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Marburg, Freitag, 4. Januar 1878.

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zranlsurt a M., Berlin, Leipzig, Cöln ic.; Rudolf Stoffe in Berlin, $rant- furt a. M. ic.

Raffel und Hannover; Th. Dietrich in Kranlfurt a.M.; Haaienstein & Bögler in

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureanx von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jägerssche Buchhandlung daselbst; Hcrma>,.,'fche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Tbienes in Elberfeld; C- Schlotte in Bremen.

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlustrirteS SouutagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckereii bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl Bestellgebühr!. Insertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.

Anzeigen nimmt entgegen:

At<kMditio« d.vlattet, sowie d-Annoncen-Bureaux [20 een Th. Dietrich & Co. in

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für das erste Quartal 1878 auf die

Sberhessischk Zrttung

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eS Rumänien, nach Rumänien war eS die Donau, jetzt ist Oberbulgarien der Centralpunkt der russischen Offensive oder vielmehr Invasion geworben. Erst seit dem Falle von Plewna hat die russische Knegsleitung ihre ursprüng­lich ins Auge gefaßte, natürliche OperattonSbasis wieder

Die Exp. d. Oberh. Zeit.

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*) Unberechtigter Nachdruck wird gerichtlich verfolgt.

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DiePol. Corr." bringt über die Vorbereitungen der russischen Armee in Bulgarim zu neuen Operationen fol­gende Mittheilungen aus Zirnnitza, 27. Dee.: Die Pause, welche nach dem Falle von Plewna in den Kriegsoperalionen ««getreten ist und die durch den Eintritt des schlechten Wet­ters um einige Tage sich verlängert hat, dürste mindestens noch 10 Tage dauern. Nichtsdestoweniger ist die auf dem Kriegsschauplätze herrschende Ruhe nur eine scheinbare, man könnte sagen, daß die Pause nicht in den Operationen, son- dern nur in dm Ereignissen eingetreten ist. Diese letztere befinden sich im Stadium der Vorbereitung, die Operationen aber, welche zu dm Thatsachen führm sollen, sind im vollen Gange. In keinmi Abschnitte des Krieges ist russischerseits eine größere Thätigkeit, wan könnte fast sagm Hast, an den Tag gelegt worden, wie jetzt. Es sieht gerade so aus, als wenn der Krieg von Nmem beginnen würde; nur die Operationsbasis ist weitergerückt. Nach Bessarabien war

starrte durch die offenen Fenster, ohne etwas zu sehen und blreS den Rauch seiner Havannah schnell und hastig fort, ohne von ihrm dufttgeu Wolken etwas zu gewahren.

Er stand vor dem Spiegel und al» daS gleichgülttge, aber ehrliche Glas ihm das Bild des Herrn de Grootens, Generalsekretär beim Ministerium für öffentliche Arbeiten, zurückstrahlte, schien ein Blick auf dieses Bild die Wetter­wolken seiner Sttme einigermaßen zu vertreiben. Und in der That, abgesehen von dem generellen Wohlgefallen, wel­ches Mynheer de Grootens, wie jeder Sterbliche, für das Spiegelbild empfand, war der Anblick auch wohl geeignet, durch all' das Dunkel die Sonne einmal durchbrechen zu lassen. Das charakteristische Zeichen der ganzen Figur war Gediegenheit, und der Besitzer dieser kostbaren Eigen­schaft hatte offenbar alles Mögliche gethan, sie gehörig zu pflegen und zum Ausdruck zu bringen. Der eng anschlie­ßende schwarze Rock, welcher seine hohe breite Figur vor­trefflich hervorhob, würde selbst einem Minister in der Kammer nicht übel gestanden haben und das reichdecorirte Knopfloch gab dem Kleidungsstück das erwünschte Relief. Die ergrauten, sorgfältig gepflegten Koteletten verliehen dem Antlitz etwas Achwngerweckendes, eine Eigenschaft, welche durch die spärlichm Kopfhaare, die ihr möglichstes thaten, um aus wenig viel zu machen, noch erhöht wurde, jhirj, die ganze Erscheinung war gediegen. Der Schneidermeister, dem die Sorge für de Grootens äußeren Menschen anver­traut war, bekleidete gewiß nur Staatsräthe und Minister, und einen minder erhabenen Sterblichen blos aus besonderem Wohlwollm.

