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Markurg, Donnerstag, 21. Februar 1878

XIII. Jahrgang.

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T«geSbericht.

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ÄeS mittheilen, da die Depesche erst nach 5 Uhr ein-

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t Zeit seil Wenn ich mir den Abschluß des Waffen- KnbeS und der Friedenspräliminarien ansehe, so frage «ch vergebens, ob irgendwo das deutsche Interesse da- «letzt sei. (Der Reichskanzler erörtert mit der Karte der Hand die Stipulationen des Waffenstillstandes.) ist also nicht zu besorgen, daß wir darüber in Conflict

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die deutsche Politik unentwegt ihre bisherigen Ziele Herbeiführung des Friedens weiter verfolgen kann. Orient heißt es jetzt mit Recht:Die Waffen ruh'n, Krieges Stürme schweigen." (Hebe Gott, daß es auf

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ch der Christen, das wir wie bisher wahren wollen. * die zweite Frage, welche Stellung Deutschland ge- en hat oder nehmen wird, kann ich bestimmte amt- Rittheilungen nicht machen, da die Aktenstücke, welche dazu nolhwendig sind, mir erst seit heute Morgen vor-

(Forksetzunz.)

.Nenn Du' ausgetobt hast, werde ich Dir antworten. -- 1 Mo. Ich gebe das Geld nicht um Adolfs, sondern ^rreg Mndes willen. Marianne ist ein allerliebstes tyot, das von den Mängeln seines Vaters gar nichts, denen seiner Mutter aber nur sehr wenig hat. Ich difr wirklich nicht, wie so ein duftmdes Röschen in ? sibirischen Erde aufwachsen konnte, überlasse es i Anderen, dieses Wunder aufzuklären. Marianne "üch vom ersten Augenblick unseres beiderseittgen ^lens an immer herzlich und lieb behandelt. Als ersten Male einen Fuß über Dolfs Schwelle > dachte ich wahrhafttg, unsere Schwägerin habe ein ' [von Crösus geerbt, so luxuriös sah alles aus. 'S Aßt, daß wir durch unsere Unterhaltung mit Myn- ^!ols zufällig erfuhren, daß die Familie auf einem a u. ^be. Und was Marianne uns da eben erzählte, 1 ^cklich. Das arme Kind würde gewiß nichts davon haben, wenn wir es nicht auf Umwegen aus ihr i flockt hätten. Mit all seiner Gediegenheit, Hoch- i ^t und seinem Scheinreichthum sitzt er nun gründ- i d der Patsche. Soll ich nun, der ich so plötzlich und suchet reich geworden bin und von diesem Reichthum bedarf, ihn um seines lieben Kindes willen nicht

Indier zuckte die Achseln und sagte:Du mußt ^was Du thust. Es ist colosial edel von Dir, aber

in den Schlüssel zu den Dardanellen in die Hände « wollte. Die Frage, ob der Besitz der Dardanellen «drre Hände übergehen sollte, könnte zu Weiterungen ~ 7? to, welche indessen jetzt noch nicht abzusehen sind. Für - -J liegt Alles daran, daß die Wasserstraßen für den o 2 M und Verkehr nach wie vor offen bleiben. (Beifall.)

> ist unser directes Interesse; ein weiteres ist der

. Fürst Bismarcks Antwort lautete im Wesentlichen: Zch t nicht viel Neues zu sagen und brauche deshalb die kpellaiion nicht mitNein" zu beantworten. Die

Die Antwort des Fürsten Bismarck auf die bekannte V- Mt-Jnterpellation konnten wir in einer Auszugs-Depesche 0 -1 ttn Abend nur noch in einem Theil der Auflage unseres

Handlungen des englischen Parlaments erleichtern die tt. N gtttocrtimg. Die Welt kennt hierdurch bereits die po- 6 7» ~ ...... ' - - -

^Miseren Nachbaren zu kommen brauchen. Ueber die 2 iwnettenfrage ist weit mehr Besorgniß in der Welt 3 50 reitet, als berechtigt ist. Bedenklich wird die Sache , wenn es sich darum handeln sollte, daß Rußland

Skscheinl täglich außer an den Werktagen nach Sann- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlustrirte» LvNNta,»blatt" durch die Expedition («ach'sch« Buchdruckerei) bezogen 8fc ^<*rk, durch die Postämter des Deutschen Reiches 8 Mark 50 Pfg. (tjcl. Bestellgebühr). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa.

