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r. 1O.

-aien nimmt entgegen: gelitten b.BlnttH, ^d-Nnnoucen-Bureaux xh. Dietrich & Co. in fei und Hannover; Th. 8rich in Frankfurt a.M.; »fenftein & Bögler in itffMrt a- M., Berlin, wia, Mn rc.; Rudolf Sf in Berlin, Frank­furt a. M. u.

Jllaröurg, Sonnabend, 12. Jam« 1878

xni Jahrgang.

ObeWsche jritinig.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition ».Matte», sowie dÄnnoncen-Lureaux von L. Daube & Eo- in Frankfutt a. M.; Jtger'lche Buchhandlung daselbst; Herma,»> Buchhandl- daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Tbienes in Elberfeld; E. Schlotte in »temen.

erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJkluftrirteS SountagSblatt" durch die Expedition («och'sche Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. sexcl. Bestellgebühr). Jnsertwnsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pfg. berechnet.

Tagesbericht.

DieNordd. Allg. Ztg." veröffentlicht eine vom 8. War batirte Danksagung des Fürsten Bismarck für alle , aus Anlaß des Jahreswechsels zugegangenen Wünsche ßhe einzeln zu beantworten er durch Krankheit verhindert sei.

Bon mehreren Blättern wird der Wunsch des Oberce- ÄonienmeisterS Grafen Sttllfried, in das Privatleben rüchutreten mit derinneren Krisis" in Verbindung rächt und in einem süddeutschen Blatte wird Graf Sttll- 6 als einer von denen bezeichnet, die den Ultramontanis- M bei Hofe vertreten. Beide Angaben sind völlig un- Mündet. Der Wunsch des Grafen Sttllfried in daS Matleben zurückzutreten, ist durch sein hohes Alter (74 *t) und fortwährende Kränklichkeit hinreichend gerecht- Pgt lieber die Beziehungen des Grafen Sttllfried zum Lsten Bismarck wollen wir mit einigen Worten Hinweg­en Denselben mag sehr viel zur Intimität fehlen, r den Charakter der Gegnerschaft tragen sie nicht. Graf llfried ist Katholik, aber völlig frei von ultramontanen Wandlungen. Für die deutsche, staatsfreundliche Gesin- y deS Grafen bürgt dessen Auftreten in der Sache der ckschen Malteserritter; er hat eine reiche literarische Weit hinter sich und sich um die Geschichtsforschung, besondere die Geschichte unseres Königshauses, unver- kgliche Verdienste erworben.

Der am 9. d. M. in Rom verstorbene König Victor mmet II. Marie Albert Eugen Ferdinand Thomas von Len, war geb. 14. März 1820 und succedirte seinem kr, dem König Karl Albert Amadeus, im Königreich admien in Folge der Thronentsagung desselben vom März (bestätigt 3. April) 1849. Später nahm er ch da» Gesetz vom 17 März 1861 den- TitelKönig ! Italien" an. Am 12. April 1842 vermählte sich der tätige Kronprinz Victor Emanuel mit der Erzherzogin tria Adelheid Francisca Rainer» Elisabeth Clotilde, dm 3. Juni 1822, Tochter des am 16. Januar >3 verstorbenen Erzherzogs Rainer von Oesterreich. Die «igin Adelheid starb am 20. Januar 1855. Aus seiner c mit derselben stammen: die Prinzessin Clotilde, geb. März 1843, vermählt am 30. Januar 1859 mit dem »zen Napoleon; der bisherige Kronprinz Humbert, her nunmehr den italienischen Thron bestiegen hat, am 14. März 1844; Amadeus, Herzog von Aosta, 30. Mai 1845, eine Zeit lang König von Spanien;

o Eugen, Herzog von Montserrat, geb. 11. Juni 1846, i im Januar 1864; Prinzessin Maria Pia, geb. 16. Wer 1847, vermählt mit Ludwig, König von Portugal.

Ei» Steftdr»z»r»»Sße«.

Erzählung von Johann Gram.