Jemand mit einem günstigen utw Eindruck erregenden Aeußern hat viel voraus. Es ist ein Capital, das gütige Feen ihm schon bei seiner Geburt mitgegeben und darüber er später freie Verfügung hat. Die Sympathie, die ein Anderer, mehr Quasimodo als Adonis ähnelnder, erst nach und nach, durch nähere und gründlichere Bekanntschaft zu gewinnen suchen muß, erreicht ein solch Bevorzugter augen­blicklich. '

Wenn man indeß da« gelegene, einnehmende Aeußere

Wie der Herr so hintenüber in dem fammtenen Lehn­stuhl lag, mit der Rechten den Kopf stützend, während die Anke unruhig auf dem reichgeschnitzten Knopf Wr Arm­lehne trommelte, merkte man bald, daß seine Betrachtungen unangenehmer Art waren. Allem Anschein nach riefen die Papiere, welche vor ihm auf dem Mahagoni-Schreib- pult lagen, die trüben Gedanken ins Leben, denn jedesmal wenn seine Hand eines der Papiere erfaßte, wurden die Dollen auf seiner Stirn dunkler. Nach einer Weile stand tt auf zündete sich eine Cigarre an und schritt, ben Kopf $Ur Erde gesenkt in seinem Schreibzimmer unruhig auf und ab. Er hatte kein Auge für die geschmackvolle Elc-

6ix Ätfibtojicrmegen. *)

Erzählung von Johann Gram.

Sem Verfasser autorisiere Uebertragung aus dein Holländischen »an Joseph Schratten holz.

Erstes Kapitel

Mynheer de Grootens faß und und träumte, obgleich seine umwölkte Stirn vermutheu ließ, daß es keine heiteren Träumereien waren. Bei einem vollen Fünfzigjährigen, der die gewichttge Stellung eines Generalsecretärs beim Ministerium für öffentliche Arbeiten bekleidet, kommen poe­tische Meditationen natürlich eben so selten wie blühende Äloeen vor.

Tige-bericht.

Der zwischen Preußen und Waldeck unter dem 24. No­vember 1877 abgeschlossene, vom Abgeordnetenhause bereits genehmigte Vertrag betreffenb die Fortführung der Verwal­tung der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont durch Preußen, wird Im Herrenhause einer einmaligen Schlußberathnng unterstellt werden. Der Antrag des Berichterstatters Dr. Baumstark geht dahin: Das Herrenhaus wolle beschließen: dem zwischen Preußen und Waldeck unter dem 24 Novem­ber 1877 abgeschlossenen Vertrage in Uebereinftimmung mit dem Hanse der Abgeordneten die verfassungsmäßige Zustimmung zu ertheilen.

und deren Gratisbeilage

Jllnstrirtes Lonrrtagsblatt

bitten wir bei den (auf dem

Lande bei den baldigst machen

zu wollen.

