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xm. Jahrgang.

Marburg, Freitag. 15. Februar 1878

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Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. lexcl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr sür die gespaltene Zeile 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.

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an einem Werke mitgeholfen, ohne dessen Bestehen die heutige Nationaleinheit der Deutschen nicht möglich war.

einen sonderbaren Zufall über bitterwenig zu

so lassen Sie mich Ihnen denn gerade heraus mir einhundert Gulden auch willkommen sein

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tet und geehrt zu werden.

WDas Hauptverdienst um die Gründung des Zollvereins sick unzweifelhaft erworben: ein großer Staatsmann: U badische Friedrich Nebenius (t 1857), ein großer schriftsteller: der Nattonalökonvm Friedrich List (ein e von Geburt) und eine große Regierung: die preu- Das deutsche Boll für diese Empfindung empfäng- > machen, dazu hat List am meisten beigetragen; als

es läßt sich ein Ausweg finden, wenn Sie mir nur theil- weise helfen. Den Rest könnte ich mir am Ende bei einigen meiner Freunde verschaffen, leihen Sie mir dann eintausend oder fünfhundert Gulden!"

Mit dem schiefften Gesicht, das van Gaalderen ihn je hatte ziehen sehen, antwortete de Grootens:

„Es thut mir entsetzlich leid, aber ich habe im Augen-

1en ^t.

.Vollkommen uneigennützig und doch getraue ich mich

blick durch verfügen!"

»Nun, sagen, daß würden!"

Tagesbericht.

Die Provinzial-Eorrespondenz" meldet: Beim Empfang des Reichstags-Präsidiums habe Se. Majestät der Kaiser im Hinblick auf die augenblicklich ernste Lage der äußeren Verhältnisse die bestimmte Hoffnung ausgesprochen, daß es trotzdem gelingen werde, den Frieden Europa's zu erhalten.

Die Provinzial-Korrespondenz bringt an der Spitze ihrer neuesten Nummer einen Artikel über Pius IX, wo­rin sie seine Bedeutung für die katholischen Kirche beleuchtet Bemerkenswerth ist besonders der SchlußpassuS: Fern sei es, in diesem Augenblicke die schweren Kämpfe und Zerwürfnisse zu betonen, welche aus der Gestaltung der römischen Kirchen-Verhältnisse gerade für Deutschland in in den Beziehungen zwischen Staat und Kirche entstanden sind. Es wäre müßig, irgend welche Vermuthungen da­rüber auszustellen, ob auf den „kriegerischen" Papst dies­mal ein „friedlicher" Papst folgen werde: es fehlen alle sicheren Anhaltspunkte, um die Entscheidung der Kardinäle welche sich in nächster Woche im Conclave zur Papstwahl vereinigen, vorherzusehen. Das Eine steht jedoch fest: wie immer die Papstwahl ausfallen möge, die kirchliche Gesetz­gebung, zu welcher Preußen und das Deutsche Reich sich in den letzten Jahren veranlaßt gesehen haben, gibt die Bürgschaft, daß die staatlichen Interessen und Erforder­nisse unter allen Umständen gewahrt werden.

Die Abgg. Dr. Thilenius und Dr. Zinn haben im Reichstage folgende Interpellation eingebracht: Die Unter­zeichneten erlauben sich an den Herrn Reichskanzler fol­gende Fragen zu richten: 1. Beabsichtigt die Reichsregie­rung dem Reichstage noch in gegenwärtiger Session a. einen Entwurf eines Leichenschaugesetzcs, b. einen Gesetzentwurf über die Anzeigepsticht bei ansteckenden und gemeingefähr­lichen Krankheiten, c. einen Entwurf eines Viehseuchenge­setzes vorzulegen? 2. Ist die Aufstellung einer Vieh­seuchenstatistik für das Reich in Angriff genommen und wie weit sind die bezüglichen Arbeiten gediehen?

