Einzelbild herunterladen
 

i

(Dlirrlirflifilir jrilniiit

kpi

■fc

ht

3.

culesi,

ung

lg bei

ti

01

kreischte sie, ich war

■«

>at

Bi

sucht,

) n 1

lat re.

trafo

Marburg, Freitag, 21. Juni 1878

, M! « --------»— ' ...........

fann fort« :hnet

>ersdo

2eM c uw nt»J ner B ?oöß j :Her I UiS nett1

llljv fW

!uni bfrH ttttuf ion vl«t

getreten. Statt Wohlstand und Blüthe von Handel und Gewerbe ist ein Nochstand sondergleichen auf allen wirth- schaftlichen Gebieten eingetreten. Nur die Geschäfte der Wucherer und Wechselaussteller, welche die Freiheit haben, so viel Procente zu nehmen, als sie irgend der Noth der Bedrängten herauSpressen können, scheinen zu blühen! Statt Ermäßigung der Steuern und Abgaben sind dieselben in den letzten zehn Jahren ganz ungeheuer gewachsen. Fast alle liberalen Einrichtungen haben die Abgaben vermehrt. Die Steuerlast vieler Gemeinden ist geradezu unerträglich geworden. Man hat so viel von Bildung und Humanität geredet und wollte durch fie die Religion ersetzen — aber noch nie ist in einer so kurzen Zeit der Niedergang von Bildung und Humanität, die Vermehrung der Verbrechen bis zum Selbstmord, Raubmord, ja bis zum Königsmord, eine so große gewesen, als in den letzten 7 Jahren der liberalen Aera! Lange genug hat unser Volk sich von den liberalen Freiheitsphrasen seinen gesunden Sinn benebeln lassen. Der Knall der Mordgewehre, welche auf da- Haupt unseres geliebten Kaisers gerichtet waren — hat alle Welt aufgeschreckt und ernüchtert, so daß man sich fragt: Wo sind mit hingerathen? Was soll das noch werden? Eine große Partei ist ausgewachsen, welche offen die Republik, die Beseitigung aller Fürsten auf ihr Programm geschrieben und eine ungeheuere Agitation hervorgerufen hat.

So kann's nicht weitergehen! — das ist die Ueberzeu- gung aller einsichtsvollen Menschen. Aber wie ist'S dann bisher gegangen? Nach liberaler Manier ist es überall gegangen; liberale Anschauungen und Grundsätze haben in allen Dingen in Staat, Gesellschaft, Kirche und Schule gcherrscht. Wenn es so nicht weiter gehen kann — so müsse« wir auffhvren, den liberalen Anschauungen zu hul­digen. Der Staat muß wieder in anvere gesunde Bahnen gelenkt werden. Dazu ist der erste unerläßliche Schritt, daß wir nicht mehr liberale, sondern wahrhaft conservative Männer in den Reichstag wählen! Wählen wir wieder die allen natioualliberaleu, so geht es nach der alten Leier weiter. ES werden schöne Redensarten von Freiheit und Fortschritt gemacht und das Land kommt dabei täglich ht Wahrheit immer weiter zurück, so daß daS Ausland un« Urtheitr „billig und schlecht über unsere industriellen Lei­stungen inS Angesicht schleitdern muß, über die man scham- roth wird! Wenn wir nicht fortschrittlich-demokratisch oder gar socialdemokratisch wählen wollen — und wer wollte und könnte das! — dann bleibt gar keine Wahl, als sich nach verständigen konservativen Männern umzusehen, welche ein warmes Herz für König Volk und Vaterland haben und ihrem Gott im Himmel eben so treu sind, als ihrem irdischen König; bemt die rechte christliche Frömmigkeit ist die Wurzel von allen Tugenden. Wo diese fehlt, fehlt die

k, welche die Nützlichkeit der liberalen Freiheiten bczwei- Stn, wurden als Staatsfeinde und Reichsseinde gescholten. < liberale Partei hat erreicht was sie wollte; Herr schow hat sich sogar gerühmt: „die Regierung sei ans « dem Brett der liberalen Partei festgenagelt." — Unser «lk steht am Ende der liberalen Aera und blickt auf die lichte hin, welche sie unS gebracht. Sie liegen vor Aller agm. Das Gegentheil von Allem, was die liberalen Waufrufe früher versprochen, ist auf allen Gebieten ein-

solide Grundlage von Allem. Kurzum, man wähle Männer welche daS Herz und den Kopf auf dem rechten Fleck haben.

