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Marburg, Mittwoch, 22. Mai 1878

XIII ZahkMg.

[fljrigen nimmt entgegen:

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(Fortsetzung.) September.

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to wird Folgendes mitgetheilt:

6t umfaßt 7 Paragraphen und giebt dem BundeSrath Ermächtigung swelche auf 3 Jahre ertheilt werden soll) LLie und Druckschriften, welche sozialdemokratischen Le­

gen dienen, zu verbieten und zu unterdrücken. Eine Maßnahme unterliegt jedoch der Zustimmung des geS, welche, wenn derselbe versammelt ist, sofort

1581 hat Christofs Becker, in der Fürstlichen Hessi­schen Canzelei zu Marpurg Registrator, mit Jungfrau Margareth, weiland Johan Streithoffs des Schul­theißen seligen Tochter zum Frankenberg Hochzeit ge­halten.

Bernhards von der Lippen Tochter, erzeugt, in diese Welt zu Darmstatt geboren (Reusner).

1544 ist Valerius Cordus, Euricii des Posten Sohn, von Simshausen bei Wetter in Hessen, ein Erfinder vieler unbetonter Kr enter, der auch den DioScoridem weitlich illustriret hat, zu Rom gestorben, seines alters 29 jar.

l|n zehenden Monat mit Tod nachgefolget.

1593 hat Mauritius Landgraf zu Hessen, Landgraf Wilhelms Son, mit F. Agneta, Johannis Georgii ^rafenS zu SolmS-Laubach Tochter, sein Beilager zu Dassel aolenniter gehalten.

,1577 ist Ludovicus, Georgii LandgrafenS zu Hefien, grafens zu Catzenelnbogen, Dietz, Ziegenhain und ^ldda Sohn, welchen er mit F. Magdalenen, Graf

m Xt;. Dietrich & Co. in Inflel und Hannover; Th.

andernfalls bei seinem nächsten Zusammentritt einzuholen i ist. Wird die Genehmigung nicht ertheilt, so ist der Erlaß ungültig. Verbote sozialdemokratischer Druckschriften und i Vereine können durch die Ortspolizei erfolgen, deren bezw.

Anordnungen jedoch erlöschen, wenn sie nicht innerhalb vier Wochen vom Äundesrathe bestätigt werden. Die Be­schlagnahme sozialdemokratischer Druckschriften tonn durch polizeiliche Anordnung erfolgen, ohne daß die richterliche : Bestätigung erforderlich ist, Versammlungen und Druck- i schriften zum Zwecke sozialdemokratischer Bestrebungen salso i die socialdemokratische Agitation), welche die Grundlagen des Staates und der sittlichen Ordnung angreifen, sollen ! mit Gefängniß nicht unter drei Monaten bestraft werden.

Wie es heißt stehen noch andere Maßregeln, wie Ein- i führnng einer 5jährigen Wahlperiode für den Reichstag sowie eines höheren Lebensalters und längeren Aufenthalts am Wohnorte für die Wahlfähigkeit in Aussicht. Ferner wird behauptet, die deutsche Regierung habe sich mit aus­wärtigen Regierungen zu gemeinsamem Vorgehen gegen die Sozialdemokratie in Verbindung gesetzt. Man sagt, wenn der Reichstag den neuen Vorlagen allzugroße Opposition mache, so würde er aufgelöst werden. Endlich wird mit den neuen Maßregeln der Regierung auch das Entlassungs­gesuch des Cuttusministers Falk in Verbindung gebracht, welches derselbe bereits vorvorige Woche beim Kaiser einge- reicht haben soll. Die nächste Veranlassung dazu soll ge­wesen sein, daß die ihm genehmen Personen für die Pro- ' vinzialsynode nicht die Königliche Bestätigung erhielten und Überhaupt in Bezug auf die Leitung der evangelischen Kirche jetzt in den höheren Kreisen andere Anschauungen herrschen, als der Cultusminister sie bisher vertreten hat. Es ist auch dies weiter nichts als ein tatsächlicher Ausdnick jener Ueberzcugung:So kann es nicht weiter gehen." Die Dinge sind mächtiger als die Menschen und die Lage, in welcher Dr. Falk sich zur Einreichung seines Ent- lasinngsgesuches genöthigt sah, hat et ebenso wie der Präsident Herrmann lediglich den total unhaltbaren Zu­ständen^ zuzuschreiben, welche sich während seiner Regierung auf dem Gebiete der Kirche, der Cultur und Sitte entwickett haben.

Oktober.

4. 1540 ist Helius Eobanus Hessus, ein fürtrefflicher Po«t, seines alters im 52. Jar, zu Marpurg in Hessen gestorben und daselbst auf S. Elisabechen Kirchhoff des Teutschen Hauses begraben worden.

1558 ist Mag. HenricuS MatthaeuS, D. Chnnradi Matthaei britter Son, zu Marpurg des mittags um 1 uhr geboren.

5. 1578 ist Fridericus Saur, Mag. Abrahami Saurs fünfter Son, des morgens um 9 uhr geboren.

