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judgen nimmt entgegen: ft Expedition d.Blatte», Die d.Annoncen-Bureaux m Th. Dietrich & Co. in Asel und Hannover; Th. hiettich in Frankfurt a.M.; noefenftein & Vogler in jtontfurt a M., Berlin, Leipzig, Cöln rc.; Rudolf Reffe in Berlin, Frankfurt a. M. rc.
JUatfiurg, Donnerstag, 11. April 1878
XIII ZihrglOg.
WchMk jfitiiiij.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition ».Blatte», sowie o.Äunonccn-Vureaux von L. Daube & Co. in
Frankfurt a. M.; Jäger'! che Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhaudl. daselbst; Jnvalidendanl in Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
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Erscheint täglich außer an den Werk'agen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JAuftrirteS SouutagSdlntt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 3ä Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 3 Mark 50 Pf«, iexcl. Bestellgebühr) -^nsertwnsgebühr für die gefpaUene 3etie 1»
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 35 Psg. berechnet.
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Bei dem Reichstage ist der Gesetzentwurf, betr. die attstischen Erhebungen über die Tabaksfabrikation in Ver- indung eines damit zusammenhängenden Nachtragsetats gegangen.
In den Reichstagskreisen wird lebhaft agittrt für die ringung einer Interpellation über den gegenwärtigen and der orientalischen Frage. Es ist jedoch zu bezwei- , daß sich aus den verschiedenen Parteien eine größere ahl von Mitgliedern zur Unterschrift herbeiläßt.
Wie wir hören ist nun gegen den Redakteur der „93er« r Zeitung" Dr. Langmann wegen des berüchtigten rablatteS in welchem in voriger Woche eine Mobilma- ung der deutschen Armee annoncirt wurde die strafrecht- Untersnchung eingeleitet worden. Die Untersuchung sich auf Betrug und groben Unfug richten und wird erstere in der Thatsache gefunden, daß das Extrablatt den Straßen verkauft und in dem Glauben vom Pub- m gekauft sei, durch dasselbe in den Besitz einer neuen ihren Nachricht zu gelangen. Der grobe Unfug wird r in der Verbreitung der Nachricht selbst gesucht, welche ignet war, im Publikum eine ungewöhnliche Erregung vorzurufeu. Zeugenvernehmungen haben bereit» statt-
Ven.
In der Orientfrage ist die Adreßdebatte in den engli- Parlamentshäusern heute das hervorragendste Ereigniß, in diesem nimmt das größte Interesse Lord Beacons- ’8 Rede in Anspruch, die wir unten unter London mög- ausführlich mittheilen. Der englische Premier erklärt r, daß er noch Hoffnung auf das Zustandekommen des gresses habe, aber er hat das Schuldbuch Rußlands in
Der alle Lchärtlin. •)
Novelle von Ernst Eckstein.
(Fortsetzung.)
— Siehst Du, Papa, sagte ißirginie, als wir in den mernben Forst einbogen, an dessen jenseitigem Ende Re zum ersten Mal gesehen hatte, wer hat nun wieder
Tagesbericht.
Der Bundeörath hat gestern, Dienstag, eine Plenarsi- ung abgehalten. Auf der Tagesordnung standen eine leihe sehr wichtiger Vorlagen, so eine Vorlage betr. die
I), Nachdruck betbotm. Mit Genehmigung der Berlaghhandlnng au« de« hei tob Eckstein in Leipzig erschienene« Werke „S t ll r m u » ch t", Rene Mo« *» »oa « l * ft i i ff c i a (» starke State. Preis Ml. 9) entlehnt.
Aestellimge« auf das zweite Quartal der
Oberhesfische» Zeitung und das II-
),40 ustrirte Sonntugsölatt werden noch von allen )4ü sostanstalten (auf dem Lande von den Landpost- ' oten) angenommen.
Recht gehabt? Ich wußte wohl, Herr Schärtlin würde j:i woert Ausflüchte gefunden haben, um unsere Einladung bj^zulehnen. Diese jungen Gelehrten sind menschenscheu; >eeeitt M)rer habhaft werden will, muß sie überlisten.