Für m der Expedition zu ertherlend« Auskunft und Annahme von Adressen werden 85 Pf», berechnet.

I af Erzählung von Johann Gram.

_ 95 1 Lerfaffer autorisirte Uebertragung aus dem Holländischen von Joseph Schrattenholz.

Lage. Ich spreche offen, nachdem ich den Eindruck H 25 h die Begründung der Interpellation erhalten habe,

liegen; auch kann ich mich angesichts der bevorstehenden Conferenzen darüber nicht aussprechen. Ich glaube nicht an einen europäischen Krieg, da eS auch im Interesse Ruß­lands liegt, eine Abmachung zu treffen, welche eS vor der Wiederkehr eines baldigen Krieges schützt. Die russische Politik hat keine Neigung, sich alle zwanzig Jahre einer türkischen Campagne auszusetzen, ebenso wenig, dafür eine österreichisch-englische Verwickelung zu substttuiren. Es fragte sich ferner, ob die mit den russischen Bedingungen unzufriedenen Mächte gegen Rußland die Waffen ergreifen möchten. @8 wird noch Bestimmung darüber getroffen werden müssen, was aus den jetzigen russischen Erobe­rungen werden soll. Ich zweifle, ob Oesterreich - Ungarn geneigt sein möchte, diese Länder zu übernehmen und kann mir nicht denken, daß diese Dinge der Grund zu einem großen, verheerenden Kriege zwischen zwei großen Mächten, die mit einander befreundet waren, werden können. Oester­reich hat zuerst den Gedanken der Abhaltung einer Con­serenz ausgesprochen. Die Wahl des Ortes ist für uns gleich, wir sind für Baden-Baden, Wiesbaden oder Wild­bad. (Heiterkeit.) UnS kommt es nur auf Beschleunigung der Sache und darauf an, daß überall auf deutschem Bo­den das deutsche Präsidium gesichert ist. (Beifall.) Ich glaube, die Coufereuz wird in der ersten Hälfte des März stattfinden; es muß ihr eine Verständigung der Mächte vorangehen. Dieselben find sicher bereit, die Conferenz zu beschicken, wir wenigstens sind dazu vorbereitet. Wenn uns vielfach der Rath gegeben wird, wir sollten den Frie­den bestimmen, so ist dies wohl mehr Preßpolitik als Staatspolitik. Wir wollen nicht napoleonische Wege gehen. Wir wollen nicht den Schiedsrichter in Europa spielen. Wir haben mehr die Rolle des ehrlichen Maklers, der das Geschäft zu Stande bringen will. Mr können nur eine vermittelnde Rolle spielen und sind nach Lage der Dinge jedenfalls ebenso berufen, Vertrauenspersonen zwischen Eng­land und Rußland, wie auch zwischen Rußland und Oester­reich zu sein. Wir werden dies thun, wie wir es bisher gethan haben, indessen, man muß sich vor zu hohen An­sprüchen an unsere Vermittlerrolle bewahren, uns nicht die Stelle eines Schiedsrichters unbedingt anweisen wollen. Eine solche Rolle würde ich Deutschland zu übernehmen nicht zumuthen. (Beifall.) Ich lehne es ausdrücklich ab und erkläre auch, daß uns eine solche Zumuthung auch bisher nicht gemacht wurde. Ich würde keine Opfer bringen, als für unsere Unavhängigkeit nach außen, für unsere Einigkeit unter uns und für diejenigen Interessen, die so klar sind, daß, wenn wir für sie eintreten, wir nicht nur die unbedingte Zustimmung des Kaisers und des Bundes­raths finden würden, sondern daß uns auch die volle Ueberzeugung der ganzen deutschen Natton für die Opfer

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Die Brüder kleideten sich an, Anton steckte die Aktien und Banknoten ein und dann verließen sie das Hotel. Eine Viertelstunde später klingelten sie an dem Hause des Generalsekretärs. Marianne befand sich im Salon. Sie kam ihnen herzlich entgegen und meinte offenherzig, daß sie ihre Oheime nicht erwartet hätte.

