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Marburg, Sonnabend, 27. April 1878

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teile Anklang finden. Wenn jedoch von anderer Seite

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Nachricht verbreitet wird, daß dieselbe ihrer Verwirkli-

tt unterrichteter Seite ist diese Angelegenheit noch nicht

«r das Stadium der Pourparlers hinausgekommen.

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r mißtrauisch. Der „Golos", welcher bekanntlich vom

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Ich saß noch bis gegen Mitternacht bei der blonden

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pruchslosen Wesens zu wissen. Ohne daß sie es wollte,

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698 mistenpartei in letzter Zeit in den Vordergrund geschoben 308 vrde, wird in neuerer Zeit in Regierungs- wie auch in ~— dfkreisen vielfach ventttirt und soll auch an maßgebender

190 nd Iuui von allen Postanstalten angenommen §57 mf dem Lande auch von den Landpostboten).

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führten Unterhandlungen nicht als erfolgreich bezeichnen, t britische Regierung mag^in nebensächlichen Dingen, wie 8. die Abberufung der Eskadre aus dem Marmara- ktte, auch noch so viel Bereitwilligkeit zeigen ..." Aber

Erscheint täglich außer an den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JInstrtrteS SonntagSblatt" durch die Expedition («och'scke Buchdrucker-,- bexogen 2‘, Mark, durch Die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (epi. Bestellgebühr». - JnserNonsgebühr für die gespaltene Zeile 10 «k- Für in der Expedition zu ettbeilenbe Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.

^zeigen nimmt entgegen: e@fl)ebttien d.Blatte», wie d.Annoncen-Bureaux in Th. Dietrich & Co. in

Der alte Schartlin. •) Novelle von Ernst Eckstein. (Fortsetzung.)

Tagesbericht.

Die Frage wegen der Regentschaft des deutschen Kron- änzen in Elsaß-Lothringen, welche von den Reichslanden iederholt angeregt worden und namentlich von der Auto-

ttger Schritt gethan, und die endgülfige Einigung über die Bedingungen für das Zustandekommen eines Berliner Con- gresses um Vieles erleichtert worden . . ." Demselben Mißtrauen begegnen wir auch im „Rußki Mir": „Seiner Ansicht nach hat die Diplomatte uns mit Congreßprojekten schon so oft angeführt, daß man ihr nun, wo sie ernstlich daran geht, ihre „friedliebenden Drohungen" auszuführen, keinen Glauben mehr schenkt, ganz wie in der Fabel vom Wolf und vom Hirten."

r . James deswegen auf seine für Rußland unerfüllbare 2 rderungen besteht, um den Kongreß unmöglich zu machen.

»rum sollte es seine Chancen vermindern durch die An- hme des von den Berliner Diplomaten geplanten Kom- wisses? Und doch kann eine Aufforderung in der beab- tigten Form nicht erfolgen, wenn der Vertreter Eng-

mir niemals auch nur die leiseste AndeuMng gemacht te, er fühle sich in seiner Häuslichkeit glücklich. Sein öif schien ihn ganz und gar auszufüllen; sonst würde 1 Mir, dem Freund, der ich wenigstens in den ersten 118' irtn seiner Verheirathung in regelmäßigem Briefwechsel chm stand, ohne Zweifel ab und zu Veranlassung ge- «l haben, mich vom Gegentheil zu überzeugen. Seine !s E kbindung mit Clara war eine Vernunftheirath, und der

Die russische Presie verhält sich den Nachrichten gegen- tr, daß die Kongreß-Aussichten sich günstiger gestalten,

, rsten Gortschakoff direct inspicirt wird, schreibt: „Aus Hari» [m

Gründen läßt sich annehmen, daß das Cabinet von

tau e^et f° in Beziehung stand. ES gewährte mir eine — t Beruhigung, meine Frau in der Nähe dieses sanften,

_ L Er reichte mir die Hand, rief seiner Gattin ein zer- «tes: Gute Nacht, Clara! zu und schritt dann, nur ffsam ein Gähnen unterdrückend, nach der Thüre.

itft und ließ mir hundert unwichtige Dinge erzählen, mich unendlich interesstrten, well Virginie mit ihnen

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Deutsches Reich.

