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JTltirfilltg, Sonnabend, 29. December lh77

XII. ZahlMg.

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be« Töchterchens bewog die KabinetSräthin, welche sich mit Anton in ein Gespräch über Drainage und bat Nutzen der Hagelversicherung vertieft, sich schnell umzuwenden und nach der Ursache solch' lebhaften, Gefühlsaustausches zu fragen.

zu verbieten. Wozu den Kriegsschauplatz jetzt noch erwei­tern, da es doch schon ziemlich sicher scheine, daß die Türken unterliegen werden. Der Eintritt Serbiens in die Action ist nur geeignet, die Greuel dieses Krieges zu vermehren, ohne zugleich die Hoffnung zu begründen, daß das Ende des Kriegs dadurch beschleunigt wird. Oesterreich hätte daher, ohne bei den neutralen Mächten auf Mißstimmung zu stoßen, dem Fürsten Milan zur Ruhe zwingen können. Andererseits werden durch die Einmischung Serbiens nur die Schwierigkeiten des einstigen Friedensschlusses vermehrt. Ser­bien, wenn es an den Siegen Rußlands theilnimmt, wird künftig Ansprüche stellen, die dem Slavenstaate nicht zuge­standen werden können, und man wir möglicherweise Maß­regel von äußerster Strenge in Anwendung bringen müssen, um den tteinen Staat in Stühe zu bringen.

Serbien selbst hat sich durch sein Vorgehen entschieden geschadet. Die Sympathien, welche das Land bei den neu­tralen Nationen noch besaß, hat es völlig eingebüßt. Sollte es noch zu Verwicklungen kommen, welche auch Oesterreich ht den Strudel hineinziehen, dann wird Serbien eine schwere Verantwortung zu tragen haben. Im Interesse eines dauernden Friedens würde es dann nothwendig sein, Serbien unter die Oberhoheit einer stärkeren Macht zu stellen, als es die Türkei tatsächlich ist. Oesterreich wird den kleinen Slavenstaat, der thatsächlich der Herd und der Ausgangspunkt des gegenwärtigen Krieges gewesen ist, ernstlich in die Zucht nehmen müssen, ehe Serbien für die volle Selbstständigkeit und Vergrößerung reif und fähig werden kann. Möglich, daß Graf Andrassy eine solche Lösung der Angelegenheit im Auge hat. Jedenfalls würbe er in diesem Punkte der Unterstützung Deutschlands und Englands sich versichert halten dürfen.

Theaters hier an. Heute ftüh hat er sich mit diesem Däm- chm überall gezeigt, wie man mir sagte, und die Gesellschaft, welche sich schon auf das Schauspiel gefreut, welches die Verzweiflung der unglücklich Liebenden gewähren würde, ist wenigstens, was Hauptmann Hellern betrifft, arg betrogen Die gute Eulalia fteilich wird noch trostloser über diese Art Rache sein!" ' '

nach dem Anträge der Commission größtentheils durch Ueber- gang zur Tagesordnung erledigt werden, und haben zum Thal auch nur ein lokales Interesse. Hervorzuheben sind lediglich folgende: 1. Petittonen von Zugführern der Staats- eiscnbahnverwaltung um Gewährung von Wohnungsgeld­zuschuß in gleicher Höhe mit dem der Locomottvführer. Antrag der Budgetcommisston: das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: Mit Rücksicht darauf, daß die früheren Beschlüsse des Hauses der Abgeordneten von dem Staats­ministerium abgelehnt worben sind, daß aber eine Wieder­holung derselben bei der gegenwärtigen Finanzlage des Staates noch weniger Aussicht auf Erfolg gewährt, über die Peti­tionen zur Tagesordnung überzugehen. 2. Petitton von Steinmetz und Genossen, Königliche Oberförster in der Provinz Hessen-Nassau, um Erhaltung in dem ihnen nach der ftüheren hessischen Gesetzgebung ertheilten Dienstrange. Antrag der Budgeteommission: das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die Petttion der Königlichen Staatsre­gierung zu überweisat zur nochmaligen Prüfung der den Petenten nach ihren früheren Rangverhältnissen in groß­herzoglich hessischen Diensten zustehenden Rechtsansprüche.

6. Die Petition des Magistrats und der Handelskammer zu Breslau, betreffend den Bau eines Breslauer Oderhafens. Antrag der Budgetcommission: bas Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die Petition der Königlichen Staatsre­gierung zur Berücksichtigung zu überweisen. 4. Petition der Handelskammer zu Frankfurt a. M. um Bewilligung der Mittel für die Main-Kanalisatton. Antrag der Budget- eommisston: das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die Petition der Königlichen Staatsregierung zur Berück­sichtigung zu überweisen. 5. Petitton des Kreisphvsikus, Sanitätsrath Dr. Wiener zu Kulm, um Reorganisation des Medizinalwesenö und Bewilligung von ausreichendem Gehalt io. an die Kreisphysiker. Antrag her Bubgeteom- mission: das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: 1) die Erwartung auszusprechen, daß die Königliche Staats- regterung baldtgst einen Gesetzentwurf über bie mehrmals in nahe Aussicht gestellte Reorganisation des Medizinal- wesens vorlegen werde. 2) lieber die Petition des Dr Wiener zur Tagesordnung überzugehat.

