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Marburg, Mittwoch, 20. Februar 1878

XIII, Jahrgang.

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ebfcff| «rschkint täglich außer an den Werktagen nach S-nn- und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen BeilageJInftrirteS e-«ntag»»latt" durch di- Sivedition iKoL'fL- Buchdruck,rett bezogen 85 Marl, durch btt Postämter be« D-iitick-n e,» 'cir..., 7 ",c^e«7eTe" lx

Tagesbericht.

|flt Aus Berlin vom 18. d. wird uns mitgetheilt: Der p* plige Festag unseres Königshauses hatte unserer Stadt

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>rea Mt sieht man bereits Vorkehrungen zu der heut Abend

vor der Trauungsfeier der beiden

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hjft, Erzählung von Johann Gram.

1 Lrrfaffer autorisirte Uebertragung aus dem Holländischen

von Joseph Schrattenholz.

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ttv zur Beantwortung gelangen und zwar durch den kanzler Fürst Bismarck selbst eingehend beantwortet . Der Geschäftsgang wird, wie wir hören der sein: nach der Vorlesung der Interpellation zunächst der v. Bennigsen zur Begründung derselben das Wort und dann Fürst Bismarck eine sachliche Beantwor- derselben giebt. Eine Besprechung wird an die Beant- ng, wie wir hören, nicht geknüpft werden, weil die ivrität des Hauses, dies unter den obwaltenden Um-

für inoportun hält. Es haben bereits nach dieser t hin Verständigungen unter den einzelnen Frattionen " nden. '

Met das Schicksal, welches die neuen Steuervorlagen der Berathung im Plenum erfahren werden, hören wir

äußerlich ein festliches Kleid verliehen. Zahlreiche e hatten geflaggt und namentlich Unter den Linden in den angrenzenden Straßen wehete ein Wald von und Flaggen von den Dächern und Fenstern herab. 5 herrliche Wetter, welches vom frühen Morgen an die» liche Bild beleuchtete, hatte Tausende von Spazier- ins Freie hinausgelockt, welche namentlich die Pro­be Unter den Linden anfüllten. Um die Mittagsstunde auch unser Kaiser die Straße entlang und das freu- Grüßen, welcher dem in voller Frische seines Greisen- dahin fahrenden Monarchen von allen Seiten zu wurde, bewies recht deutlich, welch lebhaften Antheil Schichttn der Bevölkerung an diesem Familienfeste Herrscherfamilie nehmen. In allen Theilen der

fahren und wahrscheinlich wird sich das Haus zu einer Resolution einigen, welche es ausspricht, daß es geboten ist, das Reich in Bezug auf seine Einnahmen auf eigne Füße zu stellen. Das beste Object hierzu wird in einer ausgiebigen Besteuerung des Tabaks gefunden. Ob diese ausgiebige Besteuerung nun durch eine verbesserte Regie­rungsvorlage mit höheren Steuererträgen, ob sie durch Einführung des amerikanischen Steuersystems oder ob sie durch Einführung des Monopols herbeizuführen ist, dies dürste zur Zeit aus tacttschen Gründen als eine offene Frage betrachtet werden. Die Majorität dürfte sich jedoch wohl bei der definitiven Entscheidung über das System, welches zu adoptiren ist, für das amerikanische und gegen das die Privatindustrie beschränkende Monopol aussprechen. Wir glaube., gut unterrichtet zu sein, wenn wir annehmen, daß das Gesetz nicht,. wie ursprünglich beabsichtigt war, schon am Mittwoch zur Debatte gestellt wird. In Nr. 4 derAnnalen des deutschen Reiches" befindet sich ein Auf­satz über dieses System, welches den Oberfinanzrath Fellser zum Verfasser hat und der zur Klärung in maßgebenden Kreisen nicht wenig beigetragen hat. Wie es heißt, wird derselbe im Reichstage zur Verbreitung gelangen.