Verfasser outorifirte Ueberlragung aus dem Holländischen von Joseph Schrattenholz.

I (Fortsetzung.)

i »Außer dem Comptoir läßt der Banquier sich nie mit F Commis ein. Ein junger Bursche kann zur Roth pttnl, Seeheld, Entdecker, Künstler, Gelehrter werden, ^Theilhaber einer großen Firma beinahe nie. Im ober vierten ©liebe gelingt es wohl manchmal einem !®W)en Abenteurer, bie Welt vergessen zu machen, daß ^Großvater die fürchterliche Missethat beging, etwas als Geschäftsmann gewesen zu sein."

L »®ie übertreiben, Mynheer," sagte der Baron,und rjwb schrecklich ernsthaft für Jemanden, der von Paris s »Aber jetzt in Holland ist; das erklärt Vieles, he?" i-Äürden Sie dann vielleicht jeden Standesunterschird ?Mssig finden?" srug der Oberst.

»Gewiß nicht; ohne ihn besitzt die Gesellschaft keinen p Aber ich wünsche, daß man den Rangunterschied übereinander nicht so fühlen ließe. Ich möchte eine gegenseittge Verbrüderung befürworten. Wir soll- L ^ssach unseren Dünkel etwas ablegen. Die zellenar- fc ^l^dung ist lächerlich, he! Statt daß der Bürger Handwerksmann nähert, um dessen Bedürfnisse E** zu lernen, hält er sich ruhig in feinem mit Pfählen, rS. geschlosfenm Gardinen wohlverwahrten Haus. jJ$er Stadt wird das Einhägungssvstem in unverant- 2* Weise verehrt. Man findet Sozietäten für den p den noblen Bürger, dm vermögenden Bürger, dm

König Victor Emanuel war später bis zu seinem Tode in morganatischer Ehe vermählt mit Rosina, Gräfin von Mirafiore. Im Frühjahr 1859 brach der österreichisch­italienische Krieg aus, in Folge dessen dir Lombardei mit Sardinien vereinigt und im Verlauf der Ereignisse auch das übrige Italien mit Ausnahme von Venedig und eines TheileS vom Kirchenstaat in Besitz genommen wurden, worauf Victor Emanuel U. atzt 17. März 1861 für sich und seine Descenbenten den titel König von Italien an­nahm. An Frankreich trat er am 24. März 1860 sein Stammland Savoyen und btt Grafschaft Nizza ab. Im Jahre 1866 verbündete sich König Vicor Emanuel, um auch Venedig für Italien zu gewinnen, mit Preußen gegen Oesterreich. Nach beendetem Kriege erlangte er durch den am 3. Oktober geschlossenen Wiener Frieden für Italien die nochmalige Bestätigung de» lombardo - venettanischen Königreichs. Die volle Einheit Italiens wurde aber erst in Folge des deutsch-französischen Krieges von 1870 erreicht. Am 20. September 1870 zogen die italienischen Truppen in Rom ein und besetzten die Stadt, mit Ausnahme des leoninischen Stadttheils. Am 26. Januar 1871 wurde von den italienischen Kammern die Verlegung des Regie­rungssitzes nach Rom beschlossen, und am 27. November 1871 erfolgte die Eröffnung des italienischen Parlamentes auf dem Platze von Monte Citorio in Rom durch eine Thronrede des Königs Victor Emanuel.

Bezüglich btr Eröffnung bet Darbanellenstraße wird derTimes" aus St. Petersburg gemeldet, daß deren Er­öffnung für die Flotten aller Nationen eher als ein Verlust, tote al» Gewinn für Rußland erachtet werde. Gerüchts­weise verlautet, baß die Idee, dieselben den Kriegsschiffen Rußlands allein zu eröffnen, von Oesterreich und Deutsch­land mit einem Veto belegt worden ist und baß die russi­sche Regierung in Folge dessen beschlossen habe, bie Frage überhaupt nicht anzuregen.