1580 ist Mag. Helfricus HerdeniuS ein gelehrter und sehr wolberedler Mann, qui vere prumovet reguum

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Tagesbericht.

DiePost" schreibt:Wie wir hören, gilt das fernere Verbleiben des Herrn Ministers Dr. Falk in seinem Amt als höchst wahrscheinlich.

Das Kuratorium der Realschule erster Ordnung zu Duisburg hat sich an den Reichstag gewendet mit der Bitte, der Reichstag möge den Herrn Reichskanzler ersuchen,

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1 für den Monat Juni

auf die

Sberhessischr Zeitung

1589 starb die Tugendsame Frau Catherina, weiland D. Wigandi Happeln, gewesenen ProsessoriS zu Mar­purg, nachgelassene Wittib.

1590 hat Mag. Stephanus Kirchnenis, Paedagogii Marpurgensis Praeceptor, mit Jungfrau Helena, Va- lentini Landsknechts, weiland Richters zu Beilstein, ehliche und Gerhard Rödens, Stattschreibers zu Rintel- heim, Stieftochter, sein Hochzeit zu Rintelheiui an der Weser gehalten.

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-enberg an der Bergstraßen eheliche Hausfrau, samt vier ihrer Kinder daselbsten peste gestorben.

1580 ist Nicolaus RodinguS, der H. Schrift Doctor, Professor und Pfarrherr zu Marpurg, seliglich in ®ott verschieden. Ligt daselbst in der Pfarrkirchen beim Predigstul begraben.

'1581 ist die erbare und tugentsame Frau Ursula, Dvctoris Chunradi Matthaei seliger nachgelassene Bsittwe, des Morgens um drei uhr seliglichen in Christo Tkstorben und irern lieben Hernr dem Doctori seligen

dahin zu wirken, daß den Abiturienten der preußischen Realschule erster Ordnung und der ähnlich organisirten Anstalten der übrigen deutschen Staaten die Berechtigung zum Studium der Medicin gewährt werde. Dies Gesuch ist motivirt durch den Hinweis darauf, daß die gegen­wärtige, allein durch Gymnasium gegebene Vorbildung der Mediziner eine mangelhafte fei. Unzureichende Kemttniß der Mathematik, zu geringe Bekanntschaft mit den Natur­wissenschaften, ungenügende Ausbildung des Beobachtungs- stnnö bilden den Inhalt der in dieser Beziehung laut ge­wordenen Klagen. In den Universitälsgutachten vom ^ahre 1869 seien diese Mängel mehrfach hervorgehoben, Männer der Wissenschaft, wie Fick und Du Bois-Neymond, haben sie neuerdings wiederholt und Gymnasialdirektoren wie Hofmann, fangen an, im Gymnasium nicht mehr die geeignete Schule für das Studium der Medizin zu sehen Der Petition anö Duisburg haben sich 74 Petenten ange­schlossen. Der Commissarius des Reickskanzleramtes er­klärte sich in der Petitions-Commission wie folgt: Gegen­wärtig seien die ärztlichen Prüfungsvorschriften in der Revision begriffen, die Berufung einer aus namhaften Fach­männern der Wissenschaft und der Praxis zu bildenden Kommission stehe bevor. In den den Berathnngen zum Grunde zu legenden Entwurf einer neuen Prüfungsord­nung sei wiederum die Zulassung zur ärztlichen Prüfung unter Anderem von der Beibringung des von einem deutschen humanistischen Gymnasium ausgestellten Zeugnisses der Reife abhängig gemacht. Keine der beteiligten Bundes­regierungen haben sich veranlaßt gefunden, in diesem Punkte eine Aenderung des Entwurfes bei der Beurteilung des­selben zu empfehlen. ES könne nicht in Aussicht gestellt weiten, daß bei der definitiven Feststellung der revidirten Prüfungsordnung für Aerzte der in Den Petitionen auS- geörücfte Wunsch Berücksichtigung finden werde. Bei der Abstimmung entschied sich die Mehrheit der Commission, unter Ablehnung der beiden eutgegeustehcnoeii Anträge, für den Antrag des Referenten, welcher lautet: Die Petitionen bem Reichskanzler mit bem Ersuchen zu überweisen, unter Vernehmung ber einzelnen Bundesregierungen, Erörterungen baruber anzustellen, ob eine Abänderung des §. 3 der Prüfungsordnung für Aerzte vom 25. September 1869 im Sinne der Petitionen zulässig erscheint.

Die Desense bringt aus Rom vom 18. Mai folgendes Telegramm:Die Glückwünsche deS Papstes in Veranlas­sung des Attentats haben in Berlin den besten Eindruck 9ema<^. .Der Papst erhielt Danksagungen von großer Herzlichkeit., Unter den zahllosen Glückwünschen, welche se. Ma,estat der Kaiser Wilhelm ans Anlaß seiner Er- rettung von dem mörderischen Attentat am 11. b. darge-

viS und hernacher Pfarrherr zu Wechtersbach in ber U Grafschaft Eisenberg, gestorben, Seines AUerS unge- 1878. tzNich 40 Jahr.

