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Marburg, Donnerstag, 7. MLrz 1878

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Mes für das Anlagekapital einer Eisenbahn von Pase- k bi« zur Preußisch-Mecklenburgischen LandeSgrenze. — Pl kommen 5 Anträge au« dem Hauke: Antrag de« Richter (Hagen) auf Annahme eines Gesetzentwurfs Abänderung des Gesetzes, betreffend die Einführung allgemeinen Gebäudefteuer. Antrag des Abg. Hammacher

Vorlegung eines Gesetzentwürfe«, betreffend das Vor-

«Da« ist eine zu große Ehre," stotterte er bestürzt unerwartete Anerbieten.

'^ch bin Vater," fuhr Herr Burmeister fort und mein

lag­en.

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(desherrlichen RechtSzustande« de« Fürstlichen Hauses II Lryn-Wittgmstein-Berleburg. — Entwurf eine« Gesetzes ’ Forstdiebstahl betreffend. — Entwurf eines Gesetzes, essend die Hessische BrandversicherungSanstalt. — Ent- i eines Feld- und Forstpolizeigesetzes. — Endvurf eine» -tzes, betreffend die Uebernahme einer ZinSgarantie deö

Die vorläufige Ablehnung des EntlaffungSgesucheS, wel- __ I der Finanzminister Camp Hausen an S. M. den Kaiser —■ richtet hat, steht im Zusammenhang mit den wichtigen »gen, deren Erledigung die gegenwärtige Session des ichrtags bringen wird; wenngleich die TabakSsteuervor- bereits abgethan scheint, so war es doch mit Rücksicht

häuft Herbste ging er zu seinem Geschäft zurück, aber eine Woche später, wurde ihm eine bessere Stellung 9U? dem Bankhause des reichen Kaufmanns Johann Bur-

»fchrint tSglich auf« an den Werktagen «ach «onn- und Feiertagen. Prei« fix da« Quartal mit der wöchentlichen Beilage ••ttwtagiUett“ durch die «rveditia»

Duchdruck erei) b«j»ge« L, Akurk, Imrch die Postämter de« Deutschen Reiche« 1 Mark Pf«. (ejcl. Bestellgedühr).— Insertiontgedühr für die gespaltene Zeile IO Ufa

Für in der »kpedltion ,u ertheilende Auskunft und Annahme von »dreffen werden H Pf,, berechnet. ’ °

I»,eigen nimmt «»gegen: die »rpedttte« ».Blatte«, sowie ». Annoncen-«ureaur ■en 0.1. Laude * La in &!<*.!«.; 3«, «ff iblung daseldst;

Hermann'sche Vuchhandl- daselbst; Iuvalidendank i» Berlin; L. Ldiene« in Llberfeld; L. Gchlotte in

die Stellvertretungsvorlage angemessen, alle Personen- en vorläufig zu vertagen.

Da« preußische Abgeordnetenhaus wird seine Sitzungen 14. d. M. wieder aufnehmen und zunächst das Forst» ahlsgesetz und die schleswig-holsteinische Kirchenver- ng in 2. Berathung erledigen. Wenn, wie eS erwünscht da« Abgeordnetenhaus reinen Tisch machen will, so e« noch einige Wochen angestrengt arbeiten müssen.

weniger al« 14 Regierungsvorlagen sind zur Zeit unerledigt, nämlich: Entwurf eines Gesetzes betref- die Regulirung des standeSherrlichen RechtSzustandeS Fürstlichen Hauses zu Bentheim-Tecklenburg. — Ent- f einer Wegeordnung. — Statistische Nachweisung der iften der Verwaltung der zusammengesetzten Amtsbezirke fc der KreiSauSschüsse. — Entwurf eine« Gesetze«, be- ßend die Zuständigkeit der Verwaltungsbehörden und k BerwaltungSgerichte in städttschen Gemeindeangelegen»

. — Entwurf eines Gesetze«, betreffend die Reorgr- ion der drei vormal« Sächsischen Stifter Merseburg, mburg und Zeitz. — Entwurf eine« Chausseepolizei-

. — Entwurf eine« Gesetzes, betreffend die evange- Kirchenverfassung in der Provinz Schleswig-Holstein in dem Amtsbezirke de« Konsistoriums zu Wiesbaden. Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Regulirung des

schen Truppen. Die Details rühren von General Jgna- tteff her.