’m - Du bist ein Schelm, sagte Tarnow. Nun, ich 1(j , wir werden unferm Gefangenen die dreitägige Haft
in Noth schon erträglich machen.
rggt^Aus diesen und ähnlichen Zügen ging klar hervor, daß bor «ginie mir wohlwollte, ja daß sie ein lebhaftes Interesse 1 mir nahm: und doch wurde mir das Herz von Minute ' 1 Minute schwerer und freudloser. Es giebt eine Sieben»«
ürdigkeit des Weibes gegen den Mann, die den innersten an unseres Selbstbewußtseins erschüttert und der Eitel- afsl t Wunden schlägt, die kein Raisonnement zu Hellen ver- üg. Man lechzt in solchen Augenblicken nach der Schrnei- kchafligkeit einer ironischen Abfertigung, oder einer kühlen rftrve. Man beneidet den Rivalen, den die Königin *seres Herzens für unausstehlich erklärt. Man möchte örr gehaßt sein, als geliebt mit dieser Liebe, die von ^m, was wir suchen, kaum mehr als den Namen erborgt Gegen vier Uhr trafen wir auf dem Schlosse ein.
h schrieb einige Zeilen an meine Wirthin und bat • 3t um Ueberfenbung ber nöthigen Kleidungsstücke. Unter ' chig verstand ich diesmal das Beste, was mein beschei-
। nquete über die Sage der Eisenindustrie. Auch die Streit» llf. rage mit dem Reichstage, betr. die Uebergangöabgabe auf ssig beschäftigte den Bundesrath. Man nimmt an, daß ’ c’ ie Regierung den weiteren Debatten deö Reichstags durch ie Vorlage eines Gesetzentwurfes zuvor kommen wird.
einer Weise belastet, von der es fraglich erscheint, ob sich daraus friedliche Aussichten eröffnen können. Die Rede Sord Beaconsfield's athmet Entschlossenheit, Klarheit, Energie und in gewissem Sinne kriegerischen Geist, der sich seiner Pflicht bewußt ist, das große Weltenreich, das größer ist als Cäsar» oder Karl's des Großen Reich, jetzt, wo es für bedroht gilt, zu vertheidigen.
_ Nach einer am Sonnabend auf der parlamentarischen Soiree gefallenen Aeußerung des Reichskanzlers hält derselbe den Kongreß „noch nicht für unmöglich, aber für unmöglich eine Theilnahme Deutschlands am Kriege."
Deutsches Reich.
»* Berlin, 9. April. Eine der ersten Verfügungen des neuen Handelsminifters Maybach bezweckt, die Ober- Präsibenten der Provinzen in laufender Keimtniß über die wichtigeren Angelegenheiten aus dem Gebiet ber Eisenbahnverwaltung zu erhalten unb weist bie Königlichen Eisenbahn-Direktionen unb -Commissionen an, alle in ben bezüglichen Angelegenheiten an ben Hanbelsminister zu erstattenden Berichte burch bie Hanb des Ober - Präsibenten einzureichen. Die Verfügung wirb motivirt mit bem steigenden Einfluß der Eisenbahnen auf die inbuftrieUen unb wirtschaftlichen Verhältnisse ber von benfelben burchschnit- tenen Sanbesthelle, welche verlangen, baß bei wichtigen Fragen ber Eisenbahnverwaltung vielfach bie Verhältnisse ber betreffenben Lanoeslhelle zur Erörterung gezogen werben müssen, währenb anbererseits bei Fragen ber allgemeinen Verwaltung bie etwa kollidirenoen Interessen der Eisenbahnverwaltungen nicht außer Betracht gelassen werden dürfen. — Man begegnet jetzt in ben Zeitungen häufig ber Frage, ob mit ber Stellvertretung bes Reichskanzlers für Elsaß - Sothriiigen auf Grunb bes neuen Stellvertretungsgesetzes ber Ober - Präsident Möller in Straßburg ober der Unter-StaatSsecretär im Reichskanzleramt Herzog beauftragt werden dürste. Aus dem Wortlaut des Gesetzes ergibt sich indeß, baß nur ber Letztere als Stellvertreter in Betracht kommen könnte. — Nach ber amtlichen Ueber- sicht ber von den Rübenzucker - Fabrikanten des deutschen Zollgebiets versteuerten Rübenmengen sowie über die Einfuhr und Ausfuhr von Zucker im Monat Februar 1878 bestanden im genannten Monat im Betrieb befindliche Rübenzuckerfabriken 146, davon in Preußen 121 (Provinz Sachsen allein 80), Anhalt 21. Diese Fabriken versteuerten 4585811 Ctr. Rüben (davon Preußen 3918022 Ctr.). Es wurden ausgeführt nach dem Zollauslande an raffi- nirtem Zucker 21516 Ctr., an