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Marburg, Donnerstag, 17. Januar 1878.

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TigeSbericht.

Der Reichskanzler hat dem BundeSrath einen Antrag wßens betr. den Entwurf eines Gesetzes wegen höherer Weiterung des Tabaks, zur Beschlußnahme vorgelegt, t Antrag ist bereits in der gestrigen Sitzung des Bun- rathS zur Verhandlung gelangt.

: der Strand sah eS auch, wenn er auch that, als

ei r ,tr es nicht. Trotz all' der scheinbar gleichgültigen nn» -^streuten Gesichter, ob es nun Jungfrauenköpfchen - S bie sich über irgerch ein Buch beugten, oder Mütter -reizende, spielende Kinder, Kanäle, Meere und Flüsse roß «, umhersprangen für den Sttand ging keine

* und Bewegung verloren.

Vorfall auf der Soiree war natürlich ruchbar ® Man hatte sich darüber luftig gemacht und ^-hen des Generalsekretärs hatte einen Stoß erhalten. "" einen Bruder, der sei er nun mit oder ohne «kychulden Garn und Band feil hält, so sinkst

Die wohlthättge Einrichtung der Postkarten im Ver- te mit ftemden Ländern verfehlt häufig dadurch ihren | < daß die Postkarten nicht genügend frankirt werden, ~ m ungenügend frankirte Postkarten, nach den zur Zeit chenden Bestimmungen nicht zur Absendung gelangen __ fm. Wir machen deßhalb darauf aufmerksam, daß der ktvsatz von 5 Pfennig nur für Postkarten im inneren ckchr Deutschlands, sowie nach Oesterreich-Ungarn, Luxem- $ und Helgoland Gültigkeit hat. Postkarten nach den igm Ländern Europa'S, sowie nach dem asiatischen Ruß- d, der asiatischen Türkei, Persien, Aegypten, Algerien, «n, Madeira, Marokko, den spanischen Besitzungen an Nordküste Afrika'-, Tunis und Tripolis, Kanada und Bereinigten Staaten von Nordamerika unterliege» dem klo von 10 Pfennig, nach den anderen überseeischen dem des Mgemeinen Postvereins dem Porto von 20

schi Verfasser autorifirte Uebertrogung aus dem Holländischen von Joseph Schrattraholz.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedttton d.vtatttS, sowie d Annvncen-Bureaux von L. Daube & So. in Frankfurt a. M.; Jägers che Buchhandlung daselbst; Herma»« ju,e Vuchhandl. daselbst; Jnvalidendanl in Berlin; SB. TdieneS in Elberfeld; 6. Schlotte in

auf der Rhede, anscheinend um Reparaturen auszuführen. Großfürst Michael berichtet telegraphisch unten» 14.: Heute bombardirte ein türkischer Monitor über zwei Stunden lang Anapa; eine Kirche und einige Gebäude wurden be­schädigt, ein Mann wurde gelobtet. Eine russische Feld- Batterie gab einige Schüsse ab.

Konstantinopel, 14. Jan. Server Pascha und Namyk Pascha sind heute Abend nach Adrianopel abgereist, um sich nach Kazanlik zu begeben. Die Zugentgleisung hat zwischen Philippopel und Adrianopel stattgefunden.

Konstantinopel, 15. Jan. Um die Action der Regierung nicht zu hindern, hat die Kammer einstimmig den Antrag eines Depulirten, die Regierung um Mitthei­lung über die Angelegenheit des Waffenstillstandes zu er- i^^^udgelehnt. Von Adrianopel treffen noch immer viele Flüchtlinge hier ein.

_. W"n 15. Jan. DiePresse" meldet aus Jassy: Dte türkischen Schiffe, die Eupatoria bombardirt haben, sind nach Sulina zurückgekehrt.

Terttsches Reich.