Nicht?" war Karls Antwort.Mr sind doch Menschen, die wissen, was sich schickt, und kommen nur, um unseren Anstandsbesuch zu machen, he?"

Anton gab ihm einen Wink, seine leichtfertigen Be­merkungen jetzt einzustellen. Er ergriff Mariannens Hand und sagte treuherzig: >

Höre einmal, liebes Kind, Du hast uns erzählt, daß Dein Vater in großer Geldverlegenheit sitzt. Als er in feiner Vergeßlichkeit den an mich gerichteten Brief öffnete und die bedeutende Summe darin entdeckte, muß er in einen wahren Tantaluszustand gestürzt worden sein. Dein Vater hat also Geld, viel Geld nöthig, und Du?"--

Marianne sah ihn erstaunt an und sagte naiv:Der Vater, ja, der hat viel Geld nöthig, aber ich, Onkel, ich habe nichts nöthig ..."

Onkel Karl erhob drohend seinen Finger und frug neckend, wie es denn mit ihrem Herzen bestellt sei und ob sie nicht ihrer Eltern Zustimmung für irgend etwas wünschte?

Das^liebe Kind beantwortete die Frage mit einem aus tieffter Seele kommendendoch!" bekannte aber gleichzeitig mit thränenden Augen, daß sie an der Verwirklichung ihrer Verbindung mit Willem zweifle, weil Papa so fest an seinem Stande halte.

Was, Stand!" rief Anton heftig aus.Daß durch Erziehung, Geburt, Vermögen oder Wiffen der Eine über den Anderen emporsteigt, verficht sich von selbst. Ohne diese Stufenleiter kein Ehrgeiz, kein Streben nach Höherem. Aber mit jenen Vorurlheilen, diesen gesellschaftlichen Fuß­

trösten könnte, die wir bringen müssen. Nur für einen solchen Krieg würde ich eintreten. (Lebhafter Beifall.)

Der Bundesrath erteilte in feiner Montags-Sitzung den Gesetzentwürfen über die Abänderung der Gewerbe­ordnung und über die Gewerbegerichte, über die Feststellung des Feingehaltes der Gold- und Silberwarm und über die Ersparnisse an den Verpflegungsgeldern seine Zustimmung.

Ueber die Berathungen der Ausschüsse des Bundes­raths bezüglich der Stellvertretungs-Vorlage wird Folgendes mitgetheilt: Die Ausschüsse haben am Montag mit über­wiegender Mehrheit Amendements zur Stellvertretungs- Vorlage angenommen, nach welchen die Stellvertretung erheblich eingeschränkt, so gut wie ausgeschlossen wäre für diejenigen Ressorts, wo der Schwerpunkt der Geschäfte in der Beaufsichttgung der Bundesstaaten liegt, also haupt­sächlich bei dem Eisenbahnamt und dem Justizamt. Da­gegen würde die Stellvertretung stattfinden können für Marine, auswärtige Angelegenheiten, Elsaß - Lothringen, Poft und Telegraphen, auch für Finanzen, in so fern das Reich hierin eigene Verwaltung hat. Für diejenigen Aemter, wo die Stellvertretung ausgeschlossen wäre, bleibt die Beaufsichttgung ohne jede Einschränkung bei dem Reichs­kanzler ober bei dem verantwortlichen Vicekanzler.

Allgemein wird die Situation der Orientfrage als fortwährend friedlich benrtheilt; gleichwohl haben die Ver­handlungen zwischen Rußland und England noch keinen Abschluß gefunden. Rußland verlangt von England ein Aequivalmt für die Nichtbesetzung von Gallipoli. Daß die Zurückziehung der englischen Flotte in die Mudania- Bai im Zusammenhang steht mit der Nichtbesetzung Kon­stantinopels durch die Russen, kann trotz der Versicherungen der englischen Minister, daß nur der Wunsch nach einem besseren Ankerplatz für die Flotte maßgebend gewesen fei, als sicher angenommen werden. Die russischen Truppen haben die neutrale Zone von Stambul nicht überschritten und hiermit hat Rußland seine Absicht, die es bei der Durchfahrt der englischen Flotte durch die Dardanellen aussprach, nämlich Konstanttnopel zu besetzen,- nicht zur Ausführung gebracht; auch hierauf wird Rußland feinen Anspruch auf eine weitere Nachgiebigkeit Englands gründen.

