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eentfurt a. M., Berlü iyig, Evln rc.; Rudol lefe in Berlin, Frank­furt a. M- ic.

Marburg, Mittwoch, 17. April 1878

XIII. Jahrgang.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition ».Blattes, sowie d.Annvncen-Bureaux von G. L. Daube & Co in

Frankfurt a. M.; JLger'iche Buchdandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Znvalidendani in Berlin; W. Tdienes in Elberfeld; E. Scklotte in Bremen

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Tagesbericht.

P Der „Deutsche Reichsanz." enthält offiziell folgende in-

tttsäte den Geheimräthen Strack und Hitzig aus Berlin, dem

und

streng

Deutsche« Reich.

?e,2°(n kK" die. Erhaltung des •• ®trlie, 15. April. Heber angebliche Sommer- • Deutschland schätzt seine eigene Nutze reiseplane des Fürsten Bismarck sind bereits Gerüchte im das Blut und das Leben ferner Söhne I Umlauf, es bedarf ihiien gegenüber wohl kaum der Be-

te Formel, welche den Begriff der Neuheit feststellt, wird

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1878.

mrath Haase aus Hannover, dem Öherbaurath v. Neu- uther aus München, dem Hofbaumeister v. Egle aus tuttgart und dem Baumeister Nicolai aus Dresden zur

Wie die russische Presse über die gegenwärtige Politik Deutschlands in der Orientfrage denkt, davon giebt die Nummer des „Golos" vom 11. d. M. einen interessanten Beweis. DaS russische Blatt schreibt indem es die berühmte Rede des Fürsten Bismarck recapitulirt und auf die in Folge der deutschen Politik in den letzten Tagen sich steigen­den Friedensaussichten verweist: „Man könnte denken, daß Deutschland seine Politik vollständig verändert habe und von der freiwillig übernommenen Rolle eines „politischen Makler" sich loszusagen entschlossen sei. Noch mehr! In einigen Schichten der Gesellschaft gibt man sich den sehr sanguinischen Hoffnungen hin, Deutschlands hätte offen für uns Partei genommen, ähnlich wie Rußland 1870 offen für die Sache Deutschland gegen Frankreich eintrat. Man nimmt an, es seien von Berlin nach Wien und London so kategorische Erklärungen abgegangen, daß sie auch nicht den geringsten Zweifel aufkommen ließen an dem vollen Interesse der deutschen Regierung für die von Rußland vertheidigte Sache. Doch erschienen solche Hoffnungen min­desten gewagt ... Es wäre ganz falsch zu denken, daß die unzweifelhafte Freundschaft und Sympathie Deutschlands die Gestalt eines Schutz- und Trutzbündnisses zwischen ihm und Rußland annehmen könnte. Wenn das der Fall wäre, dann hätte sich wirklich ein Umschwung in der Politik Deutschlands vollzogen und der europäische Friede wäre auf lange Zeit gesichert. Das ist aber bis jetzt noch nicht geschehen, und in der deutschen Politik wird sich kein Um­schwung vollziehen. Deutschland entwickelt in seiner Mittler­rolle nur mehr Thätigkeit, nicht aber Entschlossenheit, und sucht nun mit größerem Eifer den Boden ausfindig zu machen, auf dem eine Vereinbarung der drei Großmächte zu Stande kommen könnte, von welchen die Erhaltung des Friedens abhängt... ir" 1 so sehr und achtet das

sich nicht finden lassen. Doch ergeben stch in dieser und in unteren Beziehungen öfter wiederkehrende Fragen, deren gleichmäßige Behandlung wünschenswerth und angebahnt ist. Hebei den materiellen Werth — die Verwerthsamkeit — der einzelnen Patente hat das Patentamt nicht zu befinden. Patente, denen ein solcher nicht beiwohnt, werden in kurzer Frist zum Erlöschen kommen. — Von der Zuziehung be­sonderer Sachverständigen, welche das Gesetz gestattet, hat das Patentamt angestellt, ob dieserhalb eine bestimmte Ordnung einzuführen sei. Einige Male und mit günstigem Erfolg ist unter Zuziehung der Parteien über eingereichte Patentgesuche mündlich verhandelt worden. Die Wieder­holung wird sich in wichtigen und schwierigen Fällen em­pfehlen, wird aber auch naturgemäß auf solche beschränkt bleiben müssen.

