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t. 33

Marburg, Freitag, 8. Februar 1878

xiii Jahrgang.

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.8Ufc! Hre Thätigkeit wird in der bevorstehenden Session eine Reihe wichtiger Berathungsgegenstände in An­genommen sein.

| Set Entwurf des Reichshaltsetats, welcher Ihnen un- izlich zugehen wird, liefert aufs Neue den Beweis, unabweislichen finanziellen Bedürfnisse des ordent- ReichshauShalts in stärkerem Maße zunehmen, als die Wisse der dem Reiche zugewiesenen eigenen Einnahme- Den verbündeten Regierungen erscheint es nicht die Deckung des Mehrbedarfs durch Erhöhung lträge der einzelnen Staaten herbeizuführen, vielmehr die finanzielle Gesammtlage Deutschlands auf Ver- der eigenen Einnahmen des Reiches hin. In l Richtung werden Ihnen Gesetzentwürfe über die g von Reichsstempelabgaben und die höhere Be­bes Tabaks vorgelegt werden.

Mveit die außerordentlichen Ausgaben nicht durch be- Einnahmen gedeckt sind, werden, wie im vorigen die Mittel auf dem Wege des Credits zu beschaffen Der Entwurf eines Anleihegesetzes wird Ihnen

bet Eröffa««g des Deutscheu Reichstages.

Berlin, 6. Februar.

Der Vicepräsident des preußischen Staatsministeriums, Crmphausen, hat heute im Auftrage Sr. Majestät Kaisers die Session des Deutschen Reichstages mit r Thronrede eröffnet:

Geehrte Herren!

Je. Majestät der Kaiser haben mir den Auftrag zu geruht, die Sitzungen des Reichstages in Aller- und der verbündeten Regierungen Namen zu

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®er Wes. Ztg. zufolge ist die Annahme o.» Antrages Württemberg auf Berufung einer Kommission zur Erörte­rung der Frage der Einführung des Tabakmonopols seitens des Bundesrathes zweifellos. Die Ausschüsse werden Vor­schläge über die Zusammensetzung der Kommission machen.

Aus Konftanünopel telegraphirt man, er seien in Adria- nopel zwer Schriftstücke unterzeichnet worden. Das eine ist der Waffenstillstands-Vertrag, das andere ein Protokoll über btt allgemeinen Friedensgrundlagen. Die Feststellung der ergentlichen FriedenS-Präliminarien wird erst jetzt be- ginnm; dw Pforte wird bei diesen Verhandlungeit durch Savfet Pascha, nach einer anderen Version durch Server Pascha, Rußland durch General Jgnattew vertteten sein DerPol. Corr." meldet man aus Petersburg, es werde nun zur Verhandlung des definitiven Friedensvettrages ge- schntten werden; es wird dies auf einem Mißverständniß beruhen. Die Russen bleiben während des Waffenstill­standes in Rodosto, Tschorlu und Burgas.

Neueste Orient-Nachrichten:

London, 5. Febr. [Unterhaussitzung. Forts.j Goldnay unterstützt dte Creditforderung, ebenso Norwood (liberal) obwohl dieselbe unzweckmäßig sei; man könne aber eine Verweigerung mcht verantworten. Norwood greift die Re- gierung wegen ihrer jüngsten Politik an, dieselbe sei ein^

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Kung der Interessen Deutschlands im Orient gestattet für dre Politik de« Reiche« eine uneigennützige Mitwirkung an der Verständigung der belheiligten Mächte über künf­tige Garantieen gegen die Wiederkehr der Wirren im Orient und zu Gunsten der christlichen Bevölkerung. Inzwischen r^r Majestät dem Kaiser vorgezeichnete Po- litik ihr Ziel bereits in so weit erreichen können, als sie wesentlich dazu mitgewirtt hat, daß der Friede zwischen den europäischen Mächten erhalten worden ist und ru ihnen allen Deutschlands Beziehungen nicht nur friedliche sondern durchaus freundschaftliche geblieben sind und mit Gottes Hulse bleiben werden.

. Die Eröffnung des Reichstages fand kurz'nach 2 Uhr SÄenÄl beK8 königlichen Schlosses statt. Etwa 50 Reichstags-Abgeordnete waren anwesend. Der BundeS- trat unter Führung des Vicepräsidenten des preußi­schen Mimstenums Camphausen ein und stellte sich links von dem verhüllten Throne auf. Am Schluß der Tbron- "tönte Beifall; Minister Camphausen erklärte die Session für eröffnet, worauf Präsident v. Forckenbeck ein dreimaliges Hoch aus Se. Maj. den Kaiser ausbrachte.

