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igitigtii nimmt entgegen: je Expedition d Blattet, lieie d.Ännonccn-Bureaux cn Tb. Dietrich & Co. in gefiel und Hannover; Th. fremd) in Frankfurt a M.; »afenftein L Vogler in tontfurt a 311., Berlin, eipiig, Löln k. ; Rudolf taffe in Berlin, Frank
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Marburg, Sonntag, 6. Januar 1878
xm ZahrgMg.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaur von L. Daube & Co- in Frankfurt a. M.; Jüger'iche Buchhandlung daselbst; Henna».. )che Buchhandl- daselbst; Jiwalidendank in Berlin; W. Tbienes in Elberfeld • C Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer an den Werk agen nach Sonn- und Feiertagen. Prc.s für das Quanal mit der wöchentlichen Beilage „JstuftrirteS Sonntagüblatt" durch die Expedition lKoch'sche Buchdruckeret- bezogen 2^ Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. sexcl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gehaltene Zeile 10 Pfg
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Die Exp. d. Oberh. Zeit.
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1 Die verschiedetten Ansichten der beiden Parteien wurden 7 der Person von Anton de Grootcns eigentlich vereinigt: F hatte sich tüchtig gegen das Mißgeschick gewehrt, und ►tun man sein Thun und Treiben genau verfolgte, kam
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■ Mnstvirtes Tonntagsblatt »iiten wir bei den Pvstanstalteu (auf dem dmde bei den Lavdpsftbote«) baldigst machen »wollen.
Politische Wochen-Ueberficht.
Die mit so vielem Eclat von liberalen Organen anf- kpauschte Reise des Herrn v. Bennigsen nach Barzin erweist ch ihren Folgen immer schwächer und schwächer und ittfte wohl bald zu den dagewesenen Dingen gehören. Der kitherige französische Botschafter in Berlin, Gontaut-Biron, al am 30. December dem Kaiser sein Abberufungsschreiben herreicht und ist durch die Verleihung der Insignien des )rdens vom Schwarzen Adler ausgezeichnet worden. Dir «garische Ministerpräsident TiSza weilte zur selben Zeit «Berlin, angeblich nur zum Besuche seines dort studiren- en Sohnes. Im baierischen Landtage gedenkt die ultra- «ontane Mehrheit den Etat für Kunst und Wisienschaft ult Abstrichen hcimzusuchen. König Ludwig hat inzwischen m Cultusminister Lutz zum neuen Jahr als Auszeichnung »s Großkreuz deö Verdienstordens der baierischen Krone «erlichen. Im Großherzvgthum Hessen ist die zweite Kammer u einer längeren Session auf den 9. Januar einberufen, » welcher auch die Feststellung der neuen Civilliste zum lbschlusse kommen soll.
Nachdem die Verhandlungen über einen Handelsvertrag »ischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn abge- rvchen waren, traten bald neue Meldungen über eine beab- chttgte Verlängerung des bisherigen Verhältnisses zu Tage. Kt diesen sowohl wie mit der auswärtigen Politik ist eine « Laufe der vorigen Woche ausgeführte Reise des unga- stchen Ministerpräsidenten Tisza nach Wien vielfach in Verbindung gebracht worden, wenngleich von offiziöser Seite B verschiedenen Malen versichert wurde, daß diese Reise des politischen Gepräges entbehre und lediglich durch amilien-Rücksichten veranlaßt sei. Dem Grafen Andrassy M. ft vom Kaiser der Orden des Goldenen Vließes verliehen
und sich herausstellte, daß er das Vermögen von
>Uvns Frau mitgenommen hatte. Kurz darnach hatte auch seine Frau verloren und nun war ihm Alles
dm Lerfaffer autcrifirte Uebertragung aus dem Holländischen von Joseph Schralienhokz.
