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hi eigen nimmt entgegen: ieSKpeditiond.lvlatte», Eie d-Annoncen-Bureaux ea LH- Dietrich & Co. in M und Hannover; Th. Mich in Frankfurt a.M.; «senstein & Bögler in Rtfurt a M., Berlin, etzzig, Cöln ic.; Rudolf Ißße in Berlin, Frank- futt a. M zc.
Marburg, Freitag, 28. December 1877
xn. ZohrMg.
WcheWe Zitmig.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlatte«, sowie d.Annoncen-Bureaur von @. L. Daube & So. in ^ankfurt a. M.; Jäger'lche Buchhandlung daselbst; Herma,>aFche Buchhandl- daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; S- Schlotte in Bremen.
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Sberhkssische Zeitung
und deren Gratisbeilage
wollen.
Die Exp. d. Oberh. Zeit.
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T«geSbericht.
Neueste Kriegsnachrichten:
K o st a n t i n o p e l, 24. Dec. Aus Nisch wird gemeldet: Die Serbe« errichten bei Nisch Berschanzungen und fordern ie Einwohner auf, sich nach Serbien zu begeben, Nisch e bombarditt werden. Serbische Agenten venhellen ff en* an. die christliche Bevölkerung und lassen durch iq'elben Verschanzungen Herrichten. — Die erwartete Pro- mation des Sultans an die Serben, welche den Fürsten
gUnftrirted LonntagsbLatt t bitten wir bei den Psftanstaltckll (auf dem f Lande bei den Lsmdpsfthpte») baldigst machen
Milan für abgesetzt erklärt, ist nunmehr erschienen. — Die orte beabfichtigt, Batum als Freihafen zu erklären. — Erzerum wird ein kleines Gefecht zwischen Nüssen und türkischer Cavallerie unter Ethem Pascha gemeldet, dtp- Konstantinopel, 24 Dec. Die Entwerthung der sowie Jaimes eine große Preissteigerung der Lebensmittel I-v stervorgerufen. Man besorgt Ruhestörungen, falls der irotpreiS für die arme Bevölkerung noch mehr erhöht wird.
Konstantinopel, 24. Dec. Ein Telegramm Muk- ar PaschaS aus Erzerum vom 22. meldet: Nachdem die Ussen in der Ebme von Erzerum vorgedrungen waren, »rbe türkische Cavallerie gegen dieselben entsendet, welche h aber beim Gefecht angesichts der Uebermacht der Russen rückziehm mutzte. Die Russen sollen neuerdings Ver- irkungen erhalten haben. Es herrscht sehr strenge Kälte. — ach weiteren hier vorliegenden Nachrichten erscheint die inschließung von Erzerum als sehr wahrscheinlich. Durch ie Meldung des Commandanten von Nisch wird bestätigt, ß die Serben Vorbereitungen zur Bombardirung von isch treffen. — Der Botschafter - Einführer Klamil Bey wirb demnächst nach Egyptm abreisen.
Konstantinopel, 24.Dec. In einer amtlichen Bekanntmachung heißt es: Die Regierung verfolgt, mdem sie tie militärischen Vorbereitungen fortsctzt, einzig und allein ben Zweck, btt Rechte und Unabhängigkeit des Reiches zu erhalten, und richtet die Aufforderung an das Voll, mit vertrauen in die Zukunft zu blicken und den Uebel- »vllenden, welche die öffentliche Meinung gegen die Regierung zu beeinflussen suchen, kein Gehör zu schenken. — Zn Regierungskreisen verlautet: man scheine bei der gegen-
wärtigen Sachlage auf einen Erfolg der Mediation-Note überhaupt nicht inehr zu rechnen.
