Einzelbild herunterladen
 

XII. Jahrgang.

Marburg, Donnerstag, 20. December 1877.

297

(OlicrlitflW 3eitiiiin

Tagesbericht.

er,

t.

'reuet.

■s; h

zu

[3

01»

w

find wahrscheinlich nicht wenig) — gelesen, die Lust ver-

it, ibons t,

*in Berlin, Krank» fett a. M. rc.

deuts »-G vorn g

rg, üjäo.

te

itun

Getheilt zwischen Entschuldigungen, Danksagungen und I die Kinder gerichteten Verweisen war darauf, als man t Statten erreicht, die junge Frau geschieden, und S Erste, was der taube Professor that, als sie das hqse verlassen, war: daß er unfern Anton an dem linken «knöpf faßte und ihm mit Verleugnung seiner beiden

Es war anfangs freilich beschlosien gewesen, den „lie­ben Kindern" nichts davon zu sagen, um die freie Her­zenswahl nicht zu beeinflussen; doch hatte die Amtsrächin Schmitt das Geheimniß vor ihrem Anton nicht verbergen können, und bei Frau Lauer kamen noch andere Beweg­gründe hinzu, ihre Willensmeinung der Tochter recht ernst­lich klar zu machen.

Die geistreiche Lucie hatte nämlich — nachdem sie fast

Sttaßen Herumliegenden Leichen sind fortgeräumt und ebenso sind die sterblichen Reste der am 31. August gefallenen, bei den Redouten liegen gebliebenen russischen Soldaten beerdigt worden. Die Abbänge des Widthals sind mit Türkenleichen besät, deren Wegräumen nnd Einscharren schon den dritten Tag in Anspruch nimmt. Die Gefangenen, 40,000 an der Zahl, sind hinter der Stadt placirt. 10,000 derselben werden den Rumänen übergeben werden. Zu morgen ist eine Allerhöchste Revue über die Grenadiere festgesetzt.

Die Serben bestanden am Javor ihr erstes Scharmützel mit den Türken, wobei erstere drei Offiziere verloren. Leschjanin marschirt gegen Pirot. Ljubobratttsch erhielt das Kommando der Freiwilligen. Berichterstatter dürfen nicht zur Grenze. Leschjanin besetzte am 15. d. widerstandslos Setschanitza und Topolnitza. Das Korps Leschjanin's zählt ungefähr 18,000 Mann mit 48 Geschützen.

Neueste Kriegsnachrichten.

Wien, 18. Dec. Die „Presse" meldet auö Sistvwa vom 17. d.: General Radetzki ist nach dem Schipka-Passe abgereist. — Aus Tiflis wird demselben Blatte gemeldet Bei dem Corps des Generals Heimann ist ein Parlamentär Mukhtar Pascha's eingetroffen.

London, 18. Dec. „Reuters Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 17. d.: Zur Richtigstellung der Aus­legung, welche der Circularnote der Pforte, betreffend die Mediation, gegeben worden, hebt man in türkischen Regie­rungskreisen hervor, daß die Türkei sich keineswegs in der Rolle be6 Besiegten an die.Mächte gewendet habe. Die Pforte besitze noch zwei Vertheidigungslinien, welche sie glaube, vrrthei- digen zu können. Die Türkei wolle sich mit ihrer Circu- larnote den Forderungen der europäischen Mächte nähern. Der Krieg sei ausgebrochen in Folge der Weigerung der Pforte, diese Forderungen anzunehmen: der Krieg könne beendigt werden durch die Concession der Pforte, sich auf den Boden der Conserenzen zu stellen.

Hermana'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; SB. Thienes in Elberfeld; 2. Schlotte in

• Deutsches Reich.

Berti«, 18. Decbr. Einige Blätter fahren fort, die Welt mit Sensationsgerüchten zu erfüllen, für welche in den thatsächlichen Verhältnissen keine Begründung zu ent­decken ist. Die Behauptung, daß das Entlassungsgesuch des Präsidenten Herrmann mit politischen Fragen in Ver­bindung stehe, 'wird jetzt allerdings ziemlich allgemein als einer thatsächlichen Unterlage entbehrend erkannt sein; ebenso die Vermuthung, daß die Verzögerung der Rückkehr des Fürsten Bismarck damit in Zusammenhang stehe. Die Unrichtigkeit dieser Voraussetzungen ergiebt sich übrigens

Nit*c vraittfahrt.

