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nimmt entgegen: l»n »Blatte»,

; in Berlin, Frank­furt a. M ic.

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üi'ännoncen-Sbuteaui Dietrich & So. in und Hannover; Tb. in Frankfurt a.M.; (AWenstein & Vogler in «Kurt a M-, Berlin, u« Mn ic.; Rudolf

MarKurg, Sonntag, 27. Januar 1878

xiil Mrgatj.

OhtttzeM jritiiiiß.

Anzeigen nimmt entgegen: dir Expedition d.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureauk von ®. L Daube X- So in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hennann'sche Buchhandl- daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. TbieneS in Elberfeld- S- ©dilotte in Bremen

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Srscheint täglich außer an den Werkiageu nach Sonn- und Feiettagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JluftrirteS SauntagSblatt" durch die Expedition («och'sche Buchdruckerei, bezogen 2^ dkark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr». — Jnserttonsgebühr für die gespaltene Zeile 10 «fg.

Für tn der Expedition zu ettbeilenbe Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet-

Politische Wochen-Ueberficht

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In Frankreich wird die Kluft zwischen den Ver­fechtern und den Verächtern der Republik, von denen jene sich um die Fahne des „13. December", diese um die deS „16. Mai" scharen, immer breiter und tiefer. In der Deputirtenkammer wurde am 18. d. die Wahl von Rain- villiers mit 211 gegen 185 und die von Larochefoucauld- Bisaccia mit 302 gegen 200 Stimmen verworfen. Nach­dem Letzterer aus der Kammer mit einigen unziemlichen Worten sich zurückgezogen, hielt die Minderheit sofort nach der Sitzung eine Versammlung, in Folge deren am 20. ein Constitutioneller, Admiral Touchard, den Antrag vor­brachte, daß in Zukunft eine Zweidrittel-Mehrheit zur Nichtigerklärung von Wahlen nöthig sei. Touchard ver­langte die Dringlichkeit und las eine Begründung derselben vor, die in so heftigen Ausdrücken abgefaßt war, daß der Präsident wiederholt einschreiten mußte. Nach lärmender Debatte wurde der Antrag mit 312 gegen 186 Stimmen durch die von Gambetta gestellte Vorfrage beseitigt.

Die Hochzeit des spanischen Königs Alfons XII. mit der Prinzessin Mercedes, zweite Tochter des Herzogs von Montpenster, hat am 23. d. stattgefunden, doch werden die Festlichkeiten trotz der Übeln Finanzlage noch bis zum 27. d. in Anwesenheit von Vertretern aller beim spanischen Hofe beglaubigten Regierungen andauern.

Die Reden, welche im Anschlüsse an die Adreßdebatte im Oberhause von den Lords Beaconsfield und Salisbury, im Unterhause von dem Schatzkanzler Sir Stafford North- cote gehalten wurden, entbehrten ebenso wie die Thronrede bestimmter Andeutungen über die Politik, welche die eng­lische Regierung der sich mehr zuspitzenden Lage im Orient gegenüber einzuschlageu gedenkt. Deutlicher sprach schon ein telegraphisches Schreiben der Königin an den Czaren.

Vom Kriegsschauplätze haben sich in der letzten Woche die wichtigen Meldungen geradezu überstürzt: das siegreiche Vordringen der Russen und die vollständige Auf­lösung der türkischen Armee sind in einer alle Erwartungen übertreffenden Weise vor sich gegangen. Die russischen Heeressäulen haben sich, nachdem sie aus den Schnee- und Eisfeldern des Balkan mit unsäglichen Mühen in die milden Thäler Rumeliens hinabgestiegen waren, keine Ruhe zur Erholung oder zum Genuß gönnen dürfen, sie schritten vielmehr und unverwcilt dazu, die errungenen Vortheile weiter zu verfolgen. Zemehr nach dem Ueberschreiten des Balkan die Aussicht aus FriedenSverhandlungen nahe rückte, desto mehr Gewicht legte die russische Heeresführung darauf, noch vor Eintritt aller Verhandlungen den vollen Beweis zu führen, daß die militärische Kraft des Gegners voll­ständig gebrochen sei und daß jeder Versuch weiteren Wider­standes Seitens der Pforte durchaus hoffnungslos wäre. Die Ereignisse der letzten Woche haben in der Thal vollauf

