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Marburg, Freitag, 17. Mai 1878

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wehren bewaffnet sind. Ueberdies wird versichert, daß sie durchaus reichlich mit Patronen und auf 10 Tage mit Lebensmitteln versehen seien. Es ist demnach eine Ueber- rumpelung unmöglich. Sollten die Russen einen Handstreich auf die Hauptstadt oder den Bosporus versuchen, was übrigens wenig wahrscheinlich ist, so würden sie sicherlich einen beachtenswerthen Widerstand finden. Die Feldge­schütze sind durchaus neu und von ausgezeichneter Qualität; sie haben nur den Fehler, daß sie zu theuer waren, denn jebe Batterie kam auf 240,000 Francs zu stehen.

Wie verlautet, ist seit acht Tagen die Fischerei auf dem Ufer von Bujukdere bis zum Schwarzen Meere sowohl bei Tag als bei Nacht verboten. Offenbar find bei diesem Verbote Torpedos mit im Spiele.

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1 Mscher GeschichtSkaleutzer aus lern 16, Jahr­hundert.

(Fortsetzung.)

April.

und Professor dazumahl der Griechischen Sprach zu Marpurg, mit Jungfrau Eulalia, Doctoris Wigandi Happelli seligen nachgelassenen Tochter, Hochzeit ge­halten.

1579 ist VolquinuS Vigelius von Wetter, ein Doctor der Arzenei, zu Caffel gestorben. Das Stättlein Wetter, nicht weit von Marpurg gelegen, hat sonder­lichen in 40. jar sehr viel gelehrte Leut gegeben.

1574 hat Magister Fridericus Mylius, damals Dia- conus zu Wetter, hernacher aber zu Wechtersbach in der Grafschaft Büdingen Pfarrher, mit Jungfrau Charitas, DoetoriS Cunradi Matthei dritte Tochter, zu Marpurg Hochzeit gehalten . . . Diese Charitas ist nach absterben obgedachten Magisters an Johan Fischern, beider Rechten Doctvm und Mindischen Canzlern, vermählt worden.

1592 ist der Edle Balthasar von Zerzen, gewesener Commenthur Teuffchen Ordens zu Ober-Flersheim, zu Marpurg gestorben und den 29. huius daselbst in S. Elisabethen Kirchen begraben.

1564 sind auf der Üniversitet zu Marpurg Nicolaus Vigelius LL. Licenttatus, Magister Conradus Mat- thaeuö und Hector a Jvß von Johanne Oldendorpio in DoctoreS beider Rechten promovirt worden.

1566 ist Wigandus Orthius von Wetter, der Helligen Schrift Doctor und Professor der Hebräischen Sprach zu Marpurg, Peste gestorben, beinahe mit seiner ganzen Freundschaft. Ligt zu Goßfelden, zwischen Mar­purg und Wetter gelegen, begraben.

Mai.

1580 hat man angefangen zu Marpurg den Grad in der Barfüßer Gassen abzubrechen und dieselbige weiter zu machen, wie fie jetzt dann schöner und lustiger ist.

Ttge-bericht.

Bei der gestrigen Feier des Bußtages in Berlin wurde den Kirchen überall aus das Attentat Bezug genommen. ü Kaffer, der Kronprinz und die in Berlin anwesenden rtglieder deS Kaiserhauses wohnten dem Gottesdienst im

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Deutsche- Reich.

