Marburg, Sonnabend, 18. Mai 1878
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Wilhelm.
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r Thal tief und wann von der würdigen und erhebenden t berührt worden, in welcher die Bevölkerung Berlins ir ihr Mitgefühl gezeigt hat. Ich wünsche, daß Jeder, Mr seine Theilnahme bethättgte, auch wissen möge, er damit Meinem Herzen wohlgethan hat und beauf- e Ich Sie zu diesem Zwecke, das Vorstehende bekannt machen.
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den Reichskanzler.
Rach telegraphischen Berichten aus Berlin hat der am Mittwoch die Glückwünsche von Deputionen Magistrats und der Stadtverordneten von Berlin, n und Breslau, sowie der Studirenden der Berliner tat entgegengenommen. — Der Kronprinz ist seinen jüngeren Kindern über Ostende nach England eist. Der Minister des Jnnent, Graf Eulenburg, sich am Mittwoch nach Friedrichsruhe begeben und ist
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einige folgen: „Ob Deutsche, Russen oder Fran- m*, schreibt der „Gauloir", „die Socialisten sind überall tdieik ^€n- Auf das Unglück ihres Vaterlandes, auf das * “ rderben der ganzen Welt gründen sie den Erfolg ihrer
Tagesbericht.
Der heutige ReichSanzeiger publizirt folgenden Mer- ihstm Erlaß: „Die That eines auf Irrwege gerathenen - enschen, welcher anscheinend nach Meinem von Gottes ädiger Fügung so lange beschützten Leben trachtete, hat ungemein zahlreichen Kundgebungen der Treue und " changlichkeit an Mich Veranlassung gegeben, die Mich [*fl f gerührt und innig erfreut haben. Nicht allein aus I 11 m ganzen Deutschland, sondern auch vielfach aus dem Mnde — von Behörden, Korporationen, Vereinen — n Privatpersonen aller Lebenskreise und aller Lebensalter Mir bethättgt worden, daß das Herz des Volkes bei > nem Kaiser und Könige ist und daß es Gutes und Traums tteu mit ihm empfindet. Dasselbe Gefühl habe Ich en i besondere auch in Berlin in jedem Auge gelesen, in [IQ lcheS ich nach diesem Vorfall gesehen, und Ich bin in
erstag Morgen zurückgekehrt. — Die Darstellung Attentates in der letzte» „Provinzial-Correspondenz" ich^ht auf Aufzeichnungen Sr. Majestät des Kaisers uiib. w ' Großherzogin von Baden.
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zeibr unter den auswärügen Kundgebungen über das Men-
<uif unseren Kaiser sind namentlich die Urtheile der höfischen Presse besonders interessant, wir lassen nach-
tswürdigen Pläne. Dank der Vermittlung des Kaisers Mr Hilm begann man in Europa einen friedlichen AuS- abei kg des zwischen Rußland und England auSgebrochenen
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Eine Vllksßixme.
Am 13. Wei 1878.
Kaiser Wilhelm, den im Kriege Nie vers hrte ein Geschoß, Dem in stets erneutem Siege Gnade l,ech vom Himmel floß.
Der, ein Greis von hohen Jahren, Ward beschirmt vor allem Leid, Hat der'Engel Schutz erfahren Jetzt auch in der Friedenszeit.
Kaiser Wilhelm saß im Wagen, Maienlüfte weht der Lenz, — Wo die grünen Linden ragen In Berlin, der Residenz.
Neben ihm, an Vaters Seite, Plaudett mit vergnügtem Sinn In dem schönen Frühlingskleide Badenlands Großherzogin. 1
Sieh! kein Haupt bleibt da bedecket. Wo daS hohe Paar sich zeigt, Und zu tiefem Gruß erwecket Jeder Mund in Ehrfurcht schweigt.
Da tritt hinter einer Linde Welch ein struppger Mensch hervor, Ausgewachsen in der Sünde, Der des Menschen Bild verlor,
Vor dem Heiligen alle Achtung, — Vor dem Rechte fromme Scheu, Desien Losung, dessen Trachtung Ist: Von allen Banden frei!