Petersburg, 23. Debrc. Stundenlang nach des Kaisers Ankunft umwogte gestern eine zahllose Menschm- menge unter unaufhörlichen Hurrahrufen und dem Singen der Volkshymne das Winterpalais. Der Enthusiasmus war geradezu unbeschreiblich. Am Abend fand eine Illumination statt, wie Petersburg sie noch selten gesehen. Trotz des heftigen Windeö waren die Straßen von einer Kopf an Kopf gedrängten Menschenmasse erfüllt, welche wiederholt in begeisterte Hochrufe ausbrach und von den aufgestellten Musikcorps immer wieder die Voltshymne verlangte. In den festlich erleuchteten Theatern wurden Festcantaten und die Volkshqmne intonirt. In der Hofloge der großen Oper wohnten Deputationen der preußischen und österreichischen Regimenter, bereit Inhaber ber Kaiser ist, der Feier bei. Heute bringen alle Zeitungen begeisterte Artikel über den Einzug und Empfang des Kaisers. Alle bezeugen die gestern wiederum allseitig kundgegebene herzliche hingebende Liebe, Mhänglichkeit und Dankbarkeit für den Czar- Desteier.
Petersburg, 24. Dec. Beim Empfang einer Deputation ber Municipalität gab ber Kaiser ber Freude über seine Rückkehr Ausdruck, wies auf die durch die Eroberung von Plewna erreichte Genugthunng hin, und schloß mit folgenden Worten: Wir haben viel gethan; viel bleibt noch zu thun. Möge Gott uns helfen, das heilige Unternehmen glücklich zu beendigen! — Fürst Gortschakoff hat auf Befehl des Kaisers wieder die Leitung ber auswärtigen Angelegenheiten übernommen. General Jgnatieff ist zum Mitglied des Staatsrathes ernannt.
Petersburg, 24. Dec. Aus Bogot vom 23. wird amtlich gemeldet: Seit dem 17. haben keinerlei Zusammenstöße stattgefunden. Ueberall liegt tiefer Schnee; der Frost hält an. Auf der Donau bei Simnitza zeigte sich Eis. Die Wege, namentlich in den Bergen, sind unpassirbar. Auf der östlichen Front wurde benterft, daß die Türken sich überall auf das rechte User des Lom zurückgezogen haben; in den bisherigen Lagern derselben war nur sehr schwache Bewegung wahrnehmbar.
Wien, 24. Dec. Die „Polit. Corresp." meldet auS Bukarest: Es heißt, das russische Hauptquartier »erbe bemnächst von Bogot nach Selvi übersiebeln. Die burch die letzten Schneestürme belobigten Donaubrücken sind wieder hergestellt. — AuS Belgrad meldet dieselbe Corre- spondenz: Die Besatzung des von bett Serben erstürmten Defiles St. Nikolas bestanb aus einem Nizam - Bataillon nebst 30 Tscherkessen. Die Türken leifteten 1 Stunde lang hartnäckigen Widerstand. Ihr Verlust betrug 5 Tobte und einige Verwunbete, ber serbische 16 Mann. — Von Nisch aus versuchten bie Türken bie serbischerseits occupirten Höhen von Komre wieberznnehmen, würben jedoch mit Verlust von 70 Mann zurückgewiesen. Anläßlich des er- solgreichm Beginnens des serbischen Feldzuges richtete Groß-
Die jungen Leute hatten genügend Zeit, einander zu
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Novelle von Ernst v. Wsldow- (Fortsetzunq.)
ieiner »tuftem, und während Lucie fand, daß Anton L-chmitt staub' tmieugbar ein hübscher Mann sei mit einer Unschuldsmiene, 3244 tz«lche Jedermann täuschen mußte — sagte sich dieser, die —iolze Erscheinung Luciens betrachtend, daß er dieses Mäd- 6en wohl bewundern, kaum niemals aber werde lieben können, kastel $8 war natürlich, daß die erste Begrüßung etwas gezwungen 877. Nisfiel. Die Rächin, deren wachsames Mutterauge den ildmtz Mslwandelnden Lieutenant im Nebengarlen bemertt hatte, erkundigte sich mit sehr scharfer Stimme nachher Tochter Kopfschmerzen, hinzufügend, daß Herr Anton Schmitt, der >eS. Lohn ihrer theurrn Freundin, schon mit Ungeduld auf I Kreiens Erscheinen gewartet habe.