dem königlichen Hoflager in Versailles an das Heer in Deutschland zwei Couriere abgefertigt worden, welche den für die nächste Zeit vorgeschricbenen Kriegsplan und andere wichtige Nachrichten dem Marschall de Broglie überbringen sollten. — Für den Herzog war es von der größten Wichtig­keit, sich dieser Couriere und chrer Papiere zu bemächtigen; aber wie sollte er dies im Rücken deS französischen Heeres bewerkstelligen? Da wurde er auf dm Rittmeister Emmerich aufmerksam gemacht, der Aehnliches schon manchmal auSge- führt habe.

Der Heizog ließ den jungen Mann zu sich kommen und fragte ihn, ob er sich getraut den Handstreich auSzu- führen. Ohne langes Bedenken erklärte sich Emmerich dazu bereit, wenn er sich 20 Mann aus seiner Schwadron zur Begleitung auswählen dürfe. Natürlich wurde ihm dies zugestanden, und nun machte er sich gegen Abend mit seinen Leuten auf den Weg, nachdem er diese vorher mit weißen Mänteln, wie sie damals von den französischen Rei­tern getragen wurden, bekleidet hatte. Es war ein sehr schwieriges und gefährliches Werk. Denn es galt sich mitten durch die französische Armee hindurch zu schleichen und in deren Rücken jenseit des Mains in der Gegend zwischen Darmstadt und Frankfurt den von Straßburg kommendm Courieren aufzulauern und sich derselben zu bemächtigen. Hätte nicht Emmerich die dazwischen liegende Gegend als Jäger in seiner Jugend hundertmal durchstreift und jeden Schlupfwinkel kennen gelernt, so wäre ihm dies ganz un­möglich gewesen. So aber gelang es ihm, indem er bei Tag in den Wäldern rastete und nur bei Nacht und auf mancherlei Umwegen vorwärts drang, in vier Tagen bis in die Nähe des Mains zu kommen. Da mitten im Marsch — allerdings in der Dunkelheit — gerath er an ein fran­zösisches Reiter-Regiment. Emmerich sprengt vor und erwidert auf den Ruf: qui vit in möglichst geläufigem

Stellung der Franzosen. In diesem Zeitpunkt wurde ^3 von befreundeter Seite mitgetheilt, es seien von

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Äe Aussichten auf das Zustandekommen des öfter* hisch-ungarischen Ausgleichs scheinen nach den x zwischen den beiderseitigen Negierungen gepflogenen »Handlungen so wie in Folge der Stellung, die einzelne Wen der parlamentarischen Mehrheit zu den Finauz- » genommen, wieder sehr verringert. Jedenfalls sind [2701 Ministerien selbst der Annahme ihrer Vorlagen wenig •». k In Bezug auf die auswärtige Lage ist in der ver- men Woche viel von einer steigenden Annäherung kreichs an England erzählt worden, doch mangelt es , stei heute noch an ernsteren Anzeichen, welche eine derartige mein wichtige Schwenkung der Politik des Grafen rchy auch nur wahrscheinlich machen könnten.

Die von der Verfassung vorgeschriebene Eidesleistung neuen Königs von Italien so wie der Senatoren Abgeordneten fand am 19. d. im Beisein der noch henden fremden Gäste in Rom statt. Der König rich- N dieser Gelegenheit eine Ansprache an die Versarn-

m, in der er erwähnte, daß die Trauer um den Da- . Siebenen aus ganz Italien eine einzige Familie mache, rtft 8 Kronprinz, dem allenthalben die Beweise einer leb- Sympathie entgegengebracht wurden, hat inzwischen italienischen Boden wieder verlassen.