Rohzucker 174567 (Str., an Melasse 16786 Ctr. Eingeführt wurden ans bem Zoll- ausianbe an raffinirtem Zucker 7052 Ctr., an Rohzucker bener Borrath enthielt, benn zum ersten Male in meinem Leben fühlte ich mich in ber etwas saloppen Tracht beS armen Stubenten unbehaglich. Ich bedachte nicht, baß ich so immer noch eine bessere Figur machte als in bem altfränkischen Feierkleide, bas ich nur darum mit einer gewissen Pietät zu betrachten gewohnt war, weil das blaue Tuch bes Fracks von einem Mantel meine« verstorbenen Vaters stammte, währenb bie feibene Weste ihren Ursprung auf eine Fest- unb Ballrobe meiner guten Mutter zurückleitete.
Als ber Reitknecht, ber meinen Brief nach der Stadt besorgt hatte, zurückkehrte, brachte er außer meinem Man- telsack einen Brief mit, ber während meiner Abwesenheit eingetroffen war. Wir saßen gerade beim Thee, als der Bediente mir das Schreiben überreichte. Ich erkannte sofort an der Aufschrift, daß es von Pyl tarn und wollte «S einstweilen uneröffnet in die Tasche stecken, als Virginie mir zurief, mich durch ihre und ihres VaterS Gegenwart doch ja nicht stören zu lassen: man könne nie wissen, was ein Bries Wichtiges enthalte.
Nach einigem Zögern kam ich ihrer Einladung nach und erbrach das Siegel.
Pyl schrieb mir, er habe in Gemeinschaft mit seinem Schwiegervater bie Heilanstalt, bie derselbe bisher nur als leitender Arzt birigirt hatte, käuflich erworben, ein Ereig- uiß, das ihm ein für allemal eine glänzende Zukunft sichere. Obgleich fein bescheidenes Vermögen sich kaum auf den achten Theil ber Kaufsumme belaufe, erkenne ihn Dr. Pauly als gleichberechtigten Thellhaber an, wogegen er, Pyl, aHerbing« bie größere Summe ber Arbeit zu leisten habe, was ihm bei feiner eisernen Thal kraft und Rührigkeit nicht schwer falle. Außerbem enthielt bas Schreiben ein paar amüsante Anspielungen an unsere gemeinsame Studentenzeit, unb spezielle Grüße von Pyl's
4321 Ctr., an Melasse 3212 Ctr. — Die Baumwollenindustrie hat im Jahre 1877 mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Der Welthanoel zeigte nur einige Symptome einer anfangenden Besserung in ben Vereinigten Staaten von Norbamerika. Konnte man in früheren Jahren bie schlechten Monate mit ben guten kompensiren, so hat das Jahr 1877 ein einförmiges, fortwährende» Kämpfen gegen widrige Verhältnisse gezeigt. Der Listritt hat, heißt es in einem Bericht aus Manchester über das Baumwollfabrikationsgeschäft für bas Jahr 1877, durch die Reaktion gelitten, welche auf die Jahre fieberhafter Spekulation folgte. Diese wirkt auch aus den Gang des Baumwollengeschäfts, die GefammtauSfuhr aus England betrug nur 437420 Ballen, eine bedeutende Abnahme gegen 523590 Ballen in 1876 unb 706210 Ballen in 1875, ein untrüglicher Beweis, daß bie kontinentalen Spinner immer mehr unb mehr davon zurückkommen, ihre Baumwolle aus England zu beziehen, lieber dieselbe direkt von Amerika und Ostindien zu importiren. Der Import von Baumwolle aller Sorten ergibt gegen 1876 ein Minus von beinahe 400000 Ballen. Die,e Abnahme im Verbrauch von Rohmaterial ist ein Beweis dafür, daß die Baumwollenspinuerei nicht lohnend gewesen isl, wenn auch noch ein anderer Gruno der Abnahme der Confuintion gesunden werden kann in ben langwierigen Stiftes, bie durch bie Opposition ber Arbeiter gegen eine Lohnreoukiion von 5'o hervorgerufen würbe. Der Export nach Deutsch- lanb zeigte eine Zunahme gegen 1876 von circa 4000000 Pfund im Werthe von 148000 Stör. Sterling. Diese Vermehrung ist dadurch hervorgerufen, daß die für die Donaufürftenthümer bestimmten Garnsenoungeu der Biokade wegen nicht na Liverpool, sondern über Hamburg birigirt würben. Es ist bieS em für ben deutschen Verkehr günstiger Umstand gewesen. In Bezug aus gewebte Baumwollen- waaren zeigen die Tabellen, baß Leutschianv 20 Millionen Uarbs mehr genommen hat als 1876.