Geht das so? Aber wenn nun einmal irgend ein racher Herr, welcher unglücklicher Weise einen häßlichen Kopf hat, für viel Geld und gute Worte ein Porträt zu haben wünschte?" v jW

. »Dann behandelt ein Maler von Charakter solch' einen rächen Herrn, dessen Kopf ihm nicht gefällt, ebenso wie Lawrence einstmals einen angesehenen Lord und sagt ihm daß sein Kops ihm nicht behage. Man stellt seinen Pinsel nicht dem ersten besten Ankömmling zur Verfügung, einem Menschen, der vielleicht em Gesicht hat, womit man die Darwinsche Theorie beweisen könnte . .

lichen!^^ *itb benn s°kch' einem Unglücksvogel mit häß-

- Gewiß, Mevrouw, mit einem häßlichen Kopf . . .** 5Kit einem häßlichen Kopf die Ursache gesagt?" Sie entschuldigen Mevrouw, man kann die Pille ja so vergolden, daß sie leicht verschluckt wird." 1

Gott sei Dank, daß mein bester Mann zu den Aus­erkorenen gehört! Nun es ist kein Wunder."

Mevrouw setzte sich auf einen von Felman hinge- Aobenen Stuhl, um alle Einzelheiten des Porträts mit Gemächlichkeit zu besehen.

hatte dem Maler hauptsächlich deshalb viel Muhe und Anspannung gekostet, weil der Oberst noch mcht dasur gesessen hatte. Es war eine Lieblingsidee von Mevrouw gewesen, ihrem Manne mit seinem Oelporträt eme Geburtstagsüberraschung zu machen und hatte sie das­selbe darum nach einer großen Photographie ihres Ehege- noffen Felman m Auftrag gegeben. Glücklicherweise hatte der Oberst Felman im verflossenen Jahr einmal für ein Gemälde gesessen und nur mit Hülfe des damals verfer- ttgteu Studienkopses und der Photographie hatte der Künstler die Möglichkeit erlangt, dem Verlangen von Mevrouw vau Lernt nachzukommen. Später, wenn die

, i 8ur Erklärung von Mevrouw von Sei-nf« Bcrwundeiun i" b>er mitgetbdlt. daß bet gebilo te Holländer uni ren .Jtopf' nut mitbooft': Haupt übersetzt und in ,«ops': ,«op", etwa« Unfeines findet. «nm d Ueberf.

Anzeigen nimmt entgegen: die «xpeditton b.Blatte», sowie d «nnoncen-Bureaux Don ®. L. Daube «6 Eo. in

Kostenwesen. Hierauf gerichtete Gesetzentwürfe werden Ihnen vorgelegt werden.

.. Die im verflossenen Jahre wiederholt vorgekommenen Falle von Einschleppung der Rinderpest haben, obwohl die rasche Unterdrückung der Seuche jedesmal gelungen ist, doch das Bedursniß hervortreten laffen, den bestehenden Emfuhwerboten durch Verschärfung der bezüglichen Straf­bestimmungen erhöhte Wirksamkeit zu verleihen.

Voraussichtlich wird Ihre Mitwirkung zum Erlaß eines hieraus abzielenden Gesetzes in Anspruch genommen werden

Die Klagen über die aus der Verfälschung von LebenS- mitteln und Gegenständen des täglichen Gebrauchs sich er« Sebenden Gefahren haben an die verbündeten Regierungen die Pflicht herantreten laffen, Abhülfe -durch die Reichsge­setzgebung zu schaffen. w u

Unter Berücksichtigung der in Ihrer letzten Session bezüglich einer Revision der Gewerbeodnung laut gewor­denen Wnwcke sind zwei Gesetzentwürfe ausgearbeitet wor- °!n' *?nr -ine die rechtlichen Verhättniffe zwi­

schen Arbeitgeber uno ncu regeln, der andere bie rasche und sachgemäße 4n gewerblichen

Strelttgketten durch Einsetzung besoni. -r @e»erbegerXt zu sichern bestimmt ist. Beide Entwü.se sollen zur Be­seitigung von Schwierigkeiten beittagen, mit welchen der deutsche Gewerbfleiß bisher zu kämpfen hatte und welche bei der leider noch immer fortdauernden ungünstigen Lage der allgemeinen Verkehrs-Behältnisse doppelt lästig erscheinen.

Zum Bedauern Sr. Mejestät des Kaisers haben .die über Erneuerung des Handelsvertrages mit Oesterreich- Ungarn gepflogenen Verhandlungen bisher nicht zum Ziele geführt. Um Zeit für weitere Verhandlungen zu gewin­nen, ist der «ertrag einstweilen bis Ende Juni l. I. ver­längert worden; hoffentlich wird es in dieser Frist gelin­gen, eine Vereinbarung zu Stande zu bringen, welche den beiderseittgen handelspolitischen Jntereffen und dem zwischen Deutschland und Oesterreich Ungarn bestehenden freund- nachbarlichen Verhältniß entspricht. Um Sie zur Beur- theilung des Ganges dieser Angelegenheit in den Stand zu setzen, wird eine darauf bezügliche Denkschrift Ihnen vorgelegt werden.

Meine Herren! Bei der Eröffnung des vorjährigen Reichstages war die Erwartung noch nicht ausgeschlossen, daß die türkische Regierung aus eigener Entschließung zur Ausführung der Reformen schreüen werde, über welche die europäischen Mächte sich auf der Conferenz in Kon­stantinopel geeinigt hatten. Diese Erwartung ist nicht in Erfüllung gegangen. Se. Majestät der Kaiser hofft je­doch, daß nunmehr ein baldiger Friede die Grundsätze jener Conferenz zur Anwendung bringen und dauernd sicher stellen werde. Die verhältnißmäßig geringe Bethei- fte absichtlich hinter der Staffelei hatte Platz nehmen lassen Jetzt aber bat er sie, sich zu erheben und führte sie vor das Bildniß. .