— Der Sommer ging zur Neige. Den freundlichen Emladungen Tarnow's und BirginienS Folge leistend, rich­tete ich, so ost ich konnte, meine Wanderungen und AuS- fluge so ein, daß sie mich nach dem Schloß führten.

Gern wiegte ich mich in die Täuschung, als gehorche A hterbet einer Forderung der Höflichkeit, denn Herr von Tarnow, der ohne sich sonderlich um mich zu kümmern, eine ungewöhnliche Sympathie für mich zu empfinden schien, verabsäumte nie, mir beim Scheiden die Hand zu drücken und mir die möglichst baldige Wiederholung meines Be- fuchs in den dringendsten Ausdrücken ans Herz zu legen. Hundertmal nahm ich mir vor, lieber unhöflich zu er­scheinen, als diesen Verkehr fortzusetzen, und hundertmal ward ich meinem Entschluß untreu, denn immer noch lauerte in einem verborgenen Winkel meines Herzens ein Rest der Hoffnung.

Ich verlebte an BirginienS Seite eine Reihe einzig schöner Herbsttage, bereit roarnu, wehmuthsvolle Klarheit so.recht zu der Stimmung paßte, die in der Nähe des geliebten Mädchens mein ganzes Wesen beherrschte. Wir waren jetzt in der Thal Freunde geworden. Wir tauschten unsere Gedanken über alle Fragm des Leben«, der Kunst und des Wissens aus, und Virginie legte eine besondere Freude an den Tag, wenn sie in irgend einer Beziehung von mir lernen konnte; aber Alles, was sie für mich empfand, war so rein schwesterlich, so ruhig und selbstge- liügsam, daß ich stets von Neuem ringen und kämpfen mußte, um die verwundete Eitelkeit und die gekränkte Sehnsucht nicht zum Wort kommen zu lassen. Das gelang mir so ziemlich in der stillen Zurückgezogenheit des be­schaulichen Schtoßlebens. Als aber der Winter in bas Laub zog unb bie rauschenden Festlichkeiten in der Stabt begannen, an benen auch bie lebenslustige Virginie ihcil- zunehmen pflegte, ba ergriff mich bie alte Verzweiflung

so hoch, baß es sie nur im Falle äußerster Nothwenbigkeit nab zwingenber Verhältnisse opfern würbe. Es ist selbst- verstänblich, bah Niemanb in Rußlanb verlangen kann, Deutschlanb müsse so unb nicht anders feine Beziehungen zu uns auffassen. Ebenso wäre man naiv, wollte man verlangen, Deutschland solle sich in seiner Politik nicht aus­schließlich von seinen eigenen Interessen unb bem eigenen Nutzen leiten unb bestimmen lassen. Nur scheint es uns, als ob der Vortheil Deutschlands selbst unmittelbar eine Erhaltung des Friedens erheische . . . Wir wiederholen es noch einmal: Bis jetzt kann man auf einen Umschwung in der Politik Deutschlands nicht hoffen . . Bis zum Frie­den ist's noch weit. Aber das russische Volk muß von der Ueberzeugung getragen sein, daß es stch nur auf seine eigenen Kräfte unb Mittel verlassen kann. Wir bürfen eS nie vergessen, daß es für uns in Europa keine Freunde, nur Feinde giebt. Alle europäischen Völker schreckt bis auf den Augenblick unsere „Barbarei" unser „Llaven- thum" und insbesondere unsere „Eroberungssucht". Und darum: keine rosenfarbenen Hoffnungen, kein Einlullen mit dem Gedanken, eS könne irgend welche Freundschaft sich als treu erweisen, kein Hoffen auf fremde Hülfe unb Unter­stützung! Rußland steht allein ba. Allein hat cs ben gigantischen Kampf mit bem Islam für bie Befreiung ber Christen ausgenommen, unb allein, da« Schwert in ber Hanb, muß es seine Ehre unb sittliche Würde vor ben Angriffen ber Feinde unb Neider des russischen Volkes schützen und wahren."

