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XIII. Mr-asg.

Marburg, Freitag, 3. Mai 1878

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4319 unb Hannover; Th. 3726 äch in Frankfurt a.M.; 3" :6 «fnn & Bögler in PQO . tat a. M>, Berlin, b2^ k Mn ic.; Rudolf e in Berlin, Frank-

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urirbtint täalick außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS Sonntagsdlatt durch die Expedition (K o ch sche * W Buchdruckerei) bezogen 2', Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiche- 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf«.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.

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Die Pariser Wellausstelluvg.

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Mitten im Taumel dieser blutigen Hirngespinnste hatte die Papiere VirginienS wieder in die Schatulle ge- «ffen und den Schlüssel zu mir gesteckt; dann sank ich das Lager' und entschlief. Diese Stacht war die grauen- ste meines Lebens. Nur Gott weiß, was ich damals

chevmrge« auf die vberhesfische Sri» jung und deren Gratisbeilage Iltustrirtes tttagsölatt werden für die Monate Mai Julli von allen Postanstalten angenommen dem Lande auch von den Landpostboten).

der Stellung der nationalliberalen Partei zu der von der Regierung beabsichtigten Finanz-Reform fvrtsetzt. Anknüpfend an die bezüglichen Reden v. Stauffenberg's, v. Bennigsen's und des Fürsten Bismarck weist die Correspondenz darauf hin, daß der Widerspruch des Reichskanzlers sich nur gegen die Forderung v. Stauffenberg's, nicht gegen die von v. Ben­nigsen ausgesprochene Forderung richtete. Ueber Das, was Letzterer sachlich gesichert wissen wolle nämlich daß die Mehreinnahmen zu denjenigen Erleichterungen durch Ueber- tragung von Steuern an Communen oder durch jährliche Erleichterungen in den Personal-Steuern benutzt würden, welche die Landes-Vertretungen in den einzelnen Ländern für nöthig erachteten herrsche grundsätzliches Einver- ständniß mit dem Kanzler; nur darin wichen die Mei­nungen ab, daß Bismarck die Erfüllung dieser Forderung bereits für gesichert halte durch das Budgetrecht des Land­tages, und deshalb ablehne, der Regierung weitere politische Bedingungen auferlegen zu lassen, durch welche verfassungs­mäßige Rechte der Krone beeinträchtigt werden könnten. So lebhaft und scharf auch die Erörterungen der letzten Wochen über die hervorgetretenen Widersprüche gewesen seien, so sei doch im Hinblick auf die früher festgestellten gemeinsamen Gesichtspunkte die Hoffnung nicht aufzugeben, daß bei den Erwägungen über die zunächst einzuschlagen­den Wege schließlich die Rathschläge einer praktisch nationalen Politik von Neuem den Ausschlag geben würden und, wie die Regierung glaube, bei wichtigen Fragen deö praktischen Lebens die Bereitwilligkeit zur Verständigung nur noch steigern könnten

Ueber die Orientwirren sagt die ..Prov. Corr." höchst lakonisch: Die Verhandlungen zwischen Rußland und Eng­land haben auch bis jetzt zu einem bestimmten Ergebnisse noch nicht geführt, werden jedoch noch weiter fortgesetzt. Weiter ist zu registriren, daß der bisherige Oberbefehls­haber der russischenSüdarmee", Großfürst Nikolaus, aus Gesundheitsrücksichten nach Petersburg gegangen ist und an seine Stelle General Totleben getreten. General Jg- natieff geht nicht als Botschafter nach Konstantinopel zurück. Zwei Nachrichten, welche verschiedener Deutung fähig sind; denn man kann einerseits sagen, daß durch diese beiden Männer in Petersburg die Kriegspartei verstärkt wird, andererseits kann man ihre Entfernung aus Konstantinopel als einen Att des Entgegenkommens gegen die Pforte auf­fassen. Aus der Persönlichkeit Totlebens ist ein Schluß nicht zu ziehen wenigstens kein politischer; wohl aber giebt seine Einquarttrung in San Stefano die Garantie dafür, daß die Befestigungsarbeiten der Muffen am Bosporus und Marmarameer nun einen systematischen einheitlichen Cha­rakter gewinnen werden. Dafür ist der General von Se-

