J Marburg, Sonntag, 30. Juni 1878
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Politische Wvcheu-Uebersicht.
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llmgränzung der nördlichen und der südllchen Bulgare!,
desgleichen hinsichtlich der Besestigungs- und Besatzungs-
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egierungen vereinbarten Ausgleich ange- Reichstag in Pest am nächsten Sonn
äsleithanische Cabinct wird seiner Ankündigung ge- in den nächsten Tagen zurücktreten, doch aller Wahr-
l 1878. Lchkcit nach vom Kaiser abermals berufen werden.
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Aerzten gewünschten Uebersiedlung in ländliche Luft, nennt unter andern Wilhelmshöhe bei Kassel, gell werden kann. Der Congreß, der seine Berathungen mit der schwierigsten Frage, der Gestaltung des zu enden bulgarischen Fürsteuthums, begonnen hatte, hat inen weiteren Sitzungen die Einzelfragen hinsichtlich
sowohl was die Heilung der Wunden als was das einbefinden und den Stand der Kräfte betrifft. Doch a immer noch einige Wochen vergehen, bevor zu der
weiche dasselbe umgab, erhob sich auf einem kleinen fftück eine starke, etwa 42-Fuß hohe Stange, und
rvzüge vorübersuhren, auch der Bahnübergang für to und Fußgänger war einige Schritte von seinem
XIII Jührgang.
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Der schweizerische Bundesrath hat nunmehr seine Botschaft über den vom Bunde für die Gotthardbahn noch zu bewilligenden Zuschuß (in Höhe von 6'/r Mill. Frcs.) endgültig festgestellt. — - ; 4 .A
Die französische Nation schwelgt ganz in Festen und ° Festlichkeiten:- am 20. Juni große Truppenschau in Long- > champs unter ungeheurem Zustrome aus allen Ecken und Enden Frankreichs nnd des Auslandes; am 24. Juni die 1.10. Jahresfeier Hoche's in Versailles nebst obligater Be- ‘ gleitung einer Rede Gambetta's über die Republikanisirung der Armee. Vorausgegangen war am 18. die pomphafte Begräbnisfeier für den König Georg, und vorbereitet wird das große Fest deS 30. Juni, zu welchem die Kammern eine halbe Million bewilligt haben. Die Ausstellungs- , und Verbrüderungsfreuden sind das Charakteristische der Lage und sie sind auch eine Art Politik, welche die Repu- ' blik im Innen: und Aeußern angenehm machm und Frankreichs Größe in ein neues Licht setzen soll.
Die junge Königin von Spanien ist am 26. d. nach kurzer Krankheit gestorben und findet ihr Verlust in Madrid wie in ganz Spanien innige Thcilnahme. 5
Da die beiden Hauptvertreter des e n g l i s ch e n Cabinets wegen des Kongresses in Berlin verweilen, befaßt sich käs Parlament weniger mit ausländischer Politik, sondern hat sich inneren Fragen zugewandt und ist insbesondere mit der Erörterung der Ninderpestbill beschäftigt. Auch ist von der Regierung ein Gesetzentwurf über die Verwendung einer Million Pfund Sterling zur Hebung des höheren Schulunterrichts eingebracht worden. Am 20. Juni feierte die Königin Victoria den 41- Jahrestag ihrer Thronbesteigung. Die Leiche des König« Georg V. ist in Windsor beigesetzt worden. Sein Sohn,- Prinz Enist August, hat den Titel Herzog von Cumberland angenommen. -x
kpunkt, und so konnte er alle Welt in das Angesicht, alte Josua aber erschien, was selten der Fall war, Msem Abend im stark fvcquentirten Bahmvitthshans
Anzeigen nimmt entgegen: di-> Expedition d BlaiteS, sowie d Annoncen-Bureaux von G L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Puchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
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surt a. M. ic
— Alle Zeitungsmeldungen über die angeblich bevorstehende Abreise Sr. Majchät des Kaisers sind unrichtig; über die Zeit der Abreise und den etwa zn wählenden Aufenthaltsort des Kaisers sind überhaupt an maßgabender Stelle bisher noch gar keine Bestimmungen getroffen.
— Die heutige (8.) Congreßsitzung begann gegen 2 Uhr und schloß gegen 5 Uhr. Gortfchakoff wohnte derselben bei.