Bto zu dem Resultat, daß er, so hartnäckig Fortuna ihm auch
*8 Rücken zukehrte, ihr doch ehrlich und treu den Hof toadjt hatte. '
Unbeständigkeit und ein gewisser Leichtsinn hatten Kar Ui häßliche Streiche gespielt. Hintereinander war er iethe» Heilhaber einer Essigfabrik, Photograph, Schreiber beim 60- dovinzialgericht, Agent einer Begräbnißgesellschast und r Kes Wcingeschästs in Bordeaux gewesen. Das Bauen die Ehrlichkeit Anderer und seine Geneigtheit, die be- 2975 ^Me Eintheilung der Woche in sechs Arbeitstage und ------. wen Rasttag gelegentlich umzukehren, hatten in Verbindung K seiner Guttnüthigkeit und seinem Entgegenkommen die lalle! er schließlich fähig war, einen Handführer für
'' Fächer und Stellungen zu schreiben. Das Glück besaß wohl einige Ursache ihn links liegen zu lassen. Der ... .- Schlag der ihn getrosten, war aber unverdient gewesen, ttdmy ^irch seine Verheirachung mit einer vermögenden Frau '' er die Mittel in die Hände bekommen, mit einem 7 " Mftskundigen Theilhaber in Nordbrabant eine Leinen- » iu errichten. Alles ging gut. Die Kunden stellten U e 5 bereits in reicher Zahl ein, als an einem schönen .91,0 ?Crdtit der gewissenlose Theilbaber mit stiller Trommel
MkllNgt« L?:usÄ' n“orto[ DbrrheMichk Zeitung
und deren Gratisbeilage
Das neue italienische Ministerium der Linken hat sich endgültig in folgender Weise constituirt: Depretts Vorsitz und Aeußeres, Crispi Inneres, Magliano Finanzen, Cop- pino Unterricht, Perez öffentliche Arbeiten, Brin Seewesen, Mancini Rechtspflege, Mezzacapo Krieg und für ein neu- gebildetes Ministerium des Schatzes Bargoni. Außerdem hat der gewesene Minister des Auswärttgen Melegari den Titel eines Staatsministers erhalten und der Abgeordnete Della Croce ist zum Generalsekretär des Innern ernannt worden. Durch die Neugestaltung der Regierung hat sich dann noch in zweiter Linie der italienische Botschafter in Paris, General Cialdini, veranlaßt gesehen, von seinem Posten zurückzutreten. Am bedeutsamsten bei dieser Neugestaltung ist jedenfalls der Eintritt Crispi's in das Cabinet, von dem man eine besonders feste Haltung in den kirchenpolitischen Fragen erwartet. Mel gestritten wird augenblicklich darüber, ob der Reise Gambetta's nach Rom, die mit verschiedenen Besuchen bei Depretis und Crispi verknüpft war, ein politischer Hintergrund beizumessen sei oder nicht; vielleicht ist sie dazu bestimmt, ein Gegengewicht gegen Crispi's Berliner Reise zu bilden. Die Verlängerung des Handels- und Schifffahrtsvertrages mit Deutschland wird jetzt von der „Gazzetta Ufficiale" veröffentlicht.
Das Jahr 1877 hat in Frankreich unter Jubel, doch nicht ohne Herzbeklemmungen geendet. Das Elys« indesten, das sich angenblicklich wie willenlos zeigt, will auf keinen Fall, daß die Kammermehrheit bis zu der Versetzung der Minister vom 16. Mai in Anklagezustand hinaufgreifen dürfe, wie es nicht will, daß die öffentliche Meinung ganz über die gescheiterten Projekte der bonapartistischen Oberbefehlshaber vollständig aufgeklärt werde. Und doch wird dieser schwarze Punkt sich höchst wahrscheinlich in der Kammer in Donner und Blitz entladen. Ist die Krisis aber nur beschwichtigt und noch nicht als gehoben zu betrachten, so stehen auch dem Jahre 1878 wieder heftige Schwankungen bevor.
