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Marburg, Donnerstag, 7. Februar 1878
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Achtes Kapitel.
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Be- iach- itter, itter, 322
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Die Einladung zur Conferenz wurde durch den öster- W-ungarischen Botschafter Grafen Karolyi am Mon- I m Berlin übergeben. Die kaiserliche Regierung hat De angenommen.
Anzeigen nimmt entgegen: dir Expedition d.Blatte», sowie d Annoncen-Bureaux von ®. g. Daube & Co in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnoalidendank in
Berlin; W. Tbienes in Elberfeld' C. Schlotte in Bremen.
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- Tagesbericht.
Dienstag Nachmittag 2 Uhr fand eine Sitzung des -Uitsministeriums statt, in welcher, wie wir hören über Ijk ßrage entschieden ist, ob der Landtag noch im Laufe «chr Woche geschlossen werden soll, oder ob noch ein weiteres Mn des Landtages neben dem Reichstage eventuell unter [schweigender Vertagung des Abgeordnetenhauses statt- Win wird. Ueber den definittven Beschluß des Staats- Mstenums ist officiell bis jetzt nichts bekannt geworden, Wh wäre in Abgeordnetenkreisen heute das Gerücht ver- Mtt, die Staatsregierung habe sich für die letztere Aller- Woe eutschlossen.
[ Ein Rrfidknzdermägen.
(Jt Erzählung von Johann Gram.
'vä,? ’Maffee outoriftrte Uebertragunz aus dem Holländischen | von Joseph Schrattenholz.
toflgtn nimmt entgegen: ^Expedition d.Blattes, d.Annvncen-Bureauk M Ä- Dietrich & Co. in M und Hannover; Th. yetnd) in Frankfurt a.M.; Mjjenftein & Vogler in ! Erfurt a- M., Berlin, feiig, Cöln rr.; Rudolf legt in Berlin, Frank- furt a. M- rc.
Arnauten, ein Kavallerie-Regiment und sieben Geschütze im - Kampfe."
Bei dem letzten verunglückten Sturm auf Saturn am 30. Januar hatten die Rusien an Tobten und Verwundeten einen Verlust von 20 Offizieren und 600 Untermilitärs.
Neueste Orient-Nachrichten:
London, 5. Febr. Einem Telegramm der „Daily News' aus Kars vom 4. d. zufolge ist daselbst die Ueber- gabe von Erzerum amtlich gemeldet und sollten die Russen die Festung am Dienstag besetzen.
Bukarest, 3. Febr. Die Kammer zog den Antrag auf Wiederherstellung diplomatischer Agenturen in Petersburg, Rom und Belgrad in Erwägung. — Im Senate wurde eine Interpellation angekündigt wegen der Unmöglichkeit der Weiterbeförderung der in Turn-Severin angehäuften Maaren. Der Minister des Innern antwortete, er habe Maßregeln getroffen, um die unwegsam gemachte Straße nach Fratesti wieder in Stand setzen zu lassen. Auf Antrag der Regierung traten sodann Senat und Kammer zu einer geheimen Sitzung zusammen, um die Interpellation wegen der Integrität Rumäniens zu berathen.