Berlin, 15. Mai. lieber die Person des Attentäters Hödel wurden in einer gestern stattgehabten Versammlung der Chrisllich-Socialen folgende interessante Mittheilungen gemacht:Bekanntlich sind dem Hödel auf sein schriftliches Ansuchen Prospekte und Probenummern des hier erschei­nenden Staatsfocialist nach Leipzig gesandt worden, damit er dort Abonnenten werbe. Als dann der verantwortliche Redakteur jener Zeitschrift und Sekretär desVereins für Social-Rrform", Golombeck, welcher 4 Briefe von Hödel's Hand besitzt, mit seinen Sendungen einhielt, kam Hödel nach Berlin und fand sich am 28. April in der Expedition de« staatssocialist, Bergmannstraße 17, ein. Da er den Herrn Golombeck nicht zu Hause traf, ging er von dort zum Bureau der christlich-socialen Arbellerpartei, Bernauer- straße 114b. Seine Erscheinung machte auf den Sekretär jener Partei, Grüneberg, einen angenehmen Eindruck. Hödel erzählte von seiner geschäftlichen Verbindung mit Golombeck und zeigte sich als einen geweckten Menschen, der über die polittsche Lage und die sociale Frage ein recht verständiges Urtheil zu haben schien. Um Arbeit suchte er nicht nach; er war auch ganz ordentlich gekleidet und schien keine Ar- bell nöthig zu haben. Er erklärte, die Zeit der Arbeits- losigkeit zur Propaganda für die christlich-sociale Sache benutzen zu wollen, und verlangte und erhielt Flugblätter, welche er in socialdemokratischeu Versammlungen vertheilcn wolltt. Auf sein Verlangen erhielt er auch eine Mitglieds­karte auf den Namen Max Lchmann mit der Nr. 1732. Auch ließ er sich durchaus nicht abhalten, 25 Pf. Beitrag zu zahlen, um, wie er sagte, alle Rechte eines Mitgliedes genießen zu können, trotzdem ihm bedeutet wurde, daß die Partei von arbeitslosen Mitgliedern keine Beiträge entgegen­nimmt. Im Ganzen war Hödel dreimal aus dem Bureau und hat etwa drei Versammlungen besucht. In der Ver-

ben,

)s -u «JtoeigtH nimmt entgegen: ktfreiM»«btti»> «.Blatte«, c * . «ttd Annoncen-Bureaux tben ib. Dietrich & Co. in 5 'Stadhffd und Hannover; Ttz.

cfola ikOi in Frankfurt a.M.;

J [saft ein & Vogler in

W|. a- M., Berlin, iflig, Mn ic.; Rudolf t in Berlin, Frank-

Geschehen unter Reinhard Hamern dem Burgemeisler, seines Burgemeifter« Amt im 1. jar. '

1519 ist Conradus Matlhcus, beider Rechten Doctor und des HosgerichtS Assessor zu Marpurg, des Mor- 9^8 zwischen 9 und 10 uhr zu AlSfelo geboren.

1583 hat ChristianuS Lucanus, Franco bergius, Theo- l°gus, mit Jungfrau Christina, D. Nicolai Rodingi gehalten" S» Marpurg Tochter, Hochzeit

1564 ist Johannes Greineiß, ein ehrlicher und from­mer Burger zum Frankenberg, Mag. Abrahami Saurs Mütterlicher Eltervater gestorben, feilte« alters 66 jar. 1546 ist Georgius Thomas, ein bomeuter Pfarrherr und Prediger zu AUeudorf an der Werre gestorben, ligt daselbst außerhalb der Statt in der Kirchen rum H. Geist begraben.

1586 ist F. Magdalena, Landgraf Georgen zu Hessen wld F. Magdalenen gehonten Gräfin von der Lippe Tochter, in diese Welt geboren und in kurzer zeit hernach gestorben. (Reusn.)

1525 starb die durchleuchtige Fürstin und Frau, Frau Anna, Landgraf Wilhelms zu Hessen Gemahl, der Gott gnädig sei.

1593 hat Vincentius Rasoris I. ü. D. und der Abtei Fulda L-yndicus und geschworner Advocat, mit Ottilia, Johan Hartman «Schäfers, Füldifchen Küchenmeisters, Tochter, . . Hochzeit gehalten.

