Marburg, Mittwoch, 9. Januar 1878
xni Jahrgang.
WMW jfitmio
ach
ibruat
und deren Gratisbeilage
wollen.
sein
Stelle des verstorbenen v. Schwarzkoppen für das
des
Ein Itefidenziarrwatze«.
und
-Aorttetzung.)
Eli
Me wir hören, ist dem Bundesrathe eine Denkschrift Staatssekretärs im Reichsjustizamt, die Evidenthaltung
it. i
■ncertj mr (j
uKi f 18'
idsten «mando des 13. Armee-Corps, und General v. Ober- seiner bisher in Düsseldorf, für das Commando des 9. Mann Mee-Corps in Aussicht genommen.
Der- [2109
für daS erste Quartal 1878 auf die
Nun, Berlin eraus-
CIA. ar.
X|Rr. 7 fff
äHttt 5
Mynheer, Mevrouw und Marianne, welche nun in den Salon traten, machten dem Dienstbotenklatsch ein Ende.
Eine Stunde später waren die Gäste in bester Form empfangen und sah es in den Salons, welche in eine Veranda ausliefen, gemüthlich und luxuriös aus. An gutem Geschmack mangelte es Mynheer de Grootens durchaus nicht; seine Salons lieferten dafür die besten Beweise. Keine Ueberladung oder schreiende Farben, aber überall ein geschmackvolles Arrangement und wohlthuende Oekonomie. Wenn man eintrat, wurde das Auge nicht von allen Seiten durch eine Unzahl kostbarer und unschöner Ueberflüssigkeilen angezogcn, aber das dunkelbraune Meublement und die graue Tapete rief sofort einen behaglichen Eindruck wach Der schön geschnitzte Spiegel, die bronzene Diana auf der Uhr und die zierlichen Figuren des CandelaberS traten durch den blaugrauen Hintergrund nur desto besser hervor. Die größte Verpflichtung gegen denselben hatten aber die prachtvollen Kupferstiche, die an den Wänden hingen.
Mevrouw saß in angelegentlichem Gespräch mit Mevrouw vast der Daan und der Frau des Obersten auf einer Causeuse Dre Wirthin, welcher jede Seligkeit auf der Straße und nn Haag'schen Walde ohne strengste Orthodoxie in der Mode undenkbar war, unterhielt sich mit den beiden Damen rn leidenschaftlicher Weise über eine neue Art, die Schleppe zu tragen. Sie war ganz Feuer und Flamme; kein Advokat konnte feinere Ausflüchte ersinnen, das gute Recht seines Nienten zu beweisen, als sie, die gegenwärttge Form jenes Kleidungsstückes beizubehalten.
DaS conservattve Plaidoyer fiel bei Mevrouw van der Daan auf fruchtbaren Boden. Sie haßte die neue Mode mit dem feurigsten Haß, denn ihr Ehrendienst war sehr kostspielig und ein Referendar mit drei erwachsenen Töchtern und ohne Vermögen wird durch die Launenhaftigkeit jener Göttin nur zu leicht ruinirt. Im Uebrigen löste das Ehe
sten wir bei den Pwstanstalte» (auf dem mde bei den LawdpostbBte«) baldigst machen
stttheidigen und keinen anderen Frieden als einen ehrenanzunehmen."
ich bi mblun
Wer , den t zum ; * 1 il
r Personenstandsregister betreffend, zur Beschlußnahme kgelegt worden. Dieselbe bezieht sich auf die nachträg- bat Aenderungen der Personen-Ramen, über welchen Punkt
Buchdruckerei- bezogen Mark, durch di- Postämter des Deutschen Reiches S Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebahi)^-Jnsertionsgebühb^r "die gespallene'.^Ü'e'10vka"’“ Jür m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet. ”
eigen nimmt entgegen: tzrpedttt»» d.BlattrS, ie dÄnnoncen-Bureaux Th. Dietrich & So. in und Hannover; Th. h in Frankfurt a M.;
..istein & Bögler in eantfurt a M., Berlin, eiprig. S8ln rc.; Rudolf tofc in Berlin, Frankfurt a. M. rc.