London, 4. Febr. Sitzung des Oberhauses. Dela- war wünscht die Zusicherung der Regierung, daß unter keinerlei Umständen eine Besetzung Konstandinopels gestattet werde^ Derby erwidert, die Dtäumung der Donau-Fe- ftungen Seitens der türkischen Truppen liefere allerdings vrele Türken in die Hand der Russen, aber wie solle England dies verhindern, ohne Anwendung der Mittel, welche die Billigung der Bevölkernng nicht erhalten? Die Bedingungen, von denen Englands Neutralität abhänge, seien bis jetzt nicht verletzt. Die Regierung habe von Anfang an bei der endgültigen Lösung gemeinschaftlich mit den Übrigen Mächten mitzustimmen verlangt und diesen Anspruch neuerdings mit Emphase erneuert. Er glaube, die Majorität des englischen Volks billige diese Haltung der Negierung. Die Besitz-Ergreifung Konstantinopels Seitens der Russen wäre einer derjenigen Punkte gewesen, denen das Verlassen der Neutralität gefolgt wäre. In den Depeschen sei Nichts über eine zeitweise Besetzung Konstantinopels gesagt, und zwar habe man dies vermieden, theils weil diese Frage von den übrigen Fragen in den Depeschen wesentlich verschieden sei, theils weil bei der beabsichttgten Veröffentlichung der Depeschen es nicht wün- schenswerth gewesen sei, die Türken wissen zu lassen, daß [le nur den Einmarsch der Russen in Konstantinopel zu gestatten brauche, wennste England in den Krieg verwickeln wolle. Die Regierung habe indessen in der Depesche vom 13. Dec, ihre Ansicht über dei Beseßung Konstantinopels laufend ein so schiefes Gesicht schnitt, daß es schien, als ob sein rechter Mundwinkel das nahegelegene Ohr besuchen wollte.
„Entführen, bester Junge! wo denkst Du hin? Das war im Mittelalter mit seinen Strickleitern und Felsenburgen noch schön und romantisch, aber gegenwärtig bei unfern Pappendeckelhäusern, unfern Schnellzügen und unfern prosaischen Reisehandbüchern? Und bedenke doch einmal, was Du eigentlich unternehmen willst! Marianne würde sich vielleicht durch ihre Zuneigung für Dick mit fortrerßen lassen und in den unbedachten Plan einstimmen, aber später, wenn sie einmal in das ruhige, gewöhnliche Leben zurückkehrt und ihre Eltern von keiner Annäherung ettvas wissen wollen, wird das liebe Kind sich sicher unglücklich fühlen.--So, so, das hat dem Obersten gut
gethan!" Diese letzte Aenßerung bezog sich auf das Bild, welches der Redner unter den Händen hatte und welches Niemand anders verstellte, als den Obersten van Leent. Es war ein Kniestück in Lebensgröße und so ähnlich, als ob man den kolossalen Obersten vor sich sähe.
Willem bekümmerte sich um die der Physiognomie des Obersten erwiesene Wohlthat nicht. Er lag in einem Fauteuil, ein wahres Bild der Verzweiflung.
„Du hast gut schwatzen, Felman," sagte er, ohne aufzusehen, „ein starker Vierziger, der dem Junggesellenthum ewige Treue geschworen hat; wer niemals die Leidenschaft in ihrem ganzen Uebermaß kennen lernte, wer nie gefühlt hat, daß sein ganzes Lebensglück an den Besitz eines einzigen . . ."
„Hör' auf!" fiel Felman ihm heftig in die Rede und gab dabei dem Obersten eine so tüchtige Schmarre über die Brust, daß dieser plötzlich seines Eichenkronordens beraubt wurde. „Hör' auf! Kaun nur der tapfer sein, der vas Ritterkreuz auf seiuer Brust oder Narben an seinem
___ Die Kämpfe in Asten uitb Bulgarien sind beendigt, habet : Diplomaten schicken sich an, die Resultate derselben in Erng mit den Interessen, ihrer Staaten und Europas hingen. Freilich wird das Kriegshandwerk in dieser he. i nicht ganz ruhen, denn die Griechen haben, 10,000 —-i » stark) die Grenze überschritten und befinden sich be- 8 66 m Thessalien. Jndeß führt ja Griechenland, wie sein
I fertiger Minister versichert, keinen Krjeg, sondern will Krbnung und Ruhe in Thessalien, Epirus und Mace- herftellen und sich hierfür entschädigen lassen. Seine lul“" Kationen treten aber jedenfalls augenblicklich in den -ergründ gegenüber den diplomatischen Verhandlungen, he jetzt die Orientfrage lösen sollen. Aus den letzten rgsereignissen erübrigt nur noch eine kleine Nachlese zu di; aus Belgrad, 3. Februar, meldet die Presse: „Nach __f wertem Kampfe wurde am 29. v. M. Wranja genom- 2M und dabei vier Tabors mit 1682 Mann und 48 Kren unter Rassim Pascha gefangen genommen, viele e S» ttfcre, Munition und Kriegsmaterial erbeutet. Die u fliehen nach Kumanowo. Die Serben unter Oberst Bowies verloren 27 lobte, 175 Verwundete. Die ___ kn verfügten über die Brigaden Semendria und Bel- *unb ein Freiwilligen-Bataillon. Auf türkischer Seite , «en sich ungefähr 10 Tabors Nizams, mehrere Tabors
rn so kräftiger Form, wie sie der diplomatische Gebrauch nur gestatte, Ausdruck gegeben und selbst gegen eine temporäre Besetzung Einwendung erhoben. Daß die Besetzung Gallipoli's keine Gefahr für Konstanttnopel enthalte, habe die Regierung nicht erklärt oder auch nur angedeutet. S)ie Regierung sei durchaus nicht von ihrer bisherigen Haltung abgewichen.