Die „Correspondance universelle" theilt nach einem italienischen Blatte das Gerücht mit, als werde in den maßgebenden Kreisen in Wien ein Projekt erwogen, aus dem Trenlino ein Fürstenthum zu bilden, welches dem Papste übereignet werden soll. Wir reproduciren diese Meldung unter dem Titel der Curiosität.

„Wie gerne auch," sagte de Grootens kaum hörbar, „wie gerne auch, ich . . . kann . . . nicht ..."

Nun wußte van Gaalderen genug. De Grootens mutzte sich wirklich in grotzer Geldverlegenheit befinden, sonst würde er sich chm gegenüber nicht so bloßgeftellt haben. Es konnte aber auch möglich sein, datz es nur eine Klemme war, eine vorübergehende Verlegenheit, wie sie selbst bei den größten Börsenmännern vorkommt. Das ließe sich nachher wohl noch ergründen. Vorläufig wußte er genug.

„Nun, mein werther Mynheer de Grootens, Sie neh­men es mir nicht übel, daß ich Sie so belästigt habe?"

„Durchaus nicht, Baron," antwortete de Grootens seufzend. „Vielleicht kann ich Ihnen in zwei oder drei Tagen helfen."

„Nun, auf Wiedersehen dann und meine Empfehlung an Ihre Frau und Ihre liebenswürdige Tochter."

Nach diesem flüchtigen Abschied tänzelte van Gaalderen mit seinen krachenden Stiefeln fort, sehr erbaut von dem Besuch, der ihm so viel verrieth. Hatte er auch quasi sein eigenes Geldgebrechen ausgeplaudert, für ihn hatte das wenig zu bedeuten, denn man wußte, wie es mit feinem

Anzeiaen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d Annoncen-Bureaux von ®. L Daube & Co in Frankfurt a. M.; Jäger') che Buckdandlung daselbst; Hermann'sche Buckbandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Tbienes in Elberfeld • C Schlotte in

Bremen

der eigentliche „Erfinder" kann, sofern in diesen Dingen von einem Erfinder überhaupt die Rede sein darf, wohl mit dem größten Rechte Nebenius bezeichnet werden; wo­gegen es als das hauptsächlichste Verdienst Preußens ge­nannt werden muß, die Sache ins Leben geführt zu haben, und zwar in hervorragender Weise durch das Zusammen­wirken dreier Staatsmänner: des Finanzministers Maaßen, des Geheimraths Beuth und des Geheimen Legationsraths (späteren Ministers) Eichhorn. Wie denn überhaupt in Bezug auf die praktische Verwirklichung des Zollvereins- Gedankens die meisten deutschen Regierungen lange Zeit ihren Unterthanen vorauf waren.

Welch' festes Band und welch' festen Kitt der Zollver­ein aber im Laufe der Jahre für die deutschen Stämme geworden war, das hat er in den heftigen Krisen, welche ihn im Jahre 1851 wegen deö Beitritts von Hannover und eines Zollbundes mit Oesterreich und im Jahre .1862 wegen des deutsch-französischen Handelsvertrages zwar in seinen Grundfesten erschütterten, aber trotz alledem nicht zu sprengen vermochten, auf's Trefflichste erwiesen. Und als das böse Jahr 1866 kam, da hat unseren praktischen Stammesvettern jenseits des Canals nichts stärker imponirt, als die verwunderliche Thatsache, daß, während der Bruder­krieg in deutschen Landen wüthete und Staaten in Trüm­mer gingen, der Zollverein und seine Institutionen von allem dem nickt im Mindesten berührt wurde. Während das Schwert von den Zollverbündeten Contributionen er­zwang, haben die Zollbehörden der feindlichen Staaten die alte „Dienstfreundschaft" gepflogen, für das gemeinsame Interesse sich nach wie vor bestens bemüht, für die gemein­same Kasse unentwegt die alte Fürsorge bekundet, und als das blutige Jahr zum Schluffe gekommen war, da haben Sieger und Besiegte die ordnungsmäßigste Abrechnung auf Thaler und Pfennig mit einander gepflogen. Der Zoll­verein war eben mehr als ein bloßes Societätsverhälttuß!

