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Marburg, Donnerstag, 18. April 1878
xiii, Jahrgang.
Anzeigen nimmt entgegen:
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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wölbentlilben Reilaae ,
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____________________________________Für in der Expedition zu «theilende Auskunft 7nd Annahme von AdSnL E berechnet 10 Wg*
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irsburg und London ein freundlicheres werden zu wollen.
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Der al^e Schärtli«.») Novelle von Ern st. Eck st ein. (Fortsetzung.)
ie Expedition d.BlatteS, Hute d.Annoncen-Bureaux on Th. Dietrich & Co. in lasse! und Hannover; Th. sietrich in Frankfurt a.M.; saasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, eipzig, Cöln rc.; Rudolf Refft in Berlin, Frankfurt a. M. rc.
lichen Zwecke kund zu thun, sich über das innerste Wesen seiner Bestrebungen auszusprechen. Der erste Schritt dazu ist schon durch die Circulardepesche und das Promemoria des russischen Kanzlers geschehen. Graf Beaconsfield kann sicher sein, daß die Sache nicht ihr Ende erreicht haben wird, und daß in Kurzem er und seine Kollegen gezwungen sein werden, die „feste Position" aufzugeben, von welcher der „Standard" spricht. Die Zeit der negirenden Erklärungen ist vorüber. Wenn der Congreß nicht Zusammentritt, so wird die englische Regierung nichts destoweniger vor Europa „seine Karten" aufdecken müssen. Und das allein wird schon genügen, sich fortan noch für den Ver- theidiger europäischer Interessen und der Verträge von 1856 und 1871 auözugcben, die es selbst durch die Abkomman- dirung der Eskadre Admiral Hornby's in das Marmora- Meer offen verletzt hat."
In der Orientfrage scheinen jcht die Thatsachen sich lstiger gestalten und das Verhältniß der Cabinete von
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Der Briefwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und Papst :o XIII. ist noch nicht abgeschlossen, auf welchen Umstand zurückzuführen sein wird, daß der bisherige Briefwechsel noch ajt in authentischer Form publicirt ist. Wie der „Courier ^^Ztalia" meldet, wird auf die Antwort des Kaisers ein fues Schreiben des Papstes erfolgen. Der Kaiser soll ^Sdrücklich die Unterwerfung der Katholiken unter die ügesetze zum Mindesten im Princip verlangt haben.
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verboten. Mit Sencbmiaung bet Berlagthandlong aus dem bei _ «dtftein in Leipzig erschienenen Werte „s t n r m n a ch t", Neue So» *** «r»8«afte>n<» ft»«!- Binde. Preis Ml. 9) entleput.
Deutsches Reich.
** Berlin, 16. April. Es ist wiederholt Klage geführt worden über die Verwendung von Strafgefangenen zur Herstellung verschiedener Artikel der Kleineisenindustrie. Es wird behauptet, daß diese Arbeiten in Folge dessen zu sehr billigen Preisen, aber auch in schlechter Qualität auf den Markt gebracht worden, es soll dadurch der Ruf dieser Industrie, sowie der Absatz int Auslände empfindlich geschädigt worden sein, und andererseits der heimischen Industrie eine nachtheilige Concurrenz gemacht worden sein. Der Minister des Innen: hat nun die Königlichen Regierungen veranlaßt, sich ruf Grund der Erfahrungen, welche m den Gefängnißanstalten gemacht worden sind, gutachtlich zu äußern, ob und inwiefern jene Klagen als begründet zu erachten sind. — In Bezug auf die von den Bundes- rathsausschüssen beschlossene Enquste der Baumwollenspinnereien muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß bis jetzt die betreffenden Ausschüsse noch keinen Bericht erstattet haben,_ daß also bis jetzt eine zuverlässige Angabe über die Beschlüsse noch nicht zu machen ist. Alle darüber umlaufenden Mittheilungen sind folglich verfrüht. — Sobald der Entwurf einer Prüfungsordnung für deutsche Aerzte die letzten Stadien der Vorbcrathung durchlaufen haben wird, soll derselbe einer Commission von Sachverständigen zur Begutachtung vorgelegt werden. — Unter dem 11. März d-, I- ist der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft ein Allerhöchstes Privilegium wegen Emission von 5°o Prioritäts- Obligationen 6. Emission im Betrage von 30 Millionen Mark ertheilt worden. — Nach einer Mittheilung der Postverwaltung der Vereinigten Staaten von Nordamerika unterliegen Bücher und Photographien dort in der Regel einem Eingangszoll und dürfen mit der Briefpost daher daran gewöhnt, ihr ohne Widerrede Folge zu leisten und so war ich denn pünktlich zur Stelle.
