XIII. Jahrgang.
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dem letzten Orientcongreß im Jahre 1856 stattge-
fich freuen, das Deutschland wieder in seine natur-
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dem Schreiben an Letzteren erinnert der Vezier an Persien für den Fall gemachten Versprechungen, daß neutral bliche.
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wird der eigentliche Schwerpunkt gelegt. So haben bereits vielfach Conferenzcn theils zwischen den englischen und französischen Bevollmächtigten, theils zwischen Audraffy und Schuwalosf stattzefunden. Auf die Verhandlungen zwischen den beiden letzten Staatsmännern setzt man große Hoffnungen. Ob die orientalischen Kleinstaaten zum Congreß zugelassen werden, ist sehr fraglich. England protegirt Griechenland energisch. Montenegro, Serbien und Rumänien haben ihre Zulassung zum Congreß auf dem Wege der Petition beim Reichskanzler beantragt. Wahrscheinlich werden sie darauf verwiesen, für ihre Anträge durch Pri- vatconferenzen mit den einzelnen Bevollmächtigten der Großmächte zu werben. Am Montag wollen sie ihre Denkschriften beim Congreß einreichen; Rumänien scheint noch unschlüssig zu sein, ob es eine Denkschrift oder einen einfachen Protest einreicht. Oesterreich und England sollen den Ansprüchen Rumäniens auf Bessarabien nicht günstig gesinnt sein, man glaubt, daß von beiden Mächten Beß- arabien als Ausgleichsgegenstand betrachtet wird. Ueber die Dauer des Congresscs verlautet noch nichts Bestimmtes. Im Hinblick auf den leidenden Gesundheitszustand Gort- schakoffs und Bismarcks glaubt man nicht an eine lange Dauer, andererseits ciber berechnet man dieselbe wieder auf mehrere Wochen. Der Plan, in Berlin nur die ganz allgemeinen Grundsätze für die Regelung der Frage festzustellen und die Anführung derselben einer diplomatischen Conferenz in Wien zu überlassen, soll aufgegeben sein. Wahrscheinlich werden zur Ausführung der Conferenz- beschlüsse Commissionen ernannt werden. Die Verhandlungen werden streng geheim gehalten; die Conferenzmit- glieder haben das einander gelobt und auch die Arbeiter in der Hofbuchdruckerei sollen verpflichtet worden sein, daS Gcheimniß zu bewahren. Erst die fertigen Beschlüsse werden später veröffentlicht.
Novelle von E. BendhauS. ,V(Fortsetzung.)
die letzten Reichstagsverhandlungen, wo der Handelsvertrag mit Rumänien wohl wesentlich deshalb nicht zu Stande gekommen, weil die Deutschen israelitischer Confession in Rumänien nicht alle Vortheile hätten genießen können, welche den christlichen Deutschen dadurch zugewendet worden wären, bezeichnet daS Streben der „Alliance iSraelite" als ein sehr natürliches und erblickt eine durchgreifende Lösung der Frage nur in der Proklamirung des unbedingten gleichen Rechts für alle Kulte im Orient.
Alle Meldungen über den Modus der Zulassung der kleineren Staaten zum Congreß sind durchaus verfrüht. Wie äußerlich verlautet, dürften die von diesen Staaten kundgegebenen bezüglichen Verlangen schwerlich nach ihren Wünschen erfüllt werden. Für möglich gilt es indeß, daß Griechenland als Staat von einer anerkannten europäischen Souveränetät in dieser 'Beziehung eine etwas andere Position erhält als die übrigen Staaten, um auf dem Con- gresse gehört zu werden. — Graf Schuwalosf und Graf Corti hatten Sonnabends eine Besprechung.