Aus »cm Grosz. Hessen, 7. April. Der bekannte hessische Abgeorbnete Frecher 'Nordeck zu Rabenau hat sich mit ber verwittweten Gräfin Bethusy-Huc, einer Cousine des ReichStags-Abgeorbneten, verlobt. — Wie da« Central- Organ der Gocialoemokraten Deutschlands, der „Borwätt»", mitcheilt, beabsichtigen die sociaioemokraten in Hessen, bei den im Laufe dieses Sommers stanstndenoen LanoiagS- Wahlen eigene Kandidaten auszustellen, wahrend sich dieselben bei der letzten Wahl vor sechs Jahren, unter Protest gegen ben Mobus der indirekten Wahlen, gänzlich ferne hielten. Demnächst soll in dieser Angelegenheit in Darmstadt ein Delegirtentag der Socialoemokraien in Hessen stattfinden, welcher über die Haltung dieser Partei bei den LandtagSwahlen endgültig emscheiven wirb.
Gemahlin, die, wie er sich ausbrückte, an mir einen Narren gefressen habe.
Die Befriedigung über den Inhalt de« Briefes und die Heiterkeit über seine Schlußphrasen malte sich so unverkennbar in meinen Zügen, baß Virginie ihre Neugierbe nicht länger bemeiftem konnte. Ihr Takt verbot ihr zwar eine birefte Frage, aber es gibt Umwege, die eben so sicher jum Ziele führen, wie die große Heerstraße. So sagte ich denn, das Schreiben zusammenfaltend, im Ton eine« Menschen, der sich königlich amüfirt hat:
— Ich muß sehr um Entschuldigung bitten, daß ich auch, ganz gegen meine Absicht, in diese Epistel vertieft habe, anstatt sie zu überfliegen; aber ber Briefschreiber ist ein so unbezahlbare« Original, daß er Einen in der That nicht losläßt.
Ein, Wort gab nun das andere. Ich schilderte Pyl'« Eigenthümlichkeiten, so wie ich sie vorhin Dir geschiloett habe, nur mit dem Unterschied, daß die Einbrücke damals noch neu und unverblaßt waren, und daß der Erzähler die phantasievolle Frische ber Iugenb besaß, die selbst da« Unscheinbarste zu vergolden weiß. Bei einzelnen Episoden lachte Herr von Tarnow so herzlich, daß ihm oie Thränen m bie Augen traten; unb bann wieber würben Beide, Baker unb Tochter, sehr ernst; benn sobald ich auf die Freundschaft zu sprechen kam, die mich mit Pyl verband, schlug ich unwillkürlich einen feierlichen Ton an, ber, ich weiß selbst nicht weßhalb, stets eine ähnliche Stimmung in meinen Zuhörern erzeugte. Es mag wohl die unwiderstehliche Gewatt der Aufrichtigkeit, die Kraft eines wahren, tiefen Gefühls gewesen fein, die aus meinen Worten klang unb eine so bebeutfame Wirkung ausübte.
— Dieser Pyl scheint in ber That ein seltener Mensch ju sein, sagte Virginie nachdenklich, und ich kann mir sehr