«ätn nimmt entgegen: vpebitien d.Blattes, b.annoncen-8uteour fl;. Dietrich & Co. in

ich nach Odessa zurückgekehrt war, Alles, was ich von Virginien an Briefen und ähnlichen Andenken besaß, wie in eine ewig verschlossene Gruft. Das Mobiliar unserer Wohnung, das ich zum größten Theil bereits nach Odessa üdergeführt hatte, verkaufte ich, und alles Andere überließ ich der Wittwe Pyl's, die für Virginie eine herzliche Freund­schaft empfunden hatte und jeden Gegenstand aus dem Nach­laß der Verstorbenen heilig und lheuer hielt.

Die nächstfolgenden Jahre verbrachte ich auf wissen­schaftlichen Reisen, allezeit mit den Gespenstern der Er­innerung kämpfend. Endlich nach langen, rastlosen Wan­derungen fand ich hier in der einsamen Dachstube, die ich als junger Student bewohnt, ein Asyl. Ich beschloß, hier den Rest meiner Tage in stiller Thätigkeit zu verbringen, um, wenn ich fühlen würde, daß mein Ende herannahe, das Grab meines Glückes noch einmal zu ösftten und dann seinen Inhalt den Flammen zu übergeben. Noch im Herbst meines Lebens hat mir das Schicksal die Freude gegönnt, in Dir einen treuen, geliebten Freund zu finden, der trotz ' der Verschiedenheit der Jahre, die uns zu trennen scheint, für das ernste, verschlossene Wesen des alten Sonderlings ein warmes Verftänbniß und ein fühlendes Herz besitzt. Jetzt weist Du Alles, und nun wirst Du besser und rich­tiger urtheilen können, ob ich wohl daran that, wenn ich mich von dem lauten, blendenden Treiben der Außenwelt abschloß und in die Tiefen der Wissenschaft und meiner eigenen Gedanken versenkte. Mein Herz ist noch reich an Liebe; aber es gibt Schmerzen, die niemals verstum­men wollen. Für sie hat der Himmel nur einen Trost: die Einsamkeit.

Herr Schärtlin schwieg. DaS Feuer in dem geborstenen Ofen war lange herabgebrannt. Draußen halte sich der Sturmwind erhoben, und schaurig aufalhmcnb rüttelte er au den Laden und Scheiben. Es war, als ob der Geist

Der eite Schärtlin.)

Novelle von Ernst Eckstein.

iSchluß.)

gründen, obgleich sie mir offen und ehrlich bekannt hatte, daß die Möglichkeit dieses Glückes außerhalb meiner Sphäre liege. Ward mein Schmerz durch diese Erwä­gungen nicht gemildert, so schwand doch daö blinde Ver­langen nach Rache, und je mehr ich mich von diesem niedrigen Drang abwendete, um so klarer erkannte ich, daß selbst seine volle Befriedigung für meine Wunden nur Gift gewesen wäre. Was ich auch beginnen mochte, es gab kein anderes Heil für mich, als die stumme Erge­bung. Nach Verlauf von vierzehn Tagen, deren letzte Hälfte ich in einem benachbarten Dorfe verbracht, kehrte ich nach Föhrenstädt zurück mit dem festen Entschluß, das Ver­trauen der unglücklichen Clara nicht zu täuschen, sondern ihr nach besten Kräften mit Rath und That zur Seite zu stehen.