gewonnen. Von den mörderischm, für die Russen so un- heilvollm Kämpfen von Plewna war das Hauptquartier des Großfürsteu Nikolaus schon in Timowa aufgeschlagen worden. Jetzt erwartet man wieder, daß es dorthin ver­legt wird. Es scheint eine ausgemachte Sache zu sein, daß man nur das Ende der verschiedenen vorgenommenen Trup- penverschiebungm abwartet, um das Hauptquartier näher an den Balkan zu verlegen. Dieses Mal dürfte die Ver­legung des Hauptquartter» gleichzeitig einen mit starken Truppenmassen auszuführenden Balkan-Uebergang bedeuten: denn von der Donau bis zum Fuße des Balkans sieht man in einer Front von mindestens 150 Kilometer einen gewaltigen Aufmarsch sich vollziehen, welcher binnen 810 Tagen beinahe ganz beendigt sein wird. Der Hauptstoß dürfte aber doch nicht beim Schipka- oder Trojan-Paß, sondern auf dem rechten Operationsflügel der russischm Armee erfolgen. Starke Abtheilungen haben nämlich die Direktion auf Vratza und Berkoviea genommen und wer­den in einigen Tagen über den Ginzi-Paß im Sophia-Thale angelangt sein. Die Anfrollung der türkischen Stellungen jenseits deS Balkans würde also im westlichen Sophia- Thale beginnen, so daß die türkische Armee in Sophia nicht nach Westen, sondern nach Osten zurückgedrängt wer­den würde und die Armee des GmeralS Gurko ihre defen­siven Stellungen nur in dem Augenblicke verlassen müßte, als die aus dem Ginzi - Paffe vordringenden Abtheilungen die türkische Armee zwischen zwei Feuer gebracht und die­selbe zum Rückzüge nach Ostm oder nach Süden gezwun­gen haben «Arbeit Sodann würde der Vormarsch über den Balkan durchs dxn Hainkiöj-, Schipka-, Trojan-Paß und die anberat weniger wichtigen Pässe vor sich gehen und die Vereinigung aller russischen Abthei­lungen in der rumelischen Ebene stattfinden. Alle Trup­penbewegungen deuten bis jetzt auf daS eben Angeführte hin. Der Vormarsch starker Kolonnen auf Berkoviea die Verstärkung der Armee des Generals Gurko durch andert­halb Divisionen, die Konzmtration einer großen Centrums- Armee vor den mittleren Balkanpäffen zwischen Timowa, Gabrowa und Selvi sind lauter Operationen, welche für die Wahrscheinlichkeit des hier in Militärkreisen ciratlirenbeit Planes sprechen. In Uebereinftimmung mit biefem

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ganz, bie ihn umgab. Selbst bie schöne. Aussicht, welche don dem geöffneten Fenster umrahmt wurde, lockte ihn Nicht. Und doch war es eine anziehende Aussicht, voll säuft beschatteter Gärten und Wiesen, in neblichter Feme tie verschwindende Düne. Eine funkelnde Abendsonne, die Krade wie in den Landschaften unseres Rembrandt die erste Rolle spielte, schien diesmal gewillt, sich selbst zu übertreffen. Sei es nun aber, daß die Beule der schönen fünfte, nach dem Phrenologen Töpfer bekanntlich der sechste Nun, m Kopfe des Generalsecretärs gar nicht existirte, M es, daß des Mannes Gemüthsstimmnng seine gute Verständigung mit der Natur hinderte de Grootens

schen.

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Plane würde der weitere Vormarsch der Serben von Pirot auf Zaribrod fein, der nach dem N. W. T. schon ange­treten sein soll; das Gros der Serben und Russen würde sich bann auf diesem Theile des Kriegsschauplatzes, und zwar südlich oder südwestlich vom Ginzi-Paß, vereinigen.

Neueste Kriegsnachrichten.

London, 2. Jan. DerStandard" schreibt, der Vorschlag, die Türkei möge sich birect an Rußland wenden sei nicht unberechtigt, stehe auch mit dem Branche unter Kriegführenden nicht im Widerspruche. England habe bis dahin kein Recht, sich durch solchen Vorschlag gekräntt zu fühlen, und selbst die Annahme, daß derselbe als feindseliger Act anzusehen, erscheine durchaus nicht gerechtfertigt.

London. 2. Jan. Es heißt, daß diplomatische Aeu- ßemugen Mrliegen, wonach das Petersburger Cabinet be­reit, sei, direkte Vorschläge der Türkei zur Herbeiführung des Friedens entgegenzunehmen.