«gc mit den gerechten Interessen des ottomanischen äches . . . Der Sultan lenkte dann das Gespräch auf d Krieg, wobei er in der gefühlvollsten Weise von dem Hemnuthe und den Opfern seiner Soldaten sprach; doch ttieth Se. Majestät nicht für einen Augenblick irgend . Eche Heftigkeit des Gefühls, erwähnte sogar mit Achtung j ® E gehorsamen Ergebenheit der russischen Truppen, und e seine feste Absicht aus, die Existenz seiner Ration
lasse. - Beton e geprei Damp«
ssagieÄ
K^Dberhesstsche Zeitung
Vom Kriegsschauplätze ist heute nichts Neues von besonderer Wichttgkeit zu berichten, nachdem gestern schon die Einnahme von Sofia durch die Russen gemeldet war. Die raschen Fortschritte der Russen scheinen ihre Wirkung auf die Türken nicht zu verfehlen, welche sich endlich dazu bequemen, um Frieden zu bitten. [Siehe unten unter „Neueste Kriegsn."). Es ist aber wohl selbstverständlich, daß die russischen Operationen nicht vor dem Abschluß der Friedms- präliminarien eingestellt werden.
Nach der Entscheidung bei Sofia zieht sich die russische Operationsfront nunmehr von Pirot über Sofia, Slatttza den Trojans-, Rosalita-, Schipka- und Zainkiöi-Paß über Elena und Popköi nach Rustschuk. Man wird wohl kaum fehlgreifen mit der Annahme, daß die russische Armee jetzt eine allmähliche Linksschwenkung vornehmen wird, bei welcher der linke bei Rustschuk stehende Flügel das Pivot, General Gurko aber den schwenkenden Flügel bilden wird Je mehr sich dieser Kalifer und Philippopel nähert, dürfte auch die Ueberschreitung des Central-Balkans zwischen Trojan und Elena mit größeren Massen stattfinden. Als Anfang einer solchen Bewegung wird bereits gemeldet, daß General Radetzky den Balkan durch den Schipkapaß überschritten habe, nachdem die Türken in Folge der strengen Kälte aus ihren dortigen Stellungen abgezogen seien.
Neueste Kriegsnachrichten:
London, 7. Januar. Die Regierung ließ an Bord eine« britischen Dampfers in Cardiff 2000 Kisten Patronen, welche für die Türkei bestimmt waren, mit Beschlag belegen. — Heute findet abermals Ministerrath statt, — Gladstone hat ein Schreiben an den liberalen Verein in Sheffield gerichtet, in welchem er die Ueberzeugung ausspricht, daß durch die Ereignisse im östlichen Europa der gegenwärtige Stand der milttärifchen Maßregeln Englands nicht gerechtfertigt erscheine, und daß durch letztere England nur dem Blutvergießen näher gebracht werden dürste.
London, 7. Jan. „Daily News" melden aus Bukarest vom 9. Januar: Ein Offizier der Lom- Armee berichtet, daß General Radetzky den Balkan durch den Schipka- Paß überschritten habe, nachdem die Türken in Folge der strengen Kälte abgezogen seien.
Wien, 7. Jan. Das hiesige „Telegraphen-Correspon- denz-Bureau" meldet aus Konstantinopel, 6. Jan.: Die Disposition der Pforte ist fortdauernd vom Waffenstillstände und Frieden günstig. Bevor jedoch eine Entscheidung getroffen wird, wartet man das definitive Resultat der englischerseits bei Rußland eingeleiteten Schritte ab.