Kaum stand sie davor, als sie die Hände faltete, wie wenn sie einen Helligen erblickte, und nach einigen Sekunden stiller Bewunderung sah sie den Maler mit so dankbarem Auge an, daß derselbe in diesem Moment an seiner Mei­sterschaft bestimmt nicht zweifelte.

Ja, das ist mein bester, lieber Mann, sprechend ähn­lich, sprechend ähnlich. Oh, Mynheer Felman, wie bin ich Ihnen verpflichtet, daß Sie ihr kostbares Talent dieser Arbeit gewidmet haben .... die Augen . . der freund­

liche Mund .... es ist, als ob er lebte.

Felman zupfte verschiedentlich an seinem Schnurrbart und ergötzte sich an ihrer ungekünstelten Freude.

Es ist sprechend ähnlich!" fuhr sie fort,und find Sie selbst auch zufrieden damit, Mynheer Felman?"

Ein Künstler, welcher mit seiner Arbeit zufrieden ist, Mevrouw, kann seine Pinsel und Paletten ruhig an die Wand hängen. Aber der Oberst hat einen vortrefflichen Kopf zum Porträtiren."

Einen Kopf! mein lieber Oberst einen Kopf!"*)

Felman lächelte.Das ist ein Maler-Ausdruck, Me­vrouw. Wir .kennen nur Köpfe und theilen das Men­schengeschlecht in schöne und häßliche Köpfe ein. Kommt ein schöner Kopf und verlangt durch unseren Pinsel auf die Leinewand gebracht zu werden, so erklären wir uns berest; ist es ein häßlicher Kopf, wird er einfach an der Thüre abgefertigt!"

Ei» Refide,zver»«gk».

Srzählung von Johann Gram.

' Erfasser autorifirte Uebertrogung an« dem Holländischen von Joseph Schrattenholz.

igortfelfunc.' W

blieb ihm indeß keine Zeit dazu, denn einen später wurde die Thür geöffnet und die ver- Dame trat herein.' Es war nämlich eine Eigeu- JWüt von Felman, Jeden der ihn zu sprechen wünschte, Meldet auf seinem Atelier. zu empfangen. Der 6 ^ehte sich herum und Willem MolS flog aus Nachdenklichen Haltung auf. Die Dame verbeugte Aug ben Schleier zurück und nun erkannten Willem O^an augenblicklich die Oberstenftau.

^ronw van Leeut!" sagte Felman einigermaßen ^em verbeugte sich und wurde durch den Maler verabschiedete sich aber augenblicklich und schritt

ß^öre ich Sie nicht, Mynheer Felman, frag sie etwas Durchaus nicht, Mevrouw! .... Sie kommen ' stch nach dem Wohlbefindm Mynheers zu er- ^.d°ohl!« klang die wohllautende Stimme, aber, so : l Mtig, als ob Felman sie nichts Angenehmeres L Mr. können.Ich verlangte so sehr darnach und f dchgierig, einmal zu sehen, wie weit Sie gekommen

diesen Morgen, als mein bester Mann mit ^dden auözog, die Gelegenheit wahrnahm, um ein« * iU kommen. Darf ich?"

Wtte das Portrait noch nicht gesehen, da Felman

Wr Ausfüllung einer Lücke in dem Wortlaute der g soll ein zunächst noch der Berathung de« Bnn- mtterüegender Gesetzentwurf dienen, welcher die eit einer Vertretung des Reichskanzlers in der »mtheit seiner Amtschätigkeit oder in einzelnen derselben mit dem Rechte zur Gegenzeichnung -Zweifel stellt. °

> Abschluß an die Justizgesetzgebung des vergangenen R wird Ihnen der Entwurf einer Rechtsanwaltsord- orgelegt werden, welcher es sich zur Aufgabe gestellt Zutritt zur Ausübung dieses für die Rechtspflege ?tigen Berufes jedem dazu Befähigten zu eröffnen, ; Dadurch die Bürgschaften zu vermindern, welche dem Oer Rechtsanwälte im Reiche bisher seine ehren- Ttellung gesichert haben.

Ar in dem gerichtlichen Verfahren geschaffene Einheit R8> zu ihrer Ergänzung eine entsprechende Einheit

» nimmt entgegen:

) ri^eMtion b.Blatte«, ' 1 -.Annoncen-Bureaux . ü. Dietrich & So. in ngtt« gnb Hannover; Th. iariiin Frankfurt a.M.; Frö». & Bvgler in g1116 ytfurt a. 3JI., Berlin, Herq Köln rc.; Rudolf .« in Berlin, Frank- fort a. M. rc.

Frankfurt a. M.; JSger'Iche

Buchhandlung daselbst;

Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Tbienes in

atberfelb; 6. Schlotte in