Birmingham, 1. Jan. Der Stadtrath nahm eine Resolution gegen jede Aktion an, welche einen Krieg für einen barbarischen, dem Verfall entgegengehenden Despo- ttSmus für England involviren würde. Die Resolution, nimmt an, daß kein wirkliches brittsches Interesse gefährdet sei und bringt auf Aufrechterhaltung strikter Neutralität.

Leebs, 1. Jan. Der Stadtrath nahm mit 41 gegen 7 Stimmen eine Petition an die Regierung zu Gunsten strikter Neutralität an. Die Petition verlangt einen Appell an das Volk, im Falle bie Situation für das britische Interesse krittscher werden sollte.

Petersburg, 2. Jan, Anläßlich ber Kommentare der ausländischen und ber russischen Presse über die eng­lische Mediation führt ein Artikel derAgence ruffe" aus: die Mediation fei nicht wünschenswerth und unannehmbar; einmal, weil eine solche unmöglich sei, so lange einer ber Kriegführenben sie überhaupt nicht verlange, unb sodann, weil ber Staat, ber bie Mebiatton anrüben wolle,' seine Unparteilichkeit durch seine Jntereffelosigkeit müsse darthnn können. Das fei nach den eigenen Erklärungen des briti­schen Cabinets nicht der Fall. Die Wichttgkeit dieser In­teressen würde die Mediation zu einer gefährlichen Sache machen und den Uebergang von der Mediation zur Jnterventton erleichtern. Das besondere Recht der Krieg­führenden werde nur übertroffen durch das Recht Mer (?). Aber Rußland habe die Rechte Dritter sorgfältig respectirt. Die Mediatton würde ohne Jemand zu nützen, den Krieg nur verlängern unb die Sachlage verwickeln. Vom Ge-

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von de Grootens etwas genauer ins Auge gefaßt hätte, würben scharfe Beobachter das graue Augenpaar des Herrn, daS einen festen Blick nie lange aushielt, eher von schlauem als von scharffinnigem Ausdruck gefunden haben. Die seinen, zufammengekniffenen Lippen waren nur geeignet, den Eindruck, den man von den geschlitzten Augen erhielt, zu verstärken, wenn auch ihr freundliches Lächeln sich "noch fo sehr bemühte, denselben fortzuscherzen.

Ging man aber in der Betrachtung der Einzelheiten nicht so weit, dann mußte die ganze Erscheinung einen angenehmen Eindruck machen, und Niemand konnte sich darüber wundern, daß es für manchen Beamten ein wahres Fest «ar, wenn der General-Secretär die Hand mit dein mächtigen Siegelring nach ihm ausstreckte.

Einen Augenblick lächelte de GrootenS fein Ebenbild wohlgefällig an, aber auch nur einen Augenblick. Daun nickte er sich verschiedene Male ernsthaft zu, unb zwar in einer Weise, die in Worte übersetzt, wohl sagm konnte: Das hättest Du nicht leicht gedacht, de Grootens!"

Hierauf wurden bie feinen Lippen krampfhaft zusammen- gekniffen unb er seufzte:Wie mag ich wohl jemals daraus kommen!

Der Spaziergang im Zimmer wurde wieder ausge­nommen und wer weiß, wie lange Mvnherr de GrootenS ferne düsteren Betrachtungen fortgesetzt hätte, wenn nickt Mevrouw hereingerauscht wäre und all die Grillen auf echt frauenhafte Art verscheucht hätte.

Wie gefalle ich Dir nun, lieber Mann?" lautete die kurze charakteristische Frage der Frau, die so ganz von ihrer neuen Toilette eingenommen war, daß sie auf ihren Gatten nur insoweit achtete, als sie seine Bewunderung für ihr geschmackvolles, theilweise mit schwarzen Spitzen besetztes graues Seidenkleid zu erlangen hoffte. Mit halb auSgebreiteten Armen blieb sie vor dem Typus von Ge­diegenheit stehen: dieser betrachtete sie mit einem musternden Kennerblick und sagte bann:Ausgezeichnet, Ausgezeichnet, Margarethe!"

Auch bei Mevrouw war eine geschmackvolle Toilette