Nach einer neueren Nachricht hat.bie russische Regie­rung Herrn Krupp in Essen bie Lieferung von 1200 Feld- geschützen übertragen.

Neueste Kriegsnachrichten.

Wien, 28. Dec. Die „Presse" bringt folgende Mel­dungen aus Belgrad, 27. d.: Die Serben haben nack- kurzem erbittertem Kampfe Pirot eingenommen, wobei ihnen große Kriegsbeute in die Hände fiel. Dieselben 1

stehen nunmehr am Defilee von Krupaz. Nach einer

später eingetroffenen Nachricht wurde auch Leskvwatz von den Serben genommen. — Aus Bukarest, 27. Dec; Osman Pascha ist gestern Nachmittag 4 Uhr hier einge­troffen. Von der Dieise und den Schmeißen seiner Wunde angegriffen, verließ derselbe erst nach einigen Stunden den Waggon, um sich auf einer Bahre vermittelst Schlittens in sein Absteige-Quartier fahren zu lassen. Osman wird

Tagesbericht.

Die Deutsche Union von gestern ("27.) schreibt in einem Nachttage:

»Wie wir melden können, hat der Kaiser das ihm vom Fürsten Bismarck überreichte Memorandum, betreffs der Aeilderungen in den Verwaltungs-Jnstttuttonen des Reiches und Preußen in allen seinen Theilen genehmigt. Vom Kaiser ist dem Reichskanzler auch die Konzession zugestanden worden, daß meist hervorragende Führer der nationallibe­ralen Fraktion Portefeuilles im preußischen Staatsministe­rium erhalten sollen. Damit hängt auch die Reise des Präsidenten des Abgeordnetenhauses v. Bennigsen nach Varzin zusammen. Bennigsen ist am Dienstag Abend von Hannover nach Berlin zurückgekehrt und hat sich am Mittwoch Morgen nach Varzin begeben. Des Werkes erster Theil, die Zustimmung des Kaisers zu den Vorschlägen des Reichs­kanzlers ist erfolgt. Der schwierigere zweite Theil beginnt je|t in Varzin. Bennigsen wird keineswegs allein ins Mmiyerium eintreten, sondern nur unter Zuziehung einiger politischer Gesinnungsgenossen, als welche" Forckenbeck und Gnast genannt werden."

®ie Budgetcommission des Abgeordnetenhauses wird über eine Reihe von Petitionen in einer der nächsten Plenar­sitzungen mündlichen Bericht erstatten. Die Petitionen follen

mit r, i anb­raße i liner and- 3

Eine Lrantsahrt.

Novelle von Ernst v. Waldow- r (Scrtfedeae.)

„Dann ist — verzeihen Sie biefe Bemerkung — die „gute Eulalia" ein sehr thörichtes Mädchen", warf Anton erregt dazwischen. „Sie sollte im Gegentheil dadurch zur Einsicht kommen, daß ihre Eltern sehr Recht thaten, wenn sie einem solchen Freier die Hand der Tochter verweigerten."

„Ganz meine Ansicht", pflichtete die Räthin kopfnickend bei, „ich muß gestehen, daß es mir sehr unerwünscht wäre, wenn Hauptmann Hellern hier seine Bekanntschaft mit un« erneuerte."

Lieutenant Maiendorf lächelte spöttisch.

„Hellern ist ja Kavalier, und als solcher weiß er, daß man Damen von Stande in einer Gesellschaft, wie die ist, in der er sich jetzt befindet, nicht einmal zu grüßen, viel weniger anzusprechen wagt. Uebrigens würde ich-bedauern, daß der arme Mann hier eine so gar strenge Beurtbeilung erfährt^ wenn ich nicht aus Allem schließen müßte, daß Herr Schmitt so eine Art moderner Heftiger ist. Solche

MustrirteS Donntagsblatt

«nd anzugreisen. Wir wollen von dem Werthe Ober hwerthe der serbischen Armee, worüber bereits so viel stritten ist, heute gänzlich absehen und auch darauf nicht Cie. Wehen, ob die Einmischung der Serben einen entschei-

Das Gespräch wurde nun allgemein, und da man im ^gelangt war und an einem der Keinen runden Tttshe Platz genommen hatte, bot sich keine Gelegenheit mehr, Luciens Neugierde zu befriedigen.

Der Genuß des sehr guten Kaffees brachte die Räthin in etwas befere Laune und dies ermuthigte den Lieutenant zu einer Annäherung.

»Wissen Sie schon, meine Gnädige," begann er, Luciens Mutter einen Schritt näher rückend, „auf welche Weise sich Hauptmann v. Hellern an dem Bankier Meldenbors dafür rächt, daß dieser ihm die Hand seiner Tochter Eulalia ver- wagerte <

. fragte die Räthin gespannt, denn sie war

mit den Meldendorfs befreundet und hatte es sehr vernünftig gefunden, bap man dem leichtsinnigen Marssohn die reiche Erbin nicht zur Gattin gegeben.