London, 4. Febr. Im Fortgang der Debatte über den Antrag Forster sprach zunächst Gladstone im Unterhause unter großem Beifall der Liberalen. Derselbe führte aus, daß seit Stellung der Creditforderung und des Amendements, sich die Lage verändert habe: Der Waffenstillstand beseitige alle Besorgnisse und mache den Credit vollkommen nnnöthig Kein britisches Interesse sei gefährdet, namentlich seit Gortschakvffs Verpflichtung betreffs Konstantinopels. Der geforderte Credit habe keine reelle Basis; er fei ein Versuch, die Waffen mit den Unterhaiidlungen zu verbinden; dieser Versuch sei durchaus schlecht, besonders als Vorspiel zur Conferenz. Die Regierungs-Politik würde das Princip moralischer Autorität der leitenden Mächte zerstören, sei ein Schritt zur Barbarei und Gewalt, anstatt zur Vernunft. Das abgegebene Votum würde eine gespaltene Nation zeigen; es sei beffer den Pfad der Einhelligkeit zu erwägen. Er wünsche der Regierung die Kraft der geeinten Station zu geben und würde sie unterstützen im Aufgebot ihres Einflusses auf der Conferenz, um Rußland zum Verzicht seines Anspruches auf den Theil Bessarabiens zu bewegen, den es früher an die Donaufürsten- thümer abgetreten. Er würde die Regierung auch unterstützen bei allen Bemühungen hinsichtlich der freien Schiff- sahrt aus der Donau und in ihrem Bestreben zur Sicherung der besten BedingMigen für die Türkei, so lange dieselben keine Grausamkeit gegen die Unterthanen der Türken mvolvirten. Seiner Ansicht nach müsse Bulgarien die Zahlung eines bedeutenden Tributs auferlegt werden. Er hoffe, England werde betreffs der Dardanellen-Frage in Übereinstimmung mit den Mächten handeln. England könne auch die hellenischen Provinzen auf der Conferenz vertreten. Er wünsche nur, daß bie durch das russische Schwert für die Unterthanen der Türkei erlangten 8uqe- standniffe nicht verkürzt würden. Redner regte die Idee an, anstatt den Credit zu notiren, möge eine Adresse beider Häuser an die Krone gerichtet werden, worin der Regierung die Unterstützung auf der Conferenz zugefagt werde unter Anerkennung Dessen, was für die Christen der Türkei gethan worden fei. Die Adresse dürfte auch den Ausdruck der Hoffnung enthalten, daß in allen zwischen der Türkei und ihren Unterthanen schwebenden Fragen Englands Einfluß in einer feinen alten edlen Überlieferungen ent- [prechenden Weise zur Unterstützung einer solchen wohl- Körper trägt? Ist kein Sieg möglich, ohne die Beweise desselben an Deinem Triumphwagen hängen zu haben? Wer verehrt die Frau am meisten und wird am längsten durch das ihm vorenthaltene Glück niedergebeugt? Die Unverheiratheten, Mynheer! — So, das thut gut, das macht das Licht breiter! — Warum stellten die Men ihren Gott und ihre Göttin in der Cella auf und beteten nur in bestimmter Entfernung an? Well die enge und fortdauernde Gemeinschaft dem Erhabenen der Verehrung schadet. Wie mancher, der seiner ersten Liebe ein Dutzend Wettburger zu verdanken hat, kann nicht später seine qlü- henden Herzensergüsse an das frühere Ideal nur mit einem Lächeln lesen. „Raum ist in der kleinsten Hütte für ein glücklich liebend Paar!" ruft Schiller, aber wenn Me- oroum feine Chaiseloug hat, um nach dem Essen ein Schläfchen zu machen, behagt es ihr nicht mehr, mit dem Dichter zu [chwarmen.
