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Der Förster im Backofen.

luftige Geschichte au» dem oberbayerischen Hochlande.

die Kleidung getrocknet und gereinigt wäre. Die Nach- lassmschaft im Backofen hätte Marti schon in Sicherheit gebracht. ...

»Sie dürfen sich nicht fürchten, Sie find in guten Händen, und der Leitner kann schweigen wie eine Mauer," schloß der Bauer ernsthaft ohne Beimischung von Spott sein« Rede.

Mittlerweile trafen des Leitners Weib mit Kindem und das Gesinde ein, und diesen erzählte der Bauer in vollem Ernste, den Förster hätte er besinnungslos in der Nachbarschaft des Hofe» gefunden.

Die Bäuerin, welcher die ungesetzliche Leidmschaft ein steter Dorn im Auge war, brachte dem Förster mitleidig Karmelttergeist und kochte ihm einen delikaten Kaffee, wo­von der Verunglückte wider Willen wenig annahm ; denn es war ihm aller Appetit vergangen. Der taube Knecht eilte auf einem gesattelten Ackergaule nach dem Doktor fort.

Der Leittier setzte inzwischen unter vier Augen dem traurigen Gaste auseinander, wie das Abenteuer so glimpf­lich als möglich für dessen Rus zu drehen wär«. Der Herr Förster sollte von ungefähr gefallen sein und der Bauer ihn ohnmächtig betroffen haben.

Nicht lauge und der Dottor kam angesahre»; in dem Wagm saß neben demselben die Frau Försterin, welcher der Arzt die betrübende Botschaft im Vvrbeifahren gemeldet und die sich nicht abhalten ließ, sich selbst von der kritischen Lage ihres geliebten Gatten zu überzeugen; denn sie be­fürchtete, da sie von dem Vorhaben ihres Eustachius unter­richtet war, noch weit Schlimmeres und vermuthete, man wolle ihr die volle Wahrheit vorenthalten.

Welche Marter stand der bedauernswerthe Herr Grim­bart aus, als er sogar seiner Frau ins Gesicht die erdichtete Eyählung zu behaupten gezwungen war, um sich vor dem Dottor nicht bloszustellen. Der boshafte Wildschütze ver-

DieNordd. Allg. Ztg." bringt eine Zuschrift aus London vom 22. d., welche besagt: die Erzählung der Pallmall-Gazette" über die Veröffentlichung des englisch­russischen Memorandums sei guten Nachrichten zufolge tendenziös entstellt, um den Verdacht von den wirklich Schul­digen abzulenken. Es liege auf der Hand, daß Schuwaloff die Veröffentlichung nicht wünschen konnte, die nach keiner Seite schädlicher zu wirken geeignet war, als gerade auf seine Politik. Auch von Petersburg könne die Veröffent­lichung nicht ausgegangen sein, weil daselbst der Wortlaut des Memorandums noch nicht bekannt war, als in London die Veröffentlichung schon vorbereitet wurde. (Sine Ver­öffentlichung von englischer Seite sei ebenfalls unwahrschein­lich, da Keiner der darum Wissenden ein Interesse an der Beröffmtlichung gehabt habe. Es lägen Beweise vor, daß subalterne, mit Geldspeculattonen verknüpfte Indiskretion die Veröffentlichung möglich gemacht habe. Derrussische Herr" sei ein Agent, welcher der Presse, vielleicht auch anderen nicht unrichtige Mittheilungen im antirusfifchen Interesse verschaffe und auf diesem Wege j>as Vertrauen von Beamten gewonnen habe, das er bis zum Erwerb eines Abdruckes mißbrauchte. ES handele sich um keinen poli- tischen Coup, sondern um eine Unterschlagung, wozu Unvorsichtigkeit im Subalternenstande und die Thätigkeit eines Mannes, der zwar russisch spreche, aber diese Thä- tigkeit nur in antirussischem Sinn verwerthe, zusammen- gewirtt hätten.