: 1568 ist Catharina, Jacob Orths Vogts zu Caldern Tochter und Mag. Mathusalemi PfarrherrS zu Zwin-

B Mustrirtes SonrltagSblatt sich letben von allen Postanstalten entgegengenommen, ittigfir

ntfurt a. M., Berlin, vo, ii [ipjig, SBln re.; Rudolf teile in Berlin, Frank- Mm fr« « M- tc.

Anzeiqen nimmt entgegen: dieExpedttton ».Blatte«, sowie v Ännoncen-Bureanx von G L. Daube i Eo in Frankfurt a. M.; Jäger'» che 8u*banblung daselbst; Hermann'sche Vuchbandl daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Tbiene« in Elberfeld; E. Ewlotte in

s" 1 hessischer Äeschichtskaleuder aus -em 16. Jahr-

1 hundert.

1577 hat Mag. Abraham Saur biß Diarium erst tmili : ^gefangen zu formiren. Gott verleihe im weiter sein der Gnad, Amen.

n; 1584 ist Mag, Fridericus Molitor ober MyliuS, erst- - lich der Kirchen zu Wetter in Hessen gewesener Diaco-

Oet, an des abgestorbene» D. Nicolai Rhobiiigi statt in der Kirchen zu Marpurg oberster Pfarrherr zu sein, vom Herrn Lanb Commenthnr, als berfdben Collatore vorgeschlagen.

1576 ist Philippus Wilhelm, Lanbgraf Georgen zu Hes en Lohn, seines Alters 16 Wochen, aus dieftr Welt verschieben.

6. 1567 ist Adolph Wilhelm von Dorinberg, einer vom Ade, gestorben und zu Lingelbach, nicht weit vom schloß Hirßberg, begraben worden. Seines alters 42 1567 ließ Landgraf Ludwig das Closter S Georgen­

berg bei Frankenberg, nach absterben der frommen efelen und tugentsamen Frauen Ida gebonte von Hotz- felb, gewesene Abbatissa, durch den etbam und acht- barn Hennch Kraußhan, Rentmeister zum Frankm- berg, etnnemen und alles so darzu gehörig in auf- yt^t8c Ordnung und Register bringen, Doch mit solchem bescheid, daß die frommen, Gollsförchtigen und Xugent|amen Jungfrauen, so noch darinnen, die zeit ihres leben« ehrlich und mit gnugfamer Versetzung unterhalten werden sollen. V 9

1578 hat Jeremias Bintor, der H. Schrift »Doctor und jetzt Pfarrherr zu Gießen, mit Christina D. Petri Nigidii Tochter, zu Marpurg Hochzeit gehalten.

lc>72 qt Chunradus Gerhardus Saur, Mag. Abrahami

6 U mor9en<8 nach 1 Uhr geboren.

1564 ist Mag MatthaeuS Capella, Ethicae Pro- zu Marpurg, mit vielen Kindern an der Seucht der Pestilenz gestorben (Nig.)

^t fiaurentiuß Lucanus Francobergensis, beider Doctor^ und des AbtS zu Hirschseld Raht, daselbst z» HirSseld mit Jungfrau Felicilatc Landavia, T78® Dreuttin Landawin Hochzeit gehatten.

1580 hat Mag. Theodosius DorstheniuS, Hessischer

für

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Die Ueberzeugung, daßes so nicht weitergehen kann", t M, t schon lange im Volke gelebt. Die schlimmen Zustände, i He; W sich im Lause der letzten Jahre und in Folge der «raten Grundsätze, welche auf allen Gebieten die Herr- . ift erlangten, ausgebildet hatten, haben diese Ueberzen- »S hervorgerufen. Ost schien eS, als solle diese Ueber- yung des Volkes auch in der Regierung und Gesetzge- " >Y des Staates zum Durchbruch kommen. Dann hieß _ Äer immer wieder:Es bleibt beim Alten" und

Im Feuilleton der Zeitung beginnt in den fiten Tagen eine höchst spannende Novelle

A«f eigne« Wege«

von einer Marburger Verfasserin.

Neu zugehende Abonnenten erhaltm die Zei- z vom Tage der Bestellung an gratis.

Die Erpel». 1. Oberh. Zeitung.

To lauu es nicht weitergeht«."

fje&reiteten Änschanungen geworfen hat, scheint den An- ene gege n zu haben, daß die Regierung nunmehr ernst-- verki Maßregeln ergreifen und jener Volksüberzeugung zum

[i idruck verhelfen will. Es haben in letzter Zeit Minister- - »chungen stattgefunden (die Minister des Innern und späw Ackerbaus war auch beim Reichskanzler in FriedrichS- IRa. ) und als Folge derselben ist bereits ein Gesetzentwurf den BundeSrath gelangt, gegen die Ausschreitungen der ^demokratischen Agitationen. Heber den Inhalt des-

ung «h einen neuen Compromiß zwischen der Regierung und nib i ' liberalen Partei wurde der Umschwung vertagt. Das W« smtat auf den Kaiser, welches ein grelles Licht auf die ialistischen Agitationen und die von der Socialdemokratte

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