Mag schon immerhin sein, doch die Unverheiratheten dagegen, Mynheer, bleiben dem Ideal, das sie sich einmal gebildet, dem Stern, den sie nie erreichen konnten, in ihrem ltnmer getreu; ihre Illusionen werden durch die Wirklichkeit nie zerstört. Nun fängt der Oberst erst an ordentlich auszusehen. Hier noch etwas wärmeres Licht!
Nein, Bester, greife mir niemals die Unverheiratheten an, denn sie sind die wahren Idealisten in der Liebe." . Diefer Ausfall that Willem gut, beim er brachte Veränderung in ferne trübe Stimmung. Als der lebhafte ^ler rn [einer [ammelnen Joppe und dem rochen Fez, mtt dem Maler[tock tn der rechten und der bunt mit Far- ben befterflten Palette in der linken Hand, gleich einem
Ideals, siegesbewußt vor ihm stand, glitt ein Lächeln über Willems Gesicht, wie ein schwacher Sonnenstrahl nach «nein Regenguß.
„@ut, Felman, ich werde Dich in dieser Frage nicht
. . 8er „Courier d'Jtalie" bestätigt, daß der Vatikan in M «r eigenen Note gegen die Thronbesteigung des Königs W Kliert unter dem Titel eines „Königs von Italien" 5- l*rt habe Die Note ist durch den Kardinal Simeoni Vrvk 1 Vatikan beglaubigten Botschaftern und Gesandten * ’ Weilt worden.
!(K—, war um die Stunde, zu welcher man in Haag bei- Öaus für Haus die Dienstmädchen ihre zarteste Für- kupfernen Thürglockenknöpfen widmen sieht. Wenn unentbehrlichen Heben die Hausgötter manchmal sehr erzürnen — in ihrem Ehrendienst für den ^cklenknopf lassen sie sich nicht lumpen. Es ist wahr, Lvit[e Beschäftigung viel Zeit erfordert und das Ge- C' welches bei der Hantiruug mit den Nachbarn ge- ?wird, nicht minder, aber — das Ende krönt denn „’4$ Werk.
k** die genannte Morgenstunde sieht man auf den der Residenz wenig Damen. Es wär also kein daß die elegant gekleidete Frau, welche eben bei Felman klingelte, unter der putzenden und jt -'ip&ben Mädchenschaar Aufsehen erregte.
. Unheil der Frauen über Frauen ist gewöhnlich i!M*l M mild, und so wurde denn auch die verschleierte ihv.-4^ f*e rn das Bereich der fortwährend putzenden ^dchen kam, von diesen Unverschämten sehr stark ^?ren und ihrem Besuch bei dem Maler die son- j<> ^psten Beweggründe unterlegt.
9S.1 cs schien hatte man die Verschleierte auf dem ■ tV* Felman und Willem Mols in ein angelegen^ - ^wräch vertieft waren, nicht erwartet.
^^stUhren!" rief Felman ans, während er einen tüch- Farbe auf die Leinwand schleuderte und zurück-