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Marburg, Donnerstag, 31. Januar 1878
xni. Jahrgang.
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Industrielle nichts, denn ihm entgeht das große Absatzgebiet an die ländlichen Käufer.
Eingangszölle aus alle eingehenden Produkte sind keine Schutzzölle, es sind Finanzzölle. Wenn die liberalen Blätter dies wirklich nicht einsehen oder einsehen zu wollen sich den Anschein geben, so thun sie dies offenbar aus Selbsttäuschung oder sie täuschen um des lieben Princips willen Andere. Aber es wird die Zett kommen und dieselbe ist hoffentlich nicht mehr fern, wo man auch dort gern oder ungern an eine Umkehr von dem Princip des absoluten Freihandels abgehen wird.
des Handelsvertrages mit Oesterreich, in Folge ImUBL. m(m im Bundesrath an die Ausarbeitung eines
midet, daß der Garten des Hauses, in welchem Felman J$ere Etage bewohnte, blos durch eine sehr dünne von vbem der Familie de Grootens getrennt war.
^rr das" ausgezeichnete Licht der Wohnung hielt Fel- 1 m diesem Stadttheile fest. In seiner geräumigen ^rftube empfing er das Himmelslicht ganz und voll jHe aufdringliche Dazwischenkunft von Mauern und ^rn und diesen Vorzug schätzte er hoch.
Dazu besaß die Wohnung eine besondere Haag'sche ^hümlichkeit: Der Baumeister hatte dadurch, daß er ^Fenster noch Thür en schlußfest machte, so gut für Ehrende Lufterneuerung gesorgt, daß über schlechte Kation nicht zu klagen war.
Kunststück, mit dem geringsten Quanttim Bau- dieses große Haus zu bauen, war von dem wag- Architekten mit so hervorragendem Geschick gelöst, i »tan den Bewohnern der oberen Etage sogar die kon- W Verpflichtung auferlegt hatte, kein Pianino unter Möbeln zu halten, aus Angst vor dem Ereigniß, J^teere Möbelstück möge einmal durch den Plafond einen unerwarteten Besuch bei den Miethern des Kaufes machen.
Zolltarifs herangeht, ist die Reichsfinanzftage in ß gerathen und in ein ganz neues Stadium getreten. Presse aller Farben venttlirt die einschlagenden Ma- Aber was aus Allem, was darüber hin- und her- ieben wird, transpirirt, ist die Umkehr von den bis- Systemen und von den Liebhabereien und den der liberalen Manchestermänner. In der Frage inneren Steuern kommt man von der Voreingenom- Heil für direkte Besteuerung wieder ab und kehrt zu System der indirekten Besteuerung zurück, indem man fgerade einsteht, daß die indirekten Steuern ein überaus RgeS Mittel der Staatseinnahmen bieten, ohne erheb- die Consumtionsartikel zu vertheuem, die, wie alle weiß, seit Aufhebung der Mahl- und Schlachtsteuer tat Städten um keinen Deut billiger geworden sind, doch eine gute Einnahmequelle verloren gegangen
nimmt entgegen: ttion d.vlatte», üdÄnnoncen-Burkaux Ü. Dietrich & Co. in und Hannover; Th.
Frankfurt a.M.;
n & Vogler in a. M., Berlin, ig, Cvln ic.; Rudolf e in Berlin, Frankfurt a. M. ic
Eia Refidenzvermiigen.
Erzählung von Johann Gram.
derfaffer autorisirte Uebertragung aus dem Holländischen von Joseph Schrattenholz.
«Fortsetzung.)
Sechstes Kapitel.
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirleS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckeret) bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 3 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr) - Jnsertionsaebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pfg. berechnet.
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Dberhessische Zeitung und deren Gratisbeilage
Die vielen Besuche, welche Willem Mols dem Atelier iu abstattete, wurden von Kurzsichttgen allgemein
Rechnung der bildendetz Kunst geschriebm. Die scharfen Pachter aber wußten es besser und hatten sogar schon
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Leuten ist ein überkommenes und lange für richtig >de» litmes Vorurtheil abzustreifen. Dirette Steuer und -ereü Kandel waren feit Abschluß des französisch-englischen 1 Jur? sdelsvertrages das Axiom aller Manchestermänner. Heute
tu die Stimmen schon wesentlich anders. Aber nur Widerstreben wird dies von den Liberalen anerkannt, nd etf-Btr in der inneren Besteuerung hat man angefangen
1871 Mustrirtes Sonntagsblatt
Zur Reichsfinanzfrage.
Durch die Anläufe der preußischen Regierung, im Bnn- e zur Vermehrung der eigenen Einnahmen des , durchzusetzen, daß gewisse Steuern, namentlich die
'ckiitt. erhöht und andere Steuern (Börfensteuer
Lvtterieloossteuer) eingeführt werden, so wie durch das
timen alle Pi»sta«statte« und auf dem Lande t 8a«dpoftbste«) entgegen.