Der blendende Eindruck, den Virginien's Erscheinung m der prachtvollen^ Ballrobe aus mich ausübte, trug nicht dazu bei meine «Ltimmung zu heben. Es war mir zu Muthe, als sei sie die Fürstin und ich ihr in Demuth er- sterbender Kammerdiener, der sich glücklich schätzen müsse, daß die allerhöchste Gnade ihn nicht ganz so vornehm ablehnend behandle, wie er dies verdiente. Und doch lag in der Art und Weise, wie sie mich hier eine tropfende Kerze ausrichten, dort einen Sessel rücken und dort ein Boquet arrangiren ließ, fast etwas schmeichelhaftes. Sie hätte es genau so machen können, wenn ich der Herr des Hau- ses und sie meine Gattin gewesen wäre.
^fch lachte innerlich auf, als ich mich bei diesem Gedanken ertappte; aber Eins stand fest bei mir: heute noch mutzte sich mein Schicksal entscheiden. Ich war außer L-tande diese unablässig wühlenden Qualen noch länger mit gelaßener Miene zu ertragen.
Eben hob die Wanduhr auf dem Corridore zum Schlag der achten stunde aus, als der erste Wagen vorfuhr. Es war Gras Callas und sein Freund Salten. Ihre Pünktlichkeit überraschte mich nicht. Callas hoffte, auf diese Weise eine Viertelstunde lang möglichst ungestört mit Vtrginie plaudern zu können, und Herr von Salten fügte sich natürlich dem fouverainen Machtspruch seines erfahrenen: Standesgenossen, obgleich er für seine Person der Ansicht war, diese Akkuratesse sei nicht ganz gentlemanlike
Graf Callas schien etwas verstimmt, als er wahrnahm, daß ein Anderer ihm zuvorgekommen; doch trat er mit gewohnter Artigkeit auf mich zu und bot mir zwei Finger feiner rechten Hand, die ich mit sanfter Verbindlichkeit schüttelte. Wir hatten uns in der Zwischenzeit wiederholt bei Tarnow's gesehen und vertrugen uns um
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'fche Buchhandlung daselbst; Hcrmann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. ThieneS in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
nicht eingeführt werden. Geschieht dies dennoch, so werden dieselben von der amerikanischen Postverwaltung als unbestellbar zurückgesandt. Bücher, welche vor 20 Jahren gedruckt worden sind, Zeitschriften und Flugschriften, sowie Photographien, welche lediglich für den Empfänger bestimmt sind, ferner Bücher im Werthe bis zu einem Dollar sind zollfrei.
Breslau, 13. April. Die Bücher von M. G. Conrad „Spanisches und Römisches" und „Die letzten Päpste", beide im Verlage von S. Schottländer, Breslau, erschienen, wurden heute in der Verlagshandlung polizeilich mit Beschlag belegt.
Wilhelmshaven, 14. April. Prinz Heinrich, zweiter Sohn des Kronprinzen, welcher nach gut bestandenen: Abgangsexamen die Kieler Marine-Akademie verlassen hat, traf heute Vormittag in Begleitung seines militärischen Erziehers, Kapitän-Lieutenants Frhrn. v. Seckendorff, hier ein und begab sich sofort an Bord des Arlillerieschiffes „Renown". Prinz Heinrich wird während des Frühjahrs und Sommers an Bord dieses Schiffes die Schießübungen bei Schillig durchmachen und sich dann nach Beendigung derselben int Herbste auf die Corvette „Sedan" begeben, um eine zweijährige Reise um die Welt mitzumachen. Der Prinz begleitet den Rang und versteht den Dienst eines Unterlieutenants und schläft als solcher auch ganz vorschriftsmäßig in einer Hängematte.