In dem Geist herrscht nur Verwirrung, Ja das Böse dünkt ihm gut,
ConflitteS zu erhoffen..... Angesichts eines solchen
Verbrechens muß man für einen Augenblick den schweren Groll vergessen, der seit den deutschen Kriegen auf uns lastet, und rückhaltslos Entrüstung über daS Attentat und Freude über sein Mißlingen bekunden. Indem die Vorsehung den Kaiser Wilhelm vor den Kugeln des SocialiS- mus rettete, hat sie ohne Zweifel Europa vor einem allgemeinen Brande bewahrt. Ihre Rathschlüsse erfüllen uns mit Dankbarkeit. Möge diese Lehre wenigstens für die Völler keine verlorene sein, die noch so glücklich sind, Souveräne zu besitzen, welche zwischen ihnen und den abscheulichen Früchten der socialisttschen Theorien einen letzten Wall ziehen."--In einem ähnlichen Sinne, jedoch
nicht ohne Anspielungen aus die schlimme Saat, die aus dem Kulturkämpfe aufgegangen wäre, äußern sich die „ Patrie," die „Union" und der „Frantzais", wie die monarchische Presse überhaupt. „In Deutschland", sagt das „Pays", „wird ohne Zweifel jetzt dasselbe geschehen, waS in Frankreich nach dem Orsini'schen Attentat geschah. Das Voll wird aus eigenem Antrieb energische Maßregeln gegen die Partei der Mörder verlangen. Nie wird sich für Deutschland eine bessere Gelegenheit bieten, der socialistischen Bewegung in die Arme zu fallen, welche es untergräbt und sich wie ein Oclfleck nach Rußland ausdehnt, wo sie zuletzt unter dem Namen Nihilismus in einer Wjera Sassulitsch ihre Verkörperung findet." — „Liberto" und „La Presse" glauben es hingegen mit der individuellen That eines Verrückten zu thun zu haben Der „Temps", welchem von seinem Berliner Korrespondenten telegraphisch mitgetheilt wird, daß Max Hödel oer „christlich-socialen Partei" angehöre, bemerkt dazu etwas naiv: „der sonderbare Name dieser Sekte sei ihm gänzlich unbekannt."
Die wesentliche Richtung der englischen Fordemngen beiten Graf Schuwaloff in St. Petersburg Ausdruck geben dürste, wird von der K. Z. dahin charakteristrt, daß England durchaus an der Grundlage des SaliSbury'schen Rundschreibens sesthalte. Die Consequenz dieses Standpunktes würde sein, daß Bulgarien nicht an das Aegäische Meer reicht und seine Grenzen sich nach den Nationalitäten richten. Mehrere Regierungen betrachten diese Punkte als nvthwendig. „Man nennt — so schreibt man der K. Z. — außer England Frankreich und soweit es sich namentlich um das Aegäische Meer handelt, ist dies ja auch als Mittelmeermacht dabei interessirt. Diese Forderung würde wahrscheinlich auch von Oesterreich unterstützt werden. Dagegen sollen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mächten über die meisten anderen Punkte bestehen. Dieselben sollen dort mehr ihre eigenen Interessen in gesonderter, wenn auch zum Theil paralleler Aktton vertreten.
O Verblendung, o Verirrung, Unverhüllte thier'sche Wuth!
Sein Gedanke ist: Zerstören, Aller Ordnung bringen Tod, Keine Gottesstimme hören Und kein menschliches Gebot.
Pulverdampf erfüllt die Räume — Galt dem Kaiser Schuß und Knall? Schaudernd regen sich die Bäume, Welch Entsetzen überall!
Doch es wandett das Entsetzen Sich in Freude, Dank und Lob: Mörderhand kann nicht verletzen, Den Gott auf den Thron erhob.
Denn den Schuh, ob scharf gezielet, Lenkte ab des Engels Hand, Der, weil Ihr dem Herrn gefielet, Jetzt als Hüter war gesandt.
Mögen böse Waffen knallen, Kugeln sausen scharf und dicht. Ob auch hundetttausend fallen, Kaiser Wilhelm fällt doch nicht.
Denn er setzte fein Vertrauen Auf den höchsten Herrn der Welt. Auf den Felsen that er bauen, Der in keinen Stürmen fällt.
St« hesstscher Gkschichtskaleuder aus de« 16. Jahrhundert.
(Fottsetzung.) Juni.
3. 1567 ist Johannes OldeudorpiuS, beider Rechten Doctor unb der hohen Schul zu Marpurg Profeffor, gestorben.
So würden beispielsweise die Dardanellen und die asta- ttsche Grenze England zufallen, Bosnien und die einschlagenden Fragen Oesterreich. Die Getheiltheit kommt Rußland zu Statten, wird auch nicht als für die Verständigung vor dem Kongreß günstig angesehen. Man will denn auch den nahen Zusammentritt desselben bezweifeln. Die Vorstellung, daß Schuwaloff Alles ins Reine bringen und nach seiner Rückkehr der Eröffnung des Kongresses nichts mehr im Wege stehen werde, wird nicht überall getheitt."
