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Marburg, Donnerstag. 23. Mai 1878

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XIH Jahrgang

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von einer Marburger Verfasserin.

Gefahr handelt, von dem Reiche ausgehen, dessen Kompe­tenz dazu nach Artikel 4 Ziffer 16 der Reichsverfassung keinem Zweifel unterliegt. Auf diesen Gesichtspunkten be­ruhen die Bestimmungen des vorgelegten Gesetzentwurfs."

Herr Bamberger, der hervorragende Vertreter der Man­chesterschule hat bei der Berathung der Gewerbeordnung im Reichstage wiederum einmal sein manchesterlicheS Pferd ge­tummelt. Bekanntlich hat Herr Bamberger für die Hebung der vaterländischen Arbeit kein anderes Recept, als den Rath, die Arbeiter möchten billiger arbeiten und damit die Arbeiter bei dem billigen Preise nur das zum Unterhalt Allernochwendigste erwerben können, ist Herr Bamberger natürlich der Meinung: die Sonntagsarbeit müsse in mög­lichst ausgedehntem Maaße eingeführt werden. Man sieht, er fängt an logisch zu werden. Seine Parteigenossen haben eS ja dahin gebracht, daß in anderen Ländern Kinder von 10 Jahren sogar in Bergwerken arbeiten dürfen; er und seine Parteigenossen haben tS dahin gebracht, daß das Aus­land seine Montan-Erzeugnisse bei uns einführen darf. Kinder können und sollen bei uns diese Concurrenz nicht mitbekämpfen, nur Männer über 16 Jahre. Damit aber dieselben unseren Markt doch einigermaßen behaupten können, soll ihnen erlaubt sein, auch Sonntags natürlich nicht billiger zu arbeiten. Herr Bamberger klagt sodann, daß eS ihn schmerzlich berührt habe, alS er in regierungsfreund­lichen Blättern gelesen habe, das deutsche Volk falle der Verarmung anheim und erwähnt als nachahmenSwerthes patriotisches Beispiel jene Klugheit des Lyoner Magistrats, der seiner Zeit von der französischen Regierung verlangt habe, sie solle von dem Rolhstande der Lyoner Seidenweber kein weitere- Aufhebens machen, weil sonst die fremden Käufer die Waaren zu billigeren Preisen beziehe» wollten. Herr Bamberger scheint nicht wissen zu wollen, daß die Roth in Lyon nur einige Monate andauerte gerade nur so lange, wie die Londoner Rothschilds die rohe Seide in Händen und dieses Rohprodutt um 100 pCt. gesteigert hatten. Wie gesagt, der Lyoner Rothstand dauerte nur einige Monate und sein Höhepunkt charakterisirte sich da­durch, daß während der Dauer einiger Wochen die Hälfte der Stüble außer Betrieb gesetzt waren. Und wie steht es dem gegenüber bei uns aus? Die Stadt Brandenburg hatte im Jahre 1865 noch 158 Tuchfabriken, heute beläuft sich die Zahl derselben nur noch auf dreißig. Das ist Ein« von den vielen Beispielen, welche wir hier anführen könnten, wenn es uns eben nicht an Raum gebrechen würde. Das wollen wir aber hervorheden, daß wir Wcberdistriklc in Deutschland haben, in denen schon seit 4 bi- 5 Jahren periodisch zwei Drittel der Webstühle stillstehen. An vielen Orten Hal man ein Drittel der früher vorhandenen Web-