Hamburg, 11. April. In der Bürgerschaft brachte gestern der Advokat Dr. Belmonte folgenden Antrag ein: „In Erwägung, daß in der Mittheilung des Senats, be- tteffend die Errichtung eines Oberlandesgerichts, anerkannt ist, baß es wünschenswerth sei, ein solches gemeinschaftlich mit einem anderen Staate zu besitzen rc., beantrage ich: die Bürgerschaft ersucht den Senat um Auskunft darüber: 1) ob es demselben bekannt geworden, daß zwischen Bremen und den Regierungen der benachbarten Staaten Unterhandlungen über ein zu errichtendes gemeinschaftliches Ober- Landesgericht schweben, 2) ob der Senat mit Preußen über die Errichtung eines das hamburgische Landgericht und die benachbarten preußischen Landgerichts-Bezirke umfassenden Oberlandesgerichts in Unterhandlung getreten ist, 3) für den Fall, daß dies nicht geschehen, bei der preußischen Regierung anzufragen, ob und unter welchen Bedingungen dieselbe geneigt sein würde, sich an ein in Hamburg zu errichtendes Ober-Landesgericht mit den angrenzenden preußischen Gebietstheilen anzuschließen."
Gietzeu, 14. April. Durch Dekret vom 6. b. M. sind die beiden ältesten Professoren der hiesigen theologischen Fakultät, bie Geh. Kirchenrälhe Dr. Hermann Hesse und H. W. Dorotheus Ed. Köllner, unter Anerkennung ihrer langjährigen eifrig und treu geleisteten Dienste mit Wirkung so besser, als ich nach Dem, was Virginie mir Nntgetheilt hatte, meinen letzten Groll gegen den Grafen schwinden fühlte. Nur ein Umstand berührte mich peinlich, nämlich der, daß Virginien's Voraussetzung, Benno würde seine Aufmerksamkeit sehr bald einem andern Gegenstand zuwenden, nicht in Erfüllung gegangen war. Der Graf schien vielmehr durch die Zurückhaltung Virginien's gereizt, Alles anzustrengen, um die Festung schließlich doch zu erobern, und wenn auch vorläufig in Virginiens Gesinnungen keine Aenderung eingetreten war, so konnte der sichtliche Ernst des jungen Cavaliers doch nach und nach eine Wirkung ausüben, deren bloße Vorstellung mich fast zur Verzweiflung brachte.
Das Alles zuckte auch jetzt wieder durch mein Gehirn, -ich war daher froh, als Herr von Salten dem Freund zuvorkam und mit Virginien ein eifriges Gespräch über die Heimkehr des Odysseus anknüpfte.
Jetzt trat auch Herr von Tarnow ins Zimmer, und wenige Minuten später hielt der zweite und dritte Wagen im Schloßhof. Die festlich geschmückten Räume begannen sich mit einer auserlesenen Gesellschaft zu füllen, die mir zum größten Theil unbekannt war.
Gegen halb neun ließ Virginie den Thee reichen und um halb zehn begann der Tanz. Da ich noch niemals erprobt hatte, was ich mir in dieser Hinsicht zutrauen durfte, so hütete ich mich, an einem Vergnügen theilzu- nehmen, ^das dem Unerfahrenen verhängnißvoll werden konnte, schweigend starrte ich in das rauschende Treiben, und je länger ich die seltsamen Wirbel und Wendungen beobachtete, um so schwerer fiel es mir, ihnen irgend welcheit begreiflichen Sinn unterzulegen. Erst als ich Virginien erblickte, die im Arm Benno's an mir vorüberflog, ward mir das Rächsel klar, und ich fluchte heimlich
)ttrinn4net81)Ut9 und London em freundlicheres werden zu wollen, zewidm^chnchten aus England melden, daß zwischen diesen beiden ltr burMneten ein freundlicher offiziöser Meinungs-Austausch lußerben gefunden und Berliner eingeweihte Kreise bestätigen dies wirb if6 den in Berlin eingetroffenen diplomatischen Mitthei- sich zui "gen. Trotzdem dürfte es von Jnteresfe sein, auf einen nseitigeEel des „Golos" hinzuweisen, der mit Bezug auf den
- nuten Artikel des offiziellen „Standard" auf bie reser- Haltung Englanbs bezüglich ber Aufstellung eines enprogramms sich folgendermaßen äußert: „ . . . So, es jetzt steht, kann es nicht bleiben. Wenn England Mich den Krieg will, so muß es das offen erklären, Rußland in das ihm gestellte Netz durchaus nicht ingehen will. Rußland muß und wird vor den Augen opa's der englischen Regierung die Maske abreißen.