Berlin, 15. Jan. Die gestrige augenscheinlich aus guter Quelle stammende Notiz derNordd. Allg. Ztg." über die voranSgesetzlen Pläne in Betreff einer veränderten Organisatton der Reichsbehörden bestätigt in ihrer Zurück­haltung unsere wiederholt ausgesprochene Ansicht, baß die bisherigen Mittheilungen meift' über die Grenze des wirk­lich Beabsichtigten hinaus gegangen sind. Es handelt sich wohl nicht um so weitgehende Veränderungen der preußi­schen und der Reichseinrichtungen, wie vielfach vorausgefetzr ist. Noch entschiedener stellt sich von allen Seiten heraus, daß die Gerüchte von einer veränderten Besetzung verfchir- dener Ministerposten gleichfalls übertrieben gewesen sind und daß namenllich die Bildung eines nationalliberalen Ministeriums in der mchrsach angekündigten Gestatt wohl niemals in Frage gestanden hat. Dabei ist nichl zu ver­kennen, daß diese persönliche Seite nicht von national» liberalen Organen, sondern von fortschrittlicher Seite in den Vordergrund geschoben ist und zwar mit dem Neben­zweck verdächtigender Insinuationen. Und zwar wird dabei ein doppelte« Spiel getrieben. Während die sogenannten staatsmännischen Mitglieder der Partei wie Prvseffor Hanel soeben wieder in derKieler Ztg." gelhan, den Beruf der Nationalliberalen zur Theilnahme an der Regierung grund­sätzlich betonen und die Partei dazu gewissermaßen hm- drängen, wird von der agitatorischen Gesellschaft der Ber­liner Fortschrittspartei jede Möglichkeit einer Annäherung Zwischen dem Reichskanzler und den Nationalliberalen zu den stärksten Verdächtigungen gegen den politischen Charakter Studentengesellschaften gar häufig den Kopf schüttel». Jetzt aber war das Cerevis bei Seite gelegt. Willem hatte sich im Haag al« Civil-Ingenieur niedergelassen und stand im Begriff, als solcher bei einer neu zu gründenden Fabrik ernzutreten.

Hätte Mevrouw noch mehr gewußt, so würde sie ben verbindlichen Gruß des jungen Manne« nicht nur nicht erwibert, sonbern dem Grüßenben unzweifelhaft den Rücken zugekehrt habe». Aber glücklicher Weise wisse» Mütter nicht immer Alles. Willem hatte von seinem Besuche btr poly­technischen Schule zu Delft her unter ben Haag'sche» Fa­milien viele Freunbe unb gute Bekannte, unb unter ihnen gab es in ber That einige, welche sich über kleinliche Bor- urtheile empor hoben unb ben angenehmen jungen Mols, trotz seines Mißgeschick-, ein Bäckerssohn zu sein, gerne bet sich empfingen. Es war baS für bie Betreffenden ent- scheden etn kühner Schritt, denn Willem Mols hatte Brüder und Schwestern, und wie leicht konnte man nicht durch ben Empfang beö jungen Ingenieurs sich der Gefahr auSsetzen, auch mit anbern, weniger begabten jungen Molsen ver­ehren zu muffen. Manche angesehene Haag'sche Bürger welche ihre StonbeStrabitionen eben so heilig hielten, wie Jsraettten bie Gesche Moses, zuckte» natürlich häufig die Schultern über solch' eine Unvorsichtigkeit.

Bei einer jener unvorsichttgen Familien hatte Willem Fraulein de GrootenS kennen gelernt Ihre blühende Schönheit und fesselnde Naivetät bezauberten ihn unb bevor ber arme Junge e« ahnte, hatte Amor ihn so hefttg ver- wunbet, baß ihm ohne Marianne keine Befferung denkbar war. Ms er seinem Freunde Felman mittheille, in weich' lichterlohen Flammen fein Herz stehe, hatte dieser den Fall einen verzweifelten genannt. war stadtbekannt, wie eingebildet Mynheer de Grvotens auf seinen Rana war, und mit welcher Ausschließlichkeit er die exklusiven Kreise