Die Nothwendigkrit, Waffenstillstand und Frieden zu schließen, wird der Pforte immer handgreiflicher bewiesen: Das Korps Gurko's hat den Trajanswall forcirt und das Korps des Generals Radetzky, welches Monate lang den Schipkapaß so helbenmüthig vertheibigte, hat den schönsten Siegeslohn bavongetragen: die ihm gegenüberstehende Armee ist gefangen genommen worden! Hierdurch ist die Türkei gezwungen, die Positionen südlich vom Balkan, so Jchliman und Philippopel aufzugeben und die Truppen nach Abri­anopel zurüchuziehen. Es heißt, baß die ehemalige tür­kische Besatzung von Sofia, die sich laut russischen Angaben südwestlich nach Köstenbik zurückzog, von dort nach Uesküp marschiren solle, um sodann vermittelst der Eisenbahn

Geschäftstreibenden und den HanbwerkSmann; alles gehörig eingetheilt und geschieben! Kassian! Kassian!"

Die Gäste sahen einander an. Sie fühlten instinktiv, daß bas Gespräch eine Wenbung nahm, die mit den Wünschen des Herrn be Grootens nicht übereinftimmte. Dieser saß unruhig aus seinem Stuhle und hatte schon ein paar Mal die Hand auf Karls Schulter gelegt, als ob er ihn zum Schweigen bewegen wollte.

Der Baron wurde warm und frug den Redner:Wür­den Sie dann vielleicht wollen, baß der Abkömmling eines Geschlechts, dessen Ahnen Wilhelm II. nach dem heiligen Lande folgten, mit einem Maurer oder Aaletnkäufer in demselben Kaffeehaus an einem Tische Platz nähme?"

DaS würde sehr komisch sein!" tief Mevrouw aus. Wo bliebe dann die Facon?"

Die Facon!" rief Karl aus,die Facon! Ein echt holländisches Wort, das nach und nach schrecklich ausge­artet ist. Die Facon ist ein Tartüffe. Ich gebe nichts auf die sogenannte Facon. Da habe ich meine Menschen

Kaum hatte Karl dieses Wort ziemlich laut ausge­sprochen , als der Aufwärter die Thür öffnete und mit seiner scharfen StimmeMynheer de Grootenö" anmeldete.

,De Grotens fand diese Manier sehr originell und fügte begütigend bei, baß in Paris auch gar zu viel zu sehen sei und sein Bruder vielleicht mehr nach dem Theater, als nach den Museen gegangen sei.

Manchmal, he", war die Antwort,wenn die Ge­schäfte es mir erlaubten, aber gewöhnlich habe ich auch da meine Menschen für."

Der Baron flüsterte Mariannen in'S Ohr, daß diese Art zu genießen, eine durchaus eigenartige Idee ihres Onkel» sei.

nach Salonichi befördert zu werden. Die Eisenbahn­strecke Mitrowitza-UeSküp hatte man schon in den letzten Tagen aus Furcht vor einem raschen Vorbringen der Ser­ben außer Betrieb gesetzt.

Neueste Kriegsnachrichten:

Petersburg, 10. Jan. Aus Lowtscha 9. d. wird amtlich gemeldet: Am 9. b. nahm General Rabetzky nach hartnäckigem Kampfe die gesammte türkische Schipka-Armee bestehend aus 41 Bataillonen, 10 Batterien und einem Cavallerie-Regiment, unter dem Befehl Ressel Pascha's, gefangen. Fürst Mirsky hält Kasanlyk besetzt, General SkobAeff das Dorf Schipka.

Petersburg, 10. Jan. Aus Tiflis wird vom 9. officiell gemeldet: Nach Besetzung des Dorfes Jlidscha bei Erzerum durch die Russen und nach Ausbreitung der Recognoscirungen südwärts von Jlidscha ist die direkte Verbindung zwischen Erzerum und Trapezunt unterbrochen. Mukhlar Pascha befindet sich mit einem kleinen Detache- in Baiburt. Ismail Hatti Pascha hat bas Commando in Erzerum übernommen.