„Später sollen Sie Alles erfahren, jetzt eilen Sie, so rasch Sie ihre Beine tragen.* Die Haushälterin flog die Treppe hinab. Hermine kehrte zu dem Verwundeten zurück. Er mußte nothwendig ans dieser Lage befreit werden. Sie schob die noch immer ohnmächtig am Boden liegende Mary zur Seite und versuchte mit aller ihr zu Gebote stehenden Kraft ihren Bruder auszurichten. Ein leises Stöhnen ent­

er indessen mit einem leisen Schmerzensschrei zu Boden, «in scharfes, kurzes Tolchinesser, von der Hand Wartons für seine Gattin bestimmt, hatte Bernhards Brust getroffen. Dies Alles war so rasch gekommen, daß keine der beiden anwesenden Fraueil es zu verhindern im Stande war. Im nächsten Augenblick war Warton durch die Thüre entflohen. Mit einem herzzerreißenden Schrei fiel Mary Warton an der Seite Bernhards nieder. Hermine allein behielt in dieser fürchterlichen Stunde ihre Fassung. Sie beugte sich über die leblos daliegende ihres Bruders, sie legte zitternd ihre Hand auf sein Herz, es schlug matt, aber o! Selig­keit, es schlug noch. Erst jetzt gewahrte sie, daß die Hand, welche auf seiner Brust geruht, mit Blut bedeckt sei. Eiu Schauder überflog sie; hier war rasche Hilfe nöthig, rin Arzt mußte sofort geholt werden. Sie öffnete die Thüre, rief nach dem Be­dienten, keine Antwort ward ihr. Mit Todesangst ver­doppelte sie ihr Rufen, vergeblich, nur von der Straße oder der Hausthüre her meinte sie ein Getümmel, mit hef­tigen Ausrufungen untermischt, zu hören. Während sie hier stand, konnte der Bruder sterben und noch immer ließ sich Niemand blicken — da, endlich erschien am Ende

Zu deu Wahle«. -

Oie verschiedenen Parteien haben ihre Wahlaufrufe Hentlicht. Sie werden alle dem deutschen Volke vorge- t Für welche Partei sollen wir wählen ? Möchte man Antwort auf diese Frage nicht aus beit Wahlaufrufe», alle voll der wuitderschönsten Versprechungen sind, son-

Tagesbericht.

.....Der „Reichsanzer" meldet: Die Frage, wo die Leiche Sr. Maj. des Königs Georg beigesetzt werden solle, hat nunmehr ihre Erledigung gefunden. Seitens der preu­ßischen Regierung war sofort die Bereitwilligkeit zur Er- fillung des ihr ausgesprochenen Wunsches, die Beisetzung ohne militärische oder amtliche Feierlichkeit in Herrenhausen stattfinden zu lassen, kundgcgeben worben, unb es würbe auch nur dieser Wunsch der Anordnung eines feierlichen Leichenbegängnißes entgegengestanden haben. Die Hinter­bliebenen haben sich jedoch für die Beisetzung in Windsor entschieden.