Was zu Zeiten der Reformation (1521) das alte deutsche Reich zum letzten Male vergeblich, versucht hatte: einen allgemeinen deutschen Grenzzoll herzustellen, das ist drei Jahrhunderte später dem auf wechselseitiges Zutrauen gegründeten Aneinanderschließen der deutschen Einzelstaaten reichlich gelungen. Ja noch mehr: von diesem unschein­baren Grunde aus ist das inzwischen in Trümmer gestufte deutsche Reich in neuer Kraft und Einheit auf das S-tatt- lichste wieder emporgeblüht.

Ehre darum allen den patriottschen Männern, die in dem jetzt abgelaufenen halben Jahrhundert in treuer Ar­beit an dem Entstehen und der Entwickelung des deutschen Zollvereins Theil genommen haben; mag auch die Geschichte ihre Namen nicht im Einzelnen verzeichnen! Sie haben nicht, solch ein herzliches Anerbieten von Ihnen anzuneh­men. Aber wie ich schon sagte, ich komme dennoch, Sie um einen Dienst zu fragen. Statt daß ich Geld bringe, komme ich Geld zu holen!"

Alle Geistesgegenwart verließ de Grootens, als er diese Worte hörte. Unwillkürlich trat er ein paar Schritte zu­rück und frag erstaunt:

„Geld holen? Wie meinen Sie das?"

„Um's Himmelswillen, Mynheer de Grootens! Sie springen ja zurück, als ob ich Ihnen an's Leben wollte. Wirklich, Sie sind der Typus eines achtbaren Rentners, der selbst nicht leiden mag, daß auf den Gegenstand seiner innigen Liebe nur hingewiesen wird. Die Sache ist einfach diese. Ich befinde mich im Augenblick in Geldverlegenheit und möchte gern einen Griff, allerdings nur einen beschei­denen Griff, in Ihre wohlgefüllte Geldkasie thun!"

„So! . . ." war die niedergeschlagene Antwort.

„Es ist eine geringe Anleihe die ich bei Ihnen machen möchte: 2000 Gulden, die Sie über zwei Monate bestimmt zurückbekommen."

„Ja. . ." antwortete de Grootens verwirrt, „zu jeder anderen Zeit würde es mir höchst angenehm gewesen sein, höchst angenehm, aber jetzt bin ich selbst durch das Zu­sammentreffen verschiedener Umstände so in meinen Geld­mitteln beschränkt, daß ich Ihnen nicht helfen kann . . . Würde denn nicht Ihre Tante, welche . . ."

„Lasten Sie uns nur nicht von meiner Tante sprechen. Bei den geringsten Klagen über Geldmangel werde ich ent­erbt. Zu den Grundsätzen meiner Tante gehört u. A., daß eine solide Person, welche Ausgaben und Annahmen regelt, niemals Geldmangel haben kann. Sie können begreifen, wie in Folge solcher Theorien solide Staaten, wie die Türkei, Spanien und Pera, von ihr verlästert werden. Bekenne ich der Tante meine Schulden, so bin ich verloren. Aber

Zum 14. Februar.

Ergraben ist in ewige Nacht der Erfinder großer 1 ™<L gar oft. Was ihr Geist grübelnd entdeckt, nützen laar« L_ afcer belohnt Ehre sie auch? — Dies deutsche stenvort hat auch für unsere Zeit noch feine gute Be- nt- i to und ganz besonders für den heutigen Tag, an | tot nur Wenige im deutschen Volke sich bewußt sein " toi, daß wir am 14. Februar einen wichtigen nationalen Mag zu feiern haben.

F ' Ner um welche „Erfindung" handelt es sich beim l Mch? werden unsere Leser fragen — und um welchen inber, dessen Namen wir ein ehrendes Andenken schuldig ak« jcaen? r

i Aii Zagen wir es kurz: wir feiern heute den fünfzrgzah- i: u! i Geburtstag des Zollvereins.