Novelle von Ernst v. Waldow.

(Aorffetznng.t

ttlie (I geS.^

I, Ä S wr imil

S.

t, UM Ma ml [2791

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureanx von ©. L. Daube & Co. in

nimmt entgegen: d.Blattr», hMZnnoncen'Bureaux iMh. Dietrich & Co. in j nad Hannover; Th.

tefessor zuzuschreien schien: „Worin'war Humboldt grof$?

*■ und Sehen Sie, Verehrter, darin war Humboldt groß!

An "dem hechtgrauen Jaquet fehlten übrigens zwei köpfe welche der taube Gelehrte in der Hitze des Ge- 44? 7 rächz — einer alten Gewohnheit folgend — und in der 49 i i! Awktiven Angst, den Zuhörer, befielt er sich bemächtigt, «AW x verlieren — abgedreht hatte. ..

Am andern Morgen schon setzte Anton ferne Reffe nach

zeig Gottes; denn wie leicht hätte es sich ereignen können, daß Anton eine Antonie — oder Lucie ein Lucian gewesen wäre — wo dann beim besten Willen die Erfüllung des Herzenswunsches zu den Unmöglichkeiten gehört hätte.

Daß die kleine Lucie drei 4)ahre älter war, kam bei einer so augenscheinlich himmlichen Fügung gar nicht in Bettacht; im Gegentheil, Anton, der gute Zunge, welcher nur den Fehler hatte, daß er eben zu gut für diese Welt war, brauchte eine verständige und mit dem großen Blick für die Welt versehene Frau — und das war die geist­reiche Lucie ja gerade — wie nämlich die Mutter versicherte; außerdem habe sich das liebe Kind den Sinn für Häus­lichkeit und die Empfänglichkeit für die Freuden der Natur bewahrt — just sie war geeignet, einem immerhin doch etwas einsamen ländlichen Aufenthalte durch ihre eminente Begabung und die Ausübung der „kleinen" Talente, welche ihr der gütige Himmel bescheert, jenen poetischen, vergeisti­genden Hauch zu verleihen, ohne welchen ein gebildeter Grundbesitzer heutigen Tages sich gar kein Familienleben vorstellen könne.

So hatten sich denn nach und nach die beiden Mütter so fest in ihren Lieblingsplan eingesponnen, daß sie die Zeit, wo derselbe realisirt werden sollte, kaum erwarten konnten.

BuchdruLerei) bezogen zu erteilende Auskunft und Annahme von Adressen werden LS Pf», berechnet.

fest überzeugt.

Nichts war daher natürlicher, als der Wunsch nach einer

Vereinigung der geliebten Kinder, mit denen die Freun- „ . , . ....

binnen so zweckentsprechend gesegnet waren. Ja, die schwär-^ -schon so viele Romane, als geschriebm worden (und das merische Claudine Lauer erblickte gerade darin einen Finger; l f1“'* —— »-l-r- kl*

ISrj, Am andern Morgen

itiningen fort und widerstand der Versuchung, die Wart- kitt * irg zu besichtigen, da ihm seine Mutter, auf beten Haupt- St.92) schlicke Veranlassung er diese Reise ja unternommen hatte, k möglichste Eile anempfohlen.