Die augenfällige Parteinahme, der Mutter für den verhaßten Freier stachelte Luciens Unmuth noch mehr auf itnb während sie ihre kalten, spöttischen Blicke auf Anton Nrhen ließ, sagte sie mit verstellter Frmndlichkeit:
„Ah: Mama, wenn mich nicht eine Aehnlichkeit trügt, -* 3 io ist dies ja derselbe Herr, btt uns in Dresden auf dem “ Sahnhofe den Gepäckträger abtrünnig machte, und dies
iicat zu Stuften einer nicht eben sehr gut beleumundeten ?erjvn, der Tänzerin Finette." >,
Frau Lauer warf dem Töchterchen einen schr Wen Kick zu, Anton war flüchtig erröthet, hatte sich aber schon kden so schnell gefaßt und erwiebtrte jetzt ruhig: „Sie itten, mein Fräulein, die Dame, in deren Interesse ich ’ Anm btn Gepäckträger entzogen, was ich außerordmtüch
bebaute, hat nur das Unglück, mit ber Person, welche sie eben nannten, unb bie mir glücklicherweise gänzlich unbekannt ist einer flüchtigen Aehnlichkeit wegen öfters verwechselt zu Werden."
Lucie erwiderte nichts, sondern begnügte sich damit, den „verstockten Sünder" burch einen Blick ber Geringschätzung zu bestrafen.
Um so entschiedener hielt es Frau Lauer für ihre Pflicht, das Wort zu ergreifen, und nachdem sie ihr Erstaunen barüber geäußert, woher bem Töchterlein die Existenz einer Votstadt-Theater-Balletina Namens Finette überhaupt bekannt fei, fügte sie hinzu: daß wohl Lieutenant von Maien- dotf, ber in solchen Kreisen nicht ganz unbewandert wäre, dieses Gesprächsthema aufs Tapet gebracht habe.
Ehe noch Lucie zu Gunsten des geliebten Vaterlands- vertheidigers eintreten konnte, rief Anton in sehr lebhaftem Tone:
„Lieutenant von Maiendorf — ah, gewiß ein Verwandter unserer Gutsnachbarn. Wir waren früher mit ber Familie Maiendorf auch befreundet, ihre Uebersiedelung nach der Residenz löste das Verhältniß." Bei ben letzten Worten schlug Anton erröchend die Augen nieder, Klothildens Gestalt in ihrer ganzen Lieblichkeit stand vor ihm', und als jetzt gar die Rächin in gleichgültig kühlem Tone sagte:
. der Lieutenant hat Verwandte, welche Güter in Zchtesien besitzen, er soll, wie ich hörte, seine Cousine hei- rachen, um seine pekuniäre Lage zu verbessern" — da strömte das Blut so heftig zu Kopf und Herzen deS guten Anton, daß er alle Fassung momentan verlierend, stammelte: „Arme — arme Clothildej"
fürst Nikolaus am 23. von Bogot aus an dm Fürsten ein Beglückwünschungs - Telegramm. Die serbffche Regierung beschloß die Veröffentlichung von Ducumenten, welche beweisen sollen, daß bie Pforte schon feit zwei Monaten gegen bie Dynastie Obrenowitsch conspirirt habe. Dasselbe Organ berichtet ans Athm: Die Aufständischen auf Kreta haben behufs Einsetzung einer provisorischen Regierung eine Nattonalversammlung einberufen.
Wien, 24. Dec. Die „Presse" meldet aus Sistowa vom 23. d.: Das rumänische Hauptquartier kehrt nächster Tage nach Bukarest zurück. Die neu zu bildenden bulgarischen Bataillone werben blos Garnisonsdienst versehen. Bei Kusgun wurde eine egyptische Abteilung gefangen genommen, welche stark durch Kälte gelitten hatte.
Deutsches Reich.
