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XIII Zahrgaiz

JllniflUCfl, Dounerstag, 25. April 1878

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Wandlung anzusehen sind, und in wie weit sie als dauernde Mängel erkannt und deshalb durch gesetzliche Regelung be­kämpft werden müssen. Die Vorschläge, welche zur Abstellung der hervorgetreteuen Hebelstände gemacht worden sind, zielen entweder darauf hin: 1) den Wanderlagerverkehr direct nach Ort, Zeit und Gegenstand desselben zu beschränken, also im wesentlichen die einschränkenden Bestimmungen wieder her­zustellen, welche vor Erlaß der Gewerbeordnung in den meisten Staaten in Geltung waren, oder 2) der Uebervor- theilung des Publikums, soweit sie durch die Eigenthümlich- keiten des Wanderlagerverkehrs verstärkt wird, durch eine strengere polizeiliche Regelung des letzteren bezw. des Ge­werbebetriebes im Umherziehen überhaupt entgegen zu treten, oder endlich 3) die Bevorzugung, welche der Wanderlager­verkehr dem stehenden Gewerbebetriebe gegenüber hinsichtlich der Belastung mit öffentlichen Abgaben gegenwärtig mehr­fach genießt, zu beseitigen. II. Waaren-Auktionen: Die Waaren-Auktionen haben bis jetzt keine so große Verbrei­tung gefunden, als die Wanderlager. Ihre indessen immer­hin sichtbare Zunahme im Verhältniß zu früher wird noch im höheren Maße, als diejenige der Wanderlager, auf die eigenthümlichen Zeitverhältniffe, auf die Folgen der Ueber- produktion, sowie die zahlreichen Concurse und Liquidationen zurückgeführt. Vorherrschend ist die Anschauung, daß bei ihnen die Uebelstände, welche mit den Wanderlagern ver­bunden sind, in höherem Maße, am stärksten da hervor- treten; wo die Waaren-Auktionen unter der Form der Wan­derlager vorgenommen werden. Die Vorschläge, welche zur Abstellung der hervorgetretenen Uebelstände gemacht worden, sind gerichtet: 1) auf ein Verbot der Wander - Auktionen, 2) auf Erlaß von Bestimmungen, welche die gewerbsweise Abhaltung von Auktionen wieder allgemein, oder wenigstens soweit es sich um Waaren-Auktionen handelt, unter polizei­liche Controle stellen, bezw. das Concessionssystem wieder einführen würden, 3) auf eine entsprechende Heranziehung derselben zu den öffentlichen Abgaben.

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«st außer den betheiligien Behörden auch Handels- und rerbekammern, gewerbliche Vereine, Fabrikanten, Groß- Kleinhändler theils mündlich, theils schriftlich vernom- , worden. Das Reichskanzler - Amt hat nun das ge-

Der alte Schärtlin. *) Novelle von Ernst Eckstein.

(Fortsetzung.)

»druck »erboten. Mit Genedmi^img der Berlngshnndlnng aui dcm bet d (El;.ein in Leipzig erschienenen Werke> lurmnacht," Neue xo* r.^8 «r»p r«steiv (» starke Bände. Preis Mk. 9) enttehnr.

ffrfAeint täglich außer an den überfragen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlluftrtrteS SonntagSblatt" durch die Expedition («och'fche Buchdruckerei- bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. lexcl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Psg. berechnet.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.lvlatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co- in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. TbieneS in Elberfeld; C- Schlotte in

Bremen.

Ich war Zeuge des Augenblicks, da Herr von Tarnow ft Tochter das schwere Schicksal, von dem das fried- Schloß so plötzlich heimgesucht war, mittheilte. Vir- t brach in Thränen aus. Nicht um ihrer selbst willen, Ü sie mir später, sondern im Gedanken an ihren tr, der, an Reichthum und Luxus gewöhnt, nun an 1 an Lebensabend dazu verurtheilk wurde, sich einzu- «k:*. Auch ich empfand das tieffte Mitleid und die lichste Theilnahme, aber ich konnte gleichwohl ein , leidenschaftliches Gefühl der Genugthuung, daö in den verborgensten Tiefen meines Innern regte, völlig unterdrücken. Ein Theil jener Scheidewand, Mich von sßirginien trennte, war nun eingestürzt: ich

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Tagesbericht.