Die öffentliche Meinung Englands tritt, seitdem der frühere Zeitpunkt der Einberufung des Parlaments amtlich bekannt geworden ist, wieder in ihrer Spaltung klar zu Tage. Auf der einen Seite drängen die Russenfeinde zu thätigem Eingreifen, während auf der andern die Anhänger des Friedens um jeden Preis, Gladstone an der Spitze, durch Volksversammlungen, Denkschriften und dergleichen das Cabinet von ernsteren Schritten zurückzuhalten sich bemühen. Die von der Regierung übernommene Vermittlung scheint ohne Erfolg geblieben zu sein, doch ist der Eindruck, der durch die russische Ablehnung hervorgerufen, nicht ein so bedeutender, wie anfänglich vermnthet wurde.
Vom Kriegsschauplätze war in letzter Zeit wenig That- so quer gegangen, daß er schließlich mit verschiedenen Artikeln haustren gehen mußte.
Er sah bleich und mager ans. Die tiefen Furchen in seinem Gesichte waren offenbar durch Seelenleiden hineingegraben. Ein höchst wollwollender Zug um den Mund, der mit dem edlen Ausdruck der Augen gut harmonirte verlieh dem fahlen Antlitz etwas Anziehendes. Seine Kleider waren abgeschabt, aber von gutem Schnitt; trotzdem würde Jeder in dem Mann mit dem bezeichnenden schwarzen Päckchen keinen Abkömmling eines guten Hauses vermnthet haben.
De Grootens mit seiner vornehmen Haltung, seinem schönen Salon und Allem, was drum und dran hing, war verlegen und heimlich erzüntt über die ungelegene Erscheinung. Er wußte absolut nichts zu sqgen und fischte nach einem oder dem andern Thema, bis endlich verwirrt herauskam:
„Und wo wohnst Du denn gegenwärtig, womit beschäftigst Du Dich?"
AnS des Angeredeten trüben Augen schoß ein Funke und sarkastisch gab er zur Antwort:
„Ich wohne in jeoer Herberge die meinem ehrlichen Gesicht genug vertraut, um mich aufzunehmen, und habe mich von ganzem Herzen dem Handel mit — Garn und Band, leinenen Taschentüchern, Schuhwichse u.s.w. ergeben."
So sprechend machte er das glanzlederne schwarze Pa- cketchen auf, offenbar Willens, das eine oder andere herauszunehmen. Das war aber Mevrouw doch zu stark. Sie mußte sich alle Mühe geben, ruhig zu bleiben und knüllte vor Aerger ihr feines Spitzentaschentuch ineinander.
„Bemühen Sie sich doch nicht," sagte sie heftig, „lassen Sie ihre Sachen nur in Ruhe, Mynh . . . Bruder Antoni Ich habe wirklich im Augenblick kein . . .“
„Garn, Band oder glanzende Schuhwichse nöthig", beendete Anton im selben bitteren, ironischen Tone den
sächliches gemeldet worden und nach Lage der Witterungsverhältnisse schienen auch erheblichere Truppenbewegungen kaum ausführbar. — Vor Kurzem wurde berichtet, daß die Wege, besonders in den Bergen, unpasstrbar seien. Um so überraschender ist die soeben eingegangene Nachricht, daß die russische Westarmee unter dem General Gurko in den letzten Dezembertagen den Balkan in den westlichen Abhängen überschritten hat. Der telegraphische Bericht lautet: „nach einem äußerst schweren Uebergange auf über- frorenen Fußpfaden bei heftigem Frost und Wind besetzte die Vorhut die Ausgänge des Balkans zwischen Araknok und Sofia. Die Kavallerie steht bereits auf der Straße nach Sofia. Der Feind war überrascht worden, so daß der Verlust auf russischer Seite beim Heraustreten ans den Bergen nur 5 Verwundete betrug." Diese überraschende Thatsache giebt einen neuen Beweis für die Energie, mit welcher die russische Heeresleitung ihre Operationen fortsetzt. Die türkische Armee wird ihre Stellung bei Sofia kaum zu halten vermögen, vielmehr ihre Kräfte in der Richtung nach Adrianopel zusammenzuziehen suchen. — Inzwischen setzt die Armee des Großfürsten Thronfolgers ihre Operationen gegen Rustschuk fort, während die rumänischen Truppen mit den Serben die Festung Widdin belagern. Die serbischen Truppen haben ihrerseits die Festung Pirot genommen.
