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Marburg, Mittwoch, 27. Februar 1878.

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die Letzte in dem alten Gebäude sein werde, so hören nach der Lage der Arbeiten in dem neuen Gebäude doch nicht zutreffen dürfte.

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Tagesbericht.

txr Bundesrath hielt gestern eine Sitzung, in welcher

Teutsches Reich.

** Berlin, 25. Febr. Die innere Situation schien am Freitag und Sonnabend zu unmittelbarer Entscheidung zu dringen, inzwischen haben sich in Bezug auf die Stellung des Finanzministers und damit in Bezug auf alle weiteren Consequenzen die am Sonnabend verbreiteten Gerüchte nicht bestätigt. Daß ein Entlassungsgesuch des Finanzministers nicht am Freitag Abend eingereicht worden, wie am Sonn­abend behauptet worden, konnte man schon aus den am Sonnabend vom Ministerttsche abgegebenen Erklärungen schließen. Wir hören auch anderweitig bestättgen, daß das Entlafsungsgesuch nicht eingereicht worden ist. Auch nach

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legationen zu fordern Willens ist, wirft gleichfalls einen Schatten auf die gegenwärtige Situation.

Neueste Orient-Nachrichten:

London, 25. Febr. Die Morgenblätter besprechen die russischen Friedens-Bedingungen, soweit man dieselben kennen will, und bezeichnen dieselben als sehr hart, wie die Aussichten überhaupt als sehr trübe. DieTimes" äußert: die Friedens-Hoffnungen beruhen auf Rußlands Mäßigung; wenn letztere Macht die Wünsche anderer Großmächte berück­sichtige, werde ein neuer Krieg vermieden werden, der leicht die türkischen Grenzen überschreiten könnte.

Konstantinopel, 24. Febr. Die hiesigeAgence Havas" meldet: Die Friedens-Bedingungen sind geordnet. Der betreffende Präliminar-Vertrag wird heute in San Stefano unterzeichnet. Nach der Unterzeichnung wird der Großfürst Nikolaus dem Sultan einen Besuch abstatten. Der Friede wirdFriede von Konstantinopel" heißen.

Petersburg, 24. Febr. Offiziell wird aus San Stefano von heute früh gemeldet: Großfürst Nikolaus ist mit Zustimmung des Sultans heute früh 4 Uhr hier ein­getroffen, von der griechischen Geistlichkeit, den Pascha's Reuf und Mehemed Ali auf dem Bahnhofe begrüßt. Heute rückten in San Stefano das Preobraschensky'sche Regiment, die Kosaken Schukoff'S und die Escorte- Compagnie des Großfürsten Nikolaus ein. Die Türken räumen den Platz

Konstantinopel, 24. Febr. Nachdem das Haupt­quartier des Großfürsten Nikolaus heute früh nach San Stefano verlegt worden ist, sind die russischen und türki­schen Friedens-Unterhändler gleichfalls daselbst eingetroffen. Der russische Oberst Fürst Cantamzeno ist bereits gestern in Konstantinopel eingetroffen, um die Details br" * der Bewegung der russischen Truppen gegen die S - stadt und der Besetzung von San Stefano zu regelt? "ie" Türken ziehen sich gegen Makrikoni zurück. Bei Futschuk und Tschakjed stehen 9000 Mann Russen.

Hochzeitsfest im alten Schloß war ein so glänzm- man sich in die Königsburgen aller Märchen zu- L. chetzt glaubte, wo die Könige intb Prinzen mit Krone Diadem auf dem Kopfe zu Bette gehen. Den auS- fyn Schilderungen jener Festlichkeiten der Berliner k entnehmen wir darüber Folgendes:

hr an ein lebhaftes Treiben. Hier war den Bevorzugten Publikum, den Damenin Gesellschaftstoilette," krrenin Frack und weißer Binde" der Zutritt ge- Unb hinter rothen Schnüren, bie zu beiden Seiten 8 waren, bildete das Publikum die lange Gallerie