DieNationalzeitung" ist, wie sie meldet, ersucht worden, die Nachricht von dem Austritte Gneist's und v. Trritschke'S aus der nationalliberalen Partei für unbegrün­det zu erklären.

DerReichsanzeiger" schreibt: DerHannoversche Kurier" hält trotz des Widerspruchs anderer besser unter­richteter Blätter die Behauptung aufttcht, der Reichskanzler habe betreffs der Abstimmung des BundeSraches über die Auflösung des Reichstags erklärt, daß er sofort znrück- treten werde, falls im Bundesrathe auch nur eine Stimme gegen die Auflösung abgegeben werde. Es ist. eine ten­denziöse Eiffindung, zu deren Herstellung irgendwo wider besseres Wissen die Unwahrheit gesagt sein muß. Die telegraphische Mittheilung, um welche es sich allein handeln kann, enthiett die Antwort auf die Meldung der Gesandtschaft zu Karlsruhe, daß die badische Regierung vorbehattlich wei­terer Berathungen und Jmmediatvorträge Bedenken gegen die Auflösung des Reichstags habe und glaube, auch der jetzige Reichstag werde entschiedenen Maßregeln gegen die Socialdemokratte zustimmen. Diese Antwori war an die Gesandtschaft zu Karlsruhe gerichtet und hatte nachste­henden Jnhatt: die Wiederberufung des jetzigen Reichstages

mit deren Gratisbeilage Mustrirtes Sonntagsblatt feen wir bei der Post baldigst machen zu wollen, Wit in der Uebersendung keine Unterbrechung Wndet. > **

Die Exped. I. vberh. Zeitung.

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denn nimmer den Förster . . . es ist . . . thut nur di« Augen auf ... der leibhaftige Herr Revierförster!

Bitte um Verzeihung, gnädigster Herr Revierförster," sagte der Leitner spöttisch, indem er daS Käppchen lüftete und einen Kratzfuß machte,ich hätte mir'S nicht träumen lassen, daß Ew. Gnadm in meinem Backofen Ihre Re- sidmz aufgeschlagen. Allerdings ist derselbe geräumig wie eine Klause nur daS Licht fehlt ihm ein wenig."

Der gepeinigte Forstmann, halbtodt vor Scham und Aerger, verharrte unwillkürlich in seiner unbequemen lächer­liche» Lage weiter, und das erste Wort, welches feinen Lippen entschlüpfte, lautete gepreßt:

»Nicht einmal eine Büchse hat er gehabt!"

Freilich Ew. Gnaden, woher nähme ich eine Büchse? So etwas streng Verbotenes unterstehe ich mich nicht zu führen. Aber erheben Sie sich doch die Kirchenleute können aller Augenblicke zurückkehren, und wenn Eie in Ihrem Aufzuge von selben gesehen würden! Folgen Sie mir gefälligst ins Haus!"

Also sprach Seltner mit verstelltem Bedauern.

Was war anders gu machen? In solcher Verfassung, wie der Förster sich befand, tropfmd naß, voll Ruß, voll blauer Flecken und wunder Stellen am ganzen Leibe, die Kleidung ungeordnet und zerzaust, ohne Hut, Gewehr und Jagdtasche, machte er sich den neugierigen Blicken der Bauern- familie und des Gesindes nicht aussetzen.