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3 , |d onb Hannover; ! strich in Frankfurt a 2 «scnstein & Bögler stckfurt a. M., Berl

Big, Söln ic.; 5Rub t in Berlin, Frai

Großfürst Nikolaus ist der Armee der Generale Gurko _. Radetzky über den Balkan nachgefolgt, und zwar tz er ben Weg über Gabrowa burch ben Schipka-Paß T" Die gegenwärtige DiSlozirung ber russischen Opera- tni tarnte in Rumelien ist bie folgenbe: bas Centrum t bie vom Schipka-Paß herabgestiegene Armee bes :g ! »1« Rabetzky, ber von ESki-Sagra kaum einen Tage- entfernt ist. Den rechten Flügel bilbet bie West-

armee des Generals Gurko, dessen linke Flanke sich gegen Kalofer wendet, während sein Gentrum über Jchtiman auf Tatar-Basardschik vordringt. An seine Truppen schließen sich im Westen die serbischen Abtheilungen an, deren eine unter Belirnarkowitsch sich mit den russischen Truppen be­reits vereinigt hat. Der linke Flügel endlich wird von den Truppen des Generals Dellinghausen gebildet, ber seine Fronte gegen Sübosteu gewendet hat, zugleich aber eine sehr energische Wendung nach Je»i-Sagra hin in die rechte Flanke der dort stehenden türkischen Truppen zu un­ternehmen im Begriffe ist.

Aus Pera, 12. Januar meldet die K. Z.:Seit 10 Tagen, kämpft Suleiman in Tartar Bazardschik. Die dortigen Regierungsmagazine stehen in Flammen Philip- W lst noch nicht direkt bedroht. Befiel Pascha ist mit 2000 Mann au« dem Schipkapaß entkommen; mit Hinter­lassung ber Geschütze, erreichte ein Theil betfelben Karlowa em anberer Philippopel. In letzterer Stabt sowie in Adrianopel herrscht große Angst; sie wimmeln von Flücht- lingen. Die Archive und die Ottomanische Bank sind nach Konstanttnopel gebracht. Die Scenen an den Bahnhöfen sind schrecklich; die Eisenbahnwagen sind stets von türkischen Frauen und Kindern angefüllt, deren Viele auf der Fahrt starben. Die Zahl der schon in Konstantinopel angekom­menen Flüchtlinge wird auf 20,000 angeschlagen. Die Äalte ist sehr groß." Einem Londoner Telegramm der K. Z. zufolge, telegraphirte der Botschafter Layard der Baroneß Burdett Coutts von Somiabend ans Konstanti­nopel : Der Nothstand nimmt in schrecklicher Weise zu; Fluchtige treffen ein zu Tausenden. Am Sonnabend sollten neun Bahnzüge über 10,000 Flüchtlinge, meist Weiber und Kinder, aus Adrianopel heranbringen; mehr sollten später folgen. Layard brachte schon 12,000 unter und kittet um weitere Mittel aus den hiesigen Sammlungen. Die türkische Regierung thut ihr Möglichste«, kann indeß den Andrang nicht bewälttgen.

Neueste Kriegsnachrichten:

Petersburg, 14. Jan. Amtliche Meldung au« Odessa vom 13. d.: Der Cvmmandeur des 10. Corps be­richtet: Heute Vormittag 101 , Uhr näherten sich zwei große türkische Dreimaster-Monitors Feodosia unb eröff­neten ein Bombarbement. Einige gelungene Schüsse einer russischen Felb-Batterie zwangen bie feinblichen Schiffe zum Rückzüge, wobei sie jeboch ihr Feuer forfietzten. Erst Mit­tag« 12 2 Uhr stellten sie bafielbe ein, auf ihrer Stellung bleibenb. Durch 132 feindliche Schüsse waren 10 Häuser zerstört, 1 Infanterist gelobtet, 5 Artilleristen und 7 Be­wohner verwundet. Nachmittags 4 Uhr entfernte sich ber eine Monitor in westlicher Richtung, bet anbere verblieb bie Stuhlöffnungen, als ob ihre Aufmerksamkeit durch einen in ber Ferne befindliche» Gegenstand weit mehr in Anspruch genommen wäre. Die Erzählung de« Barons war sehr fesselnd. Sie drehte sich um ein Picknick auf einem Landhause, auf welchem lauter Diplomaten und Ade­lige gewesen waren. Die Diplomaten im Haag haben für ihre kopfbrecherischen Arbeiten auch wohl einige Ausspan­nung nöthig und zu chrer Ehre muß man gestehen, daß sie dieser Gesundheitsmaßregel aufs Genaueste nachkommen.