Ein Artikel der „Provinz-Corr.", überschrieben „die Verantwortung für die Auflösung des Reichstages", kommt zu dem Schluß, daß die Regierung so wenig aus der nattonalliberalen Presse wie aus dem eigenen Verhalten des früheren Reichstages irgend einen Anhalt für die An­nahme gewinnen konnte, daß sie auch bei jenem bereit­willige und entschlossene Unterstützung gegen die isocialde- mokratie hätte finden können. „Die tiefere ursächliche Ver- antwottung für die Auflösung fällt der Mehrheit des Reichstages zu, vor allem der nationalliberalen Partei in ihrer bisherigen Zusammensetzung und Leitung. Die un­mittelbare politische Verantwortlichkeit wird die Regierung willig vor der Nation und vor der Geschichte tragen. Sie hat zunächst die Genugthuung, daß sofort nach der Auf­lösung die bisherigen Gegner sich für entschlossene Mit­wirkung im Kampfe gegen die Ausschreitungen der Sociak- demokratie erhärten. Die Regierung darf darin die Be- stättgung ihrer Ueberzeugung finden, daß das Volk selbst in sein« groß» Mehrheit ihre Ziele und Wege billigt und dieser Billigung voraussichtlich bei den Wahlen Aus­druck geben wird. Die Aufgabe aller eniftcti Freunde der Regierung des Kaisers wird eS fein, die patriotisch gesinnten Wähler vollzählig um das kaiserliche Banner zu sammeln und möglichst darüber aufzuklären, inwieweit die verschiedenen Parteien und Wahlcandidaten genügende Bürgschaft für die Unterstützung der Regierung in Lösung ihrer großen Aufgaben gewähren. Sie bedarf dazu, um eS zu wiederholen, im künftigen Reichstage einer Mehrheit klar bewußter, festentschlossener Männer, welche ernst und auftichtig helfen wollen, die drohenden Gefahren für Staat und Gesellschaft wirksam zu beschwören und sichere Grund­lagen für einen neuen Aufschwung polttischen und wirth- schaftlichen Gedeihens des deutschen Volkes zu schaffen.

„Halt!" rief Bernhard ihm energisch den Weg vertre­tend. „Nicht eher verlassen Sie dieses Zimmer, als bis Sie beweisen, daß Sie die Ihnen zur Schuld gelegten Ver­breche» nicht begangen hätten."

„Sie nennen .mich eine Geisteskranke/' sagte Hermine mit flammenden Angeit vor Warton hintretcud. „Trotzdem werde ich Ihnen beweisen, daß ich bei völlig klarem Ver- . stand bin. Sehen Sie mich an, auch durch Ihre Brillen­gläser hindurch habe ich die Augen erfannt. Leugnen Sie es, wenn Sie es können, daß Sie Moritz Flaus, ein ge° ' meiner Dieb sind." — „Unsinn, Lüge," stöhnte Warton, vergeblich seine stolze Haltung zu bewahren suchend. Der Maler ergriff jetzt mit kalter Stimme das Wort. „Zum Beweis, daß Sie erkannt sind, wird jener Zahn führen, den Sie in der Nacht des Diebstahls durch einen Fall ver­loren; er ist in meinem Besitz und wich ja wohl genau an seine Stelle passen." : '

Warton stützte sich schwer athmend an eilte in der Nähe stehende Staffelei. „Wie lange soll ich Ihrem hirnver- brannten Unsinn noch zu hören? Sie improvisiren da ein herrliches Lustspiel, hahaha!" und er lachte heiser, daß die Wände wieder klangen, feine Augen hingen dabei gespannt an der Thüre, die er aber nicht erreichen konnte. Bern­hard begann von Neuem:

„Wir find noch nicht zu Ende, Herr Flau«, ein noch Weit schwereres Verbrechen trifft Sie. Ich klage Sie an, den Vormund Ihrer Frau vergiftet zu haben, um in den Besitz" — er kam nicht «eiter, denn mit fürchterlicher Stimme rief jetzt der Angeklagte: „Ha, Verrätherin, also Dir habe ich dies zu verdanken, Du hast Deinen eigenen Manu verrathen. Stirb, von meinen Händen." Er stüHte bei diesen Worten auf seine Gattin zu, mit einer blitz­schnellen Bewegung warf jedoch Bernhard sich ihm in die Arme, nut Mary zu schützen; in demselben Augenblick glitt

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jklnstrirteö TonutagSblatt" durch die Expedition (Ko ch'sche Buchdruckerei) bezogen 3k Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Ps«. lexcl. Bestellgebühr). — Insertionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg.

Für in der Expedition zu eitbeilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 vffl. berechnet.