stehenden Verhältnisse und die Bildung des socialistischen Staates herbeizuführen, ist die Socialdemokratte unablässig bemüht, Unzufriedenheit in den besitzlosen Klassen zu ver­breiten, dieselben gegen die besitzenden Klassen aufzureizen, die überlieferten sittlichen und religiösen Anschauungen, die Vaterlandsliebe, die Pietät und die Achtung vor dem Gesetz, überhaupt alle diejenigen Grundlagen zu unter­graben, auf welcher der (Staat und die Sicherheit der Gesellschaft bestehen. Die Socialdemokratie droht das Ge­meinwohl auf das empfindlichste zu schädigen, indem die durch die Agitationen hervorgerufene Beunruhigung und Störung des öffentlichen Friedens nicht ohne Rückwirkung auf die Entwickelung der wirthschaftlichen Verhältnisse bleiben können. Wiederholt sind die verbündeten Regie­rungen an den Reichstag mit Vorschlägen herangetreten, um den Gefahren der Socialdemokratte durch schärfere Strafbestimmungen entgegenzuwirken. ES geschah dies bei Gelegenheit der Vorlage des Gesetzes über die Presse und in der Session 1875 76 durch die Abänderungsvor­schläge zum Strafgesetzbuche. Die Vorschläge haben die Zustimmung des Reichstags nicht gefunden, die Frage aber, ob es nicht besonderer Maßnahmen bedürfe, um den Aus­schreitungen und der weiteren Verbreitung der Sozial­demokratie entgegenzutreten, ist damit nicht erledigt worden; dieselbe ist vielmehr fortdauernd eingehend erwogen und nunmehr au« Anlaß des vor Kurzem gegen das Leben Seiner Majestät des Kaisers verübten Attentates wiederum in den Vordergrund getreten. Die Verbündeten Regie­rungen glauben diese Fragen bejahen zu müssen. Die in Deutschland geltenden gesetzlichen Vorschriften auf den Ge­bieten der Presse und des Vereinswesens, auf welchen sich die socialdemokratischen Agitationen vorzugsweise bewegen, reichen, wie die Erfahrung gezeigt hat, nicht aus, um die­sen Agitationen mit Erfolg zu begegnen. Es bedarf kräftiger und schneller eingreifender Mittel, um den Ge­fahren vorzubeugen, welche auö den socialdemokratischen Lehren dem Gemeinwesen drohen. So fern die Absicht liegt, das Vereins- und Versammlungsrecht, sowie daö Recht der freien Meinungsäußerung allgemeinen und dauernden Beschränkungen zu unterwerfen, so erscheint eS doch im öffentlichen Interesse geboten, dem Mißbrauche, welchen die Anhänger der Socialdemokratie mit diese» Freiheiten fortgesetzt treiben, Schranke» zu setzm und auf diese Weise de» Bestrebungen Raum zu gewähren, welche darauf gerichtet sind, durch Aufklärung und Belehrung, durch Stärkung des Sinnes für Recht und Sitte, wie durch wirthschastlichc Berbesserungen die Wurzeln des Uebels zu beseitigen. Solche Schranken können aber nur durch die Gesetzgebung aufgerichtet werden und diese muß, da es sich um eine alle Bundesstaaten gleichmäßig bedrohende

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Tagesbericht.

Der Eindruck, welchen die Mittheilungen des Grafen mvaloff in Berlin in den maßgebende» Kreisen gemacht m sollen, soll ein die FriedenSausstchten bedeutend erhöhen- jeiu. Man sieht dem Zusammentritt der Konferenz ersichtlicher entgegen. Indessen ist trotz aller entgegen- wrndrn Vorschläge Rußlands keine Sicherheit dafür Hürden, daß die entscheidenden Personen in England « Kriegswünschen entsagen dürften.

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nimmt entgegen; - L1l#tBebiti8tt «.Blatte«,

Str haben gestern bereits mitgetheilt, daß dasGesetz t Abwehr socialdemokratischer Ausschreitungen" bei der lichung des BundesratheS nur dadurch eine Verände- tz erfahren, daß der 8- 6 des preußischen Entwürfe- richen, die übrigen aber nach dem Entwurf ange- -----raten seien. Nach dem jetzt gedruckt vorliegenden Wurf, sind in den §§. 15 und 7 des preußi- m Entwurfes nur einige redaktionelle Aenderungen tzmommeu worden. Wir tönnen uns deshalb die

303.

--jilta Tagen eine höchst spannende Novelle

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0h"*HSrscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlustrirteS Souutagtzblatt" durch die Expedition (Xoch'sche Krell» Buchdruckerei) bezogen 2, Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf,, (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgedühr für die gespaliene Zeile 10 Pf,.

i Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf,, berechnet.

Heilung des Wortlautes ersparen. Dagegen wollen i'as«| t au« der Begründung noch Folgendes mittheilen:Die ibteitung der Socialdemokratie so heißt es in der ränbnng hat in Deutschland int Laufe der letzten te immer größere Dimensionen angenommen. Die ^demokratischen Lehren und Tendenzen sind in Kreise Kaß tragen, welche denselben früher mrzugänglich waren.

k sottaldemokratische Agitation, planmäßig und und von Hullen Agitatoren betrieben, übt mehr und mehr ihren ut (zE?blichen, die Gemüther verwirrenden Einfluß auf die )bin. Hm der Bevölkerung aus. Um den Umsturz der be-

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I hessischer «eschichtskaleuder aus dem 16. Jahr- Glück hundert.

(Fortsetzung.)

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weiter überhand nemen können.

1562 ist der Edle unb Ehrnveste Johann Kendel,

1566 hat Johan Heinzenberger, beider Rechten Doctor und Hessischer Canzler zu Marpurg, mit Jungfrau Catharina, Doctoris Johannis Lersueri Tochter, Hoch- zell gehalten.

' November.

' ! worden.

\i k 1552 ist Johannes CymaeuS, SuperintendenS und 2 hl I Pfarrherr zu Caffel, gestorben. Ligt zu Felsberg auf 2»^ Jacobs Kirchhof begraben (Roding.)

1593 zu Nacht um 9 uhr entstand zu Rödenau in

Hessen im Amt Frankenberg ein Feur und brannten jo*, Zwo Schruren mit Frücht ab, und geschähe viel Rettung b.76,i durch die Bürger zum Frankenberg, auch andere um« j siegende Flecken und Dörfern, daß daS Feur nicht

1579 hat Mag. Laurentius Matthaeus, dazumal Pfarr-

Herr zu Gruuberg, jetzund der Gemeine zu Schweirrs- - berg Seelsorger, mit Margrethen Petri KreuterS zu ui Gruuberg Tochter, Hochzeit gehalten.