® j 6, ein dichtes Spalier, Kops an Kopf eine hohe

Kaisers Enkelin, das erste Enkelkind, das das preußische Herrscherpaar zum Altar geleitet, mit ihrem Bräutigam dem Erbprinzen von Meiningen, der zum ersten Mal an diesem Tag die Epauletten eines Gardemajors die des jüngsten in der preußischen Armee trug. Die Prin- zesstn Charlotte war in aller Pracht, doch mit einer ge­wissen Einfachheit gekleidet der schönste Schmuck war aber nicht ihre blitzende Krone, nicht die königliche Pracht der Gewanbung xs war bcr jungfräuliche grüne Kranz ber Myrthen, aus bem bescheiben bie weißen Blüthen her­vorlugten, es waren ein paar Thränen, bie ihr verstohlen jm.'Auge glitzerten ein Zeichen, baß das Herz doch ber Etlquette unb bem Ceremoniell unb jeglichem iswana ber Form spottet^ Ihr Anzug aber war aus weißer Seide unb weißen spitzen componirt, über unb über Robe unb schleppe garmrt mit frischen grünen Mhrthenblättern unb fischen weißen Myrthenblüthen. Auch Prinzessin Elisabeth kng die Prinzessinnen-Krone über bem Myrthenkranz.

Dre schleppen der Bräute waren so schwer, baß bie Damen, welche sie hoch erhoben tragen mußten, allein ihre Last nicht bewältigen konnten, ba jebesmal noch zwei Paaen ihre muskulöseren Arme bazu leihen mußten, um so gemein­sam die schwere Mühe zu bewältigen, acht Mal ben weiten Weg von bem Kurfürsten-Zimmer burch Rittersaal, Bilder- gallene unb Weißen Saal bis zur Schloßcapelle unb vice versa b^e glänzenze schimmernde, sammetne, seidene, gold- und silbergestickte Last zu tragen. Die Aufzählung der dm langen Zug bildenden Übrigen fürstlichen Persönlich­keiten übergehen wir. r 1 w

In der Kapelle hielt der Oberkonststorialrath Dr. Kögel bie Jtraurcbe; die Ringe wurden unter dem Donner der Kanonen gewechselt. Als der Trauakt vollzogen, wurden die Neuvermählten beglückwünscht.

Wieder ging von diesen Gemächern ber Brautzug durch

( _ der Bildergallerie, dem Ähnensaal der preußischen des deutschen 'Kaisergeschlechtes, herrschte von halb

neben der anderen, eine Gestatt die andere schier intb, so daß hier die noch so sorgsam ausstudirte in£ * kaum zur Geltung kam. Doch nicht nur die heran- *6btn Gäste brachten Leben in die Gallerie auch U'v Mjogen sich ba mancherlei Vorbereitungen zu ber ßkett. Da marschirte mit wuchtigem Schritt in ihren t®* Kn Costümen eine Abtheilung Gardes du Corps, » ilm mit dem Adler auf dem Kopfe, ben gezückten 6i,i ^an ber Seite, burch bie Gallerie, ba schulberteu 6A ^srntirten bie Grenadiere in ihrer Tracht und ihren

ZNS ber Zeit Friedrich Wilhelm des Ersten, ba - ' fführt von Kammerherren eine Abtheilung Pagen, ^ten Kron-Tresoriers die kleinen Krönchen der Prin- funkelnd von Brillanten, glänzend in dem milden Perlen und mit dem strahlenden Purpursarnmt Mrnirt. Die Pagen sind bekanntlich aus der selecta k^ctteukorps ausgewählt. Man kennt ihre Tracht, F* rochen mit Silber besetzten Röcke, bie weißen

imselben neu zugegangene Vorlage des Reichskanzlers, i Etmb den Bau von Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen i betreffend die Ausrüstung der deutschen Kauffahrtei- ,i*mit Booten, den betreffenden Ausschüssen zur Vor- Bung überwiesen worden. Sodann nahm das Plenum Ute der Ausschüsse entgegen.

ree parlamentarische Soire, welche am Sonnabend beim -Itn Reichskanzler stattfand, war sehr zahlreich besucht.

