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JTIarßurg, Sonnabend, 29. Juni 1878

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Srscheint täglich außer an de« Werktagen nach Eoun- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit bet wöchentlichen Beilage „Allustrirteö SanntagSbiatt" durch die Expedition (Äoch'sche Buchdruckerei) bezogen 8i Warf, durch die Postämter des Deutschen Reiches S Mark 50 Pfg. iexcl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gefpal'ene Zeile 10 Pfg.

r1'* r Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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nung und Sicherheit herbeigeführt werden.

in die Verhältnisse der Lehrlinge und Gehülfen ge-

«en Gesinnungsgenossen deshalb die Wahl des ober st en

»mten der Provinz, des Königlichen Oberpräsidenten

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Mann-

igen,

svvohl! Ihm schwebte dar Städtchen aus seiner Ju-

zeigea jeit eor Augen; er hatte nicht daran gedacht, daß '• und Menschen in Deutschland nicht minder rüstig

rten, al« i« Amerika. Und nun statt des Still-

« nimmt entgegen: pedtti»nd.»latte«, .Anuoucen-Bureaux ). Dietrich &. Co. in

Abonne- ahrlich«

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Bedürfnisse durch indirekte, vorzugsweise auf entbehr- Erzeugnisse gelegte Steuern decken.

2as sind die Wünsche der konservativen Wähler

Ansti ung.

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furt a. M., Berlin, z, Eölu ic.; Rudolf i in Berlin, Frank­furt a. M. ic

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versteigert, und Josua Grantmann saß natürlich wie immer zur Rechten des Auktionators. Das war ja selbstverständ­lich. Dieses geschah aber dießmal mit einiger Unlust. Da« Gerümpel war gar zu erbärmlich. Da war nichts zu ver­dienen, das übersah Josua sofort mit praktischem Blick, und fast hätte sich das Ungeheure ereignet, daß er vor Schluß der Auktton nach Hause gegangen wäre. Aber das brachte er doch nicht über das Herz, wenn er auch weiter kein Interesse mehr an den alten Blechtöpfen, rostigen GieSkannen, ver­bogenen Dachkandeln rc. rc. zeigte. Das Kinn auf seinen Stock gestützt, saß er mit halbgcschlossenen Augen unb starrte in eine ferne Ecke, wo der Rest des zu versteigernden Gerümpels umherstand.

Plötzlich riß er die großen, klugen Augen auf unb nahm, wie es schien einen Gegenstand scharf auf das Korn.

Dies geschah so ausfallend, daß die alte Bettt auf­merksam wurde und ebenfalls sogleich die Ecke mit ihren Blicken revidirte, ob da vielleicht „Ebbes" zu machen sei, aber alsbald wieder ihre Aufmerksamkeit dem AuttivnStischc zuwendete, weil da hinten auch rein gar nichts war, was sie reizen konnte.

Der alte Josüa aber betrachtete fort ulw fort ein Ueberbleibsel der Klempnerherrlichkeit in der Ecke. Eigen- thümliche Gedanken arbeiteten in seinem dicken Schädel, ein ächt amerikanische« Planchen reifte daselbst seiner Vol­lendung entgegen und nach und nach flog ein schmunzelnde« Lächeln über das wetterharte Antlitz de« „snaart-man“. Er war mit sich einig.

Natürlich wünschen meine Leser nun amh zu wissen, was denn eigentlich die Aufmerksamkeit unsere« Helden so sehr in Anspruch nahm und ihn sogar bewog, sein Denkvermögen außergewöhnlich anzu- strrngen. Nun, ich nehme keinen Augenblick An­stand, die nöthize Aufklärung zu geben: es war «in Aff«

daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Tdienes in Elberfeld; E. Schlotte in Bremen.

M den Eisenbahutumult! Er sah Heizer und Loeomotiv- fct der Kohlenzüge nicht gerade mit freundlichen Augen $tnn er unter der Thüre seines Häuschens stand und *il halber Geschwindigkeit an ihm vvrüberfuhren, und •«tte auch bk anfänglich freundlichen Grüße der Leute die ihm auch keine Sympathie dafür entgegenbrachten

1 im nahen EisenbahnwirthShauS den „alten, groben Manischen Filz" nannten.