i gewichen war. Des Fürsten Reichskanzlers Genesung lbul mrt langsam doch stetig und in Berlin erwartet man [ MMch seine Rückkehr noch vor dem 6. Februar. Un- ‘ effen hat im preußischen Landtage baß Abgeorbneten- — i während der vorigen Woche in seinen Plenarsitzungen ”■ untergeordnete Vorlagen, Petitionen und dergleichen, »igt, während int Herrenhause die Plenarsitzungen gestern men. Die Justiz-Commission des Herrenhauses empfiehlt ae km Gesetzentwürfe über die Sitze der Landgerichte ver- *7 knt Aenderungen, wegen bereit, wenn sie vom Plenum

mutten werben, ber Entwurf noch wieder an bas Ab- 3D’ dnetenhauS zurückgelangen muß. In München lockern die Banbe ber patriotischen Opposition in ber Abge- Htntammer nun immer mehr. Der badische Landtag i Anträge auf die Einführung direkter Wahlen für den i tog, Kreisvertretung und Bezirksräthe, im Anschluß 1 die Regierung, mit großer Mehrheit abgelehnt. In hessischen Zweiten Kammer finden die Gesetzentwürfe Regierung für eine Capitalrentensteuer und Einkorn- .1 neuer eine weit zahlreichere Zustimmung, int Princip öl1 Mns, als erwartet worden war.

- befördert wurde.

. i^B er eine solche Auszeichnung verdiente, bewies er Mrr 1759. Damals stand der Herzog Ferdinand mit ™ §eet bei Friedberg und an den westlichen Abhängen

' 18 .^elsberges, während der französische Marschall de Mit ti-i ^e am rechten Mainufer gelegenen Anhöhen von Ab' bis über Bergen hinaus besetzt hielt. Täglich SN man einen Angriff der Deutschen auf die sehr

Am vorigen Sonntag vollzog Kaiser Wilhelm die her­zlichen Feierakte des preußischen Krönnngs- und Or- ächtiA Meß in erfreulicher Frische und Rüstigkeit, woraus ergab, daß jenes ErkättungSleiden, von welchem einige g vorher verlautet hatte, wenig bedeutend gewesen und

ng.z^Mr unmittelbar neben dem jetzt sogenannten Fürsten- bei dem Bäcker Justi (Gasthaus zur Stadt Frankfurt) und mit seinem althessischen Zopfe ftitt durch die in 6 wandelte, bis er plötzlich 1809 in der Nacht des ta öuni sich an die Spitze einer schaar bewaffneter Bauern 1. ; die Besatzung Marburgs verjagte und sich für einige Rr- . zum Herrn der ganzen Stadt machte.

itftt Mann war Andreas Emmerich, um das 1737 in dem Hanauischen Dorfe Kilianstädten Sein Vater, der dort Förster war, hatte ihn zu Beruf erzogen, aber dem kühnen, auf Abenteuer Sinn des Jünglings genügte das einsame Leben Wfterß nicht. Er wurde Soldat und fand in dem ihrigen Krieg unter den Fahnen des Herzogs Fer- »Ud von Braunschweig, welcher die Preußen uitb Verbündete gegen bie Franzosen führte,' hinlängliche “'«it seinen Thatendurst zu stillen. Durch seine eit unb Gewanbtheit brachte er es dahin, daß er wenige Jahre nach dem Anfang bes Krieges zum

Oberst Emmerich.

der ältesten Bewohner Marburgs werden sich "t noch eines alten Soldaten erinnern, der während Nm Jahre der westfälischen Herrschaft in ihrer Stadt