Obwohl durch den Erlaß vom 2. März 1877 allge­mein angeordnet worden ist, daß bei Ausschreibungen von Submissionen in keinem Falle nur ausländisches Material und Product zugelassen und in den Publikationen nichts von dem Productionsorte erwähnt werden soll, so sind dem Handelsminister doch verschiedene Beschwerden zugegangen aus denen hervorgeht, daß bisher nicht überall danach ver­fahren worden ist. Im Besonderen ist darüber Klage ge­führt, daß noch vor Kurzem bei einer Submission von Dachschiefer-Lieferungen ausdrücklich englischer Schiefer vor­geschrieben worden sei. Es ist dies um so auffälliger, als der inländische Dachschiefer erfahrungsmäßig den ausländi­schen an Qualität und Dauerhaftigkeit zum Theil übertrifft, wenn auch sein Ansehen meist weniger gefällig ist uttb er nicht in gleich dünner und glatter Beschaffenheit gewonnen wird. Der Handelsminister hat deshalb Veranlassung ge­nommen, die Königlichen Eisenbahn-Directtonen und Com­missionen wiederholt anzuweisen, mit Strenge darauf zu halten, daß bei der Aufstellung der Submissions-Bedingungen dem Erlaß vom 2. März 1877 gemäß verfahren werde.

Die Chancen für die Aufrechterhaltung des Friedens sind unverkennbar im Steigen. Die Russen haben nur einige strategische Punkte in der Nähe Konstantinopels be­setzt und die englische Flotte hat sich nach der Mundania- Bai (an der kleinastatischen Küste bei Bruffa) zuräckge- zogen. In London beeilt man sich, sehr friedlich zu reben

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(gortfefcuno.)

»Hast Du schon gehört?" frag Merkel mit Nachdruck, eanbe, der sich überall Gemälde und Zeichnungen

^elt hat, verkauft seine ganze Sammlung!" W machte Felman doch betroffen.

»Was!" frag er,Mynheer van der Sande, der so Jje Kunst schwärmt und uns unsere Bilder für einen ^reis abbettelt? Es kann nicht wahr sein?" y^ie reine Wahrheit, Mynheer! Sieh nur die An- Wzettel nach und lies die Zeitungen, worin der Der- = ^gekündigt wird. Der zuckersüße Herr hat uns Alle

Nase heramgeführt. Mit Betteln und unter aller­es ausgedachten Vorwänden hat er unter der Hand Pfaffe von Gemälden für die Hälfte der gewöhnlichen Mfspreise aus den Ateliers zusammengekauft. Nun p er einen günstigen Zeitpunkt gekommen und ist uu- ffrvt genug, seine Sammlung öffentlich zu versteigern,

. 200 Prozent zu verdienen!"

1*^86 ist wieder eine neue Seite derKunstliebe," ver- *Ielman, der die Handlungsweise schändlich sand.

ß* sind fünf Gemälde von Dir darunter!" fügte W hinzu.

rfy wir sind eben Me in die Falle gegangen," ent der Künstler, während er feinem Gottegen die Hand

1 Dieser hatte auf eine so gemüthliche Auffassung ^8che nicht gerechnet, guckte ihn verwundert an und ijtit einem freundlichen Gruße Abschied.

selben Abend noch konnte man in den Zeitungen

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und so zu thun, als ob man durchaus befriedigt sei. Den formellen Ausdruck dieser Besserung in der Situation findet man in der Annahme des Kongreßvorschlages seitens aller Mächte. Der Kongreß soll in Baden - Baden abgehalten werden. Nach einer Petersburger Meldung derPolit. Kvrr." nimmt man an, daß die neuen Verhandlungen in Adrianopel in zwei bis drei Wochen beendigt sein und ein Resultat liefern werden, das dem europäischen Areopag vorgelegt werden soll; nach der Presse hoffen die Russen, mit dem vorläufigen Friedens-Instrument schon bis 1. März fertig zu werden. Die Form eines Kongresses unterscheidet sich von derjenigen einer Konferenz dadurch, daß die Mächte auf dem Kongreß durch die Minister der Auswärtigen Angelegenheiten, nicht durch Spezialbevollmächtigte vertreten werden; ein Kongreß ist also mit größerer Autorität auS- gestattet.