__/ üt Socialdemokraten haben wiederum ein neues Agi- 7 MV smittel in Scene gesetzt. Sie werden in Berlin mit dem 1. I MI tutArbeiter-Bildungs-Jnstitut" eröffnen, in welchem krzu meldende Arbeiter practischen Unterricht in der

IBfi Geschichte, Nationalökonomie, Naturwissenschaften unb [ Aich in ber Rethorik erhalten. Man will auf biefe

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureauk von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jüger'sche Buchhandlung daselbst; Hennann'sche Buchhandl. daselbst; Jnoalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen.

Uchemt täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlluftrirteS EanntaaSblatt" durch die Srvedition lKoch'kcke Buchdruckerei) bezogen 2$ Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfz. ,excl. Bestellgebühr». - Jnsertionsgebühr sür die gespaltene Hefti 10

Für in der Expedition zu ectheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf,, berechnet.

Irrragende Mitglieder aller Fraktionen des Reichstages, Mr und Mitglieder des Bundesraths und eine Anzahl err ; fct waren auf derselben erschienen und der Fürst und '«-js Gemahlin machten in bekannter Liebenswürdigkeit die i|- Ms. Der Raum war wiederum sehr beengt und ;or S Vielfach zu dem Wunsche Anlaß, daß die Arbeiten an jf imen Reichskanzler-Hotel, wo bekanntlich ein großer 4 i, ein besserer Raum für derartige Zusammenkünfte, fjflS men ist, möglichst beschleunigt werde. Wenn die

: Eonalztg." die Meinung ausspricht, das diese Soire

. - »HS und Wirthschastsgenosseuschafteu, überhaupt, ins- M 1 tae aber in der Richtung anzuerkennen ist, den Be- LMii der Mitgliedschaft beitretender Genossenschafter, das rf kerhättniß ausscheidender Genossenschafter und den igen Zeitpuntt des sogenannten Umlageverfahrens fest­en beschließen: den Herrn Reichskanzler aufzufordern, ittourf einer Novelle zu dem Gesetze betreffend die io5# si chtliche Stellung der Erwerbs- und Wirthschafts- [jt -nischaften, in welcher die in dem Anträge des Abg.

schütze angeregten Punkte ihre Berücksichtigung finden, Knlichster Beschleunigung ausarbeiten zu lassen."

jdAnnoncen-Bureau" N. Dietrich & Co. ii z»nd Hannover; Th '»k«. ^mSrankstirt a.M. " . schein & Vogler ii

----- Jtat a- 3R., Berlin [Q?;. pg. Cöln 2C.; 9tubol.

Berlin, Frank.

Weise Agitatoren heraubilden, welche in socialdemokratischen Versammlungen durch Vorträge im Sinne der socialdemo­kratischen Prinzipien die Gemüther auftegen und irre leiten.

Die französische Regierung hat nunmehr beschlossen, ihren in mancher Beziehung compromittirten Botschafter beim päpstlichen Stuhl Baron Baude abzuberufen. Das Ministerium soll die Wahl des neuen Botschafters dem Marschall Mac Mahon überlassen haben, ein Beschluß, . welcher von einer taktvollen Rücksicht auf den Qnirinal diktirt zu sein scheint.

Es scheint beschlossene Sache zu sein, daß der beab­sichtigte Congreß fallen gelassen und lediglich eine Conserenz der sieben Mächte in Aussicht genommen ist. Bekanntlich hat Fürst Bismarck in seiner Orientrede ausdrücklich nur von einer Conserenz gesprochen. Wie man hört, Hal Fürst Bismarck bei den Unterhandlungen, die über diese Ange­legenheit zwischen den Mächten stattgefunden haben, sich wenig begeistert für die Congreßideen gezeigt. Außerdem würde sich Lord Derby gegen die übrigen Theilnehmer des Congreßes in einer sehr ungleichen Lage befunden haben, da er nicht, wie die drei Reichskanzler von Deutschland, Rußland und Oesterreich seine Instruktionen von den Mo­narchen empfängt, sondern in Uebereinstimmung mit seinen Cvllegen handeln muß. Lord Derby hätte also in Fällen, die über seine Jnstruttionen hinausgingen, die Beschlüsse des CongreßeS ad referendum nehmen müssen. Diese Er­wägungen scheinen dazu geführt zu haben von einem Con- greße Abstand zu nehmen.