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gezeigt, daß bett Türken nirgends mehr eine Macht zu Gebote steht, welche dem Vordringen der Ruffen Halt zu gebieten vermöchte. Am 15. Januar ist General Gurko in Philippopel eingerückt: feine Truppen hatten bie Ma- ritza trotz bes Eisgangs durchwatet und die Türken bei Kadikoi theilweise in der Front angegriffen, während eine zweite Abtheilung an einer anderen Stelle von einer Schwa­dron Dragoner zu Pferde über den Fluß gebracht wurde und den Türken nach einer Umgehung in bie Flanke fiel. Nach Vertreibung derselben rückten die Russen unverweilt in Philippopel ein, konnten aber zunächst nur einen Theil der Stadt besetzen, weil die Brücke über die Maritza zer­stört war. Noch in der Nacht gelang eß, die ganze Stadt zu besetzen. Die Türken, in der Dunkelheit über die ge­ringe Zahl der Feinde getäuscht, hatten in eiliger Flucht die Stadt verlassen. Die Hälfte der Armee Suleiman Pascha'ß zog südlich des Gebirges ab; der Feldherr selbst hatte mit der anderen Hälfte schon Tags zuvor Philippopel verlassen und sich weiter auf Adrianopel zurückgezogen. General Gnrko entsandte sofort einen Theil seiner Truppen, um der südlich abgezogenen türkischen Armee den Rückzug abzuschneiden, die gesammte Garde-Kavallerie aber zur Ver­folgung Suleimans auf der Straße nach Adrianopel. Der türkische Feldherr hatte seinen Truppen befohlen, beim Rück­züge Alles niederzusengen und zu brennen: Die Dörfer auf der ganzen Linie stnd zerstört und meist niedergebrannt. Philippopel selbst ist nur durch die Russen vor dem Brande gerettet worden; es ist nächst Konstantinopel und Adria­nopel die größte Stadt in der europäischen Türkei, mit 50,000 Einwohnern und lebhaftem Handel. Die Einnahme dieses wichtigen Ortes durch die Russen hat alsbald auch in Adrianopel und bis Konstantinopel hin den größten Schrecken verbreitet: die Bevölkerung flieht täglich zu Tau­senden aus Adrianopel und der ganzen Umgegend nach Konstantinopel und vermehrt die dort schon herrschende Verwirrung.. Die Vertheidigung von Adrianopel ist auf Befehl der türkischen Regierung bereits aufgegeben, obwohl vorher viele Millionen auf die weitere Befestigung der an und für sich sehr günstigen Stellung verwandt waren. Die Russen sind bereits nun auch in Adrianopel eingerückt.

Tage-bericht.

In der Freitag-Sitzung des Bundesraths wurde der die Stellvertretung des Reichskanzlers betreffende Gesetz- Entwurf dem zuständigen Ansschuffe überwiesen.

ES wird dir Nachricht verbreitet, daß der Präsident des Abgeordnetenhauses, Herr v. Bennigsen, in dm letzten Tagen von Neuem in Vaizin gewesen sei. Auf Grund Französisch: Francais und benennt zugleich ein französisches Reiter-Regiment, zu dem seine Abtheilung gehöre, eine An­gabe, welche den Franzosen wegen der weißen Mäntel durch­aus glaubwürdig erschien. So öffneten sie denn der kleinen Schaar ihre Glieder und begrüßten die Durchreitenden mit dem Gruß: bon soir, catnerad s! welchen die Andern mit bon soir brummend erwiderten.

Nun gelangten die kühnen Reiter unangefochten bis zum Main in der Nähe von Fechenheim bei Offen­bach. Das Uebersetzen schien schwierig, da der Fluß hier tief war und der Fährmann am anderen Ufer wohnte. Aber Emmerich wußte sich schnell zu helfen. Er ver­steckte seine Reiter, ging, als wenn et ein Reisender wäre, an das Ufer und rief dem jenseits wohnenden Fährmann zu, er solle mit einer sogenannten Nähe (einem Fahrzeug für Wagen und Pferde) herüberkommen, denn ein vier­spänniger Wagen folge auf dem Fuße. Als ober der Fährmann herüber gekommen war, wurde er von Em­merich und den herbeigeellten Reitern festgenommen, ja sogar nach der Ueberfahrt als Gefangener mitgeschleppt, damit er das Uebersetzen der Reiter nicht verrathe. Nun ging eö in den zwischen Frankfurt und Menburg liegenden Wald, wo man mehrere Tage auf die Couriere warten mußte. Endlich kamen die Couriere in Begleitung einiger Postillone heran und waren im höchsten Grade überrascht, als sie in einem von den Franzosen seit lange besetzten Lande von feindlichen Leitern umringt, gefangen genommen und alles dessen, maß sie zu überbringen hatten, beraubt tourbetL Nun übergab Emmerich die Führung der Schaar sowie sämmtliche Gefangenen, welche der Sicherheit wegen noch eine gute Strecke weit mitgenommen werden mußten, einem klugen Unteroffizier und wies denselben an, auf einem viel sichereren Wege durch das Gebiet von Aschaffen­burg und Würzburg in’ß Hauptquartier zurückzukehren.