'M ,Zn dem halben Jahrhundert zwischen Waterloo und MA^grätz ist die Gründung und Enttvickelung des Zoll- ' ins unstreitig nicht allein das segensreichste, sondern das größte Ereigniß deutscher Geschichte", so urtheilt der bedeuteudstm unserer deutschen Historiker, Wil-

'**lhrf(beint täglich außer an den WerI'agen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS S-iMtagSblatt" durch die Expedition <K o ch'jche Ut 9 Buchdruckerei) bezogen 2i Mart, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. lexcl. Bestellgebühr). — Jnsertwnsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

6in Rkfidknzverm-gen.

Erzählung von Johann Gram.

k BersafferL autorisirte Uebertraguug aus dem Holländischen von Joseph Schrattenholz.

(Fortsetzung.)

1 Zögernd begann der Baron: „Ich bin eigentlich ge- —**

U- die drückende Last Ihrer Tante zu bringen," vol- gitptie be Grootens ben Satz.

..Pardon'" versetzte van Gaalderen schnell, während er Äootens scharf ins Auge faßte, „Pardon, meine Tante P fick leider doppelt bedrückt, wenn sie bedenkt, daß ".damit belästigt werden sollten. Sie ist eine jo zarte Ahlmde Frau, daß Sie wirklich Bedenken fühlt —' „Mich damit zu belästigen? Durchaus nicht, Baron, "Haus nicht. Dieser Grund ist absolut haltlos."

»Ja, aber es ist nun einmal so, Die gute Seele sich darüber nun einmal Gedanken!"

.Lassen Sie Ihre Tante sich deren nur entschlagen. muß doch seinen Freunden gern zu Diensten sein —"

»Gewiß, das ist meine Maxime ebenfalls, und eigent- 6 der Zweck meines Besuches. ZWir kennen einander M, um darüber streiten zu müssen."

»Ganz und gar überflüssig, mein bester Baron, ganz Mssig. Ich will Ihnen den Dienst gern erweisen. ' bringen mir einfach das Portefeuille Ihrer Tante äebe Ihnen eine ordnungsmäßige Empfangsbescheini-

*8, schneide die Coupons zur Zeit ab, administrire Kapital und freue mich inzwischen darüber, daß Ihre ^verwandte all ihre Ruhe und Zufriedenheit zurückbe-

l Rascher.

.heute sind es fünfzig Jahre; es war am 14. Februar । als zu Berlin zwischen der Krone Preußen und sM Großherzogthum Hessen jener erste Vertrag abgeschlossen e, welcher den Kern bildete, an welchen das merkwür- Webilbe des Zollvereins etwas Neues für feine Zeit VVH'ür alle vorhergehenden Zeiten, sich anschloß; ein Ver- iouveräner Staaten, von welchem damals wohl nur i ige hoffend ahnten, daß er sich, wie dies wirklich ge­ll s, im Laufe eines halben Jahrhunderts zu einem ein- ** chm Bundesstaate auswachsen werde. Und doch ist i- gekommen. Aus den Generalconferenzen der souve- 1 tu Zollvereinsstaaten sind Zollbundesrath und Zollpar- 2 ntt hervorgegangen; aus dem Zollparlament: der hstag; aus dem Bundesrathspräsidium: das deutsche Itrthum; aus dem auf Kündigung geschlossenen Vertrage rin „ewiger Bund": das Deutsche Reich erwachsen.

Ist auch der große Name des „Erfinders" des Zoll- * s nicht gerade, nach des Dichters Wort, „in ewige WM vergraben", so gehen doch die Ansichten darüber uns­er, wem das beste Stecht zur Seite steht, als solcher

i-en nimmt entgegen: Edition d.BlatteS, Annoncen-Bureaux Dietrich & Co. in Hannover; Th.

ich in Frankfurt a.M.; „stein & Vogler in start a. M., Berlin, M Cöln rc.; Rudolf j t in Berlin, Frank- jA fort a. M. rc.