Herr Grimbart trat mit düsterm Unmuthe in Gesell­schaft des gesucht höflichen Bauern in die Stube, wo alles Verdächttge sein säuberlich verräumt war, nicht ein Pulver- körnchen oder Papierfetzchen lag auf den Dielen. Nachdem der Leitner, der sich übrigens fortwährend höchst unter- thänig bewies, dort den Förster zum Sitzen eingeladen, schlug et dem moralisch vernichteten Manne vor, sich in der Nebenkammer zu entkleiden und zu Bette zu legen, bis

fAon hatte der Unselige die erste Bewegung hierzu Mkstelligt, trotz Krampf und Lahmheit, zu spät die M>e wurde in demselben Augenblicke unmittelbar vor k Öffnung des Backofens mit dröhnendm Schlägen in r£rbe getrieben. Fieberhaft suchte er nach seinem Sei- Wser, auch dieses fand sich nicht; es mußte ihm ent- p sein, alles Herumtappen int Finstern half Nichts. Ftoar der letzte Schlag verklungen, er durfte um keinen F* länger zaudern.

rSo schnell es feine Kräfte erlaubten fuhr der Schwer­ste, wehrlos und jämmerlich zugerichtet, aus dem Baue, Wter Angst vor dem beginnenden Scheibenschießen; nach- rt hierbei den unbehaglichen Kessä verlassen, war er, ? die einzige Fluchtröhre zu entfomnun, genöthigt, [teil Kopf und Armen abwärts zu neigen, die Hände auf p»den zu stützen, die Beine nachzuziehen, und auf allen p» unterhalb de«^umfangreichen Brettes, das an einen rTO genagelt die Scheibe verstellen sollte, wehrlos auf P« und Ungnade hervorzuschliefen.

W» einiger Entfernung waren der Bauer und Martt Ft, nnb der Bauer hatte keine Büchse!

E® obalb der Leitner ben Förster erblickte, that er als ihn nicht erkannte, und fing mörberisch Allarm zu Jn: «Marti, Martt, ba komm her, ein Dieb, ein '* Zugleich schickte er sich an, auf ben Unglücklichen loszudreschen.

i^artl hielt den Bauern wohl abgekarteter Weise noch f Wen Zeit hiervon ab und rief überlaut:Kennt ihr

würde eine harte Zumuthung für die Majorität desselben vom 23. Mai involviren und doch zur Auflösung führen. Die gegentheilige Annahme der großh. Regierung werde hier für unzutreffend gehalten, welches gegenwärtig der gute Wille einzelner Mtglieder auch sein möchte. Würde die kaiserliche Jnitiattve für die Auflösung durch da« Vo­tum des Bundesraths in die Minorität gesetzt, so würde gegenüber dem öffentlich kundgegebenen Mißtraum gegen die Regierung letztere in die Alternative gebracht, zurück- zutteten ober Se. Majestät zu Maßregeln rathen, welche bisher vermiedm seien, weil fie bie Spannung im Lande ' verschärfen würden. Eine weitere Correspondenz mit der großherzogl. Regierung hat nach der Abstimmung in Folge der Veröffentlichung derKarlsr. Ztg." und nur bezüglich dieser stattgefunden.

Di« nattonalliberale Bonner Zeitung wendet fich sehr entschiedm gegen die Behauptung, daß der Wahlaufruf der nattonalliberalen Fraktton im Lande einen günstigen Ein- druck gemacht habe.Soviel wir beobachten konnten," schreibt das Blatt,ist nur der Fortschritt und der diesem nahestehende Theil der Nattonalliberalen, mit dem Aufrufe einverstanden. In dieser Richtung har sich der Aufruf ja auch schon bewährt. Denn man braucht nur die Haupt­organe jener beiden Parteien in die Hand zu nehmen, um sich zu überzeugm, daß ihre Annäherung täglich im Wachsen begriffen ist. Ja dieselbe ist schon so weit gediehen, daß die Nattonalliberale Korrespondenz sich entschuldigt, wenn von einer Verschmelzung bis jetzt noch abgesehen werde, weil man die historische Parteibildung berücksichtigen müsse. Der Eindruck des nationalliberalen Manifestes ist auf alle besonnenen konservativen Elemente bet nattonalliberalen Partei hier am Rhein derjenige, daß wenn noch irgend Hoffnung gehegt wurde, e» könne die Berliner Parteileitung btt total verlorene Fühlung mit dem Volke wiedergewinnen diese Hoffnung nun gänzlich aufgegeben ist ... . Wenn die nationalliberale Partei als solche weiter bestehen wollte, eine Vereinigung der patriottschen Bestrebungen des freifinnigen BürgerthumS so mußte fie nach Nobiling'schen Attentate zum vollen Bekenntniß des gangenen Jrrthums schreiten und zur Umkehr von Herrschaft des Doktrinarismus, in welche sie leider und nach gerathen ist. Ihre verblendete Leitung hat nicht gethan. TheilS halten sich ihre Führer nach wie ... ganz im besten Rechte, anderntheils fehlte es an Selbstüber­windung und dann siegte zum Schluß die fraktionelle Unfehl­barkeit. Diesen Thatsachen gegenüber darf man im Lande nicht stumm bleiben; mögen immerhin zahlreiche Organe der Provinzialpresie es für bequemer halten, im alten Fahrwasser fort zu schwimmen und sich zu Trägern der