Einer ber bebeutenbjten Kenner bes Völkerrechts Sir Walter G. F. Phillimvre, Präsibent beö Lonboner Admi- ralitätö-GerichtshofeS richtet an bie „Daily News" folgenbe Zuschrift: „Es ist überraschenb, baß Lorb Salisbury am Montag ohne Widerspruch gestattet wurde, von bem Völker­recht unb ber getreulichen Beobachtung von Verttägen zu sprechen, als ob Englanb und er bie Vorkämpfer dieser heiligen Dinge gegen bas perfide Rußlanb wären. ES ist Englanb, welches Verträge bricht — Englanb, baS trotz bes ausdrücklichen Pakts, enthalten in ber bem Pariser Vertrage angehängten Convention vorn 30. März 1856, seine Kriegsschiffe in ben Dardanellen läßt und somit nicht allein der Türkei unb Rußlanb, sondern auch Oesterreich, Frankreich, Deutschland unb Italien bie Treue bricht Dahin hat bie Regierung ba« Laub gebracht."

Mittag Nachmittag empfing er ben Prinzen Alexander von Ittenberg, welcher vom Kriegsschauplätze über Petersburg ch Berlin zurückgekehrt ist.

— Es ist kindisch, sagte er nach einer Pause, denn eine vertrocknete Blume sieht aus wie bie andere. Aber nicht wahr Fritz, Du hälft Deinem alten Freund diese Thorhett zugute? Wir wollen sie noch einmal betrachten, ehe ich ben ganzen traurigen Taub in bie Flammen werfe.

Er sprach's unb nahm auö bem Deckelfach ber Scha­tulle ein kleines Päckchen heraus, bas verschiedene, durch die Länge ber Zeit völlig entfärbte Pflanzen enthielt. Jede berfelben war auf ein handgroßes Stück Papier aufgeklebt unb mit einer Unterschrift versehen.

Nach einigem Hin- unb Herblättern fanb er, was er gesucht hatte. Es war ber klägliche Rest einer Monats­rose, graubraun wie eine Mumie, zerbröckelt unb fast nur noch durch bie Linien bes Gummis, bie bas Fehlende für das Auge ergänzten, als Rose erkennbar. Links in ber Ecke stauben in vergilbten Schriftzügen bie Worte: „Virginie von Tarnow. Am 16. Juli." unb barunter bie Verse:

Dürft' ich dieser Sprache trauen, Wär' mein Sehnen nicht vergeben». Und der dunkle Pfad M Lebens Führte mich durch Nosenauen..

Vermuthlich eines jener Quatrains, wie sie bamals im wchwang waren, ober ein eigener Heizenserguß meines toürbigen Freundes. Jedenfalls berührte mich ber Con- traft zwischen bem duftig-poetischen Anfang, ben ich hier gewissermaßen in Händen hielt, unb bem einsam-schwer- müthigen Ende, das ich jetzt rntt erlebte, überaus schneidig. Von ben Rosenauen waren für Herrn Schärtlin nur bie Domen geblieben, unb er mochte Gott banken, wenn eS ihm vergönnt war, seinen stillen, freudlosen Pfad bis zum Ziele zu roanbem, ohne sich tiefe Dornen allzu tief in das Fleisch zu stoßen.

Herr Schärtlin ließ bas Päckchen mit ben getrockneten Pflanzen auf bem Schreibtisch liegen unb fuhr bann mit feiner Erzählung sott:

Der «ttc Schärtlin. *)

Novelle von Ernst Eckstein.

(Fortsetzung.)

Rach Tische suchten wir unfern gestrigen Platz in ber ube auf. Es geschah wie in Folge einer stillen Verein- mng; doch schien sie fast noch lebhafter babei intereffirt sein als ich.

Buchdruckerei) bezogen 21 Wort, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (exct Bestellgebühr) - Für in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25

ah*»#« Der Vorsitzende des Kaiserlichen Patentamtes hat über soaseij Thätigkeit desselben an ben Reichskanzler einen Bericht ! stattet, in dem es heißt: „Die Grundsätze unb bie Praxis

g? Schmeichelei für mich selber betrachtete, wenn Virginie sich 101 ! eifrig nach ihm erkunbigte.