Während der Baron mit seinem eleganten Spazier­stöckchen drollige Figuren in dm Sand zeichnend, emsig wetterplauderte, wurde er plötzlich durch die Ankunft eines jungen Menschen gestört, welcher Marianne eine verbind­lich- Verbeugung machte und durch diese ihrer Mama als Mynheer Mols vorgeftellt ward.

Mevrouw war beim Hören diese« Namen« offenbar unangenehm überrascht. Wenn die plastische Beschreibung eines aristokrattschen Picknicks Deine Phantasie so angeregt hat, daß Du glaubst, selbst dabei gewesen zu sein, ist es unangmehm, durch einen Bäckerssohn in die platte Wirk­lichkeit zurückgerufen zu werden.

Der junge Mensch besaß aber eine äußerst anziehende Erscheinung und e« war durchaus nicht verwunderlich, daß die schönftm Augen au« der Unzahl von Windstühlen mit Wohlgefallen auf dem schmucken Jüngling ruhen blieben.

Willem Mols war Civil-Jngenieur. Sein Vater hatte ihn tüchttg studiren lasten; der gefüllten Börse des allen Herrn brachte Willem eifrige Lernbegierde und einen offenen Kopf entgegen, und das Resultat davon war ein ausge­zeichnete« Examen gewesen. Trotzdem hatte die farbige Studentenmütze oft genug verwegen auf dem dunkeln Krau«- kopf gesessen, und der alle Mol«, der, seit er dem Schooß ber Mutter entwachsen, fast mit derselben Ausdauer gear­beitet, wie Ahasver gewandert hatte, mußte über die lustigen

Das päpstliche Amtsblatt,Osiervatore Romano", hatte dem Tode des Königs Mctor Emanuel einen Artikel wht, in welchem ziemlich rund behauptet wurde, daß tönig vor seinem Tode einen All des Widerrufs voll- « habe. Nach derNazione" von Florenz hat in Folge S Artikels das Ministerium von dem Beichtvater des fite Hoftaplan Anzino, die Erklärung gefordert, ob König Victor Emanuel irgend einen Akt de« Wider- bk .».Ezogen habe. Der Priester Anzino erklärte darauf aS- !tmh, daß der König christlich gestorben sei, indem er

i es würde ihm leid thun, wenn et persönlich dem I hätte mißfallen können, aber er sei in seinem Ge- __ « vollkommen ruhig, weil seine Politik und die von Mehmigten Gesetze stet« das Wohl der Ratton und Kirche zum Ziele gehabt haben.

A Jehlbar um einige Grade auf dem Barometer der l8; Achtung.

GrootenS sah wohl ein, daß die« die Folgen de« V»e» fein würden, und um den schlimmm Eindruck '«« möglich zu paralysirm, wußte er nichts Ge- >s anzufangen, als feiner früheren Lebensweise treu zu bleiben und sich mit Frau und Tochter zu zeigen. Er mußte Jeden merkm lasten, daß 1*^-1 dem Vorfall nicht« machte.

Publikum unterhielt sich aber doch noch damit 2® ganz besonder«, al« es bemerkte, wie Baron van Jen so auffällig und intim mit Mevrouw und Ma- Nouberte.

Unterhaltung schien Mevrouw mehr zu fesseln pWne, denn diese lauerte jeden Augenblick durch