Alles, was mich bewegte, vergrub ich in den Tiefen meiner Brust und niemals habe ich auch nur mit einem Zucken der Wimper verrathen, was der Brief Pyl's und der Inhalt der Schatulle mir offenbart hat. Mit allem Eifer betrieb ich während der folgenden Monate die Re­gelung der Pyl'schen Vermögensverhältnisse. Es gelang mir, ein über Erwarten günstiges Arrangement zu erzielen, so daß die Wittwe nach Verkauf des gesammten AnwesenS ein Vermögen übrig behielt, das für ihre und der Tochter Bedürfniffe reichlich genügte. Die kleine Anna ist später ein sehr kluges und sinniges Mädchen geworden und hat einen jungen Theologen geheirathet, mit dem sie, so viel ich weiß, noch jetzt in glücklicher Ehe lebt. Clara hat nie erfahren, daß ich es war, der sie vor dem Schick­sal einer gänzlichen Verarmung bewahrte, denn ihr Dank wäre mir unerträglich gewesen. So habe ich doch wenigstens vor meinem Gewissen wieder gut gemacht, was ich in einer Stunde geistiger Ohnmacht, wenn auch nur in Gedanken, gesündigt habe. In diese Schatulle aber begrub ich, als

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; Die Weltausstellung ist gestern bei prachtvollem Früh­iwetter in Paris eröffnet worden. Minder frühlingS- g freundlich und heiter steht der politische Horizont aus. t ballen sich schwere Wetterwolken zusammen, und Euro- < j steht mit gespannter Angst dem Ausbruche des Wetters kgm. Frankreich zwar mit seiner Weltausstellung liegt ' vom Kriegsschauplatz, allein in England und Rnß- i wird man wenig Lust verspüren, einer großen Welt- fir, wie einer solchen Ausstellung, beizuwohnen, wenn u ] Krieg ausbricht. Die Gedanken nehmen dann eine L.7 . ete Richtung, und das Geld hat man dann für andere 11U «ke zu gebrauchen, wenn das Vaterland Krieg führt!

: Russen und Engländer bilden aber bei solchen Welt-

*) Nachdruck verboten. Mit Oenebmiaun» ter BcrlagSdantlunz au» bem bei «b Eckstein iu üeipiiä erschienenen WerkeSt » rm » ach t," Neue «0» » »s» «ruft » ck i e i» (9 starke «äale. Preis »L 9) entlehnt.

Am folgenden Morgen war die Klarheit meines Be- ßtseins wenigstens so weit zurückgekehrt, daß ich das edle eines Hasses, der sich gegen Pyl's unschuldige Fa­ir zu kehren drohte, mit einer gewissen Beschämung em- ad. Unter dem Vorwand wichtiger Geschäfte verließ in aller Frühe das Haus und streifte lange Zeit plan- - im Lande umher, fortwährend von den Furien meiner ebiv ^rken verfolgt und mehr als einmal mit der Versuchung [ dpfend, meine blinde Rachsucht an Clara und ihrem ---- dd, der Warnungsstimme meiner Vernunft zum Trotz, Nlvch auSzusühren und dann meinem Leben ein Ende zu! Zachen

~ Erst nach und nach begann die Fluth der Verzweiflung ebben, und meine Seele ward milderen Regungen zu- Mich. Ich rief mir die ganze Vergangenheit Zug für undik *6 ins Gesicht zurück; ich suchte ttotz meines inneren - iderstreben« nach Milderungsgründen für den Frevel, [ 181 c mich so unwiderruflich zu Boden geschmettert hatte, sn?iH d ich fand sie.

Ein Theil der empörenden Schuld fiel auf mich zurück, ich hatte mir angemaßt, VirginienS Glück zu be-

flnjeigen nimmt entgegen: die Expedition b.Blattes, sowie d Annoncen-Bureanx von @. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; JSger'sche Buchbandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. TdieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

Tagesbericht.

Seine Majestät der Kaiser hat, wie dieN. Pr. Ztg." meldet, Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland dem Ver­nehmen nach den Orden pour le merite mit dem Bildniß Friedrichs des Großen verliehen.