Mn, filzig war er gerathe nicht, das konnte ihm

Nachdruck nicht gestattet.

t bt« leint.

2 M. aber, art.

Knabl „ [17; Krau.

mancher arme Teufel von Handwerksbursche, welcher die Straße daherzog, bezeugen. Aber er war, wie schon be­merkt, praktisch, und diese Tugend wird oft, wem: auch mit - Unrecht mit Geiz verwechselt. Praktisch war er, und darum mußte auch die Nähe der Eisenbahn ihm dienstbar gemacht werden. Er sann manche müßige Stund« über das „Wie" nach, aber vergeben«.

Doch er war zäh. und tonnte warten, die Eisenbahn tief ihm nicht weg.

Der alte Josua hatte eine Leidenschaft — welcher Mensch hat die nicht? Nur, daß gewöhnlich die Meisten ihre Leidenschaften theuer bezahlen müssen, während unserem Alten die seine zu manch hübschen Geschäftchen verhalf. Es stack nämlich so etwas voll einem „brick-brack-man*, ' von einem Trödler in ihm, und wo eine Versteigerung an­gezeigt war, konnte man mit Bestimmtheit darauf rechnen, den alten Josua unter den Käufern zu finden. Mochten nun alte Möbel, Betten, Bilder, Waffen rc. rc. versteigert werden, mochte ein zu Grunde gegangener Schneider oder ein falliter Bäcker ausverkaufen- — Etwas brachte der Amerikaner sicher von dessen Erbschaft an sich. Er hatte sich auch bald den Ehrenplatz nächst dem Auktionator erobert und selbst die alte Betty Heinsheimer, welche doch auf allen Versteigerungen Stammgast war und erst kürz­lich ihr fünfzigjährige« Jubiläum als Auktions-Hamster «feiert hatte, ließ ihn in unbestrittenem Besitz diese« Platzes.

„Was will mer machen?" sagte sie achselzuckend, „er iS 'n Amerikanischer! Mil die Lait fang' Einer all!"

Ein Klempnermeister des Städtchens hatte nach langem Kampf seine Seele auSgehaucht — das heißt, er nicht, sein Geschäft. Er war nach Amerika durchgebrannt und hatte seinen zahlreichen Gläubigern da« Nachsehen über« lassem Tie schäbigen Reste seine« Waaretllages wurdeit

B-stellttage« auf das dritte der <

berhefstschen Zeitung mit deren Gratisbeilage

lrrstrirteS DonntagSblatt wir bei der Post baldigst machen zu wollen, it in der Uehersendung keine Unterbrechung udek. " 7 . "

, 7 Die Sxped. I. vberh. Zeitung.

_ -Mund Hannover; Th. in Frankfurt a M.; fifwJkfein & Seglet in

cht die Saat der jüngsten Vergangenheit gereift und es bem deutschen Volke die Augen geöffnet über den Ab- toirb: ib, welchem die menschliche Gesellschaft zugetrieben ist.

se außerordentlichen Verhältnisse rufen »ns zur Wahl

z Tagesbericht. /

Telegraphisch». Mittheilnngen WM 27. d. aus Berlin: — Die Congreßsitzung, welcher der griechische Vertreter nicht beiwohnte, hat mit der Berathung betreffs Bulgariens fortgefahren. Die Nothwendigkeit einiger Vorbereitungen für die nächste Verhandlung in derselben Angelegenheit ver­anlaßt«, wie es heißt, die russischen Vertreter zu dem Wunsch eines ZwischentagS bis zur nächsten Sitzung. Diese findet morgen statt. Gortschakoff, welcher der gestrigen Sitzung beiwohnte wird auch an der morgigen theilnehmen. Sobald die bulgarische Angelegenheit erledigt ist werden die Grenzen und Verhältnisse Montenegro's und Serbiens vom Cvngress« behandelt werden. Rußland prätendirt nicht an der Donau selbst Einfluß auszuüben, wodurch die schweben­den Fragen sehr erleichtert werden dürften. In gleicher