Wenn in berliner und auswärtigen Zeitungen gesagt wird, daß zwischen den englichen und russischen Bevollmächtigten sich erneut größere Differenzen herausgestellt haben, so ersthtint dies nicht richtig. Der Verkehr ist nicht bloö äußerlich ein freundlicher, sondern auch materiell eine einfache Fortsetzung der vom Grafen Schuwaloff gepflogenen Verhandlungen. Eine Abklärung mancher Fragen zwischen Rußland und Oesterreich ist schon jetzt, wie gemeldet, sichtbar. Nichts bietet bei dem allgemeinen dringenden Wunsche eines allgemein zufriedenstellenden Arrangements und bei der Geneigtheit Rußlands, nicht im Einzelnen zu markten, Anhaltspunkte für Besorgnisse des Scheiterns. Der Rückgang der russischen Armee und der englischen Flotte innerhalb der mehrfach erwähnten Zone hat mit den eigenllichen politischen Fragen, um die sich die jetzigen Pourparler« drehen, 'Nichts zu thun.
Die Pariser „Ageuce Havas" meldet: Persien verlangt zum Kongreße zugelassen zu werden, da der Congreß sich nothwendigerweise mit orientalischen Fragen beschäftigen werde, welche die Interessen Persiens berühen. Der persische Gesandte in London reist Sonnabend Abend von London ab und begibt sich nach Berlin, um das Verlangen de»
Tagesbericht.
Die „Rordd. Allg. Z." schreibt: Als Symptom, daß die wölfischen Bestrebungen nur aus die Gelegenheft warten, um sich kund zu thun, mag die Thatsache gelten, daß anläßlich des Ablebens des Königs Georg in diesen Tagen mehrere Telegramme mit der Adresse: König Ernst August 11. von Hannover, an verschiedenen Orten Deutschlands zur Einlieferung gelangten. Dem nämlichen Blatte wird bestätigt, daß die Regierung der Beisetzung der Leiche Königs Georg in Hannover und zwar in Herrenhausen keine Schwierigkeiten zu bereiten gedenke.
Anläßlich des Versuchs der „Miance iSraÄite", den Congreß für die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten in Rumänien zu interesstren, erinnert die „Rordd. A. Z." an
„Du machst mit wirklich Sorge," sagte einige Tage später Hermine zu ihrem Bruder; sie saß in einem reizend eingerichteten Zimmer, das Bernhard ihr nach ihrem Eintritt in sein Haus hatte Herrichten lassen. Er stand in diesem Augenblick im Begriff, sich von seiner Schwester zu verabschieden, um einen Ausgang zu machen. „Dein Aussehen ängstigt mich," fuhr Hermine fort, „Deine Gesichtsfarbe wird mit jedem Tage blasser, wa« fehlt Dir nur? Bist Du krank?"
„Durchaus nicht meine Liebe," erneuerte er, „ich fühle mich ganz wohl." .
„Nein, nein," sagte Hermine sich erhebend, „Du täuschest mich nicht I Irgend ein geheimer Kummer, dessen
^r, Der Eoagretz.
Die Vertreter der Großmächte Europas sind in bet Umtobt Preußens und des deutschen Reiches auf Ein- Iteng des deutschen Reichskanzlers hin zusammengekommen, I eine Verständigung über die orientalische Frage zu Am Vorzugsweise der Politik des deutschen Kaisers b seines ersten RathgeberS, des Fürsten Bismarck, ist tot verdanken, daß die Lösung der orientalischen Frage aus kN friedlichen Wege versucht wird. ES mag dem deutschen chSkanzler hart genug gehalten haben, die widerftreben-
persischen Veziers, der bereits an Bismarck, Gortschakoff, Andrassy und Salisbury geschrieben, zu unterstützen.
hat, zum Ausdruck bringt Damals waren die it tä rizen Großmächte sehr geneigt, Preußen nicht als völlig Itige Großmacht anzuerkennen und es auf dem Congreß ioni »lassen. Diesmal folgen die übrigen Großmächte dem jfeHn de» inzwischen an die Spitze Deutschlands getretenen Ueita nutzens in die preußische Hauptstadt und tagen unter b Vorsitz des preußischen Ministerpräsidenten und ■t «scheu Reichskanzlers. Jeder Preuße und jeder Deutsche
nbtm Manzter hart genug genauen yaoen, ote ,vioer,ireoen- äcbtä s Parteien, welche sich bereits in voller Kriegsrüstung el h müberstehen, zu diesem friedlichen Versuch zu bewegen, tinbt merkt mag hierbei noch werden, wie dieser Congreß zu- anda ich die Umgestaltung der politischen Verhältniffe, welche
Ursache Du mir nicht sagen willst, quält Dich. Wie ost starrst Du zum Beispiel stundenlang vor Dich hin, ohne zu bemerken, was um Dich her vorgeht, ohne meine Worte zu hören. Sage mir, waö Dich drückt, habe Vertrauen zu mitl Bin ich nicht Deine Schwester, der Du allen Kummer sagen darfst, sagen mußt. Denn sollte ich Dir wirklich so wenig gellen, daß Du Dein Herz vor mir wie vor einer Fremden verschließt?"