Denn sie hatte erfahren, daß die verwittwete Frau Ka-

sind diejenigen der Feldwebel bezw. Wachtmeister des be­treffenden TruppentheUs, daneben aber statt der Achsel­klappen rc. in allen Fällen die Feld-Achselstücke der Seconde- Lieutenants, die Offizier-Kopfbedeckung mit dem Abzeichen der Landwehr und Offiziergepäck unter Fortfall des Brot­beutels; das Offizier-Seitengewehr wird nach Art der Offi­ziere getragen. 7) Feldwebel-Lieutenants sind nicht zur Theilnahme an der Militär-Witwenkasse und der Lebens- Versicherungsanstalt für die Armee, bezw. zur reglements- mäßigen Erhöhung etwa bereits ausgeführter Versicherungen verpflichtet. 8) Bei der Auflösung des betreffenden Truppen- theils oder einer aus anderen Gründen gebotenen Entlassung treten die Feldwebel-Lieutenants in das Jnactivitäts - Ver- hältniß zurück. 9) Der Pensionsanspruch derselben regelt sich nach den für die Offiziere des Beurlaubtenstandes gül- tigen Vorschriften des Gesetzes, betreffend die Pensionirung und Versorgung der Militärpersonen des Reichsheeres rc. vom 27. Juni 1871. Sie erhalten danach die Offizier­pension nebst Pensionszulage, wenn sie als Feldwebel-Lieu­tenants eine die Invalidität bedingende Verwundung oder Dienstbeschädigung erleiden. Auch die Bewilligungen für ihre Hinterbliebenen regeln sich eintretenden Falls nach den in dem erwähnten Gesetz getroffenen Festsetzungen. Das Kriegsministerium hat hiernach das Weitere zu veranlassen und etwa erforderlich werdende Erläuterungen zu geben.

Der Reichskanzler hat, wie die „Wes. Ztg." erfährt, bem Bunbesrathe den Entwurf einer Prüfungsordnung für das gefammte Personal der Eisenbahnen Deutschlands zur Beschlußfassung vorgelegt.

Heber die Zustände in Plewna nach der Kapitulation wird der „Nowoje Wremya" aus Bogot, 14. December, telegraphirt: Die Stadt ist ruhig. Die muhamedanische Bevölkerung, welche die Stadt verlassen hatte, nachdem Osman sich ergeben, fängt an, in ihre Häuser zurückzu­kehren. Die türkischen Lazarethe machen einen entsetzlichen Eindruck und gleicken wahrhaft Kirchhöfen: Verwundete und Kranke stöhnen in hülflosester Lage inmitten von Hunderten unaufgeräumter Leichname. Das erklärt sich dadurch, daß das medicinische Personal der türkischen Armee im Laufe einer gangen Woche unthätig gewesen; man hat den Kranken nicht einmal zu essen gegeben. Jetzt ist ihnen Nahrung gereicht worden und hat man Maßregeln ge­troffen, ihre Lage zu erleichtern. Die Stadt ist angemessen der Zahl der Bataillone und Kompagnien des die Be­satzung von Plewna bildenden Regiments Uglitsch in 3 Stadtcheile und 12 Quartale getheilt worden.. Die Ba­taillons- und Kompagniechefs sind verantworttich für die Ruhe der Stadttheile und Quartale. Die in Massen auf den binetsrath Lauer aus Berlin mit ihrer schönen und geist­vollen Tochter Lucie nur vierzehn Tage in Kissingen ver­weilen und sich darauf nach Wiesbaden begeben wollte.

Da nun die besorgte Mutter von der Wiesbadener Spielhölle, eine ganz entsetzliche Vorstellung hatte, so wünschte sie nicht, daß ihr Anton dort in Versuchung ge- führtwürde, ehe ihm, in Gestatt der zu erringenden Braut, ein Schutzgeift zur Seite stehe, der seine noch unbefohlenen Schritte in der Welt leite, so wie sie daheim es bis jetzt redlich versucht, mit mehr oder minderem Erfolge.

Frau Räthin Lauer und die Amtsräthin Schmitt wa­ren nämlich dasjenige, was man mit einem allgemeinen Begriff als Jugendfreundinen bezeichnet. Und da sie im Verlaufe ihres Lebens nie Gelegenheit gehabt hatten, einan­der um ein schöneres Kleid oder gar um einen Anbeter zu beneiden, so waren sie es geblieben, und die Freund­schaft hatte mit der Zeit eher an Herzlichkeit zugenommen, da ein Raum von ca. vierzig Mellen die beiden Damen trennte, und Beide sich, wenn auch im Wittwenstand, so doch mit einem ansehnlichen Vermögen gesegnet befanden. Kleine Charakter-Verschiedenheiten störten die Harmonie dieser beiden Frauenseelen nicht, da sie sich eben nicht als tägliche Lebensgewohnheiten feindlich gegen einander geltend machten, und wenn eine Jede an dem elegan­ten Schreibtisch saß, und das Oktavblättchen mit Ver­sicherungen der Sehnsucht nach der lieben Freundin und ReminiScenzen aus der Pensionszett vollgeschrieben hatte, da waren sowohl die Absenderin wie die Empfängerin von der Wahrheit des Empfundenen und Ausgesprochenen felsen-