— Man erwartet in der heutigen Congreßsitzung im Anschlüße au die bulgarische Angelegenheit einen österreichischen Antrag Bosnien und die Herzegowina betreffend. Die Freiheit aller Culten in Bulgarien und Ostrumelien ist ohne j.de Differenz von allen Mächten übereinsümmend anerkannt. Vor der heutigen Congreßsitzung findet um 12 Uhr noch eine Besprechung Andrassh's mit Schuwaloff statt. Heute Abend wird letzterer die erste Entrevue mit dem rumänischen Minister Bratiano haben. Alle Nachrichten, welche von Gortschakoffs Abreise handeln, sind unbegründet. Auch die englischen und französischen Minister haben dem (Songreffe noch keinerlei Mittheilung über eine derartige Absicht gemacht. Die griechische Frage dürfte erst in einer späteren Sitzung behandelt werden. Was über Grenzfeststellungen specielles gesagt wird, erscheint verfrüht, da hier erst die Arbeit der europäischen Commission einzutreten hat. Die Grenzen sind nur im Principe festgestellt. Daö aus Congreßdelegirten' bestehende Redactionscomite ist, wie verlautet, nicht für die bulgarische Frage, sondern für alle Coitgreßbeschlüße überhaupt niedergesetzt.
Deutsches Reich.
»» Berlin, 28. Juni. Es tritt jetzt die Möglichkeit hervor, daß die Regierung nicht den Zusammentritt des neugewählten Reichstags abroartrt, um wenigstens mit einem Th eil der gegen die Sozialdemokratie beabsichtigten Maßregeln vorzugehen. Gs wird erwogen, ob bei Veit großen Mißständen, welche das auf Grund des Freizügigkeitsgesetzes entwickelte Vagabundenthnm namentlich für die Bewohner des platten Landes geschahen, nicht schon jetzt an eine ausreichende Controle mittels des Paß- und Meldewesens zu denken sei. Es ist nicht unmöglich, daß eine hierauf bezügliche Verordnung schon bald im Reichsgesetzblatt erscheint. — Die „Berliner autographirte Corresponeenz", bekanntlich das Organ derjenigen Liberalen, welche der Führung Lavker's folgen, konstatirt, daß der letzte Artikel der „Prov.- Correspondeuz", welcher allgemein als Regierungsprogramm bezeichnet werde, lediglich das alte Regierungsprogramm wiederhole. Dasselbe hat die „Prov.-Corresp." selbst ausgesprochen. Die „B. A. C." meint jedoch, in einem Punkte verschiedenen Würfen getroffen, zu wanken anfing, um 5 Uhr aber von der Stange herabstürzte, da erhoben sie in dem gegenüberliegenden Ladeschuppen ein wahres Triumphgeschrei, und ein höhnisches Gelächter schallte zu Josua herüber. - • ■ '
Dieser thal sehr zornig und drohte mit der gcbaHteit Faust nach dem Schuppen hinüber, was einen erneuten Ausbruch der Heiterkeit da drüben zur Folge hatte.
Die Eisenbahner erzählten am Abend int WirthShaNse triumphirend von ihrem Sieg über den Affen, waren aber nicht wenig erstaunt, als derselbe, da sie nach Hause gingen, ihnen im Scheine des Vollmonds wieder ruhig von der Stange herab die Zunge wies — ebenso stech und unanständig, als ob gar nichts vorgefallen wäre. Ihr Zorn war nicht gering und die Folge davon am anderen Tag ein verdoppeltes Kohlenbombardement aus sämmtlichen Zügen, dem der Affe abermals am Abend zum Opfer fiel, nachdem er bereits um 2 Uhr einen Theil feines Schwanzes auf dem Schlachffeld gelassen hatte.
Wieder jubelten die Gegner, aber wieder zn früh. Der Blechente glotzte sie am andern Morgen wieder stifch und fröhlich von seiner Stange an; sein reparirter Schwanz ringelte sich noch satyrischer als zuvor, und die Zunge hatte , ihm der alte Josua über Nacht mit Mennig so greüroth neu angestrichen, daß sie im Glanz der Morgensonne weithin leuchtete. Die- Bahnbeamten waren wüthend; diese Herausforderung war zu frech und es regnete an diesem Tage förmlich Kohlenstücke nach dem Affen, der schließlich abermals den Äußeren zog und fiel. Aber er war mit Glanz gefallen, denn ein kleiner Berg von Geschossen lag ; um ihn her, und was das lustigste bei der Sache war — am andern Morgen hatte er jum dritten Male seine Auferstehung gefeiert.
Jetzt raste der ganze Rangirbahnhof, während bet alte
erlassen, desgleichen die Sorialdemokratie, welche Wahlanstrengungen auf bestimmte Kreise beschränken Auch die Regierung hat in der neuesten „Prov.-Corr." nng zu den Wahlen genommen und zwar in unzwei- g conservativer Weist. Die Geltung des dentsch- ... keichifchen Handelsvertrages istchis zum 31. December t. 66i . verlängert worden. ,.;j
Nachdem die ungarische Volksvertretung den zwischen
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Tagesbericht.
Der „Reichsanzeiger" publirirt das Gesetz betreffend die Tabaksenquete und die Ernennung des Grafen Stolberg zum Bundesrathsbevollmächtigten.