Weise lassen die Vorbesprechungen darauf schließen, daß bk rumänische Angelegenheit, Bessarabien betreffend, so aufge­faßt wird, daß die Retroresston nur bis zur Kilia-Mün- dung verbliebe. Möglich ist, daß, nachdem der Congreß die generellen Arbeiten zu Ende geführt, noch Bevollmäch­tigte zu speciellen Arbeiten hier bleiben. Verabredet ist darüber bis jetzt nicht«. Dagegen würde es der Sachlage nicht entsprechen, einen, nochmaligen Zusammentritt de« CongresieS zum Zweck tet Ratification zu erwarten.

— Den Namen „Ost-Numelien" für di« Provinz südlich des Balkans soll Waddington vorgeschlagen haben. — Die Ausarbeitung der Gesetzvorlage, betreffend die Be­kämpfung der Ausschreitungen der Socialdemokratie, ist so weit vorgeschritten, daß der Entwurf dem Staatsmimsterium zugehen wird.

— Nachdem die griechische Vertretung durch Mitthei­lung des Congreß-Präsidiums über die consultative Zulas­sung Griechenlands in den die griechischen Angelegenheiten betreffenden Fragen verständigt worden ist, wird nunmehr von Athen aus formell die Bevollmächtigung zur Vertre­tung im Congresse erfolgen.

— Die Nachricht von einem Abkommen zwischen der preußischen Regierung und dem Prinzen Ernst August, wonach letzterer den Titel Erbprinz von Braunschweig- Lüneburg annehmen und ihm das in Beschlag genommene Vermögen des Königs Georg zurückgegeben werden solle, wird von bestunterrichteter Seite al« völlig unbegründet bezeichnet; mit dem Prinzen Ernst August haben Verhand­lungen überhaupt nicht stattgefunden.

— Die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt ans sicherer Quelle, daß die Nachricht de« „Hannover'schen Couriers" über ein Alckommen bet Regierung mit dem Prinzen Ernst August (Herzog v. Cumberland) ans der Luft gegriffen sei. Ein­leitungen zu einem solchen Abkommen könnten überhaupt nur getroffen werden, nachdem der Prinz selbst der Regie­rung bezügliche Vorschläge gemacht hätte, das sei «her bis­her nicht geschehen.

— Die Stateverorduttev - Versammlung wird heute über eine Vorlage betr. die Anfertigung eines Bilde« zum Andenken an den Congreß berathen. Dieselbe soll dem Direclor der Academie A. v. Werner übertragen werden.

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Wie wir hören, enthält da« Circular des Kultusmi­nisters vom 13. d. an bie Provinzial - Schulcollegien resp. Direktoren höherer Lehranstalten einen Passus, in welchem bie Direktoren aufgefordert werden, höheren Orts sofort Bericht zu erstatten, fall« etwa einzelne Lehrer Anhänger der Socialdemokratie sein sollten. Auch der HandelSminister hat an die Regierungen, in deren Bezirk sich gewerbliche rc. Fachschulen befinden, eine ähnliche Verfügung erlassen. Die

Der alte Josua Grantmann war ein außerorbenllich Äscher Mensch. Er war auS Amerika herübergekommen sie sozusagen, bie Praktiken mit ber Muttermilch ein- ;art, en unb hatte sich in feinem Geburtsort häuslich einge- u-ß io L Ex war freilich 35 Jahre jenseits bes großen 1 sers gewesen unb hatte sich Vieles währenb dieser daheim verändert. So lag sein väterliches Häuschen, 1 früher einsam ,im Felde gestanden hatte, jetzt ,-vu, unmittelbaren Nähe eines Rangirbahnhofes und ionen, Dch ngen 40 bis 50 Kohlenzüge an der Bretterwand •ffertei" g Gärtchen« vorüber unb trugen bie „schwarzen Tia- nzeige« tten“ be« nahen Kohlenreviers in alle Welt hinaus, der Anfangs ärgerte ihn da«. Er hatte be« Spektakel« - den langen Jahren seines amerikanischen Aufenthaltes tz unb wollte nun baheim eine Art idyllischen Still-

ilunL°^ 1# das Aufblühen unsrer Industrie, der Schutz rerschie- ttLandwirthschast muß das Ziel einer weisen Han- 5 -11 »Politik sein, unter Schonung der Steuerkraft de« läge gfc kw muß eine Entlastung von *en drückenden di- whh»nd- 01 Steuern ins Auge gefaßt werden, das Reich muß