Konstantinopel, 6. Jan. Seitens des Kriegsministers wurden Depeschen veröffentlicht über Scharmützel mit den Serben, welche zwischen Kurschumlje und Pristina
Der „Kreuz-Zeitung" zufolge wäre der seitherige Com- seinefcnbeut des neunten Armee-Corps, General v. TreSkow,
[31L
■ä MustrirtcS Sonntagsblatt
stattfanden. Von den Operaüonen der Donau-Armee verlautet nichts. — Suleiman Pascha übernimmt das Commando über das bisher von Schakir Pascha geführte Corps, welches sich nach Slatitza zurückgezogen hat; dem Kriegsminister Reuf Pascha wird das Ober-Commando der türkischen Streitkräfte in Europa übertragen.
Konstantinopel, 6.Jan. Wegen der mit Beschlag belegten italienischen Schiffe ist zwischen dem Botschafter Layard, dem italienischen Gesandten Corti und der Pforte ein Compromiß vereinbart worden, wonach das Priesenge- richl dieselben verurtheilt und der Sultan sie begnadigt. — Es heißt, die Kammer werde aufgelöst werden, im Falle sie auf den angekündigten Interpellationen bestehen sollte. — Von den Truppen aus dem Festungs-Viereck haben 38 Bataillone den Balkan überschritten und mar- schiren auf Adrianopel, wo Suleiman Pascha die Eon- centrirung fortsetzt.
Petersburg, 7.Jan. Gelegentlich einer Besprechung des letzten Artikels des „Standard" sagt das „Journal de St. PeterSbourg": Aus Rußlands Verlangen, nach unsäglichen Opfern allein mit dem Feinde die Friedensbedingungen zu discutiren, und rus Rußlands Ablehnung, diese Friedensbedingungen in die Länge ziehen zu lassen durch Einmischungen, welche den Feind im Widerstande verstärken könnten, durchaus könne nicht gefolgert werden, daß Rußland Europa'« Recht nicht anerkenne, seine Appreciationen über die zwischen den Kriegführenden festgesetzten Friedens- Bedingungen zu erkennen zu geben. Aber eben so sicher, als dieses Recht seiner Zeit respectirt werden würde, ebenso wichtig sei es, keine Prätensionen auftommen zu lassen, welche sowohl den Besiegten über seine Lage als auch die öffentliche Meinung über die zwischen den Mächten bestehenden Beziehungen in Jrrthum versetzen könnten. Die Organe der Presse dürften da« nicht aus den Augen verlieren.
Petersburg, 7. Jan. (Telegramm der „Agence Russe .) Privat - Telegramme hiesiger Blätter melden: In Folge der von England der Pforte erteilten Rathschläge, direct mit Rußland zu verhandeln, werden demnächst türkische und russische Delegirte zusammentreffen. Die Aenderung der englischen Politik soll hervorgerufen sein durch eine Unterredung des Fürsten Gortschakoff mit dem englischen Botschafter Lord LoftuS.
Konstantinopel, 7. Jan. Die „Agence HavaS" meldet: Die Demission Mahmud Damal Pascha's ist nicht angenommen; derselbe wohnte dem gestrigen Minister- rache bei.
U 6 ct 7p- '---7” u--o—---- I!-----/ --------
,e N J®®« mit ein paar Blumenvasen hereinzulassen, welche ___£ ' Verzierung des breiten Marmor-Kamins bienen sollten.
^J®aren tin paar wundervolle antike Vasen, welche Ma- in geschmackvoll - nachlässiger Weise mit Rosen, ^Flöckchen und Epheu gefüllt hatte. Das Mädchm S* die Fauteuils und Stühle einstweilen um den r? stellen, aber anstatt sich damit abzugeben, ließ es ^ausgepichtes Figürchen von einem hohen Spiegel zu- ^"ahlen und besah sich von allen Seiten.