** Berlin, 25. April. Die plötzliche Erkrankung des Fürsten Bismarck wird von allen Kreisen, namentlich auch vom Kaiser selbst, sowohl in Rücksicht des Standes der auswärtigen wie der inneren Angelegenheiten sehr schwer empfunden. Die bedauerliche Wirkung wird auch dann zu verspüren sein, wenn der KrankheitSzustand, wie zu hoffen, verhältnißmäßig bald vorübergeht. — In der nationallibe­ralen Correspondenz wird gegen die gestrigen Ausführungen der „Prov.-Corr." eingewendet, es sei richtig, daß die natio­nalliberalen Redner die möglichst umfassende Ausbeutung der Tabaksstcuer in Aussicht genommen hätten, es seien aber von ihnen keine bindenden Verpflichtungen für An­nahme des Monopols oder der Fabrikalssteuer eingegangen. Von einer bindenden Verpflichtung war auch in der „Prov.- Corr." nicht die Rede, sondern von der Verpflichiung zur sorgfältigen Prüfung der verschiedenen Systeme behufs der künftigen Entscheidung, mithin von der moralischen Un­möglichkeit, von vornherein Monopol ober Fabrikaksteuer abzulehnen. Die Mehrheit des Reichstags hat sich in oer ersten Lesung gegen die Erhöhung der Tabaksteuer, wie sie Minister Camphausen vorgeschlagen hatte, ausgesprochen, und zwar weil der Vorschlag nicht eine ergiebige Ausbeu­tung des Tabaks als Steuerobjekt herbeiführe. Als einzige Systeme in dieser Richtung bestehen aber Monopol uitb Fabrikatsteuer. Wenn diese beiden von vornherein ausge­schlossen werden, wozu dann überhaupt die Enquete. — Wenn ferner die „Vossische Zeitung" behauptet, die „Prov.- Corresp." habe bis jetzt verschweigen wollen, daß bei dm Nationalliberalen vor Allem konstitutionelle Garantien in Betracht kämen, so ist darauf hinzuweisen, daß das halb- officiöse Blatt erst gestern den bekannten Ausspmch Stauf- fenberg's reproducirt hat. In Wahrheit aber hat das Blatt schon vor 8 Tagen bei Wiedergabe eines Artikels der „Nationalzeitung" aus demselben die Wotte über konstitutionelle Garantten ebenso genau abgedruckt, wie gestern den Passus aus der Stauffenberg'schen Siede. Auch hat die „Prov.-Corr." diesem Attikel ausdrücklich die Be­merkung beigefügt, auf die konstitutionellen Bedenken und gibt es ja Menschen genug, die hinter einem gleichgültigm und fast verschlossenen Aeußern einen reichen Schatz von Liebe verbergen.

Am folge,lden Morgen setzte ich meine Reise fort, ohne mich von Pyl verabschieden zu können. Auch Virginie hatte sich auf meinen ausdrücklichen Wunsch nicht vom Lager erhoben. Gefaßter als in den Stunden meiner Ankunft sagte sie mir Lebewohl. Auch ich war so ruhig alS möglich, denn ich wollte Alles vermeiden, waS einen Rückfall in ihre gestrige Ueberreiztheit zur Folge haben konnte.

Clara, die mir eigenhändig das Frühstück bereitet hatte, erschien jetzt, da ich den Wagen bestieg, auf der Schwelle des ThorwegeS. Sie fühtte ihr dreijähriges Töchterchen an der Hand, ein hübsches, blühendes Kind, das in seiner ganzen Erscheinung nur wenig vom Vater hatte.

— Ich schreibe Ihnen so oft Sie wollen, sagte die junge Frau, als das Fuhrwerk sich schon in Bewegung setzte. Ihrer lieben Virginie ist das viele Correspondiren ohnehin schädlich. Glückliche Fahrt!

