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XIII Jahrgang.

Marburg, Sonntag, 17. Februar 1878

GeWscht jfitmio

Politische Wochen-Uebersicht.

Worttarifs als durchaus zweckmäßig bewährt. Die Vorzüge dieses Systems haben bereits dazu geführt, daß dasielbe

des Siegers zu verhindern, oder doch zu erschwerm. Ob Graf Andrassy jetzt die Ueberzeugung gewonnen hat, daß

Km- üttd, sllü:! Bot: l eia 269« allein lange

yen nimmt entgegen: jäeMtion ».Blatte», ^.Annonren-Bureaur l». Dietrich & Co. in w und Hannover; Th. pch in Frankfurt a.M.; ,,-ietn & Bögler in Ktrt a. M., Berlin, Cöln ic.; Rudolf

L in Berlin, Frank- ; fiat a. M. ic.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition ».Blattei, sowie d Annoncen- Bureaux von ®. L Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Tbienes in Elberfeld; C- Schlotte in

Bremen

».scheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS SonutagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 3k Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 3 Mark 50 Pfg. iexcl Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 35 Pfg. berechnet.

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und Oesterreich geschloffen und Rußland erhielte imatum. Der MobilisattonSbefehl würde der ganzen nrichischen Armee gegeben und die bereiten Truppen ritten die Donau. Die englische Flotte würde die

en formen, eine andere Flotte ginge in das bal- Meer; die indischen Truppen würden nach dem al dirigirt und England versicherte sich eines halben ^PliiOend kleiner Mächte durch Subsidien. Das.Journal Debats" beruhigt indeß seine Leser über diese AuS- Die europäischen Mächte haben solche Kühnheit mehr; Alles wird sich arrangiren und man wird mit den vollzogenen Thatsachen abfinden. Das hat wohl ganz Recht, aber es vergißt zu bemerken, die Kriege heute nicht mehr wie früher ein durch lange fortgesetztes Ringen mit kleinen Hülfsmitteln sind, bei ein einzelner Fehler, ein Mißgeschick nicht in die Wag­fällt. Heute erwartet man schon von der ersten die Entscheidung. Es ist eine entsetzlich hohe

Der Reichstag hat in der zu Ende gehenden Woche cal- eine bedeutende Verhandlung gehabt. Desto iute- losh. ntei verspricht die kommende Woche zu werden. Der hskanzler Fürst Bismarck ist wie erwartet am Don- id)t, iz Abend in Berlin angelangt und wird im Reichs- ncuh am Dienstag über die auswärttge Polittk Rede stehen M. trbem werden die Steuervorlagen zur Verhandlung

ngs agtn.

' Die wichtigste Frage der unmittelbaren Gegenwart, die Mische, fesselt ausschließlich das Interesse der polittschen L Die Entscheidung scheint auf dem Kopfe einer tl zus ruhen, die Entscheidung über den Frieden Eu- &Wenn wir im achtzehnten Jahrhundert lebten am Beginn des unsrigen, so meint dasJournal ,^ats", würden die Dinge etwa wie folgt verlaufen, m wäre eine Defensiv- und Offensivallianz zwischen

z f Si« Stefideaz»er»«ße>.

---j Erzählung von Johann Gram.

11 l Verfasser autorifirte Ucbertragung aus dem Holländischen ' > f von Joseph Schrattenholz.

e, die bei jeder Kriegserklärung von heute aus die k gesetzt wird, und es mag sich schon im Hinblick auf enfalls in Frage stehenden Opfer geziemen, eine so re und verantwortungsvolle Handlung nicht ohne die " ßerste Noch zu vollziehen. In England erschallt der sruf immer lauter, dagegen scheint man in Wien desto ster zu sein. Die in Bukarest erscheinendeEpoca" sich über die Besetzung der Donau-Festungen durch e Truppen folgendermaßen aus:Da Bulgarien unbestimmte Zeit von russischen Truppen besetzt bleiben so hat die Besitzergreifung der Donau-Festungen wohl den Zweck, derjenigen Macht, welche damit nicht «standen sein sollte, den Beweis zu geben, daß man ! genug ist, um unbesonnene Einmischungen in die Rechte |Ujti - tr iS

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(Fortsetzung.)