„Wie Du nur so reden kannst," entgegnete Bernhard wann; „es ist wohl möglich, daß ich meine Nerven bet der andauernden Arbeit etwas zu sehr angestrengt habe, weiter ist es nichts. Sei deshalb unbesorgt. Ich würde Dir, meine theure Schwester, wenn mir das Geschick einmal einen richtigen Kummer brächte, daö vollste Vertrauen entgegenbringen."
Herminens sorgenvolles Antlitz erheiterte sich ein wenig. „So gefällst Du mit," sagte sie. „Nun laß uns aber auch endlich den Brief an die Eltern schreiben, sie wissen noch nicht, daß ich nicht mehr im Perro'schen Hause weile. Sie haben noch keine Ahnung bei wem ich bin; entziehe Ihnen nicht länger die Freuvennachricht, daß sie einen Sohn, einen oft schmerzlich vermißten Sohn besitzen. Komm, die Frau Warton, ober tote sie heißt, kannst Du auch zu einer anderen Stunde malen. Du kehrst doch immer von dorten so verstimmt zurück. Laß uns den Vorsatz, den lieben Eltern zu schreiben, gleich ausführen.
„Wo denkst Du hin," ries Bernhard plötzlich aufprau- send. „Du erinnerst mich daran, daß ich schon längst fort sei» müßte.!"
Hermine wandte sich tief verletzt ab. Aber schon im nächsten Moment fühlte sie sich von starken Armen umschlungen. Sie lag an der Brust ihres Bruders, der sie in den sanftesten Tönen um Verzeihung bat. „Du mußt Nachsicht mit mir haben; Du sichst hieran, daß meine
Ohr der Frau vom Hause nicht verschließen, aber ihrem Stolz kam es schwer an, ihr Unrecht einzusehen.
„Wenn es sich so verhält", sagte sie etwas zögernd, „so waren wir allerdings im Jtrchum. .«sie dürfen meine Worte, die ich gesprochen, nicht so schroff auffassen. ES ist gut, daß sich die Sache so aufgeklärt hat."
„Bemühen Sie sich meinetwegen nicht weiter,* erwie- berte mit Hoheit Hermine, „was geschehen ist, ist eben geschehen. — Sie werben es jedoch nach dem Vorgefallenen begreiflich finden, wenn ich-meine Stellung aufgebe. Es ist mir unmöglich ferner darin zu verbleiben." Sie lächelte. „Ich werbe morgen früh zu meinem. Bruder zurückkehren, dem ich ja jetzt auch verpflichtet bin, die Zeiten in denen er fern von fernen Sieben weilte, vergessen zu machen." Mit einer tiefen Verbeugung verließ sie das Zimmer.
Fran von Perro hatte keine weiteren Einwendungen gemacht, stumm ließ sie das junge Mädchen ziehen, dessen Gegenwart, wenn es geblieben wäre, doch nur stets nach dem heutigen Abend, eine unangenehme für sie gewesen wäre.
Anzeige» nimmt entgegen: die Expedition -.Blattet, sowie b.Ämu>nc«i»Sure<m$ von S. L. Daube L Eo- in Frankfurt a. M.; Jäger'! che Buchhandlung daselbst; Hermanu'sch« Buchhandl- daselbst; Jnvalidendant in Berlin; D. Tbienes in Elberfeld; E- Schlotte in Bremen.