Vom astatischen Kriegsschauplätze ist beim Jahresschlüsse die Nachricht gekommen, daß die russischen Truppen Erzerum vollständig eingeschlossen und von allen Verbindungen abgeschnitten haben. Der Fall des wichtigen Punktes scheint nahe bevorzustehen.
Der Kaiser von Rußland ist inzwischen vom Kriegsschauplätze nach St. Petersburg zurückgekehrt. Wie seine ganze Reise ein Triumphzug war, so war der Empfang in der Hauptstadt ein wahrhaft begeisterter. In der Ansprache an die Vertreter der Stadt fügte der Kaiser dem Ausdrucke des Danke« und der Freude über das Wiedersehen die Worte hinzu: „Vieles haben wir vollbracht, doch Vieles steht uns noch bevor. Möge uns Gott helfen, diese heilige Sache zu Ende zu führen."
Die türkische Regierung, welche sich über die bedenkliche Kriegslage keinen Täuschungen mehr hingeben kann, hat England um seine Vermittlung bei Rußland behufs Einleitung von Friedensverhandlungen ersucht. Die englische Regierung hat davon in Petersburg Mittheilung gemacht, vorzugsweise wohl in dem Sinne, dort die Geneigtbeit der Türkei zu Friedensanknüpfungen zur Kenntniß zu bringen. Wirkliche Verhandlungen dürften nach Lage der Dinge wohl unmittelbar zwischen den beiden kriegführenden Mächten einzuleiten sein.
Satz. „DaS begreife ich, Mevrouw. Es regte sich auch blos die Begierde in mir, Ihnen zu zeigen, wie verschieden mein Handwerkszeug von dem meines Bruders, des Ge- neralsecretärs, ist und mit welcher Ueberzeugung — ich meine Waare feilbiete."
Mevrouw trippelte vor Ungeduld mit den Füßen und ihr Blick, welcher bald den für den Empfang der Gäste bereiten Salon und bald ihren Gemahl streifte, verrieth deutlich genug, wie sehr sie den Ruhestörer verwünschte.
Für de Grootens blieb Anton immer der Bruder. Wenn der Generalsekretär auch mehr Kopf wie Herz hatte, und zarte Regungen sehr selten bei ihm waren — in diesem Augenblick, wo sein Bruder da vor chm saß, vergaß er alles Andere. Alle Erinnerungen an die mit Anton verlebte Jugendzeit tauchten in ihm empor. Die besseren und uneigennützigen Seiten seines Charakters wurden wieder wachgeschüttelt und mit gerührter Sttmme, welche seine Fran erstaunt aufsehen machte, frug er:
„Wo hast Du denn all die Zeit zugebracht, Anton?"
Ebenso bitter wie zuvor antwortete der Befragte: „Das getraue ich mir kaum, Dir ohne Erröthen zu fagen. . .." Dann wurde Antons Stimme traurig, und mit aller Mühe sich bezwingend, um sein Herzeleid nicht merken zu lassen, ftihr er in gedämpftem Tone fort:
„Vor drei Jahren habe ich meine liebe Fran verloren. Der Verdruß über meine ungerechte Zurücksetzung war mit die Ursache davon. Darnach bin ich ans Wandern gekommen. Hintereinander bin ich Aufseher in einer Fabrik, Agent einer Gesellschaft, Lehrer, ich weiß nicht, was Alles gewesen, ober^jedeSmal hinderte mich meine erschütterte Gesundheit, die Stellung gehörig anszufüllen. Sechs Wochen lang habe ich zu Seuwarben krank gelegen, worauf ich dann mit Garn und Band durch Holland gezogen bin."
Mevrouw sah ängstlich nach der Pendule, die beinahe die achte Stunde zeigte. Sah der Mann noch da, wenn