Für die diesjährigen größeren Trnppen-Uebungen hat der Kaiser unterm 15. d. Mts. folgenoe Anordnungen getroffen. Für das Garde Corps hat dessen Geueralcom- mando Vorschläge einzureichen, dabei aber durch entsprechende Terrain-Auswahl auf möglichst geringe Flurentschädigungs- kosten Bedacht zu nehmen. Das vierte Garde-Greuadier- Regiment Königin nimmt an den Hebungen des 8. Armee­corps Theil. Das 11. (hessen-nassauische) und 15. (elsaß- lothringische) Armeecorps haben, jedes für sich, große Herbstübungen vor dem Kaiser. Aus dem Beurlaubten- ftande sind dazu so viele Mannschaften einzuberufen, daß

Callas, dem das Schicksal der Tarnow's nicht unbekannt geblieben, sich mit der einzigen Tochter eines steinreichen jüdischen Kaufherrn verlobt habe.

Virginie empfing mich mit ungewohnter Feierlichkeit.

Ich habe den Tag nicht vergessen, sagte sie weh- müthig lächelnd. Wie Vieles hat sich in diesem Jahr ver­ändert ! 9tur Sie sind sich treu geblieben!

Ihre Stimme zitterte, und die schönen, schimmernden Augen füllten sich mit Thränen. Fast zwei Stunden lang saß ich in traulichem Zwiegespräch an ihrer Seite. Als wir uns trennten, war ich der glücklichste Mensch, der je ein geliebtes Weib in die Arme geschlossen. Virginie war meine Braut.

Herr von Tarnow sollte den Schicksalsschlag, der ihn so unverhofft von der Höhe seines Glückes herabgeschleu­dert, nicht lange überleben. Er starb schon im folgenden Frühjahr an einem Schlagfluß, der wohl zum Theil die Folge der großen Gemüthsbewegungen war, die ihn wäh­rend der letzten Monate heimgesucht hatten. Meine Mutter nahm Virginien für die kurze Zeit bis zu ihrer Verhei- rathung zu sich ins Haus. Ich bestand zu Ostern desselben Jahres die Lchlußprüfung und erhielt fast unmittelbar darauf in einem kleinen ostpreußischen Landstädtchen die Stelle eines praktischen Aiztes.

Im December hielten wir Hochzeit. Unsere Mittel waren beschränkt, unser Hausstand einfach und schlicht; aber ich dünkte mich reicher und seliger als alle Fürsten der Erde. Das kann freilich Jeder sagen; aber wie soll ich Dir's klar machen, daß ich unsäglich und über alle Begriffe glücklich war? Selbst für die höchsten und heiligsten Gefühle steht dem Menschen doch immer nur wieder dieselbe Sprache zu Gebote, welche auch dem all­täglichen Gebrauch jener Durchschnittsgefühle dient, die von den meinen so weit ablagen wie der Grund der Erde

die vorerwähnten Truppen mit der in dem Friedensetat vorgesehenen Mannschaftsstärke zu den Hebungen abrücken können. Die übrigen Armeecorps haben, so weit nicht Abänderungen vorgeschrieben find, die Hebungen so abzu- halten, daß bei den lltägigen Divifions - Hebungen die Dauer der verschiedenen durch Verordnung vom 17. Juni 1870 vorgeschriebenen Perioden auf resp. 4, 3 und 2 Tage festgesetzt wird. (Die Aenderungen beziehen sich auf die Hebungen oftpreußischer Cavallerie - Regimenter und des badischen Pionier-Bataillons.) Von der Zutheilung der Artillerie an die Brigaden während der letzten Tage ihrer Hebungen ist überall abzusehen. Im Juli d. I. soll bei Mainz auf dem Rhein eine größere Pontvnnier-Hebung stattfinden. Von den meisten Hebungen (ausschließlich der vor dem Kaiser zu haltenden) müssen sämmtliche Truppen vor dem 28. September d. I. in die Garnisonorte zurück- gekehrt sein.