Es währte fast drei Wochen, bis ich am Ziel meiner Reise anlangte. Alles ging mir nach Wunsch. Ich fand eine geeignete Wohnung in gesündester Lage und ein so wohlwollendes Entgegenkommen, daß ich mich schon nach kurzer Frist heimisch fühtte. Ein Brief Clara's erreichte mich in den ersten Tagen des Juli. Er meldete mir Vir- giniens fortschreitende Genesung, die, wie Clara meinte, längst eine vollständige sein würde, wenn die Sehnsucht nach mir nicht hemmend in den Weg träte. Virginie, die sich körperlich fast ganz frisch fühle, sei in Folge der Tren­nung mitunter fast ttefsinnig und schließe sich stundenlang in ihr Zimmer ein, ohne irgend wen, selbst sie, die treue, wohlmeinende Freundin nicht, vorzulassen. Ich möge ihr in dieser Beziehung recht eindringlich Zureden, mir im Uebrigen keine Sorge machen. Solche Stimmungen seien

H der Zeit hatte augenscheinlich Nichts dazu beigetragen, 1 Verhältniß umzumodeln. Clara schien indeß innerlich llitt. zufrieden, daß ich kein Recht hatte, sie zu bemitleiden. Ab. [ mochte die Art und Weise ihres Mannes für eine

Abänderlichkeit seines Naturells hatten. In der Thal

. Nachdruck »ertöte». Mit Genehmigung der 8erl«g«hn»d!ung au» dem bet —— **• Eikstem in deipiig erschienenen Werke „S t u r m n a ch t," Reue Ro«

■ eo* ijruft Sckßei» (» starke Lände. Prei« Mt. 9) entlehnt.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition ».Blattes, sowie d Annoncen- Burcaux von ®. L. Taube & Co in Frankfurt *. M.; Jägerliche Buchbandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in

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Ktftenimgeit auf die vb-rh-sftsche Z-i« v hing und deren Gratisbeilage Iltustrirtes ionntagsölatt werden für die Monate Mai

die polittschen Garantten werde des Weiteren zurückzukom­men fein, sie ständen aber auf einem ganz anderen Blatt als die jetzt geltend gemachten Bedenken gegen die Aus­dehnung der Steuerreform an und für sich. — Das Staatsministerium trat heute Nachmittag 1 Uhr unter dem Vorsitze des Justizministers Leonhardt zu einer Sitzunq zusammen. Es handelte sich dem Vernehmen nach um die Erledigung laufender Geschäfte, Disciplinarsachen, vielleicht auch um den Beschluß über den Gesetzentwurf betreffend die Erhebung einer Uebergangsabgabe von Essig. — Das Kriegsministerium hat bei Beginn des 2. Quartals eine Zusammenstellung derjenigen Privateisenbahnen zur Kennt- mß der Truppentheile gebracht, welche verpflichtet sind, zu den Stellen der Bahnwärter und sonstigen Unterbeamten, mit Ausnahme der eine technische Ausbildung fordernden Beamtenstellen, Militäranwärter vorzugsweise zu berück- sichttgen. ES sind dies im Ganzen 35 Eisenbahn-Gesell­schaften. — Nach einer im Reichseisenbahnamt aufgestellten Uebersicht der BetriebSergebniffe im Monat März stellt sich auf den im Betrieb gewesenen 88 Eisenbahnen die Einnahme aus allen Betriebszweigen bei 43 Bahnen höher bei 45 Bahnen niedriger als in demselben Monat deS Vorjahrs. — In Bezug auf die Größe der Kvhlenfelder in den Steinkohlen producirenden Ländern gibt das Werk Mac Farlane's, Coal regions of America folgende Zahlen an. Neuschottland besitzt 18000 englische Quadratmeilen, Großbritannien 11900, Spanien 3000, Preußen, Frank­reich, Oesterreich je 1800, Belgien 900, Chili, Australien, China, Indien rc. zusammen 28000. Diesen Zahlen gegen­über umfassen die Kohlenbergwerke der Vereinigten Staaten Nordamerikas 192000 Quadratmeilen, d. h. 2,08 mal so viel Kohlenfelder als alle übrigen Länder zusammen. Je­doch stehl die Produktion von Kohlen bei der geringen Einwohnerzahl, dem geringen Bedarf, der Schwierigkett des Exports niedriger als in Großbritannien und Deutschland Im Jahre 1873 producirte Großbritannien 128130000 Tvns, Deutschland 42421471 Tons und Nordamerika nur 41423947 Tons.