war ein groß ungeheuer Wetter von Donnenl und Plttzen um Marpurg herum um 2 uhr nach ?aju,naL siud drei Personen under einen Feldbterenbauin zwischen Goßfelden und Wetter gangen, m'lIJun3, stch vor dem Regen ein wenig zu schützen, k .bet 616 Ajetter in den Baum geschlagen und em Magd und Knaben alsbald ertödtet, welche

sammlung vom 3. Mai, welche in Anton'S Salon, Berg- und Elsässerstraßen-Ecke, stattfand, machte Hödel dem Maurer Slenng, welcher früher Socialdemokrat war, jetzt aber sich an den Versammlungen der Christlich-Socialen betheiligt, ohne bereit Mitglieb zu sein, privatim heftige Vorwürfe, well dieser für eine Partei, wie die christlich-sociale, Pro­paganda mache. Er, so fuhr Hödel fort, habe allerdings auch eme Mitgliedskarte der christlich-socialen Arbeiterpartei, doch nur, um zu deren Versammlungen ungehindert Zutritt zu haben: er sei auch Mitglied von socialdemokratischen Vereinen; im übrigen sei es ihm gleich, ob christlich-social oder social-demokratisch.Niederreißen",in den Staub treten". Das sei es, was er liebe. Damals trug Hödel einen goldenen Ring mit rothen Steinen und eine Uhr­kette; neben anderen socialistischen Schriften hatte er bei M dieRundschau", Organ für socialistische Propaganda. Am Freitag, den 10. Mai, also den Abend vor dem Atten­tat, war Hödel in der Versammlung der Christlich-Socialen, welche in Wettins Salon, Brunnenstraße 34, tagte. Da­mals scheint er schon sehr heruntergekommen zu sein; beim er erbat sich von einem Mitgliede ber Partei ein Glas Bier. Nach dem Berl. Tgbl. ist erwiesen, daß Hödel den Revolver bei Hyppolyt MehleS, Augustftraße 61, am Sonnabend früh (alfo dem Tage des Attentats) gekauft. Frau Mchleö verkaufte ihm denselben nach längerem Feilschen mit 25 Patronen für 8 Mark, welches Geld er aus allen Taschen zusammensuchte. Er ließ sich von der Frau die Griffe und Manipulationen beim Laden und Abschießen der Waffe zeigen. Als die Verkäuferin ihn fragte, zu welchem Zweck "den Revolver kaufe, erwiderte er in ausgeprägt sächsi- schem Dialett:Ja sehn Sie, liebes Madamchen, ich bin sre nämlich aus Sachsen, da reise ich viel, ich fahre auch heute schon wieder zurück und bei mir zu Hause da hat fich s sehr viel Wälder und dadrin ists nicht immer ganz geheier und da muß man so ein geladenes Dings in der Tasche haben." Danach empfahl er sich. Ueber da« gestrige Verhör de« Attentäters meldet die Ratioual- Zeltung noch, daß der von ihm vorgeschlagene Zeuge Bau­mann, welcher bestätigen sollte, daß er ihm mitgetheilt, er werde sich erschießen, gar nicht den Höoel zu kennen er­klärte. Die Voruntersuchung, so weil es da« Attentat be- tnfft, durste bald geschlossen fein, beim derselbe ist nach feber Richtung hin überführt. Die Untersuchung aber, ob bie« Attentat lediglich seinem Hirn entsprungen, dürfte noch längere Zeit in Anspruch nehmen und wird die Be­hörde vorläufig nur die Mittheilungen in die Oeffenttichkeit bringen lassen, welche nach keiner Richtung hin angethan sind, diesem wichtigen Theile der Untersuchung Abbruch zu thun. Mit Erlaubniß des Stadtgerichts-Präsidenten Kruger hat auch Herr C>.stan, Besitzer des Panoptikums,

h nach Alle von Makrikeni, gegenüber von San Stefano, bis 1 M Einmündung des Bosporus in das Schwarze Meer :ung$ «chellten türkischen Truppen werden nach vielleicht etwaS äitbenen Berechnungen auf 120,000 Mann geschätzt. HHr ist eS, daß fie mit ausgezeichneten Martini-Ge-