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Worten:

»Marianne, Du hast recht brav gesprochen! Dein Vater würde auch so wett nicht gegangen sein ... Es war bie Aufwallung eines Augenblicks, nicht wahr, Adolf?" konnte nur nitfen; zum Sprechen war er unfähig. Du thust es nicht, nicht wahr, Vater?" frug Ma-

ängstlich, ihr Köpfchen zu ihm aufhebend.

»Kind!" preßte er hervor, ohne sich zu getrauen, sie hen,ich habe viel, sehr viel Geld nöthig, und nur tauchte in diesem verzweifelten Augenblick der Ge­bei mir auf, aber ich würde so wett doch nicht en sein . . . Hast Du Alles gehört, Marianne?"

üRitt .Ab'

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S5߻Ja, Vater, Alles!"

^M^achtch Du wirklich, daß ich mir das Geld von 4bÄr Anton aneignen würde?"

fc^tin, Adolf, das dachte sie nicht, nicht wahr, Ma- ? Sie wird wohl begriffen haben, daß Du nur so um einmal zu sehen, wie Marianne sich benehmen

schiß Aevrvuw hatte das Antlitz in ihren Händen verborgen, 'saß unbeweglich da, ein Bild der tiefsten Betrübniß.- Aidlich brach sie das Stillschweigen. Sie erhob sich, Mariannens Hand und sagte schluchzend mtt abge-

^iarianne fing den Wirck nicht auf, welchen die Mutter ; ^hegenossen gab. De GrootenS begriff ihn unmittel- Hien aber den Muth nicht zu haben, das angeschlagene M aufzunehmen und auszuarbeiten. Mit unbeschreib-

er von den Diplomaten an der Neva überlistet wurde, oder ob er seine Hoffnungen zum Schutz österreichischer Interesse« noch aus einen, vielleicht von Benedek hinter­lassenen Platz stützt, bleibt abzuwarten. Der Nebel von Chlum hat einst der österreichischen Armee eine schlimme Niederlage bereitet; aber wir fürchten, daß der Nebel, welcher jetzt die Köpfe der österreichischen Staatsmänner einhüllt, eine noch weit schlimmere Katastrophe herbei- sühren wird."

Das Conclave wird endgülttg in Rom und zwar im Vatican abgehalten und seinen Anfang nach denNoven- diali d. i. am 19. ds. nehmen. Es ist positiv, daß Pius IX. eine auf das Conclave bezügliche Bulle hinterlassen hat; statt aber, wie man dieß bisher allgemein glaubte, die Be ugnisse des heiligen Collegiums einzuschränken, werden demselben vielmehr mit Rücksicht auf die neue und schwierige Lage, in welcher sich der päpstliche Stuhl befindet, die aus­gedehntesten Vollmachten dahin ertheilt, das Conclave je nach Umständen an beliebigem Ort und in beliebiger Weise abzuhalten. Der Wegfall der feierlichen Erequien in der Peterskirche ist wohl weniger den Verfügungen des ver­storbenen Papstes, als dem vom Könige geäußerten Wunsche, daran theilzunehmen, zuzuschreiben. Dieser Wunsch soll dem Cardinal-Kämmerling durch den französischen Botschaf­ter Baron Baude, mitgetheilt worden sein. Pecci wollte nicht geradezu ablehnen, sondern antwortete, daß er darüber dem Cardinalskollegium tefeuren müsse. Wie vorauszu­sehen, sprach sich dieses beinahe einstimmig dagegen aus. Gleichzeitig wurde erklärt, daß, wenn fremde Fürsten, und unter diesen der deutsche Kaiser oder der König von Ita­lien Spezialgesandte zu den Exequien schicken sollten, die Spezialgesandten Deutschlands und Italiens dazu nicht zu­gelassen werden dürfen. Ob man in Berlin wohl auch nur einen Augenblick an die Sendung eines Spezialgesand­ten gedacht hat.