Neueste Orient-Nachrichten:

Wien, 18. Febr. Das hiesigeTelegr. Corresp.- Bureau" meldet ans Konstantinopel vom 17. d.: Die englische Flotte, welche die Prinzm-Jnseln verlassen hatte, ist heute bei Gemlik eingetroffen. In Folge eines erzielten Einvernehmens haben die Russen die neutrale Zone nicht überschritten.

London, 18. Febr.Times",Daily News" und Standard" betrachten die Situation als eine wesentlich friedlichere und erachten die Kriegsgefahr für vorläufig abgewendet.Standard" meint die Zurückbewegung der brittschen Flotte nach der Bai von Abudania, der Bereit­willigkeit Rußlands, von der Besetzung Konstantinopels abzustehen, zuschreiben zu können.Daily News" will erfahren haben, daß die Stuften nach dem Abschluß der Verhandlungen zu Adrianopel, welcher, wieDaily News" meint, Mittwoch erwartet werden dürfte, Rumelien unver­züglich räumen würden.

Buchdruck,rei) bergen 85 Mark, durch di- Postämt-r des D-utsch-n Reiches 8 Mark 50 Vf», (erd. Bestellgebühr)^ - Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 85

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Klag« läng! tagen lultis.

,, !w..i Kaiser im Namen des Deutschen Neichs- öyail! $eine Miesse überreichen, in welcher die deutsche Volks-

' tahmg ihrer Freude Ausdruck giebt, daß zwei deutsche iiyessinnen mit zwei deutschen Prinzen am heutigen Tage l jeta 1 Vermählung feiern.

gut unterrichteter Seite Folgendes: Die Regierungs- «Ne, betreffend die Besteuerung des Tabaks, wird mrsichtlich in der vorliegenden Form Ablehnung er=

[4 Die Beantwortung der Interpellation der Abgg. v. ttigsen und Gen. bezüglich der orientalischen Frage, welche zweiter Gegenstand auf die Tagesordnung der heuttgen ung des Reichstages gesetzt ist, wird, wie wir hören,

l- Anzeigen nimmt entgegen: Me Expedition d.vlatt-s, sowie b.Annonc-n-Bur-aux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jägerssche Buchhanblung daselbst; Hermann'sche Buchhanbl. bas-lbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elb-rs-ld: E. Schlotte in Bremen

lesen, daß die Sammlung des Herrn van der Sande ver­kauft werde,worunter sich u. A. auch drei Gemälde un­seres verdienstvollen Mertel befinden."

Felman schritt bedrückt nach Hause. Seine ganze Seele war so sehr von dem unsäglichen, Mevrouw van Leent betroffenen Unglück erfüllt, daß er der schändlichen Hand­lung des SchleichsuchseS van der Sande keinen Augenblick mehr gedachte.

Zwölftes Kapitel.

Denselben Morgen, an welchem, Felman jene nieder­schmetternde Nachricht bekommen hatte, war Mynheer be Grootens bereits vor 11 Uhr durch den Bäcker Mols und zwei andere Herren überrascht worden, die den Cft- neralsekretär sofort zu sprechen wünschten.

De Grootens hatte seine Frau angesehen und dann dem Laufburschen zugeschnaubt, daß er gegenwärtig für Niemand zu Hause sei.

Ja, sehen Sie," sagte der Diener betroffen,ich habe ja gesagt, daß Sie mir gesagt hätten, Sie wärm für Niemand zu Haus, aber da sagte einer von dm Herren, daß sie doch wohl Jemand wären."

Da war also nichts mehr zu machen. Die Herren möchten nur hereintreten.

