der Regierung gerichteten Be- nachrichttgung findet der Schluß des Landtags Mittwoch den 3. d. Vormittags 11 Uhr im weißen Saale des Resi­denzschlosses durch den Großherzog in Person statt.

Meiningen, 1. Juli. Graf Herbert v. Bismarck hat zu Gunsten des Schieferbrnch-DirectorS Bischof in Lehesten auf die Wahl verzichtet.

München, 2. Juli. Der Landtag wurde heute durch den Präsidenten v. Ow eröffnet. Derselbe erwähnte des Attentats auf den Kaiser und forderte das Haus auf, sei­nen Abscheu gegen die That, seine Theilnahme für den Kaiser und Dank gegen Gott für feine Rettung durch Aufstehen auszudrücken. Dasselbe geschah. Die Austritts­gesuche der Abgg. Phil. Schmidt (liberal), Seitz und Häuser (Patrioten) wurden genehmigt. Von neuen Vorlagen sind eingegangen: Der Militär-Etat für 1878 79, die Erweite- rungS- und Ergänzungsbauten für die im Betrieb befind- in Acht, daß Du in der Dunkelheit nicht fehl trittst. Unter dem Graben kommst Du in einen Fahrweg, auf dem Du in zwei Stunden nach Heimdorf kommst. Von da sind es noch vier Stunden bis Maßbach und jenseits dieses Dorfes fängt der Dir zur Genüge in Schritt und Tritt bekannte Markwald an, der bis über die Grenze hinauSgeht, die Du bis zum Abend recht gut erreichen kannst. Es wird jetzt 3 Uhr sein vor 7 Uhr wird Deine Flucht nicht ent­deckt, und somit hast Du einen Vorsprung von wenigstens vier Stunden, den Du benutzen wirst."

Sie sollen mich nicht einholen," erwiederte der Flücht­ling,ich werde mich schon sputen; es ist dieses schon um deßwillen nöthig, weil eine tüchtige Erkältung in meinem Körper wüthet. ,Da ist auf jeden Fall ganz gut, wenn ich mich tüchtig in Schweiß lause."

Um so besser," sagte Franz.Jetzt nur vorwärts, steige auf meinen Rücken, und sich, wie Du über die Mauer kommst."

So sage mir nur erst," rief der Flüchtling,wer diesen herrlichen Plan entworfen hat, und mir dieses reichliche Reisegeld schickt damit ich mich bebauten kann."

Ich nenne keinen Namen," versetzte Franz,unb selbst wenn ich in Verbacht käme, babei behülflich gewesen zu fein, unb wenn ich deshalb eingesetzt und gefoltert würde, es käme kein Name über meine Lippen."

DaS wäre natürlich auch bei mir der Fall," sagte der Flüchtling,nun will ich nicht weiter in Dich dringen, ich kann mi?s denken, wer es ist, und so will ich meinen Dank auffparen, bis ich Dich wicdersehe, was hoffentlich bald der Fall sein wird. Einstweilen grüße die Andern recht herzlich von mir."

Damit schüttelte er seinem Befreier recht kräftig die Hand, schwang sich kamt auf dessen Rücken, von da über die Mauer, erreichte glücklich auf der andern Seite den

Anreizen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaur von Th. Dietrich & Co. in Raffel und Hannover; Th. ^Dietrich in Jrantfurt a.M.; ßaafenftein & Vogler in Brantfurt a. M., Berlin, Leipzig, Cvln rc.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frank- £ furt a. M. x.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Statte», sowie b. Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Invalidendank in Berlin; SB. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

J Lage-bericht.

Telegraphische Nachrichtm aus Berlin vom 2. d.: r Die heutige (11.) Congreßsitzung, welcher alle Dele- S Arten beiwohnten, wurde kurz nach 2 Uhr eröffnet unb schloß gegen 4 Uhr.

. As Die türkischen Delegirten waren in der gestrigen 5 Congreßsitzung ohne Instruktion bezüglich der bosnischen £ Occupationöfrage und erwarteten solche für heute. Die 5 rumänische und die bessarabische Angelegenheit werden in der heutigen Sitzung weiter verhandelt. Dem Vernehmen nach ist gegründete Aussicht vorhanden, daß Rumänien ein C kleines Stück Bessarabiens nördlich von der Kilia-Münbung ---- üerblcibt; ferner würbe Rumänien eine Kriegskosten-Ent-

Erscheml täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllastrixteS SvmitagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche ^«uchdruckere») bezogen 2, Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (epi Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Ma W W ,< Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

{)tr französische Botschasts-Secretär Herbette, Mitglied der aropäischen Donau-Commission, ist gestern Abend hier ein- etroffen. Prinz Alexander von Hessin ist gestern Abend ach Daru^tadt,übgereist.

Gegenüber den beglichen Meldungen der Zettungen estättgt dieNordd. Aüg. Ztg.", gleichwie unsere Berliner *» -Korrespondenz in der gestrigen Nr., weder die Socialisten- orlage noch die Ergänzung des Strafgesetzbuches hätten das StaatSministerium in den letzten Sitzungen beschäftigt, da beide Gegenstände noch nicht in ausgearbeitet Gestalt vvrlägen. Für «ine Aenderung des Wahlgesetzes seien noch rächt einmal vorbereitende Schritte erfolgt. Es habe sich ttm auf den nächstjährigen Etat bezügliche Entschließungen

Kongresses zu erfolgen haben werde. Alsdann werden noch die CommisstonS-Arbeiten zur Regulirung der Detailftagen fortbauern. Die morgen ftattfiubenbe Sitzung wirb vor- aussichtlich der griechischen Frage gewidmet sein.

M*1 t Der Vicepräsident des Staatsministeriums, Graf Ä Stolberg, bezieht sich heute über Wernigerode nach Wien,

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Novelle von Heinrich Heusler.

Der Eine hatte schon über zwei Stunden auf dem Dache :ffksissin, dem Wind und Regen schütz- und obdachlos preis- Jtgeben; er war so durchnäßt, daß er sich kaum auf seinem jährlichen Sitze erhalten konnte; der Andere, als er nach Achtstündiger, angestrengter, rasch betriebener Arbeit die beiden Eisenstangen durchfeilt hatte, ganz durchnäßt von (Schweiß. Dennoch zögerte er, wie wir gesehen haben, ferne Secunde, sich, silbst ichne Rock, dem gräulichen Unwetter auszusetzen. Noch ehe er das erste Dach erreicht hatte, war der Sctzveiß zurückgetreten unb eS überlief ihn ein fort­währendes, beständig zunehmendes Zittern.

Sie dankten deßhockb Gott, als sie sich glücklich auf dem Speicher bestmden. Mer ohne Zögern wurde nun der Strick und die Leiter hinein gezogen, und sammt der Strick- kiter in eine Ecke gelegt. D« Befreier nahm sofort eine dort aufbewahrte Blendlaterne zur Hand, und zündete das darin befindliche Licht an, bei dessen Lchein der Flüchüing ine bereitiiegeube alte Hose und einen alten zerifsenen Sol­datenmantel unb eine eben solche Mütze auffetzte.