Konstantinopel, 4. März. Die rusfischen und türkischen Bevollmächtigten, welche den Friedensvertrag un­terzeichneten, werden noch in San Stefano verbleiben, um einige Details zu regeln. Die Räumung der Umgebung von Konstantinopel soll nach Rattfikatton des definittven Friedens, welche innerhalb 14 Tagen zu Petersburg statt- finden dürfte, beginnen. In den Friedensbedingungen, deren Veröffentlichung als unmittelbar bevorstehend bezeich­net wird, sollen auch Reformen in Armenien verlangt werden. Di» Dauer der Okkupation Bulgariens soll auf sechs Monate herabgesetzt sein, doch bedarf letztere Nachricht noch der Bestätigung.

Petersburg, 5. März. Nachstehende Telegramme werden amtlich veröffentlicht: Der Stellvertreter de« Gou­verneur» von Sofia telegraphirte am 3. d. dem Kriegr- minister: Die Bewohner von Sofia und Umgebung ersuchen, dem Kaiser ihre Glückwünsche zu seiner Thronbesteigung zu unterbreiten, sowie die grenzenlose Liebe und ewige Dankbarkeit der Bevölkerung de» Landes sür dessen Rettung und Befreiung auszudrücken. Der Kriegsminister tele­graphirte am 4. d. dem Gouverneur von Sofia: Der Kaiser beauftragt mich, seinen Dank für die Beglückwün­schung au-zusprechen; der jetzt unterzeichnete Friede läßt die Herstellung von Ruhe und Wohlstand im Lande hoffen. — Der Sultan telegraphirte dem Kaiser aus Konstanti­nopel vom 3.: Bei Gelegenheit der Feier der Thronbestei­gung Ew. Majestät bringe ich meine Gratulaüon mit dem Wunsche, unsere freundschaftliche« Beziehungen zu erneuern. Der Kaiser telegraphirte dem Sultan aus Petersburg vom 3. Abend«: Ich danke Ew. Majestät für die ausgedrückten Glückwünsche; ich erhielt dieselben gleichzeitig mit der Nach- richt von der Friedens-Unterzeichnung und ersehe in diesem Zusammentreffen das Vorzeichen dauerhafter guter Bqie» Ziehungen zwischen un«

Petersburg, 5. März. Offiziell. San Stefano, 3. März. Die Unterzeichnung des Friedensvertrages er» folgte heute Nachmittag um 5 Uhr. Es fand darauf eine große Parade der Truppen und ein feierlicher Dank» Gottesdienst Angesichts der Sophien-Kirche in Konstantino« pel statt.__

Wien, 5 März.— Mehrere Journale betonen, Ruß» land habe Grund, sich über ^den Friedens-Abschluß zu freuen. Das übrige Europa warte gdaften auf den au­thentischen Text de« Friedens-Vertrags, in Gefühl, daß die schwerste Krise noch zu überwinden sei. —^Dait' „Fremdenblatt" sagt, e« fchle nunmchr jeglicher Vorwand sür die Verschiebung der Conferenz;. jetzt müsse c« sich »eigen, ob Rußland« Wort ernst gemeint sei, den Tractat- Hoffnung arbeite, eine feste Stellung zu erlangen, in der ich meinem Weibe ein frohe« Daheim bereiten tarnt. Wenn Sie mir zu einer solchen Stellung verhelfen wollen, werden Sie mich zu ewiger Dankbarkrtt verpflichten; aber ich darf nicht wieder an das blendende Anerbieten denken, da« Sie mir gemacht haben."

„Sie wollm nicht mein Schwiegersohn, mein Erbe sein?

„Ich muß ein Anerbieten ablehnen, welches mich an einem ^reinen Herzen, da« mir vertraut, zum Verräther macht."

„Wenn es sein muß, so nehmen Sie wenigstens meine Einladung zum Mittagessen und meine Freundschaft an "

„Sehr, sehr gern!"