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Und in der Frage der Grenzzölle kehrt man zu dem fern des Schutzes der redlichen Arbeit gegen den über- ard»' Druden ungezügelten Handel zurück.
ist von hohem Interesse, zu sehen, wie schwer es
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von ®. 8. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchbandlnng daselbst; Herrnann'sche Buchhandi. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld' C- Schlotte in Bremen.
vom Reichskanzler Fürsten Bismarck eingeleiteten Schritte zur Erhöhung bestehender und Einführung neuer inbirefter Reichssteuern bestens zu acccptiren. Aber mit bem Be- kenntniß, baß es mit ber Grenzzollfrage auf bem bisherigen Wege des unbebingten Freihanbels nicht weitergeht, hat es allerdings seine liebe Roth. Man sträubt und windet sich, aus eine Besserung unseres Finanzsystems einzugehen, bloß um des lieben Princips willen und um nicht einzugestehen, daß der betretene Weg doch eigentlich ein falscher gewesen. Man sieht ein, daß es wie bisher nicht weiter gehen kann und doch trägt man eine heilige Scheu vor sogenannten schutzzöllnerischen Tendenzen. Man erkennt willig an, daß das System des Freihandels nur Werth und Bedeutung hat, wenn nach allen Seiten hin eine volle Rcciprocität herrscht, daß also, wenn sich einzelne Nachbarländer durch Schutzzölle vom Freihandelssystem entfernen, eine ernste Gefahr für unsere eigenen vaterländischen Interessen entsteht und daß wir um eines Princips willen unser Geld zum Fenster hinauswerfen; und doch hält man, in der Hoffnung, daß dermaleinst alle Culturländer sich unter dem Princip des Freihandels vereinigen könnten, an diesem Princip fest. Solche Hoffnung aber ist eitel. Denn jeder Staat den« zuerst an sich. In Geldsachen hört, nach Hansemann, die Gemüthlichkeit auf und die principreitenden Manchesterleute können bis zum AllerweltStage warten, ehe sie in diesem Puntte die Regierungen unter einen Hut bringen.
Eigentlichen Schutzzöllen reden auch wir nicht das Wort. Sie sind die Handhabe und das Steckenpferd der Trägheit, die sich vor der Concurrenz fürchtet. Unser Grenzzolltarif hat 82 Nummern. Wollte man von den desfallsigen Ar- ttkeln eine Anzahl zum Schutz der heimischen Productton höher, andere niedriger, noch andere gar nicht besteuern, so wäre dies weiter nichts, als ein partieller, ein versteckter Schutzzoll. Wesentlich anders liegt die Sache, wenn eine allgemeine Verzollung aller eingehenden Maaren ohne Ausnahme nach einem bestimmten Prozentsätze des Werthes festgesetzt wird, wobei von dem Princip der Gewichtszölle abgegangen werden müßte, welche zum Nachtheil der feineren Waaren die groben und billigen prämiiren. In diesem Falle würde auch die Landwirthschaft der Benefizien des neuen Zollsystems theilhaftig werden und des verwerflichen Differential - Zollsystems ledig werden, welches die ländlichen Producenten ruinirt.
Nachgerade fängt die Industrie an einzusehen, daß die Produkte der Landwirthschaft nicht anders und namentlich nicht stiefmütterlicher behandelt werden dürften als die ihrigen und daß beide eines Schutzes gegen den ungezügelten Handel bedürfen. Wenn der Landwirth darbt und in feinen Erwerbsverhältnissen zurückgeht, verdient auch der
Diese Entbehrung wurde Felman aber durch die Parterrebewohner und Nachbarn hinreichend vergütet. Da die Mauern, welche außerordentlich viel Aehnlichkeit mit spanischen Wänden hatten, den Klang wenig dämpften, konnte der Maler sich nach Herzenslust für jene Pönitenz schadlos halten. Einer modernen Haag'schen Wohnung kann man überhaupt als Devise immer das bekannte „Einsam bin ich nicht allein" geben. Eine größere Geselligkeit, wie die pappdeckelartigen Häuser sie darbieten, läßt sich nicht denken. Wird drei ober vier Wohnungen entfernt von ber Deinigen eine Gesellschaft gegeben, so wohnst Du berselben in Deinem Zimmer bei, als ob Du persönlich zugegen wärest. Alle Deine Möbel schütteln sich unb springen vor Freude mit, gerade als ob in Deinem eigenen Zimmer getanzt würde. Schlägt man in Deiner Nachbarswohnung einen Nagel in die Mauer, hältst Du mit brüderlicher Liebe ein Brett oder eine Eisenplatte dagegen, aus Angst, daß sonst die Wand umsinke.