Konstantinopel, 9. Jan. Die Kammer forderte die Regierung auf, bas Bubget und die in der Thronrede angekündigten Gesetzentwürfe vorzulegen. Mehemed Ali wohnte gestern einem Ministerralhe bei und reifte Abends ab. Hier eingegangenen Nachrichten zufolge schlugen die regulären und Hülfstruppen von Sputz und Malissvurl die Montenegriner nach Jenikoi zurück.

London, 10. Jan. DerStandard" erfährt, der britische Botschafter Layarb habe die sofortige Absendung eines Kriegschiffes der Mittelmeerflotte nach Kreta verlangt und die permanente Stationirung eines solchen daselbst be­fürwortet.

Wien, 10. Jan. DiePresse meldet aus Pera 9. d.: Der Minister deS Auswärtigen Server Pascha hat dem diplomatischen Corps officiell mitgetheilt, daß die Pforte beschlossen habe, bei Rußland direct um Waffen­stillstand nachzusuchen, und baß Reuf Pascha mit einem Mitglieds des Kr iegsraths sofort nachEintreffen der zustimmen­den Antwort aus Petersburg in bas russische Hauptquartier sich begeben werde. Achmed Kaiserti auS Rusffchuk und in dessen Verhinderung Fazli Pascha aus Rasgrab wird sich ebenfalls in Bogot einfinden.

Wien, 10. Jan. DiePol. Corresp." meldet aus Bukarest von heute: In dem seit vorgestern nach Lowtscha verlegten russischen Hauptquartier ist gestern vom türkischen Armee-Commandv die Anzeige eingetroffen, baß letzteres zur Einleitung von Verhanblungen ermächtigt sei, um die Grundlagen eines Waffenstillstandes zu vereinbaren. Gleich­zeitig wurde der in Tatar-Bazardschik weilende Muschi

.......

Der Oberst frug den Indier, ob er sich mit dem frem­den Leben wohl vertragen könne?

Besser wie hier zu Lande, Oberst!" war die schnelle Antwort. Al« ich über die Greuze kam und all' die Hecken und Umzäumungen und Gardinen sah, befiel mich ein Gefühl al» ob ich selbst in eine Hecke gefallen wäre und in allen meinen Bewegungen gehindert würde; Kassian! *) Die vaterländischen Zäune und Gardinen sind charatterisch, Oberst! Die Hand juckt mich einmal darüber etwas zu Papier zu bringen, aber dazu muß man Zeit haben...«

Der Baron erklärte die Meinung des Redners nicht verstehen zu können.

Dann werde ich sie ihnen klar machen. Das ganze Zusammenleben in den Niederlanden ist wie eine Confi­turtorte, gewissenhaft in eine Anzahl Fächer gebracht. Alle die verschiedenen Stände und Gesellschaftsklassen haben, wie in einem großen Circus, ihre verschiedenen Rangplätze. Wehe dem Vermessenen, der es versuchen wollte, aus dem Olymp auf einen besseren Platz zu klettern. Die anstän­digen Leute vom zweiten Rang würden den Eindringling, der nun einmal nicht zu ihrer AbtheUung gehört, unbarm­herzig von sich stoßen, und als Ueberläufer mit den Fingern auf ihn zeigen. Für unsere Kinder haben wir Bürger­und Armenschulen; überall befördern wir bas AbschließungS- system. Selbst in der Kirche sind die Minberbegüterten nachdrücklich auf das Hinterschiff und die EingangSthür hingewiesen. Der GeburtSabel mißachtet den reichen Bürger, der die aristokratische Lebensweise, verlockt durch das zu Gebote stehende Geld, nachzuäffen trachtet. Der Parvenü, der dem Adel ebensoviel ähnelt.wie Quarz dem Silber,

*; Sine spezifisch indische Interjektion, wie da» h< Eie tttt* ^cht so ziemlich unserem deutschen .leider!' am meisten dem sranMschrn Mlee.