Bekanntlich hat der Kaiser beim Empfange des StaatS- initteriumS, welches ihn wegen der glücklichen Vereite- ehneten k des Attentates beglückwünschte, geäußert, es sei dies 8 dritte Mal, daß auf ihn geschossen worden sei. Da beiden früheren Fälle nicht Jedem genauer bekannt i dürften, so mögen dieselben hier erwähnt werden. les Mit 4 erste Attentat wurde auf den Kaiser verübt, als er i. 19 nach Baden reifte, um den Oberbefehl über die Trup-

anders » $ur Bekämpfung des badischen Aufftandes zu über- ompt,s mm. Aus einem Weinberge bei Mainz wurden Schüsse wirket i ben Wagen des damaligen Prinzen abgefeuert, welche -----i Postillon verwundeten. Das zweite Attentat wurde )Urg: i dem Studenten Oscar Becker verübt, der am 14. s Bin« li 1861 in Baden-Baden beide Läufe eines scharf ge- ----- tnen Terzerol« aus sehr geringer Entfernung auf den zug aui «öligen König Wilhelm abschoß und denselben zum g - «k nur ganz leicht verwundete.

____- »Auf dem Wege der Gesetzgebung und durch Verwal- in seh^ Maßregeln allein," schreibt dieBerliner Autvgr. ______ tftsp.",wird die Beseittgung von Zuständen nicht ge- bereiu Mm werden können, deren Keime sich stets von Neuem in scho« Äusenden von Stellen erzeugen, die in ihrer dunklen --»vrgenhell jeder Beaufsichtigung und Ueberwachung i alte »h die Behörden unzugänglich sind. Der Daick, zu

<hmi das deuffche Volk wegen der Errettung seines srr« aus Mörderhand verpflichtet ist, kann, nachdem e« ß herzinnigen Freude darüber Ausdruck gegeben hat, besser dargebracht werden, als dadurch, baß jeher ie so viel an ihm ist, persönlich sich bemüht, bie tung von Irrlehren, unter bereu Einfluß sittlich mmene Jnbivibuen die Entschlüsse zu den ärgsten °c!thaten ausbrüten, zu bekämpfen. Die Ehre und das dicsll <k des deutschen Volkes hängt davon ab, daß dieser ..-'"fr $ mit dem erforderlichen Enffte unb Erfolg geführt ichialr »!"

Anzeigen nimmt entgegen: dieExpedttton b.Blatte«, sowie d Annoncen» Bnreanx von G- L. Daube & Eo in Frankfurt a. M.; Jägerische Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl- daselbst; Jnvalibenbank in Berlin; W. Thiene« in ölberfeld; E. Schlotte in Bremen.

k>91 ist HermannuS Nußpicker, beS Fürstlichm Hesi flschen Hofgerichts zu Marpurg Assessor in Christo .. feliglich von dieser Wett abgeschieden.

tt»fl|* ! ^549 ist P. Chrisüna, gebome Herzogin von Sachsen »entuM Landgraf Philips Gemahl, als ir Herr noch in | 7** Custodi gefangen tage, gestorben, ligt zu Cassel :der Kirchen zu S. Marttn begraben.

el-Ge? ^30 ist FranciScuS LambertttS, ein TheologuS und Nr. 1 vtofeffor zu Marpurg, Peste gestorben, ligt auf S. < ; ^»chaeliS Kirchhof begraben.

V>36 ist Sebaftianu« Augustus NutzmuS, der Rechten r'7'g; ^ctor und ber Hebräischen Sprach Professor zu D rj Marpurg, gestorben, seines alter« 36 Jar.

__> ^66 ist Johannes DracouisteS, ber H. Schrift Doctor «hb ein gewaltiger Linguist, zu Wittenberg gestorben.

,^2 hat Cunradus schmolkalber, Rahtsperson zu AaÄ T^rpurg mit Jungfrau Anna Lauckin von Franken- Hochzell gehauen.

e v | ta«8 starb die Tugendsame Frau Anna Dorochea, , - Georg« Schwartzen Tochter und Sigfridi Clotzii ^7 0- D. und Fürstlichen Hessischen Canzlar« zu Mar-

____- p9 eheliche Hausfrau, um ein uhr vor Mittag.

l 181* W ist Jost Gömpel, all Rentmeister zu Bidencaps,

^03 ist SebastiannS Augustus, beider Rechten Doctor i, Ä' Professor der Hebräischen Sprach zu Marpurg Staffingen in Flandern geboren.

---- ^81 hat HermannuS Vulteiu«, der Rechten Doctor