»Die Meldendorfs sollen dieser Tage hier in Kissingen zur Kur eintreffen," fuhr der Lieutenant fort. „Dies erfuhr Hellern und langte schon gestern Abend in Begleitung einer

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OBg. »den ter- tt age hlaed

Bett wir bei den Poftaustalien (auf dem ; mde bei den LaadPBstbote») baldigst machen i »ollen.

Die Exp. d. Oberh. Zeit.

Einfluß auf den Fortgang des Krieges haben kann, bie offiziellen russischen Kreise über die serbische Kriegs- . lärmig denken, ob die Mitwirkung der Serben von ■ chland verlangt ober nur geduldet worden ist, darüber ) tot wir keine sichere Kenntniß. Jedenfalls ist durch

6 Vorgehen selbst der Londoner „Spectator", welcher die fische Kriegserttärung s. Z. mit wirklicher Sympathie Mhm und fortwährend rnssenfreundliche Stellung ein-

Für m der Expedition zu erthe,lende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pfg. berechnet. °

Lucie verzog den hübschen Mund. „Da wirst Du wohl mit dieser Klothilde tanzen?''

„Behüte, ich tanze gar nicht. Sei nur nicht eifersüchtig, lätzcken, und verdirb mir die gute Laune nicht, bas ' ich nicht um Dich verdient, nachdem ich mich gestern ' heute ftmh furchtbar abgcplagt habe, Dir ehie reckt M Ueherraschung zu bereiteu.

Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herma».,'fche Buchhandl. ♦ daselbst; Invalidendank in

Berlin; W. Tbienes in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen

___ Nach dem Erfolge der russischen Waffen bei Plewna 7,.. I tot bekanntlich auch die Serbat der Türkei den Krieg Hirte' Krt und sofort begonnen, die Türkei mit bewaffneter

tat, rügt den Treubruch Serbiens als eine „sittlich nicht vertheidigenbe Thal" des von Unwahrheiten strotzende inifeft Milans wird als das Gegentheil männlicher knheit bezeichnet.

Wir sind der Ansicht, daß die Einmischung Serbiens j tr verhindert werden können, wenn die österreichische Rpw 1 igierung in Belgrad energisch ausgetreten wäre. Hätte “vwa der serbischen Regierung erklärt, daß Oesterreich die bische Grenze überschreiten würbe, sobald Serbien der tkei den Krieg erkläre, so würde sich Fürst Mlan ge- i*tt et haben, irgend Etwas gegen die Türkei zu unterneh- nder- h. In der Thatsache, daß von alledem nichts geschehen . dürsten wir den Beweis erblicken, daß Oesterreich auf serbische Kriegserklärung mit einer gewissen verächt- - m Geringschätzung herabblickt.

: aus [ Wir können leider in diesem Punkte der österreichischen ogis »littk unfern Beifall nicht zollen. Allerdings kann sich Merreich in Bezug auf Serbien einem starken Gefühle M Sicherheit hingeben. Die neutralen Mächte und an Mn Spitze Deutschland sind mit Oesterreich darüber einig h den slavischen Fürstenthümern ein Gebietszuwachs nicht estanben werden kann noch darf. Serbien wird aus tem Vorgehen keinen Vortheil ziehe«, wenn es nicht a von Rußland für seine Mitwirkung mit Gelb bezahlt t. Diese Erwägung mag für bie österreichische Regie- wird ■ tz leitend fein, und sie ist gewiß völlig begründet.

t es wäre doch ein Act der Humanität und der poli- tan Klugheit gewesen, Serbien die Einmischung geradezu

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tiefe juckt. 5256

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titinto nimmt entgegen: kOxpebUion b.vlatteS, eit d.Annoncen-Bureaux p ib, Dietrich & Co. in Bel und Hannover; Tb.

rich in Frankfurt a.M.; Eisenstein & Vogler in unkfiirt a M., Berlin, Rig, Eüln 2c.; Rudolf

e in Berlin, Frank­furt a. M. ic.

Nach dem «peisen begab sich die kleine Gesellschaft, Welche der Sieutenant sich anschloß, in den Kurgarten, dort den Kaffee zu nehmen. Da Lucie es so schlau »rrangiren gewußt, baß sie mit dem Lieutenant der iffel ' ^schreckenden Mama, zu der sich Anton gesellt, folgte, yj Mochte ihr Maiatborf heimlich zuzuflüstern, daß seine toanbtai heul eine Partie nach der Trimburg gemacht er sich im letzten Augenblick von ihnen losgerungen t dem Vorwande eines plötzlichen. Unwohlseins.

»Am Abend werden sie wahrscheinlich auf der Reunion innen," fügte er hinzu, „wenigstens äußerte der Onkel »er „Zukünftigen", ein mir sehr unsympathischer, lang= Hger Aktenmensch aus Berlin, die Abficht, den Ball zu