Berlin, 25. Dec. Gestern um 12 Vr Uhr begab sich der Kaiser mit sämmtlichen Prinzen nach dem russischen Palais, um daselbst dem Tedeurn beizuwohnen, welches aus Anlaß des 100jährigen Geburtstages Kaiser Alexanber's 1. von Rußland in der bortigen Capelle ftattfanb. Am Abend folgte im königlichen Palais die Weihnachtsbescherung in hergebrachter Weise. Heute Vormittag wohnten die kaiserlichen Majestäten mit ben Mitgliedern der königlichen Familie dem Gottesdienste im Dome bei. Nach der Rückkehr ins Palais nahm der Kaiser Borträge entgegen und erledigte dann Regierungsgeschäfte. Nachmittags 5 Uhr folgten beide Majestäten der Einladung des Kronprinzen und der Frau Kronprinzessin zur Tafel. — Der bevorstehende Besuch des Präsidenten des Abgeordnetenhauses in Varziu, welcher auf Einladung des Fürsten Bismarck erfolgt, ist das Ergebnis; des Tages. Uebrigens ist Herr v. Bennigsen, woran erinnert sein mag, in diesem Jahre nicht zum ersten Mal Gast des Fürsten Bismarck in Baidin. — Schon m acht Tagen soll der Entwurf des Gerichtskostengesetzes nach der „N. A. Z." an den Bundesrath gelangen. Dies ist gewiß um so erklärlicher, als bereits vor dem Schluß dss letzten Reichstages die Vorlegung der Anwaltsordnunss kmd des Gebührengesetzes in der nächsten Session beschlossene Sache war. Etwas seltsam ffingt die Berichtigung ber Angabe, daß das Gesetz mit befonbem Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Dieser Ableugnung gegenüber möge folgönde Tatsache Platz greifen, bie wir verbürgen können. Als im Juni dieses Jahres bie commissarischen Berathungen über ben Entwurf im Reichsjustizamt unter Hinzuziehung von Vertretern des preußischen Finanz- und allerdings auch des preußischen Justtzministeriums, deren Anführung durch Versehen vergessen worben, begonnen hatten, erklärten bie Mitglieder ber Conferenzen übereinstimmend: noch niemals fei ber Gesetzgebung eine schwierigere Aufgabe gestellt worben, als mit biefem Entwurf in einem Stadium, in welchem die Justizgesetze noch nicht in bas Leben getreten seien. Bis dies geschehen und bis man über bie Wirkung ber Justiz-
Ein spöttisches Lachen Luciens schreckte ihn aus seiner Geistesabwesenheit auf.
-3 »Wenn Sie das Vergnügen hätten, ben präsumtiven Bräutigam, Herrn von Maiendorf von einer so vorthell- hasten Seite zu kennen wie ich, würden Sie wahrscheinlich ihn statt der „armen Clothilde" bedauern, da eine solche Konvenieitzhettoth stets abscheulich ist. Uebrigens habe ich guten Grund zu glauben, daß wir Beide uns jede Aenße- rung der Theilnahme ersparen können, da die projettirtc Verbindung gar nicht stattfinden dürfte."
Anton athrnete erleichtert auf und bemerkte weder das triumphirmde Lächeln LucienS, noch die strafende Miene der Rächin.
Unter gleichgültigen Gesprächen lustwandelte die kleine Gesellschaft noch eine Weile im Garten, bis Anton, die Einladung zum Mittagessen höflich ablehnend sich „endlich" empfahl — wie Lucie später gähnend bemerke, t
Bei der abendlichen Brunnenpromenade, zu welcher bie Damen verspätet erschienen, weil Lucie, über Kopfschmerzen klagend, ein Stündchen länger geruht hatte, warb für morgen der gemeinsame Besuch ber Reunion verabredet. Zu Mittag wollte man gleichfalls zusammen im Hotel Bellevue speisen.
Anton kehrte von seinem zweiten Zusammensein mit der ihm besümmten Braut befriedigter beim, als das erste Mal.
Lucie war ihm viel weiblicher und liebentomrbiger erschienen, er schob dies, wie die von Thränen gerotteten Augen auf ihren leidenden Zustand.
Da Anton am Mittag des anderen TageS noch vor den Damen Lauer im Hotel Bellevue eintraf, beschloß er