So wurde denn auch Felman mit Musik in ausreichendem Maße bedacht. Der Parterrebewohner hatte eine feurige Leidenschaft für das »air des conspirateurs« aus der bekannten Operette »La fille de Madame Angot« gefaßt, während der Nachbar, ein beharrlicher Pfleger des Violoncellspiels, nichts als tiefe Brummtöne aus seinem Instrument hervorzauberte. Hörten die »Conspirateurs« einmal auf oder brummte der Nachbar nicht, dann schien ein großer Cochinchinahahn int anstoßenden Garten es für feine Pflicht zu halten, die Zwischenpausen auszufüllen und mit seinem durchdringenden Gekrätze Jedem zu zeigen, daß er feinem französischen Namensgenossen Lecocq im Spektakelmachen nichts nachgab. Es war höchst komisch, Felman in seiner aufgeregten Manier alle diese Leiden erzählen und ihn über den Klimperkasten unten und den Cochinchinahahn nebenan sein Anathema aussprechen zu hören. Wenn
Tagesbericht.
An den die Schlußbedingungen enthaltenden 17. Titel des Justizausführuiigsgesetzes knüpfte sich in der Kommission des Abgeordnetenhauses eine längere Generaldiskussion. Auf die Frage, welche Zahl von Richtern und Subalternbeamten nach ungefährer Schätzung in Folge der neuen Organisation entbehrlich werden würden, vermochte ber Regierungskommissar eine bestimmte Erklärung nicht abzugeben. Als ziemlich sicher könne nur angegeben werden, daß bei dem Obertribunal 30—40 Mitglieder, bei den Appellationsgerichten etwa ein Drittel der Räche disponibel werden würden. Im Lause der weiteren Berathimg gingen die Ansichten der Kommissionsmitglieder über die Zahl der entbehrlichen Richter weit auseinander, indem dieselbe von einer Seite auf 1000 geschätzt wurde, während andere Mitglieder glaubten, daß an Nichten: erster Instanz eine geringe Ersparuiß eintreten, und danach im Ganzen höchstens eine Zahl von 200 bis 300 Richten: überflüssig werden würde. Bei dem Schluß der Generaldiskusflon war die Kommission in ihrer großen Mehrheit über nachstehende Punkte schlüssig geworden: Die Bestimmungen der Vorlage wegen der anderweiten Anstellung der Richter und StaatS- anwätte fanden im Allgemeinen Billigung, jedoch war man der Ansicht, daß Appellationsgerichtsräche, Oberstaatsanwälte, Kreisgerichtsdirektoren und andere Beamte in ähnlichen Stellungen wider ihren Willen als Amtsrichter nicht an- gestellt werden sollen. Beim Mangel einer anderweiten Anstellung müssen die Mitglieder des Obertribunals, die Präsidenten der Appellationsgerichte und die gleichstehenden Beamten dauernd in den Ruhestand versetzt werden. Die übrigen Richter sollen, sofern sie nicht sofort anderweit au- gestellt oder definitiv in den Ruhestand versetzt werden, drei Jahre hindurch zur Verfügung des Justizministers verbleiben und können während dieses Zeitraums mit der zeitweiligen Wahrnehmung von Aemtern, welche ihrer Stellung entsprechen, beauftragt, insbesondere auch in Hülfssenaten und Hülfskammern beschäftigt, oder auch aber keiner jener drei Störenfriede das Wort hatte, konnte man sich kein phantastischeres, gemülhlichercs und erquickenderes Plätzchen vorstellen, als das Atelier unseres Malers. Beinahe alle Jahrhunderte hatten seiner Sammlung ihren Zoll geliefert, obschon das siebzehnte Jahrhundert mit seinen schönen, alten holländischen Möbeln das Uebergewicht behictt.
3hir ein breites Fenster wirst sein volles, mildes Licht in dieses Malergemach. Auf die Staffelei und die daneben stehenden Skizzen fällt es voll und hell, auf die Studien und Zeichnungen an der Wand aber mit Recht sparsamer; um alles andere bekümmert es sich nicht mehr als nöthig ist, um es genügend hervortreten zu lassen. Selbst die schönen kupfernen Kronleuchter am Plafond, die geschnitzten friesländischen Schränke, all die bnc-a-brac, durch eine Künstlerhand scheinbar unachtsam, aber mit feinfühlendem Geschmack durcheinander geworfen, dies Alles tritt durch das Halblicht vor der erhellten Stelle, wo Felman an seiner Staffelei steht, in den Hintergrund.
Unser Maler mit einer Art französischem Leibrock bekleidet und den Kops mit einem feuerrothen Fez bedeckt, war ganz in seine Kunst vertieft. Jeden Augenblick machte er mit seinem Pinsel ein Paar Striche auf die Leinwand, und lief bann wieder einige schritte zurück, um den Effekt beurteilen zu können. Er schnitt dabei die schrecklichsten Gesichter und warf den Kopf so wunderlich hintenüber und auf die Seite, daß ein Uneingeweihter leicht vennuthet haben würde, ein Nachfolger Quasirnvdo's mache hier seine Uebungen.
Felman empfand von der Außenwelt absolut nichts; was er da auf die Leinwand bannen wollte, hatte ihn so ganz und gar eingenommen, daß er selbst das bescheidene Klopfen nicht mehr hörte, welches sich in gewissen Zwischenräumen an seiner Thür vernehmen ließ. Zuletzt aber schien die Ungeduld die Bescheidenheit des Pochenden zu