Tagesbericht.

Bei Berathung des Haushalts-Etats des Deutschen Reichs für das Vierteljahr vom 1. Januar bis 31. März 1877, hat der Reichstag beschlossen , den Reichskanzler zu ersuchen:daß für Telegramme die frühere erste Zone wieder hergestellt und die Gebühr für die erste Zone, unter Beibehaltung der Expeditionsgebühr auf 3 Pfennig pro Wort herabgesetzt werde." Die Reichsregierung antwortete nunmehr daraus:Nach den auf längere Erfahrungen ge­stützten Untersuchungen der Tarifverhältnisse hat sich das den deutschen Verkehr jetzt gültige System des einheitlichen

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licher Innigkeit ruhte sein Blick auf dem lieben, unschul­digen, edlen Kinde, das seine treuen Augen zu ihm empor­schlug und mit tiefer Empfindung flüsterte:

Vater, Vater, welch' eine Angst! Gott sei Dank, daß Du nicht Willens warst, das Geld . . . Nein, das kann auch nicht!"

Liebstes Kind!" sagte er tief seufzend,ich sitze in schrecklicher Noth; ich weiß nicht, wie ich mich retten soll Wurde also einen Moment die Gier nach dem Gelde in mir wachgerufen, so kann das Niemand verwundern . . . aber Liebste, so weit ... würde ich nicht gegangen sein ..."

Er drückte einen Kuß auf ihre Wange; die Mutter aber ergriff Mariannens Hand und flüsterte:Du bist unser Schutzengel!"

Elftes Kapitel.

Der 29. September war da und das Portrait des Obersten vier Tage vorher gegen Abend in aller Sttlle in den Salon seines Hauses gebracht worden. Es hatte Felman Mühe gekostet, von dem Gemälde Abschied zu nehmen, aber der Gedanke, daß er später auf dasselbe zurück- kommen könnte, half ihm über die Bedenken seines künst­lerischen Gewissens fort.

Er weidete sich schon im Voraus an der Freude von Mevrouw van Seent. Das häusliche Glück des liebens­würdigen Paares hatte etwas so Anziehendes und wirkte so bezaubernd auf die Umgebung, daß Felmann in Gesell­schaft der Beiden manche trübe Wolke seines Geistes wie von selbst verschwinden gesehen hatte. Oft, wenn er vor seinen Gemälden einen unglücklichen Tag zugebracht und Pinsel und Palette in Verzweiflung weggeschmissen hatte, war er nach seinem alten Freunde, dem Obersten, gelaufen und der Anblick des innigen Glücks, des echt herzlichen Verhaltens zwischen Mann und Frau hatte ihm immer

nicht nur für den Wechselverkehr mit der überwiegenden Anzahl der Nachbarländer Deutschlands (Dänemark, Schwe­den, Niederlande, Luxemburg, Frankreich und Schweiz) an­genommen, sondern auch für ben inneren Verkehr anderer Länder, theilö bereits eingeführt, theils in Aussicht genom­men worden ist. Unter diesen Verhältnissen kann es nicht für thunlich erachtet werden, zu dem alten Zonentarifsystem zurückzukehren."

Wenn eS begründet wäre, daß die erste Anregung zu der Interpellation der Herren v. Bennigsen, Dr. Hänel von dem Fürsten Bismarck selbst ausgegangeu ist, was wir vielfach bestätigen hören, so dürfte der Beantwortung nur mit desto größerer Spannung entgegen zu sehen sein. Dieser Annahme steht die Unterschrift des Herrn Dr. Hänel nicht entgegen. Herr Dr. Hänel gehört zu denjenigen Männern der Fortschrittspartei, die dem Fürsten Bismarck am wenigsten unangenehm sind. Hänel war es, von dem der Reichs­kanzler in der vorigen Session sagte:es sei im Himmel größere Freude überEinen" (das WortSünder" unter­drückte der Reichskanzler) als über 99 Gerechte."