Deutsches Reich.
•• Berlin, 16. Mai. Heute fand wiederum im Reichstagsgebäude eine Sitzimg des Staatsministeriums statt, in welcher die Erwägungen, welche sich an das traurige Attentat der letzten Woche knüpfen, fortgesetzt wurden. ES dürfte sich besonders um die Frage handeln, ob es gerathen und thunlich ist, dem Reichstag noch vor seinem unmittelbar bevorstehenden Schluß eine bezügliche Vorlage zu machen. Zwischen dem Staatsministerium und dem Reichskanzler hat in dieser Hinsicht ein lebhafter vertraulicher Gedankenaustausch in den letzten Tagen stattgefunden. Die Meldungen einzelner hiesiger Blätter über den Zielpunkt der Berathungen und über die Stellung, welche einzelne Minister bei denselben eingenommen haben sollen, sind, wie wohl kaum zu versichern nöthig, rein erfunden. Die Haltung der Presse beweist fortgesetzt, wie üef der Eindruck des Verbrechens in allen Volkskreisen ist und wie man namentlich die der Gesellschaft drohenden Gefahren aus allen bei der Untersuchung zu Tage tretenden Umständen erkennt. Nicht blos in nationalliberalen, sondern auch in fortschrittlichen Blättern werden diese Gefahren in übereinstimmender Weise anerkannt und die Dringlichkeit der Abhülfe hervorgehobeu. Freilich bricht die Klarheit der Einsicht gewöhnlich an dem Punkte ab, wo es daraus ankommt, die Hettmittel anzugeben; hier pflegt jede Partei ihre Lieb- lingsvogmen und deren Befolgung für das einzige RettungS- mittel anzugeben. Weniger neu aber ebenso unwirksam sind die Rachschläge wie der, es müsse Jeder seine Schuldigkeit thun und Jeder müsse an seinem Theile zur Belehrung des Volkes beitragen; denn daß ifolirter Widerstand und isolirte Belehrung, wenn sie überhaupt versucht werden, nichts vermögen, darüber liegt die Lehre der Erfahrung hinlänglich deuüich vor. Die Pflicht derer, welche für die Leitung der öffentlichen Angelegenheiten die Verantwortung tragen, wird der nun nicht mehr zu verkennenden Gefahr gegenüber einer weit eindringlicheren Erwägung bedürfen, als sie bis jetzt in der Presse angestellt worden ist. Mit namenloser Frechheit sucht die „Bert, freie Presse"
4. 1588 ist Zacharias Helffrich vom Frankenberg, Theo- logiae studiosus zu Marpurg, zu Argenstein, under Marpurg gelegen, in der Löhne, als er sich darin adkülen wöllen, ertruicken, unb über zween Tag zu Marpurg ehrlich begraben.
1591 ist ber Eble Bernhard Claur, eines vornehmen Geschlechts in Hessen, zu Marpurg au» dieser Welt verschieden, und daselbst in S. Elisabethen Kirchen begraben.
5. 1555 ist Antonius Niger von Preßlau, ein Doctor ber Arzenei unb Professor Physicae zu Marpurg, in ber Statt Braunschweig gestorben (Nigib.)
7. 1572 ist Wilhelmus Morselius von Reichelstein Doctor ber Rechten zu Marpurg promovirt worben.
11. 1567 ist Johannes Pistvrius von Nibba zu Marpurg Doctor in ber Arzenei promovirt worben.
13. 1591 ist Victorinuö Schönfeld von Bauzen, Med. D. tm vornehmer AstronomuS, der 33 Jahr zu Marpurg Mathematum Professor gewesen, gestorben.
18. 1548 hat D. Nicolaus Rodingus, Pfarrherr zu Marpurg, mit Anna Clauten zu Cassel daselbst Hochzeit gehalten.
— 1580 hat zu Treißzigenhein im Lande zu Hessen ein Schäferjunge ungefährlich fünfzehen Jar alt wunderlich Geschicht erzehlet, geroeifcaget und viel Leute, auch wie sich ein jeder im zeitlichen Leben hatten sol, zur Buße vermahnet.
19. 1588 ist der Ehrwirdige Mag. HelfricuS HerdeniuS, Pfarrherr zu Marpurg und Hessischer SuperintendenS der Kirchen ober des Bezirks an der Löhna, ein sehr roolberebter unb gelehrter Mann um 4 uhr des Mvr- gens, zu Wißbaden, in Christo seliglich entschlafen und folgend» den 22. Junii zu Marpurg in der Pfarrkirchen, gegen der Canzel über, ehrlich begraben wvr-