DieProv.-Corr." meldet: Fürst Bismarcks Krank­heit nehme einen günstigen Verlauf und es sei zu hoffen, es werde dem Fürsten möglich sein, sich auch noch an den Berathungen des Reichstages zu betheiligen. Dasselbe Blatt enthätt einen ArtikelConstituttonelle Bürgschaften bei der Steuer-Reform", in welchem es die Besprechung

Philadelphia zurückgekommenen Maaren ausgepackt, so mußte die Industrie sich schon wieder für die Pariser Aus- stellung rüsten. Es sollte uns wundern, wenn nicht ein gut Theil der Gegenstände, welche dort jenseits des Oceans paradirt hatten, auch in Paris Parade stehen werden. Wir konnten es deshalb auch nur billigen, wenn Deutschland die Beschickung der Ausstellung verweigerte, welche Frank­reich ohne vorherige Anfragen, ob auch andere Länder ein Bedürfniß dazu fühlten, ganz auf eigene Hand ausgeschrieben hat. Nachgerade sind diese Ausstellungen durch die allzu- hänfige Wiederholung zu einer bloßen Weltplaisir geworden, angeregt von der Spekulation der Gastwirthe und ähnlicher specnlativer Geschäftsleute der großen Weltstädte. Der Gewinn für die Industrie ist ein sehr geringer gewesen. Zum bloßen Vergnügen aber sind diese Ausstellungen zu theuer. In Frankreich hat man die Sache veranstaltet, um der Welt zu zeigen, daß Frankreich auch nach dem Kriege noch das große, glänzende Frankreich ist wie unter dem Kaiserthnm 1867. Noch vor Kurzem schien der po­litische Parteikampf im Innern das Gelingen der Ausstel­lung ernstlich in Frage stellen zu wollen. Der Patriotis­mus aller Parteien hat die Selbstverläugnung gehabt, diesen Kampf vorläufig einzustellen um die Ausstellung in Ruhe feiern zu können. Nach derselben wird diese Ruhe schwer­lich lange anhalten und es ist zu vermuthen, daß der Kampf dann desto lebhafter entbrennen wird. Aber der Franzose ist der Mensch des Augenblicks und des äußeren EclatS. Jetzt wird er Alles thun, der Ausstellung so viel Glanz wie möglich zu leihen, um sich dann in diesem Glanze zu sonnen und über die verdunkelteGloire des Schlacht­feldes" zu trösten! Gönnen wir den Franzosen neidlos ihr Vergnügen, arbeiten wir aber rüstig weiter, um die tiefen Wundert, welche der Wucher- und Schachergeist der deutschen Industrie geschlagen hatte, zu heilen, ihn auszutreiben und Deutschlands altberühmte Solidität, Treue, Rechtschaffenheit und Tüchtigkeit wieder zu bringen.

-1 nügen sonst das Haupt-Contingent der Besucher. Von Q| Wand wird der Besuch der Ausstellung sich schon anderen Gründen spärlich gestalten. Zwar unsere rt 11 Ische Kunst hat sich noch in letzter Stunde an der Aus- img betheiligt, aber die deutsche Industrie ist fern ge­ben, und sonst sind die Beziehungen zwischen Deutfch- i und Frankreich, wenn sich auch in Deutschland eine scmng zeigte, noch nicht derart, daß wir uns beson- ! zu dem Besuch von Paris hingezogen fühlen könnten, ein mehr als das wird in Deutschland die wirthjchaft- r lä0, i Nothlage, welche Jedem die größte Sparsamkeit auf- ||«U| fl, von dem Besuch einer Weltausstellung, welcher ohne en, di gefüllte Börse nicht möglich ist, zurückhalten. Auch Meielu Österreich und Amerika legen die wirthschaftlichen Noth- ibe solche Zurückhaltung auf und in Oesterreich werden 1,1 die Vorgänge auf der Balkanhalbinsel ihren beschrän­ken Einfluß ausüben. Die Vertreter der Groß-Industrie Pj-äj den zwar, so weit sie irgend können, die Ausstellung chen, um zu sehen, ob dort für sie etwas zu lernen Allein für den äußeren Glanz und die Entschädigung die gehabten ungeheuren Unkosten reichen die Besuche tr Leute nicht aus. Es dürfte deshalb sehr fraglich , ob Paris seine Rechnung bei der Ausstellung finden ob dieselbe so glänzend ausfallen wird, daß sie wirklich würdige Piedestal abgeben wird, auf welchem man durch sie Republik und die Größe Frankreichs verherrlichen will. Für Wett-Industrie ist diese Ausstellung höchst überflüssig; denn an waren die letzten Kisten der von der Weltausstellung zu