„Um sechs Uhr also, erwarte ich Sie!" —

War er wachend oder träumend? diese Frage stellte Lucian sich mehr als einmal, als er über seinen Geschäfts­büchern saß und Briefe schrieb. Hatte Burmeister, der Millionair, ihm wirklich so großartige Anträge gemacht?

Er war noch immer erregt, al« er sich ankleidete und nach der glänzenden Villa ging, welche der reiche Kauf» mann bewohnte. In dem großen Empfangszimmer wurde er durch dir luxuriöse Ausstattung fast geblendet; Gemälde von ungeheurem Werthe hingen an den Wänden, seltenes Schnitzwerk hob sich glänzend von den seidenen Vorhängen ab, die reichsten Teppiche bedeckten den Fußboden und der Duft der schönsten Blumen erfüllte die Luft. War die« Alles Wirklichkeit? Er dachte noch darüber nach, al« Herr Burmeister eintrat.

„Haben Sie sich meinen Vorschlag noch einmal über­legt?" fragte er.

, »Ich kann meine Weigerung nur wiederholen, über mein Herz und meine Liebe kann ich nicht mehr verfügen."

Da rauschte e« über den reichen Teppich und eine

auch noch 15 Berichte verschiedener Commissionen über Pettttonen, zum Theil recht wichtiger Natur unerledigt.

Die Friedensbedingungen werden bruchstückweise bekannt; was aber darüber verlautet, nöthigt zu dem Urthell, daß Rußland es verstanden, den Wünschen der anderen Haupt- tnterefienten möglichst gerecht zu werden. Die Russen wer­den nicht in Konstantinopel einziehen, sondern sich im Marmara-Meer einschiffen und im Angesicht der türkischen Hauptstadt durch den Bosporus nach Hause fahren. Man darf hierin eine Respekttrung der englischen Wünsche er­blicken. Wenn andererseits sämmlliche Festungen in Bul­garien geschleift werden sollen, ist ein Hauptbedenken Oester­reich« gegen den neuen bulgarischen Staat, dessen Macht und Ausdehnung man in Wien zu fürchten begann, besei­tigt worden. — In Bosnien soll der Aufstand fortgesetzt werden, weil Rußland zu wenig Rücksicht aus die Wünsche dieses Landes genommen hat. Für Oesterreich ein Grund mehr, jetzt nun seinerseits an die Pacifikation des Lande» zu gehen und dort ebenso seine Schuldigkeit zu thun, wie Rußland in Bulgarien.

Nachrichten, welche der „Polit. Corr." aus Bukarest unter neuestem Datum zugehen, stellen das Verhältniß Rn» mänien« zu Rußland in wachsender Spannung dar. Die rumänische Regierung glaubt geradezu Besorgnisse hegen zu sollen, daß da« russische Militär-Kommando in Bukarest die ganze Civil-Verwaltung Rumänien« an sich reiße. Es herrscht Furcht vor blutigen Konflikten. In Folge einiger Uebergriffe der russischen Militär-Autoritäten in Giurgewo ist General Raconitza mit einem rumänischen Regiment dahin abgerückt, um eventuell selbst mit Gewalt die Ein- Haltung der April-Convention zu erzwingen und die von den Russen vertriebenen Einwohner in ihre Häuser wieder einzusetzen. Wie weiter aus unterrichteter rumänischer Quelle verlautet, sei Fürst Karl keineswegs gesonnen, wie russische Versionen zu verbreiten streben, selbst vor eventuellen russi­schen Vergewaltigungen die Segel zu streichen. Fürst Karl sei im Gegentheil entschlossen, da« Verdikt der europäischen Konferenz in der bessarabischen Frage abzuwarten.