«ns eigene« SBege«. J

Mr' 1 '• ■!'' Novelle von E- BendhauS

^ .Fühlen Sie sich unwohl?" fragte ihn Herr Waridit ÄiahmSvvll. „Sie verlieren, plötzlich alle Farbe; Sie 6tn sich bei unserer Wanderung durch diese Kunsthallen it der Erläuterung ihrer Schatze gewiß zu sehr ange- MHt, es erinnert »mich daran, daß wir jetzt ihre Güte M länger in Anspruch nehmen dürfen." Bernhard »et> Hte Etwas zu erwiedern, wurde aber durch einen lauten Mei der Urberrafchuug dicht hinter sich daran verhindert könne war unbemerkt in das Zimmer getreten, sie hatte lf letzten Worte Wartons vernommen und trat jetzt mit «o Zeichen des Erstaunens und Schreckens einen Schritt indem sie Warton prüfend in das Gesicht schaute. Bernhard hätte einen Laut deS Entzücken« ansstoßen

*8tn, mit einer blitzschnellen Bewegung hatte er den seiner Schwester ergriffen. „Erkennst Du diesen «ut ?" rief er mit fliegender Hast. Hermine hatte sich gesam- flt, und Warton fest ins Auge sehend, erwiederte sie: „Ja ich «tote ihn, eS ist jener Schurke, der sich durch fein hench- Hches Benehmen die Gunst meiner Eltern erwarb, der eine« Ahrs mit dem Baar-Vermögen der Familie Rührig durch- *tote." WartouS Gesicht hatte eine fahle Bläffe über- 8», aber seine Stimme wußte er zu beherrschen, sie klang » wie früher, als er sich an Bernhard wandte. „Was Met dieser Austritt" fragt« er, „wenn diese Dame,. wie scheint, an momentanem Wahnsinn leidet, so muß ich Tauern, nicht länger iu Ihrer werthen Gesellschaft ver- *kii zu können, es widerstrebt mir, Geisteskranke zu sehn." 8 den letzten Worten reichte er feiner Gattin den Arm, ’ fie hinauszuführen.

Beste>«»ge« auf das dritte Onartal |) V bet '' ti -j,Ml' " r • berhessischenZettung

nimmt em gegen: dition b.Blatte«, jitz.Lunoncen-Bureaux D>. Dietrich & To. in und Hannover; Th. in Frankfurt a.M.; ein & Bögler in *irt a. M., Berlin, ie. Eöln ic.; illudols in Berlin, Frank- Ffntt a. M. tc.

m aus den vorliegenden Thatfachen und Verhältnissen Die Wahlaufrufe der liberalen Parteien, hallten wieder von den schönsten Versprechungen, sie ver-

mit deren Gratisbeilage

ustrirtes Sonntagsblatt

wir bei der Post baldigst machen zu wollen, mt in der Uebersendung keine Unterbrechung ffindet. '•*"

Die Exped. d vderh. Zeitung.

des Ganges die Haushälterin.

„Um Gvtteswillen, eilen Sie rasch zu einem Arzt, aber sofort, jede Minute Zögern kann ihm den Tod bringen!" Die Haushälterin schlug die Hände über dem Kops zusam- WaS ist denn geschehen, um aller Heiligen willen," fk, ich war oben auf dem Boden." —

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b.Blatte«, sowie d Annoncen-Bureanx von G L. Daube & Eo. in Frankfurt a. M.; Jäger-sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thiene« in Tlberfeld; T. Schlotte in

Bremen.

men. „

.Mi. XDL Jahrgang.

fachen goldene Berge; dem Volke wässerte ordentlich der —— unb nach einer liberalen Aera unb die größten deutschen übte zankten sich um die Ehre, den Liberalsten der , j traten zum Abgeordneten zu haben! Wir haben die liberale bittfe doll und ganz bekommen. Das liberale Progranun eulo^ 5Uf allen Gebieten durchgeführt: Auf dem Gewerbege- ckiast 8 Wimmelt eS von Freiheiten, daß einem der Athem roenn man sie alle der Reihe nach herzähleu soll: erbe-, Handels-, Actien-, Wucher-, Zug-, Versamm- r, Vereins-, Preß-, Schank- und Theaterfreiheit! Die is- und Provinzial-Venvaltung ist nach liberalen Grund- umgeftaltet, der Staat ist durch das Civilstandsgesetz hJ kgionrios gemacht, die Schule ist von der Kirche getrennt, Kirche ist der Krieg des Kulturkampfes erklärt — yitjum: die Liberalen haben nichts mehr zu wünschen. Ihr IIW heben ging bisher nur darauf hinaus, diese liberalen [887 Mingenschaften hübsch zu erhalten. Deshalb nannten fie —rs die staatserhaltende, die staatsfreundliche Partei und

_froi bnb> tern