, egentreten und der Reichsregierung die hierzu verlangten •ticr j Machten bewilligen, sondern daß das liebel an ber nd nüu, bekämpft und auf gesetzlichem Wege Zustände der Lai: Der . .. n h <S,t<4.prf.pif fcprfipt.’ipfnkrt wprbpn

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition ».Blatte«, sowie d Annoncen-Buceaux von <8 L. Daube L Eo. in

Der Affe Josua's

Humoreske von F. ®.*j

bürg Reichtagsabgeordnetm.

Es handelt sich hmte darum, daß alle erhaltendm

ttS Wahlkreises, welche die Reichöregierung unzweideutig jt fst ihrigen proklamirt. Wir wollen dieselbe rückhalt- m der Erreichung dieser Ziele unterstützen und empfehlen

*+++ ernte unseres Volkes sich fest zusammenschaarm und --t allein den Ausschreitungen der Partei deS Umsturzes

Mitbürger und Wühler!

Schneller als Menschen denken durften, ist in blutiger

Reichsregierung mit Weisheit und Kraft die äußeren Verhältnisse ordne, sondern daß sie erkenne, wie bie große Mehrzahl bes deutschen Volkes, itt ber Pflege feine« religiösen unb kirchlichen Hebens, in ber Erzie­hung seiner Jugend zu Frömmigkeit und Gottesfurcht btn festesten Schutz unb Schirm gegen bie Angriffe ber Um­sturzpartei erblickt, daß es bie Achtung vor ber christlichen Kirche unb ihren Dienern bewahrt toiffen will unb ber festen Hoffnung lebt, es möge der.Weisheit seiner Staats­männer gelingen, bie bestehenden Konflikte zwischen Staat unb Kirche zu lösen, welche schwer auf bem Gewissen vieler treuer Bürger lasten unb weicht? von ben Feinden be« Christenthums gegen dasselbe ausgebeutet werden.

Nicht allein an unsere Parteigenossen, sondern an alle Wähler in Stadt unb Land richten wir unseren Mahnruf mit uns auf diesen festen Grundlagen unsere staatlichen Zustände aufzubauen, welche allein Gewähr leisten, daß wahre Freiheit für alle Bürger deS Reichs begrüntet werde.

Marburg, 28. Juni. .•

Der konservative Wahlausschuß. r Harbordt, Staatsrath a. D., Vorsitzender, vr. Ar- n’i nold, Professor der Rechte. I)r. Grimm, Justiz- .4; •• rath. Hertel, Königlicher Oberförster. Kaup, Oberst-Lieutenant a. D. Wi 1 he 1 m Keß 1 er, Bäcker­meister. Dr Münscher,Gymnafial-Director.Georg Zeiß, Bäckermeister. Joh. Aug. Koch. D. , a?Ly 5Dörr. Jac. Seebinger. P. Baum. G. I. £>crn. H. Hillebrand. I. Ouentin. W. Danber. R. W. Eckhardt 1. Ch. Mardorf. I- Keppler. R. Eckhardt II. W. Lotz. G. Eucker. Rnuckel. H. Heuser. L. HarmS. Wilhelm Schädla. Jacob Zeiss.

Frankfurt«. M.; Jäger'sche t Buchhandlung daselbst;

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; ä Ar hegen aber nicht allein das Vertrauen, daß bie

Gsyette- Mü Nothwendigkeit wird unsere Aufmerksamkeit auf Tvorrag. vesfernng unserer zerrütteten wirthschaftlichen Zw- •tai Mt de gelenkt. Im Gew erb st and muß Zucht und Ord- e bietet . l;, Nrrbältniske ber Pehrltnae unb (Siehfilten atz