L^cmm Antje," sagte der leichtfertige van Son, seine Mschafterin herzhaft in die Wange kneifend, „eite Dich Schätzchen!"
bekam aber dem galanten Aufwärter schlecht, denn rar PT. ^tm tüchtigen Ellenbogenstoß versetzte das Mädchm Episch: „Nenne mich wenigstens, wie ich heiße: Annette, P Äntje."G3
l »Entschuldige, Jungfer Annette, Du siehst wirklich aus, L^ich meine Frau mit ihren sechs Kindern ganz ver- Wmachen. Liebst Du noch immer den Bäckers- der Ecke von der Wagensttaat? Ein netter nll8et Junge!"
kannst Du begreifen! Das wäre mein Geschmack. O Änge, der beinah nie etwas anderes am Leibe Hal, f ttnen braunen Rock! Wenn es noch ein schwader
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition ».Blatte«, sowie d Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; JLger'sche Buchhandlung daselbst; Herma,.»-che Buchhandl. daselbst; Jnoalidendank in Berlin; W. Tbienes in Elberseld • C. Schlotte in Bremen.
wäre; aber ein brauner, den man überall gleich erkennt! Ich verkehre jetzt mit dem Lakaien vom Grafen van BulS. Der kleidet sich wie ein Herr. Ich kann doch keine Be- kannffchast unter meinem Stand haben."
„Gewiß nicht, gewiß nicht!" stimmte van Son bei, indem er die Magd, die Hande in die Seiten gestemmt, mit seinen kleinen grauen Augen verschlang. Darauf näherte er sich ihr vertraulich und mit einer beruhigenden Geberde, welche wohl ausdrücken sollte, daß er seine Frau mit ihren sechs Kindern nicht vergessen werde, ftug er sie flüsternd, ob sie nicht wisse, wer doch der komische Herr eben gewestn wäre? Er hätte zwar fein Möglichstes ge- than, um zu lauschen, aber die Hauptsache wäre ihm doch entgangen.
Annette lachte, denn sie hatte im Hinterzimmer mit besserem Erfolge gehorcht und Wort für Wort gehört. Alles wurde nun van Son wieder erzählt, der dabei mehrfach die Hände zusammenschlug, obschon er durch die Erzählung nicht so betroffen wurde, daß er die Schüssel mit Torten, die auf dem Buffet standen, darüber vergaß. Er schenkte sich sogar ein Glas Wein ein, eine That, welche der sonst durchaus nicht besonders gewissenhaften Annette ein: „Aber pfui, Son!" entlockte. Aber — auf van Son machte es keinen Eindruck.
„Ach geh'," sagte er, die Schultern in die Höhe ziehend, „so ein armseliges Abendgesellschäftchen. Es wird so wie so wenig dabei herauskommen. Mynheer bezahlt mir doch nur halbes Geld, weil ich sein Bureaubote bin und Mevrouw wünscht gar, daß ich mit dem Törtchen und dem Eis dasselbe Wunder verrichten soll, wie die Wittwe mit dem Oelkrug. Prost die Mahlzeit! Wenn ich den Wein probire, so geschieht das nur zur Beruhigung der Gäste. Ich kann sie dann doch wenigstens davon überzeugen, daß kein Gift darin ist..
.. £ Erzählung von Johann Gram.
*♦2) A Verfasser auwrisirte Uebertragung aus dem HollSud ischen von Joseph Schrattenhol».
Die Exp. d.'Qberh. Zeit.
Tige-bericht.
HW it verschiedene Rechtsanschauung in den Urtheilen der ^EttichtShöfe hervorgetreten ist.
1 f Der Correspondent deS „Daily Telegraph" in Kon- wtinopel hat am 2. d. Mts. beim Sultan eine Privat- ldienz gehabt, worüber er seinem Blatte ein ausführliches itgrantm fenbet. Wir können demselben indeß nur wenig . 'i tnchmm. Bemerkenswerth erscheint nur die folgende
il kllt: „Se. Majestät drückte sich sehr warm über die J U krßmuth aus, welche die britische Regierung beweise, in-
R sie in dieser Gelegenheit allein handele, um ein Auf- cm des schrecklichen Blutvergießens herbeizuführen. Er litte, er wünsche nichts so sehr als den Frieden im Ein
mark« Zweites Kapitel.
sVtt Kaum war bie Familie aus dem Salon, als das ie "^""»mädchen die Flügelthüren öffnete, um den Aufwärter