? 1557 ist GeorgiuS Murhardus, Rentmeister zu Vach, A f den 8. Tag nach seines Weibs Kunigundis tödtlichen _ abgang, gestorben.

i ' 1568 ist Mag. Johannes AcesteS, FrancuS, Mag.

Petri Nigidii Tochtermann, welcher zu Fridberg im j Schloß Rentmeister gewesen, gestorben. Ligt daselbst A ; auf her Siechen Kirchhof, nach Batzbach zu, begraben. 9 1535 ist Sebastianu» NuzenuS, Professor der Ebreischen :'i Sprache, zu Marpurg in Doctorem Juris promovirt

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Licentiat und Statthalter an der Lohn, zu Marpurg in Gott seliglichen verschieden, des morgens um 4 uhr. 1577 hab ich zu Marpurg einen Cometen gesehen, soll den abend zuvor auch gesehen und zuerst erschienen sein. Er erschiene gegen Abend um 5 und währet bis um 9 uhr, hat einen sehr langen Schwanz und schoß versus Septentrionem. Währete bis an die 6 Wochen.

1581 starb zu Marpurg in Hessen Bernhardus CopiuS, beider Rechten Doctor und Professor JnstiMtionum und des Fürstlichen Hessischen HofgerichtS Assessor, des morgens um 8 uhr.

15. 1494 ist Johannes Emerich, ein gelehrter und fürneme Rathsperson zum Frankenberg, gestorben, welcher, nach­dem zu seiner zeit junge Rathspersonen ankamen und zuvor die alten Briefe und Privilegien der Statt Frankenberg in einem Feuer verbrannt waren . . . daS Scheffen- oder Gerichtsbuch, so hinter die Fran­kenbergische Chronik geschrieben, gemacht hat.

1547 ist Johannes Thonnerus, Fürstlicher Naht und Oeconomus der Schul zu Marpurg, gestorben.

1564 ist Johann von Viermundt, ein gelehrter und fürtrefflicher Junker, von Johann von Dersen, seinem Blutsverwandten, zwischen Schreis und Frankenberg erbärmlich erschossen worden. Ligt zum Frankenberg in der Pfarrkirchen begraben.

19. 1548 ist ein schrecklich Feuer zum Frankenberg in der Teichgassen angangen und ein Scheuer abgebrannt, und hat sich das Feuer dermaßen angelassen, daß man gemeinet, eS würde die ganze Gaffen vornemen. ES ist aber der Gnaden Gottes zu bedanken, daß nur 2 Bäu damit beschädiget. Auch war ein ledige Hobestatt zwischen Jörg Greineisen und Gerlach Krolls HauS, die war dazumal wol 1000 Gülden werth, denn wenn

das Feuer über die Hobestatt aufroert« nach dem Markt in die Rei kommen were, so Helt es sonder großen verderblichen schaden nicht abgehen mögen. Auch gab Gott gnade, daß daS Volk von den nächsten Dörfern darzu käme, und also durch mittel und hülfe GolteS des Allmächtigen erwehret worden.

20. 1551 hat ein Weib zu Weidenhausen in Hessen in abwesen ireS Mannes, der ein Salzkärner gewest, vier Kinder jämmerlichermordet und mit einem Wagenbeil die Köpfe abgehauen. Endlich hat sie auch ein Meffer ergriffen und da« durch ir selbsteigene Keel gestochen, ist aber darvon nit bald gestorben. Da nun die Nachbarn daS Haus aufgebrochen, denn sie hatten zuvor ein greu­lich Geschrei der Kinder gehört, befinden siedie unmensch­liche Mißhandlung. Das Weib aber ist durch Gotte« gnade zu Reu und Buß der Sünden kommen und nach 9 tagen gestorben. (Finc.)

1579 ist Elisabeth» Landgr. Georgii zu Heffen Tochter, so er mit F. Magdalenen, Graf Bernhard von der Lippen Tochter, erzeugt, in diese Welt geboren. (Reusner.)

24. 1543 ist Nicolaus MagnuS SnecuS, ein Doctor im Rechten, welcher, wenn im Gott das leben gegönnet hette, wollt er im Schwedenland das Wort Gotte­lehren, allhie zu Marpurg gestorben.

25. 1525 ist zu Altendorf in Heffen geboren Georgi»« Neuwe oder NegidiuS, ein Oberster, ein guter Latei­nischer und Teutschcr Poet (Selnecc-S).

1578 ist F. Christina, Georgii LandgrafenS zu Heffen Tochter, welche er mit F. Magdalenen, Bernhardt Grafen« von der Lippen Tochter, erzeuget, in diese Welt geboren (Reusner).

26. 1550 ist Catharina DSrrplatzin, Bomfacii Ruhemn