> wird das Cabinet von St. James zwingen, seine wirk-
®ie timmt war, Das zu erobern, was ich so glühend und bjl Löblich ersehnte? Ja, Virginie war im Stande, mir, rm treuesten Freunde, wie sie mich nannte, das Geheimen - Ge I einer auskeimenden Neigung anzuvertrauen, meinen i wird ch und meine Hülfe zu beanspruchen und sich böcklich
H und meine Hülfe zu beanspruchen und sich höchlich verwundern, wenn ich über diese Freudenbotschaft nicht h. Hei ' Entzücken außer mir gerieth.
gaffe. [ Virginie hatte mich gebeten, schon eine Stunde vor ginn der Soiree einzutreffen, da dies die erste Fete sei, p * sie persönlich zu dirigiren habe. Ihr Vater aber sei 4 zu j« solchen Dingen höchst ungemüthlich und nicht zu bewe- >ril 18», auch nur eine Meinung zu äußern. Er habe das i (neufOer seligen Mutter überlassen.
: mir k Ich begriff zwar nicht, was ich in meiner völligen Un- msieurDrenheit ihr nützen könne, aber ich hatte mich längst
Obgleich ich längst das abenteuerliche Costüm, das ch so komisch kleidete, mit einem modischen Anzug verlischt hatte, verspürte ich doch ganz dieselbe Beklommen- Ö lt wie damals vor dem Eintritt in das Speisezimmer.
& unnennbares Gefühl der Angst schnürte mir die Kehle |<Unmen. Züm ersten Male sollte ich die Geliebte in •et Rolle als eigentliche Dame der Gesellschaft erblicken. Ruuk UN ersten Male sollte ich Zeuge sein, wie sie in einem - nzeuden Kreis zahlreicher Bewunderer jene Triumphe » z zu denen sie wie keine Andere berufen und berech- aune c t sm»« .... e. «t. »ix,
Mit Rücksicht auf die späte Publikatton der betreffenden Zekanmtmachung, nach welcher die Einziehung der von der hemaligen Preußischen Bank ausgegebenen Einhuitdertmark- oten nur bis zum 1. b. Mts. bei bett Zweiganstalten der werben keichsbank gegen Baargelb noch umgetauscht werben konn- [ en, vom 1. b. Mts. aber dieser Umtausch nur noch bei —_ er Reichsbank „Hauptkasse in Berlin erfolgen solle — Rd mit Rücksicht auf bie durch diese verspätete Publikation erbeigeführte vielfache Beunruhigung des Publikums und er zahlreichen beim Bundesrath eingegaitgenm Beschwerden Warm - hat der Bundesrath neuerdings folgenden Beschluß ge- ■■ ■ : lßt: 1. Die aufgerufenen Noten können bis zum 1. Juni 878 nicht blos bei der Neichsbank- Hauptkasse zu Berlin, ate. I nbern auch bei den Zweiganstalten der Reichsbank gegen >de. Di aargeld umgetauscht werden. 2. Nach dem 1. Juni 1878 [loAolgt die Einlösung der aufgerufenen Noten nur noch bei r Reichsbank-Hauptkasse zu Berlin. 3. Die vorstehenden stimmnngen sind im Laufe des Monats April einmal den nach § 30 des Reichsbankstatuts bestimmten Blättern