177. «knöpf faßte und ihm mit Verleugnung feiner oetoeu __ „ Ster und gänzlicher Verletzung der Vaterpflichten ins Ohr

- tie; „Heiratheu Sie niemals mein Herr, niemals! Die 994 - «ei blaffen Mädchen hatten einen Anlauf gemacht zu errothen; — *’ t Vater aber nahm weder hierauf, noch überhaupt aus Q» te Anwesenheit Rücksicht und begann auch spater zum 94 .! ttger der übrigen Mitreisenden, die nicht wenig durch das OH - lehrte Geschrei des Professors belästigt wurden, cm fo

! -Wirtes Gespräch mit Anton, welcher ihm zu gefallen schlen, tz diesem noch mehrere Stunden später die Ltichworte ’.oi , l den Ohren dröhnten, und ihm aus jeder Ecke der lange

____4 Das „Armee-Ver.-Bl." veröffentlicht folgende Aller- ZTZfc Ordre, vom 15. November, die Feldwebel-Lieutenats

. Ner BesatzungS-Armee betreffend: Auf den Mir gehal- »i»0l8 .Vortrag bestimme Ich: 1) Zur Besetzung der Se- k-Ueutenantsstellen bei den Ersatz-Truppen, den Land- nben k - Fuß - Artillnie - Bataillonen, Depot-Escadrons und sturm-Formättonen können diensterfahrene, inactive ivfifciere, welche nicht mehr dienstpflichttg sind und MM Wiedereintritt für den Fall einer Mobilmachung t erklären, in Aussicht genommen werden. Dieselben inbOR m sich in geordneten Verhältnissen und einer ent- benben bürgerlichen Lebensstellung befinden, 2) Diese rofficiere sind in vacante Seconde-Lieutenantsstellen c„c, [berufen. Sie werden bei ihrem Dienstantritt zu Mai -Feldwebeln bezw. Vice-Wachtmeistern der Landwehr ba nmt, falls sie nicht bereits früher Feldwebel oder Vtce- t>acl wedel bezw. Wachtmeister oder Vicewachtmeister waren, „ j erhalten die Gebühruisfe eines Seconde-Lieutenats, aus- at B: Mmen den Wohnungsgeldzufchuß. Beckleidung und hfllfl rüftung empfangen sie vom Truppencheil in natura, her sie auch gutreffenden Falls beritten macht. 3) dieselben ihre dienstliche Brauchbarkeit dargethan, innen sie 3 Monate nach erfolgtem Dienstantritt ohne gegangene Wahl des Officiercorps Mir durch die rslisten zur Ernennung zum Feldwebel-Lieutenant vor­igen werden. — Die Vorschläge sind tlach Maßgabe für die Besatzungs-Armee gegebenen Bestimmungen zu Bei den Ersatztruppen bedarf es der Zustimmung Kommandeurs der betreffenden Feldtruppe zu dem Vor- e nicht. 4) Die Feldwebel-Lieutenants gehören zu Landwehr-Officieren und zwar zu der Hauptklasse der kern - Officiere im Range der Seconde-Lieutenants, denen sie rangiren. Aus sie finden demgemäß alle auf die iere bezüglichen gesetzlichen und sonstigen Vorschriften An- ung. Ausgenommen hiervon sind nur die Bestimmun- über die Ehrengerichte und über die Wahl der Offiziere, sollen Feldwebel-Lieutenants an den Ehrengerichten und Offizierwahl weder Theil nehmen noch ihnen unter- fein An Stelle von Patenten erhalten sie Bestal- . nach Art solcher für die Feldwebel der Garde,

'fi •K'f tie Feldwebel-Lieutenants erhalten neben den bis dahin 1,1 ifangenen Gebührniffen auch noch den Wohnungsgett>- uß eines Lieutenants. Sie haben für ihre persönliche _..tibung und Ausrüstung selbst Sorge zu tragen und ,, Qa( ilten daher auch das reglementsmäßige Equipirungsgeld. “ t nach den Etats ihnen etwa zustehenden Reitpferde tben ihnen vom Truppentheil, vollständig ausgeruftet, ff-zähk- ^t. 6) Die Uniformabzeichen der Feldwebel-Lieutenants