£)itfc sich freuen, das L-etilfcyiano wieoer in feine uaiur- rttat Hefte Stellung au die Spitze der europäischen Mächte Woni «»treten ist. Möchte es uns nun auch gelingen, Deutsch-
Liyn nimmt entgegen: M^dttiv» d.Blatte«, ^-Sauoncen-Bureaux Ljj, Dietrich & Eo. in Cti und Hannover; Dh. Mch in Frankfurt a.M.; wenhein & Bögler in Bfurt a. M., Berlin, Ejj, Köln Rudolf Mein Berlin, Krank» satt a. M- ic
b im Innern durch eine gute Politik so stark und ge- d zu erhalten, daß es in dieser Stellung im Mittel- Europas immer mehr befestigt werde.
Der Congreß wurde am Donnerstag im neuen Palais Fürsten Bismarck, welches dadurch in würdiger Weise eweiht wurde, eröffnet. Möchte nur auch aus dieser politischen Berathung, welche in demselben gepflogen
6, ein Werk des Friedens für Europa hervorgehen.
Der deutsche Reichskanzler stellte die fremden Diplo- einanber vor unb eröffnete bann mit einer Be- ungSrebe, in welcher er einen Rückblick auf bie bis- e Entwicklung ber orientalffchm Frage warf, auf die richenShoffnungen Europas unb insbesondere des deutschen erS hinwieS, den Congreß. Auf Vorschlag des Grafen ldrassy wurde dann der deutsche Reichskanzler zum Präst- erwähll. Andraffy bemerkte in seiner Rede: „die örtlichen Eig-nschaften S. Durchlaucht deS deutschen ichskanzler und seine hohe Weisheit sind uns eine Bürg- tft dafür, daß unter seiner Leitung die Verhandlungen ? j i Congresses den Frieden geben werden."
Die nächste Sitzung des CongreffeS findet erst am BS iviltage statt; inzwischen werden aber Privatconferenzen ’ lischen den einzelnen Mitgliedern abgehalten und in diese
fefieint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für das Quartal mit der wSchentlichen Beilage „JlUstrtrteS SountagShlatt" durch btt Expedition («och'sche Buchdruckerei) bezogen 31 «axk, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«, (erd. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf«. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werben 25 Pf«, berechnet.
[1 Hahaha" lachte die Fran des HauseS, „sie spiell dte ' igte, die an ihrer Ehre Gekränkte. Vortresfiich! L Sie wünschen dabei noch von mit die Erzählung interessanten Liebesromans, noch besser! Als ob eS t genug wäre, daß meine Alma, unfreiwillige Zeugin " Liebesergusses mit dem Maler gewesen." Sie beo- „e dabei den Eindruck, den biefe Worte nothwendig das junge Mädchen machen mußten. Aber seltsam! „ V crschrack nicht, ftn Gegencheil, es fuhr ein beruhigtes, Lächeln über ihr Gesicht. ,
»Können Sie bie Thatsache leugnen?" fuhr fetzt Frau Perro auf Hermine zu, ihre Kälte von vorhin hatte heftigen Zorn Platz gemacht, während jetzt die An- mit wunderbarer Ruhe entgegnete: „Allerdings und kann ich es nicht leugnen, daß. ich heute —"
. »Wie Sie haben bie Frechheit, es einzugestchen, hinweg » meinen Augen, ich will Sie keinen Augenblick länger Meiner Nähe bulben. Die Hand, der aufs höchste er= tttten grau, die jetzt aller weiblichen Würde so baar tuin< griff nach diesen Worten nach dem Schellenzug.
- *t Hermine trat ihr tief erblaßt in den Weg. „Sticht i tr gehe fch von hier, sagte sie mit vibrirender Stimme, \ Sie meine Rechtfertigung gehört. Sie haben mich
1878 9 die grausamste Weise beleidigt; ich werde Ihnen he- mitt «eu, daß sie mir Unrecht thaten. In beredten Worten .Ad.! Üderte nun Hermine, daß sie in dem Maler Bernhard 33ruber gesunden, daß sie in der Freude des Wiver-
VIS einen Augenblick ihre Pflichten als Gesellschafterin —Neffen. Ihre« Überzeugenden Worten konnte sich das
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