Mols schritt mit seinen zwei Mitdirettorm feierlich in das Zimmer. Er grüßte verbindlich aber sehr kühl. De Grootens trachtete vor Allem mit seiner Gediegenheit zu wuchern und ersuchte die Herren, Platz zu nehmen. Mols sollte natürlich dm Wortführer rnachm, aber fei es daß es ihm gegen die Haare ging, oder ob er keine schick­liche Einleitung finden konnte feine Hand strich fort­während über dm seidenen Hut, ohne daß er begann. Endlich platzte er heraus:

Mynherr de Grootens, es wird überflüssig sein,

Deutsches Reich.

»« Berlin, 18. FÄr. Heute bringt die Festessreube in den weitesten Kreisen die Politik in den Hintergrund. Oer Interesse ist auf die morgen zu erwartende Sitzung des Reichstags gerichtet, seitdem man als sicher annimmt, daß der Fürst die Interpellation persönlich und unmittel­bar beantwortm wird. Gestern, Sonntag Nachmittag, haben die BundeSrathSausschüsse für Derfaftuug und Justiz- Wesen die Berathung über den Gesetzentwurf betreffend die Stellvertretung des Reichskanzlers fortgesetzt. Wahrschein­lich werden die Ausschüsse nochmals zusammentreten, um die Formulirang der gefaßten Beschlüsse festzustellen. Dem BundeSrath ist ein Gesetzentwurf vorgelegt, worin die Ihnen die Ursache unseres Kommens auseinanderzusetzen. Die Direttoren haben in zwei Versammlungen vergebens auf Ihre Anwesenheit gewartet; wir fanden es deshalb am Besten zu Jhnm zu kommen und Jhnm dadurch die Abrechnung bequem zu machen ..."

Ja, ja, die Abrechnung bequem zu machen," wieder- hotte einer der Directoren in den Bart brummend.

De Grootens nickte kühl.Ausgezeichnet!" antwortete er,ganz vortrefflich! Aber wir können das doch hier nicht. Wir sind gegenwärtig nicht vollzählig."

Die drei Abwesenden haben Vollmacht gegeben," ant­wortete MolS unmittelbar;das ist also vollkommm in Ordnung."

O so, dann ist die Schwierigkeit gehoben," entgegnete d- Grootens, ärgerlich auf feine Lippen beißend.Ja, warten sie, bann, muß ich meinen Arnheim wohl einmal auftnachm." Er fühlte zuerst in seine linke und bann in feine rechte Tasche, suchte in seiner Brusttasche unb bann im Zimmer.Wo ist benn meine Schlüssel? Sollte ich den verloren haben? . . . Ja wahrhaftig, ich scheine ihn quitt zu sein . . . Aber was ist da zu thun? . . Dürfte ich die Herren vielleicht um einen Ausstand von vierand- zwanzig Stundm ersuchen--"

Überflüssig, Mynheer," war die entschiedene Antwort von Mols,ich habe mich gegen alle Hindernisse gewapp­net. Einer unserer Direttoren ist Schmied und dieser hat seinm Passepartout mitgebracht."

Ja," wiederholte der Nebmmann,der hat seinen Passepartout mitgebracht."

Glücklicher Zufall!" rief be Grootens mit aut ge­spielter natürlicher Freude über diese Vorsicht.Dann können wir die Sache sofort abmachen. Aber warten Si« einmal, ich glaube, da liegt der Schlüssel auf meinem Schreibpult."

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n w-j gogen nimmt entgegen: ü-hs, ,Expedition d.Blatt-S, > Naf fn d.Annoncen-Bureaux , Lh. Dietrich & Co. in >och ch Er! unb Hannover; Th. auz , jettid) in Frankfurt a.M.;

nfenftein <t Logier in i's ig pifurt a. M., Berlin, jaja, Cvln k. ; Rudolf Geschz ,g{ in Berlin, Frank- m hgtzf furt a. M- ic.

[42 Mrteu Illumination getroffen, welche voraussichtlich . t recht glänzmde werten wird. Präsident v. Forcken-

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