In dem Ausführungsgesetze zum Gerichtsversassungs- gesetze ist bekanntlich die Aufhebung der Hniversttäts-Ge- richtsbarkeit ausgesprochen. Wie wir hören, will jedoch daS Hnterrichtsministerium auf Grund der gutachtlichen Aeußerungen der Unitierfitäten die sogenannte akademische Disziplin beibehalten, und ist zu diesem Zwecke die Ein­setzung eines Hniversitäts-Syndikus mit Disziplinargewalt in Aussicht genommen.

Trotz der kriegerischen Nachrichten, welche von England fast täglich eintreffen und welche von immer neuen mili­tärischen Maßregeln des englischen CabinetS zu melden wissen, ist man in den eingeweihten Kreisen noch immer der festen Ansicht, daß die Vorkonferenz der Botschafter schon binnen Kurzem zusammentreten werde und man zweifelt ebensowenig, daß derselben bann auch bald der Zusammentritt des Congreffes folgen werde. Man nimmt ferner in den politischen Kreisen Berlins als feststehend an, daß zwischen England und Rußland eine Einigung über die Einschränkung der bisherigen militärischen Stellung dieser beiden Staaten vor Constantinopel zu Stande ge­kommen ist. Man spricht davon, daß England eingewilligt habe mit seiner Flotte nach der Besika-Bai zurückzukehren, sofern Rußland seine Truppen bis zu einer bestimmten Entfernung vor Konstantinopel zurückgezogen haben werde. Was den Congreß anbetrifft so wird, entgegen der von anderer Seite gebrachten Nachricht, wonach Brüssel und andere Orte als Zusammenkunstsorte für den Congreß bezeichnet in Berlin entschieden daran festgehalten, daß Berlin als der Sitz des Congreffes auch noch fernerhin beibehalten werde. Man spricht sogar davon, daß der Kaiser mit Rücksicht auf den Zusammentritt des Congreffes seinen

von den Höhen des Himmels. Es war ein Cultus, den ich ihr entgegen brachte: ich betete sie an, ich vergötterte sie . . . Dabei glaubte ich jetzt an ihre Liebe wie der begeisterte Christ an das Evangelium. Ihr Herz schien mir so ganz, so ungeteilt zu gehören, daß ich völlig vergaß, was sie mir früher über die verborgenen Ideale dieses Herzens gesagt hatte. Ihre eigenen Betheuerungen straften jetzt diese Reden von ehedem Lügen. Es waren kindische Phrasen, schwur sie mit leidenschaftlicher Innigkeit. Ich liebe nur Dich, Dich allein und werde Dich lieben, so lange ich athme . . .

Der Erzähler ließ erschöpft das Haupt auf die Brust sinken. Sein Äuge funkelte in düsterm Glanze; et blickte saft lauernd nach den getrockneten Blättern und Blumen hinüber, die er vorhin aus der Schatulle genommen.

Dort, murmelte er wie geistesabwesend, dort liegt der elende Rest, der mir von der ganzen Herrlichkeit übrig geblieben ist, ein Zweig au« ihrem Brautkranz; und selbst dieser fahle, vermooernde Zweig hat keinen Sinn mehr; er ist tobt wie die gejammte Vergangenheit; er ist ein blasses, grinsendes Gespenst, das feinen fluchwürdigen Spott mit mir treibt.

Er legte die Hand vor die Augen. Es entstand eine lange, trostlose Stille. Nur das leise Knistern des Feuers klang unheimlich durch die einsame Dachstube, wie das Kichern boshafter Kobolde.

Unfinn, sagte Herr Schärtlin, indem er sich jählings emporrichtete. Das Alles ist längst verwunden und begra­ben. Spotte mich aus, mein Junge, daß ich mit fünfund­sechzig Jahren noch nicht gelernt habe, ruhig und gelassen eine alltägliche Geschichte zu erzählen.

Bei diesen Worten lachte er selbst, aber so hohl und gräßlich, daß eS mich eiskalt überschauerte.