Nmeste Orient-Nachrichten:

London, 19. Febr. Das Cabinet tritt heute zur Discusston über Gortschakoff's Depesche zusammen. Dem Standard" zufolge wurde in Gortschakoff's Depesche für di- Nichtbesetzung Gallipoli's durch die Russen ein anbet» weittges Zugeställbniß von Englanb verlangt.Daily angeln unb Falleisen, müssen wir aufräumen! Fort mit dem elenben Einhängungssystem! Wir lernen einanber burch biefe verwünschte gegenseitige Abschließung nie kennen."

Ereifere Dich boch nicht barüber, Anton!" sagte Karl m sarkastischem Tone.Zornesansbrüche sind nachtheilig für bte Nerven. Ich vermeibe sie stets. Da habe ich meine Menschen bafür ..."

Marianne glaubte in Anton s Worten toieber einen Sonnenstrahl glitzern zu sehen unb frug brängenb:

Denkst Du wirklich Onkel, baß Papa unb Mama sich bewegen ließen, unserem Verhältniß dereinst zuzuftimmen...?"

Ich werde wenigstens Alles aufbieten, liebe« Kind." Vor Freude in die Hände klatschend flog das schöne Kmd zu seinem Onkel unb rief fröhlich aus:

Ach Onkel, wie lieb,.wie allerliebst von Dir! Ach bas ist herrlich! Wenn Du nur wüßtest, welch ein ebler, vortrefflicher Junge biefer Willem ist, wie aufopfernb, ver- stanbig unb allerliebst er ist . .

Beibe Oheime lachten herzlich.Ja, ja," sagte Karl, ba zweifeln wir keinen Augenblick baran. Er ist natür­lich ein Jbeal. Unb nun komm, liebes Nichtchen, bitte Deine Eltern uns eben einen Augenblick von ihrer kost­baren Zeit zu schenken, benn wir haben, ober vielmehr ich habe wenig Muße. Ich muß gleich einmal nach Berlin."

Sehr gerne, Onkel, sehr gerne!"

Unb bleibe Du inzwischen fort," flüsterte Anton ihr ms Ohr,benn Du begreifst, baß wir wichttge Dinge zu verhandeln haben." 0 0

Marianne versicherte, daß sie, wenn auch mit zittern­dem Herzen, in ihrem Zimmerchen warten würde. Das arglose Täubchen begriff den eigentlichen Umfang des elen­den Zustandes chrer Ettern noch gar nicht, und der flüch­tige Sonnenstrahl, den Onkel Anton in all der Dunkelheit hervorgezaubert hatte, blendete sie ganz und gar.

.Lflsea nimmt entgegen: \ Mrpelitwn b.BIatte», i|ikb.8nnoncen«8uteaui jjft.Dietrich & Co. in | M unb Hannover; Th. ; Mich in Frankfurt a.M.;

,-mstei» £ Bögler in «tfurt a. M., Berlin, utg, Cöln re.; Rudolf i» in Berlin, Frank­furt a. M. re.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition ».Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von @. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene« in Elberfeld: C- Schlotte in Bremen.

Kestern, Dienstag Mittag, erfolgte, wie der Telegraph * 25 j Berlin meldet, in der Schloßcapelle der Kirchgang der 1 50 vermählten prinzlichen Paare, welchem die Majestäten mit 1 50fc Fürstlichkeiten beiwohnten. Nach demselben fand bei i Neuvermählten Dejeuner dinatoire statt, woran Ihre : ijtjtäten der Kaiser und die Kaiserin, die Mitglieder ' 7 königlichen Hauses und alle Gäste des Hofes theil- 1 50 hmi. Statt der für heute Abend bei den Neuvermählten jgt gewesenen Cour findet im engeren Kreise bei dm ichen Majestäten Abendgesellschaft statt.