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Das „Reichsgesetzblatt" publicirt heute eine kaiserliche Verordnung betr. die vorübergehende Einführung der Paß- pflichttgkeit für Berlin, vollzogen am 26. Juni. Dieselbe bestimmt: „Bis auf weiteres ist jeder in der Stadt Berlin ankommende Fremde oder Neuanziehende verpflichtet, sich durch Paß ober Paßkarte über feine Person auszuweisen, lieber die Ausführung dieser Bestimmung sind von der Polizeibehörde die erforderlichen Vorschriften zu erlaffeu."
Aus Berlin wird vom 28. d. telegraphisch berichtet:
und theilte dort unter Anderem dem Wirthe im Vertrauen mit, daß er den Affen zum Spott und Hohn für daö vorüberfahrende Bahnpersonal dorthin gestellt habe. Der Wirth rechtferttgte denn auch dieses Vertrauen damit, daß er sofort, als Josua das Zimmer verlassen, den anwesenden Eisenbahnern erzählte, welchen Schimpf ihnen der amerikanische Filz angethan hatte, was natürlich die Sympathie der Leute für den Alten nicht steigerte. Aber mit dem Affen wollten sie schon fertig werden —oho! — der sollte nicht so ohne Weiteres königlichen Eisenbahnbeamten vor der Nase stehen. Schon an diesem Abend wurde ihm feierlich der Krieg erklärt, und zwar sollte berfelbe, wie man gleich sehen wird, auf Staatskosten geführt werden.
Als am folgenden Morgen der erste Kohlenzug langsam gegen das Haus Josua's fuhr, stand dieser breit am Fenster uub lächelte höhnisch gegen die auf der Maschine befindlichen Beamten. Aber auch auf deren Gesichtern malte sich ein behagliches Grinsen und als sie an den Affen kamen, griffen sie Beide wie auf Commando auf den Boden der Maschine, und zwei mächtige Kohlenstücke flogen nach der Stange. Beide Würfe fehlten den blechernen Gegner, und ruhig blieb er auf seinem erhabenen Standpunkt hocken, Keinem zu Nutz, Allen zum Trutz. Die beiden Bremser des langen Zuges schleuderten ebenfalls ihre Kohlengeschofse, und wenn auch eines derselben die Stange traf, so brachte dies doch den Affen durchaus nicht aus feiner Gemüths- rtche, und rceun ihm dies möglich gewesen wäre, so hätte er wadrscheinlich die Zunge noch weiter gegen die Davonsausenden herausgestreckt.
Zug um Zug kam im Laufe des Tageö vorüber und keiner der darauf Befindlichen versäumte das Kohlenbom- barbemeut auf den höhnischen Vierhänder, Dasselbe war offenbar auf gemeinschaftliche Verabredung in’« Werk gesetzt. Unb al« am Nachmittag gegen 4 Uhr der We, von
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lltnisse für diese Länder und über die Regierungs-Einungen in raschem Fortgänge Vereinbarungen getroffen, uß die Hoffnung auf ein baldiges und günstiges Ende 78 Kongresses in den letzten Tagen sehr gewachsen ift Zu inneren Politik Deutschlands nehmen die beginnenden impfe das öffentliche Interesse am meisten in An- , »Nach den beiden liberalen Fraktionen haben nun die beiben conservativen und bas Centrum ihre Wahl-
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441 Dom Kaiser mit einer Thronrede geschlossen werden.
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der Spitze derselben prangte unser, alter Bekannter aus.
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hier war er so recht in seinem Fahrwasser. Denn rethoOj nur, daß dicht vor ihm alle ein- und auslaufenden
Die Genesung unsers Kaisers hat auch diese Woche ger in ununterbrochen sehr befriedigende Fortschritte ge-
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ies fand seinen Käufer, nur dex Affe nicht. $et- 104Ä« bot ihn der Auctionator dreimal aus und empfahl . . 95,ä*ai& geschmackvolle Zimmerzierde; Niemand wollte den 2^" eulichen Gesellin erwerben, als endlich zum allgemei- 9Ss Erstaunen der alte Josua zum ersten Male heute den (8) - V li) öffnete und 2 » Silbergrofchen bot. Es war frei- (6) 83,- njchi viel — aber es war doch Etwas!
WH-, jß!ja Großen zum ersten — zum zweiten — unb w*1 ' .--— dritten Mal!" rief der Beamte; der Ham-
hl nieder, und Josua Grantmann war der glückliche ,d. 77^ t$r des Affen. Betty Heinsheimer gratuUrte ihm 106? ich »u der kostbaren Acquisition und ein vor der Thüre ""'a ander Betteljunge trug ihm das Ungethüm für wei- sechs Pfennige nach Hause. .
*-J. Im anbern Nachmittag wurde den Anwohnern unb s" toten des Grantmann'schen Grundstückes eine eigen-
SS.Piche Ueberrafchung zu Theil. Dicht hinter der Bretter- -. 103, ;, weiche dasselbe umgab, erhob sich auf