Tttegraphische Mekdungm aus Berlin vom 24. d.: Bulletin von 10 Uhr Vormittags. In dem gün- pt Befinden St. Maj. des Kaisers ist keine Vetände- ig eingetreten, auch die Anschwellung des rechten Armes I seit gestern eine wahrnehmbare Abnahme.

(unterz.) v. Lauer, v. Langmbeck. Wilms.

Graf Münster verbleibt voraussichtlich bis Anfang Mr Woche in Berlin und begibt sich dann auf seinen |en nach London zurück. DerReichsanzeiger" ent- t eine Bekanntmachung bett, die Verlängerung des tsch-österreichischen Handels- und Zollvettrags bis zum te des Jahres.

In der heute 1 Uhr beginnenden Sitzung des Con- ße« werden die Verhandlungen betreffs Bulgariens und Südprovinz fortgesetzt. Es werden wichtige Erklä- tzen Rußlands erwartet. Die gestrigen Mitcheilungen r das Zugeftändniß Rußlands, daß der Balkan als «ze für das Fürstenthum Bulgarien angenommen und Türken die Errichtung von Befestigungen am Balkan intet wird unter der Bedingung der Auffüllung ein» »ischer Milizen für die Südptovinz und autonomer Herstellung werden wiederhott. Bezüglich der Frage M Varnas, welches Rußland für die Vertheidigung KürstenthumS in Ausspruch nimmt, sind türkische Aeu- tegen zu erwarten; die Türken werden aus ihrer biS- tzen Reserve heraustreten müssen. Die bulgarische 8t dürfte noch mehrere Tage in Anspruch nehmen, »mt man zu den principiellen Feststellungen, so dürste ; Grenz- und Verwaltungs-Regulimngs Commission in «Weit treten. Die russischen Bevollmächtigten haben huctionen aus Petersburg erhalten. Die Anwesenheit russischen Geh. Raches Schlözer hat mit den Congreß- ttegenhciten nichts zu chun. Gortschakoff, wohnte der fyjen Sitzung nicht bei. Die Sitzung währte bis gegen Hk- * i -a

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition ».Blatte*, sowie dAnnoncen-Bnreank von L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene* in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

egen nimmt entgegen: D,edltton ».Blatte*, fted.Aunoncen-Bureaur LH. Dietrich & Co. in fei und Hannover; Th. Mich in Frankfurt a .M.; efenftein & Bögler in irffxrt a. Berlin, yig, Cvln re; Rudolf ife in Berlin, Frank­furt a. M. ic

; Marburg, Mittwoch, 27. Juni 1878

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tzrscherM täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Ferertagen. Preis für da* Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllnstrirte* Sonntagsblatt" durch die Srvedition tSo-b's-be Buchdruckerer) bezogen 3k Mark, durch bte Postämter des Deutschen Reiches 3 Mark 5® Pfg. (e$d. Bestellgebühr, -Jnsertionsgebühr für bie gespattene Me 10 »ft

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pfg. berechnet. VTI*

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