A Bkkliu t 25. April. Die gestern Abend hier ein­getroffene Nachricht von der Erkrankung des Fürsten Bis­marck an der Güttelrose hat in hiesigen Kreisen überrascht. Die letzten aus Friedrichsruhe über das Befinden des Für­sten eingetroffenen Nachrichten lauteten bis dahin noch günstig, und hieß es sogar gestern Mittag in hiesigen Krei­sen, der Fürst habe die Absicht, während der Anwesenheit des Königs von Schweden auf kurze Zeit hierher zurück­zukehren. Nach den heute aus Friedrichsruhe eingetroffenen Nachrichten dürste wahrscheinlich die Abwesenheit deS Reichs­kanzlers sich noch bis in den Mai hinein erstrecken, da eine so schleunige Herstellung selbst bei einem günstigen Verlauf zu natürlich; nur ihrem Ueberhandnehmen müsse man vorbeugen.

Unmittelbar darauf traf ein Schreiben VirginienS ein Die Sprache dieses Brieses war seltsam verworren. Höre mir zu und sage mir dann, was Du an meiner Stelle von diesen Reden gehalten hättest.

Herr Schärtlin öffnete wieder das messingbeschlagene Kästchen und nahm ein zerknitterte« Blatt heraus, das er mir schweigend darreichte.

— Lies selbst, sagte er.

Ich Hub an wie folgt:

„Frau Pyl hat Dir bereits mitgetheitt, daß es mir gut geht. Ich beschwöre Dich, gib mir nun endlich die Erlaubmß, Dir in unsere neue Heimalh zu folgen, denn hier fühle ich mich ftemd, fremder als in der Wüste. Es ist mir zu Muthe, als schwebe ein entsetzliches Unglück über meinem Haupt. Wenn Du mich liebst, so spanne mich nicht länger auf die Folter. Je weiter das Jahr vorschreitet, um so unerquicklicher wird mir diese Gebirgs- luft. Wärst Du doch hier geblieben, nur acht Tage, ich weiß bestimmt . . . Doch nein, eS ist besser so, viel besser Schicke mir nur daS Geld zur Reise. Ich bin müde wie nie. Den ganzen Tag habe ich an Dich gedacht. Unser Schloß in dem stillen Walde schwebte mir vor . . weißt Du noch, wie Du mich fragtest, weßhalb ich den Grafen Callas nicht heirathen wollte? Heute laS ich in der Zeitung, daß man ihn der österreichischen Gesandtschaft in London attachirt hat. Wahrhaftig, wenn ich so denke, wie herzlos Du bist, Dein armes Weib so einsam zurückzulasfen und Hunderte von Meilen weit in die Fremde zu ziehen . . . Doch nein, nicht für mich, sondern für Dich wäre es besser gewesen, ich hätte dem Grafen damals mein Jawort gegeben. Nicht

kittete mir Clara den Einblick in ein reiches, tiefes |S£ Hütt». Wenn sie auf ihren Gatten zu sprechen kam, so afaci $ttten ihre Augen in fast überirdischem Glanz. Was [ sagte, war vielleicht alltäglich und unbedeutend, aber ( sie es sagte! Mit Wehmuth dachte ich daran, daß

tetrid) in Frankfurt n M.;

«as-nstein & Vogler in . rankfurt a. M., Berlin, V !ipzig, Cöln rc.; Rudolf

lefte in Berlin, Frank»

Ime 168 uicht feine Einwilligung giebt. Wenn die Auffor­st, ntng Sinn und Erfolg haben soll, so ist eS nothwendig, »anl & bie ersonnene Formel von allen ©liebem der Konferenz genommen werde." — Und weiter schreibt das genannte 1 att mit Rücksicht auf die Nachricht der „Agence Havas", nb < I die Vermittelungsversuche der deutschen Regierung schon 1 6; folge gehabt haben: „So lange es nicht in offiziellem e bekannt wird, daß England auf die von Berlin in »rschlag gebrachte Formel einer Einladung zum Kongresse igewilligt hat, lassen sich auch die gegenwärtig in Berlin

Kch, „wenn die Einwilligung Rußlands und Englands, _ t Truppen von Konstantinopel zu entfernen, wirklich Hgt fein sollte, so ist unzweifelhaft schon ein sehr wich-

D nng nahe sei, so dürfte dem wohl eine ziemlich san- ten A Ansicht zu Grunde liegen. Nach Mittheilungen