Er schrit einige Mal hastig im Zimmer auf und ab

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Der 20. November, dF'2« utk sichern das Jahr Selbstprüfung für MrM KtMtii war, kam heran, p des Abends zuvor erhctzr ich Me Nachricht, daß Graf

____ eigen nimmt entgegen: totbto Expedition d.BlatteS, ies :lnnoncen.®uteaur ou^iey TP Dietrich & Co. in Otte tt j und Hannover; Th. ; berü trich m Frankfurt a.M.; ofttioii ienftei« &. »oglet in Mutt a- M., Berlin, aumu »üg, Cöln ic.; Rudolf in Berlin, Frank» ograr ' jun a. M. re.

de. 11 jung Messen und Jahrmärkte vorübergehenden luß: der Reiz der Neuheit der Verkehrsform, das rasche inanberfolgen eines außergewöhnlichen geschäftlichen Anf- jU KasWngeS und einer intensiven, lange währenden Geschäfts- [ 1878A Danach ist der Schluß gerechffertigt: 1) daß die _ Vertaget bei Wiederkehr normaler wirthschaftlicher Ver- ' Hffe von ihrem bisherigen mehrfach ausartenden Cha- 1 Itr voraussichtlich etwas verlieren werden; 2) daß zur t mit voller Sicherheit nicht zu unterscheiden ist, in wie 4 tie hervortretenden Mißstände als die unvermeidlichen yn einer an sich naturgemäßen wirthschaftlichen Hm-

k ein Anrecht mehr auf ihren Besitz, denn sic^mußte

1 : immer klarer erkennen, daß es mir nidjtjjrm den

2 ihrer Stellung, sondern nur' um ifetj zu

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____1 res nach der Keinen Landstadt M« 7. jeliOU meine »til 18 «''Kh war. ©infam und M'Hfgez-M,,zollte er den

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ch rod Wavderlnger und Waaren-Auktionen. tfomin .

In seiner Sitzung vom 11. December 1876 hatte der Mag beschlossen, eine Anzahl eingegangener Petitionen Änderung der Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung ßä'tlich der Wanderlager und der Wander-Auktionen Nkthe i Reichskanzler mit dem Ersuchen um Anstellung von attgefi rterungen darüber zu überweisen, ob und in wie weit vn he darin behaupteten Mißständen bei Revision der Ge- i beordnnng ober sonst im Wege der Gesetzgebung zu bei i gnen sei. Nachdem der Bundesrath diese Vorlage dem chskanzler überwiesen hatte, wurden sämmtliche Regie­zen ersucht, durch Ermittelungen an zuverlässiger und puwiger Stelle, insbesondere auch bei solchen Gewerbe- l'tnben, welche, ohne von jenem Verkehr in ihren Jn- f.-.i berührt zu werden, doch eine nähere Kenntniß der- aufqch m besitzen, die wichtigen, hier in Betracht kommenden a ' ichtspunkte, soweit dies überhaupt möglich, klar stellen Men. Die Erörterungen haben stattgefunden; es sind

,. mte hierauf eingegangene Material in übersichtlicher :l cmmenfteUung dem Bundesrathe borgelegt. Als Er- *-n, : der gepflogenen Erhebungen ist Folgendes zu ver- Ml.en :ien: I. Wanderlager: Es steht fest, daß sich die Wan- ßiiger iu neuerer Zeit nicht unerheblich vermehrt haben r.S es ist nicht zu bezweifeln, daß zu dieser Vermehrung ^'bestehende Gesetzgebung beigetragen hat, da durch die- dem W: eine Reihe ehedem in Geltung befindlicher, den ftag- Frauklßi Geschäftsbetrieb mehr ober minber einschränkender ftvff vtiimmungen gefallen ist. Nicht minder steht aber fest, wird d cuf diese Vermehrung auch noch andere Momente 1 theils bleibender, theils vorübergehender Bedeutung ny.rft haben. Bleibende Wirkung übten aus: die fort- itenbe Entwickelung des Personen- und Waarenverkehrs, tftag ei £Um Theil als Folge hiervon mit dem Kleinhandel vollziehenden Veränderungen, die mehrfach erfolgte Be-