Neueste Orient-Nachrichten:

London, 14. Febr. Die Admiralität erhielt eine Depesche des britischen Consuls in Chanak, welche bestätigt, daß gestern sechs Kriegsschiffe der britischen Flotte die Dar­danellen passirten. Der Pascha von Chanak habe formellen Protest erhoben, aber keinerlei acttve Schritte gelhan, die Durchfahrt zu hindern. Der Admiral hatte Ordre, mit oder ohne Erlaubniß der Pforte in die Meerenge einzu- laufen und für alle Fälle Maßregeln zum Schutze der hinter ihm befindlichen, gefechtsberetten Schiffe zu treffen.

London, 15. Febr. Reuters Bureau meldet aus Konstauttnopel, Layard habe Lord Derby mitgetheilt, daß der Kaiser von Rußland an den Sultan telegraphirt habe, er werde, falls die britische Flotte vor Konstauttnopel er­scheine, die Umgebung der Stadt in freundschaftlicher Ab­sicht besetzen. Es soll unrichtig sein, daß der türkische Minifterrath die Mreise des Sultans nach Brussa für den Fall des Einmarsches der Russen in Aussicht genommen habe, der Sultan werde vielmehr in diesem Falle in Kon- stanttnopel bleiben.

London, 14. Febr. Das beabsichtigte Meettng der Conservattven im Carlton-Club wurde abbestellt in Folge einer von der Regierung ausgehenden Mittheilung, daß eS bei der gegenwärtigen ernsten Lage der Dinge nicht rath- sam sei, die Agitation gegen Derby fortzusetzen.

London, 15. Febr. Die Note Derby's an das rusfi-

wohl gethan und seine trübe Lebensanschauung gemäßigt. Er brauchte nicht viel über sein Glück zu sprechen schon die bloße Gegenwart des einander unentbehrlichen Ehepaars hatte den Künstler erhoben und gestärkt.

WaS würde der Oberst wohl von seinem Portrait sagen? Felman hätte etwas darum gegeben, dabei gegen­wärtig sein zu können. Zufällig hatte er seit einigen Tagen nichts von ihm gehört, da er, um Studien zu machen und wieder einmal ganz frei zu fein, in seinem neuentdeckten Ländchen gewesen war.

Er kleidete sich also mit Sorgfalt an und schritt schon gegen halb Eins*) nach der Wohnung des Obersten, um dort seine Aufwartung zu machen.

ES wunderte ihn, daß die Rouleaux noch nicht auf gezogen warm. Das HanS sah auch so verlassen und traurig au«, meinte er. Plötzlich war es ihm, als ob ihm etwas sehr Unglückliches zugeflüstert wurde. Wer nein, dann müßte er doch irgend etwas vernommm haben? Man würde ihn doch nicht über das eine oder andere Unglück in Unkenntniß gelassen haben? Wozu auch diese unützen Vermuthungen. Er zog an der Klingel, aber son­derbar, noch nie hatte das Geläute in dem Hausflur ihm so hohl und widerwärtig geklungen.

Ein sonderbares Vorgefühl bemeisterte sich seiner, eS mußte etwas passirt fein. Die Bestellung des Porträts für ben Geburtstag bes Obersten; baS Andringen auf die Vollendung des Bildnisses; die Unruhe des zärttichen Frauchens!

Warum öffnete man ihm die Thür nicht? Es währte ihm eine Ewigkeit. Felman konnte seine Ungeduld nicht länger bezwingen; er mußte und wollte wissen, ob hier

Endlich wurde die Thür aufgemacht. Die Magd, die

*) In Holland eint frühe Besuchsstunde. Anm. d. Uebers.