* Als wir nach Verlauf einer Stunde aufbrachen, pflückte von dem nächsten Sttauch eine Rose.

— Hier, sagte sie schalkhaft, ich schenke sie Ihnen als en meiner Huld. Sie haben mich so vorirefflich un- - en, daß Sie eine Auszeichnung verdienen.

Ich überlegte nicht, daß dies im vorliegenden Fall ein chueidiges Kompliment war. Als ihr Finger ben mei- berührie, durchschauerte mich die Empfindung einer gekannten Seligkeit unb nur mit Mühe gelang es mir । leichten, scherzhaften Ton, den sie angeschlagen hatte,

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am ( Mtachtung des dem Reichstage vorgelegten Planes für । » Collegienhaus in Straßburg zusammen. Der Reichs- h g | hatte in zweiter Lesung nur 100,000 Mark statt der n ber Regierung geforberten 600,000 Mark als Rate

e wir erfahren, auch bie im Reichstage herrschende Mei- lng geltend gemacht, baß ber Plan nicht nur unschön, « RiMtrn auch an solch wesentlichen Mängeln ber Disposition graph.^e, daß bie Ausführung des entworfenen Planes nicht sonal Ptlassen werben könne. Es soll nun eine Concurrenz für J . ^.Anlieferung von Plänen für baS Collegienhaus in Straß- ’ 1 ö|rg ausgeschrieben werben. (D. M.-B.)

heiter, Nachdruck verboten. Mit Bevehmigun, ber Bcrlagshandlung auf dem bei E" Sckftem in bervjig erschienenen Werke „Sturmnach t", biene He» W «rnst chckstein (1 ft«te 8äntt. Prei« Ml. 9) entlehnt.

l Mitt ^halten.

? Die Rose aber hob ich auf wir eine Trophäe bis mir 0|. Hbf^in klar wurde, baß sie nur ber traumhafte Vorbote eS Verhängnisses gewesen.

Herr Schärtlin starrte glanzlosm Blickes vor sich hin.

Im Reichskanzleramt, Abtheilung für Elsaß-Lothringen, ___L at am Sonnabend bie Architekten - Commission bestehenb

5 Pf«. berechnet. **

— Sie müssen mir noch mehr von Ihrem Freunde r “ ihlen, sagte sie treuherzig, als wir allein waren. Die _ Ihvuette, bie Sie uns vorgestern gezeigt haben, muß 961 h sehr unähnlich sein.

94« Ich willfahrte mit Freuden, denn meine Liebe zu Pyl

'^^F^ante MtHeilring: „Se. Majestät ber Kaiser unb ®1 e f önig haben heute im Kreise ber Königlichen Familie bie

> Lattiche Nachricht mitzutheilen geruht, baß am 12. b. M.

& Eheversprechen Ihrer Königlichen Hoheit ber Prinzessin lebet $ tarie, Tochter Ihrer Königlichen Hoheiten bes Prinzen >, emp id ber Frau Prinzessin Friebrich Karl von Preußen, mit gart r. Königlichen Hoheit bem Prinzen Heinrich ber Nieder- erikani nbe, Bruder Sr. Majestät des Königs ber Nieberlanbe, bnahm n Großherzoglichen Hofe zu Karlsruhe stattgefunben hat." Ausiche -Der Kaiser hatte Sonnabenb Nachmittag Besprechungen mit

» neuen Ministern Eulenburg, Maybach unb Hobrecht,

----- r ben Bau bes Straßburger CollcgienhauseS, wegen bes ia lf allen Seiten Anstoß erregenben Bauplanes, bewilligt Hl* id erst in britter Lesung sich zur Votirung von 300,000 in m «rk verstanden. In der Architetten-Commisfion hat sich,

g Archer bas Patentamt bei Handhabung des neuen Gesetzes rtl 187ffütentgesetz) einzuhalten hat, sind naturgemäß noch in des Gl' Entwickelung begriffen. Im Ganzen wird sich die «xis, wie sie bei der Prüfung ber Patentgesuche unb beten Zulassung sich bisher herausgeftellt hat, als eine Itale bezeichnet werben dürfen. Eine allgemeine anwenb-