Das russische Hauptquartier hat sich mit Zustimmung der Pforte nach St. Stephans am Marmarameer, kaum eine Meile westlich von Konstantinopel, begeben. Man hat darin einen Beweis für den günstigen Fortgang und den nahe bevorstehenden Abschluß der Friedensverhandlungen zu erblicken. Die Friedensbedingungen selbst sind nun in einem Londoner Telegramm skizzirt. Das bekannte deutsche Interesse wegen Offenhaltung der Dardanellen für den Handel ist^darin ausdrücklich gewahrt; die Bestimmung über die Schließung der Dardanellen für Kriegsschiffe dürfte aber zum Mindesten von Seiten Englands erheb­lichen Widerspruch erfahren. Was demH. T. B." über die Friedensverhandlungen gemeldet wird, daß nämlich die Russen erhebliche Concesstonen in ihren Forderungen machen würden, falls sie eine Station am Bosporus erhalten, ist auch nicht geeignet, viel Vertrauen in die friedliche Zukunft zu erwecken, denn auch hiergegen ist wohl ein energischer Widerstand Seitens Englands zu erwarten. Auch der 60 - Millionen - Credit, den Graf Andraffy von den De- Beinkleider, die Hüte aus schwarzem Sammt mit weißer Feder.

Inzwischen hatten sich die Zugehörigen der Kaiserlichen Familie unb bie Gäste derselben in dem Kurfürstenzimmer versammelt und hier vollzog sich die Ceremonie der Kron- aussetzung durch die Kaiserin. Von den Tresoriers nahm die Oberhosmeisterin, von dieser nahm die Kaiserin die Krönchen und befestigte sie auf den Häuptern ihrer Enkelin und ihrer Großnichte, in der Mitte bes Hauptes über ben Kränzen von blühenden Myrthen. Dann orbnete sich ber Zug, um durch die Bilder-Gallerie und den weißen Saal in die schloßkapelle zu schreiten. Voran in feiner gold­beladenen Uniform schritt, den kronengeschmückten Mar- schallsstab hoch erhoben, der Fürst und Altgras zu Salm- Reifferscheid-Dyk, der seine siebenundsechzig Jahre mit ebenso viel Würde trägt, wie sein etwas stark gerathenes Ernbon- point, das ihm bei den Pflichten seines Marschallamtes nicht wenig Schwierigkeiten bereiten mag. Dann folgte die Zahl der Kavaliere, Kammerjunker und Kammerherren, die Kammerherren, wie man weiß, den goldenen Schlüssel an blauer Rosette am Ende des Rückens tragend. Dann kamen die obersten Hof-Chargen, der Oberst- Jägermeister, der Oberst - Mundschenk rc. rc. Aber ach, er, der Oberst-Truchseß, Hessen Aufgabe es heut ge­wesen wäre, dem Kaiser die suppe zu reichen und den Braten zu servireu, er weiletweil in fernem Lande".....

Das macht der böse Krach und so mußte denn gestern Fürst Pleß die Stelle des abwesenden Fürst Putbus ver­treten. Da schritt in der vollen Würde und vollen Amt- lichkeit Seine Ercellenz, der General-Intendant von Hülsen im Zuge einher, da war Allen voran das wandelnde Lexicon aller Hofgebräuche, die Autorität für alle Eliquetteufrageu, ber Ober-Ceremonienmeister Graf Stillfried von Alcantara.

Zuvörderst schritt bann ber Rcmgorbnung gemäß, des

kr bereits erwähnte Antrag ber 7. Commission des ' itageS zur Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend kivatrechtliche Stellung der Erwerbs- und Wirthschasts rnschaften, hat folgenden Wortlaut:Der Reichstag in Erwägung, daß das Bedürfuiß zu einer Revision Gesetzes, betreffend die privatrechtliche Stellung der