Neueste Orient-Nachrichten:

London, 5. März. Die „Daily News" melden aus San Stefano: Der Friedensvertrag verfügt, daß der Fürst von Bulgarien nicht Mitglied einer regierenden Fa- milie Europa'« sein darf. Die Summe des bulgarischen Tributs wird erst in zwei Jahren fixirt. Bulgarien erhält den Seehafen Kavala. Die Russen schiffen sich am Mar» marameer ein und kehren durch den Bosporus heim, rücken aber nicht in Konstantinopel ein. Alle bulgarischen Festun» gen werden geschleift. In Bulgarien bleiben keine türki- einzige« Kind ist eine Tochter, deren Zukunft mir ein Gegenstand großer Besorgniß ist. Ich fürchtete, daß, wenn »ch etnst sterben sollte, der Reichthum, welchen ich hinter- lasse, bald einen Schwarm von eigennützigen Vehrern um meine Tochter anlocken und sie das Weib irgend eines Glücksritters werden möchte. Ich wünschte, daß ich bei meinem Tode mein Kind unter dem zärtlichen Schutze eines Gatten zurücklassen könnte, an der Seite eines Mannes mit reinem Herzen und festen Grundsätzen, der sie nicht um ihres ReichthnmS willen begehrt hatte. Herr Gehler, ich habe den Mann gefunden, den ich suchte. Sie werden heut bei mir speisen und bet Fräulein Burmeister eingeführt werden".

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Lucians Bestürzung war so groß, daß er glaubte, er müsse träumen, oder sein Principal sei wahnsinnig.

„Sie", war die ruhige Antwort.

„Aber e» ist ganz unmöglich," sagte Lucian, langsam seine Selbstbeherrschung wieder gewinnend.

„Unmöglich ? Weßhalb, wenn ich es will?"

„Sie werden mich für undankbar und eingebildet halten, aber ich kann Ihrem edlen, hochherzigen Plane nicht bei­stimmen. Meines treuen Dienstes und meiner wahren Freundschaft können Sie sicher sein, aber zu Ihrem Erben und Schwiegersohn tauge ich nicht. Ich bin nicht frei."

„Sie schlagen meine Tochter aus?"

„Ich habe mit meiner Liebe ein Herz gewonnen, welches ich nie verrathen kann."

„Darf ich fragen, wo?"

„Meine Verlobte ist keine Erbin, sondern ein ein­faches, aber liebenswürdiges und edles Landmädchen. Ich will Sie nicht mit dem Lobe eine« Liebhabers ermüden, aber Sie werden ihren Einfluß auf mich richtig beurtheilen, wenn ich Ihnen sage, daß ich schon zwei Jahre mit der

der „bergrechtlichen Gewerkschaft" an den Antheilen ) vor den Hypotheken-, Pfand- und sonstigen drbigern. — Antrag des Abg. Knebel auf Annahme Pstl । Entwürfe« einer GchöferfchafS-Ordnung. Endlich sind

angeboten.

„Er ist so seltsam," schrieb er Georgine, „Herr Bur­se» fter scheint sich für mich zu interessiren, obgleich ich ihm t tut |»in anz Fremher bin. Er beobachtet mich und schenkt en * ' da er scheinbar mit Allem, was ich thue, zufrieden ist, rogü 61 mehr fein Vertrauen. Mein lhenreS Mädchen, wenn ;.i jo fort geht sind wir bald am Ziele." dafti p ging so fort; Herr Burmeister, ein ernster und ■“[offener Mann, schien an seinem neuen Buchhalter khrS Interesse zu nehmen. Er überwachte ihn scharf, k»nd er ihm die verschiedensten Aufträge in seinem Artigen Geschäfte übertrug, bis er von Allem einige tyt hatte. Lucian strebte danach, jeder Anforderung kinen Kopf und seine Hände zu entsprechen und das ft» gesetzte Vertrauen getreu zu rechtfertigen.

waren kaum zwei Jahre vergangen, als Herr Bur- «t eines Morgen» Lucian in fein Privatbureau rief tie Thür hinter ihm schloß.

>3ch will Ihn»» eine seltsame Enthüllung machen," er ernst „und Sie müssen wohl erwägen, was ich |d sage. BiS zu dieser Zett haben sie mich nur al« KftSmami gekannt, heute spreche ich al» Freund zu Ich bin ein reicher Mann, Herr Gehler, aber ich wenig Freunde; darf ich'Sie al« einen Freund

umni nimmt entgegen: ePMdtti« d.lvlatte«, ji« d.Annvncen-Bureaux

X». Dietrich <fc 6o. in ife! »nd Hannover; Th. Wich in Frankfurt a.M.; ufmftcin * Vogler in

in Beilin, Frank­furt i. et. ic.