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Jltarfiutg, Sonnabend, 15. December 1877.
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Tagesbericht.
Ausschuß des deutschen Handclstages schon im Jahre
*rÄ/76 eine Enquste veranstaltet, deren Werth sowohl der Reichsregierung wie von den Interessenten aner-
Vantt ma, Bremen, Danzig, Elbing, Erfurt, Goslar, Hamburg,
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Sie war erst aufmerksam, bann nachdenkerck geworben.
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*' Der bleibende Ausschuß des deutschen Handelstages hat —* «ur Eingabe an das Reichskanzler-Amt am 10. d. M.
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'ttnb er heimlich das Gelübde that: nur wenn er die ttzeugung erlangt habe, daß sich keine Schwestern in Ä im EoupS einer Eisenbahn befänden, aus seiner Wnen Rolle zu fallen, denn nun — das «ar er über- Jfc — hatte er die „Kollegin" bis Dresden, wo nicht Mr, sicher. —
Sitte ausgesprochen „eine Enquete über die wichtigeren ions- und Fahrikattonszweige Deutschlands und die l zu deren Aufbesserung hvchgenAgteft veranlassen zu en.“ Wie in der Eingabe erwähnt ist, hatte der blei-
Doch sein gutes Geschick sollte ihn von dieser Angst befreien, allerdings auf eine etwas gewaltthätige Weise; denn die „Kollegin" starrte ihn an wie Macbeth des seligen Banquo Geist — dann mit einem stolzen Zurückwer- sm des Kopfes einen Schritt wegrückenb, rief sie: ~ »Und ich bin Veronika 3E., die Sie genügend aus ihren Schriften kennen!"
Za, er kannte sie! Ihn fröstelte. — Mechanisch griff er nach dem Zeitungsblatt, in welchem er vorher noch mit so vergnüglichem Schmunzeln gelesen hatte — um wenigstens dies vor ihrem „Adlerauge" in Sicherheit zu bringen — docb sie war schneller als er, und auf eine roth angestrichene Stelle deutend, welche mit1 großen Lettern begann: „Frei von der Sklavenkette", oder „Das Weib der Zukunft", von V. 3E. — sprach sie mit vernichtendem Hohne:
»Also auch in dem „Merkur" haben Sie diese schmähliche Recmsion meines Werkes abbrucken lasten — nun, immer besser, man wird auch dafür Rechenschaft von Ihnen fordern. Die Nachwelt wird richten zwischen Ihnen und mir!" ..... •6 -
Ganz zerschmettert zog er sich mit einer achtungsvollen Verbeugung in seine Ecke zurück'und drückte den Kopf recht geflissentlich in die Kisten, entweder um den Andern seine Verlegenheit zu verbergen, oder um den Lachreiz, den er gewaltsam zu bekämpfen suchte, nicht zum Ausbruch kommen zu lassen.
Unser Anton und die Dame in Blau waren inzwischen so klug gewesen, von dem kleinen Vorfall gar keine Notiz zu nehmen.
Sie hatte in ihrer liebenswürdigen, gut imittrten Naivität, die auch ein mehr weltcrfahrener Beurtheiler, als Anton es war, für echt genommen hätte, ihm versichert, daß sie — obgleich Künstlerin — ganz und gar nicht zu den Emancipirten gehöre und sich unmenschlich davor fürchte,
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Novelle von Ernst v. Wakdvw.
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n hat die Gutachten der verschiedenen Handelskammern t dir Zweckmäßigkeit einer Enquete eingehott und es «i sich 08 Handelskammern für und 18 gegen die Enke ausgesprochen. Die Handelskammern, welche die Veraltung solcher Erhebungen theils für inopportun, theils
eben verknüpft.
Die „Pall Mall Gazette" meldet aus Rom vom 11. ß Signor Melegari den neuen türkischen Botschafter
Er lächelte — ihre Gestalt mit seinem malitiösesten ke überfliegend — dann sprach er artig:
Mein Fräulein ich denke, wir beenden unser Turnier: bin zu galant, um einer Dame gegenüber vordem hte des Stärkeren Gebrauch zu machen. Zu viel Habe schon mündlich? und schriftlich über dies Thema ditzMrt
; gegen die immer mehr überhand nebmenden Emanzi- »ns- und Peritätsgelüste unserer Frauen gekämpft — ! »ß ich hier schließlich doch nur oft Gesagtes wieder-
R würde."
Hermaua'tche Buchhandl daselbst; Jnvalidendank in Berlin; D. ThieneS in Elberfeld; E- Schlotte in
r AG
en < nimmt entgegen: «TWbtticn 6.Blattti,
ohm kSbeim, Königsberg, Leer (für Ostfriesland und Papen- gj, Leipzig, Lübeck, Planen, Posen, Regensburg, Stettin, 2. [3 wn und Wolgast — betonen insbesondere die Befürch- I, daß das Ergebniß derselben in tendenziöser Weise ausgebeutet werden könnte, die bisher befolgte frei-
. seiner Hand.
tokiii Aötzlich ganz kleinlaut geworden, nannte er nun — —z tt doch nicht ander- konnte — einen nicht unberühm- 187? nnd in der Literatur sehr wohl bekannten Namen,
MMnnoncen-Bureaur Tfl. Dietrich & Eo. in M gab Hannover; Th. in Frankfurt a.M.;
MMein & Bögler in a. M., Berlin, X«, Mn rc.; Rudolf *Äm Berlin, Frank- fntt o. M. ic.
Anzeigen nimmt entgegen: die GxpedMon b.Blatte», sowie dAnnoncen-Bureaur von ®. L. Daube & Co- in
in Rom benachrichtigte, Italien würde den Schiedsspruch Deutschlands in Sachen der italienischen Schiffe, welche wegen Bruches der Blokade im Schwarzen Meere mit Beschlag belegt worden, acceptiren.
Die „Pol. Cor. schreibt: Neuesten Meldungen aus Bukarest entnehmen wir, daß Osman Pascha seinen Durchbruch gleichzeitig auf drei Seiten versucht hat, und zwar nordwestlich zwischen Gorni-Etropol und Gorni-Dubnik, südlich in der Richtung vom Monteverde und nördlich in der Richtung von Opanci. Der in der letztgenannten Richttmg unternommene Angriff war nur ein Scheinmanöver. Osman befehligte persönltch den nordwestlich unternommenen Ausfall. Hier und bei Opanci drangen die vorstürmenden Türken bis in die russischen Redouten, dagegen wurde die in südlicher Richtung gegen den von den Truppen Skobeleffs besetzten Monteverde vorstürmende türkische Kolonne sofort zurückgewiesen und von den Russen verfolgt, welche mit ihr gleichzeitiig in Plewna eindrangen und von da aus sich gegen Osman toanbten, welcher so zwischen zwei Feuer gertelh, dabei schwer verwundet wurde und jetzt erst sich ergab. Bei dem türkischen Sturme auf die russische Redoute vor Gorni-Etropol, welche von drei russischen Regimentern besetzt war, die furchtbar gelitten haben wurden die Türken nur durch das Feuer der rumänischen Batterien aus den von ihnen bereits besetzten Trancheen vertrieben. Auch bei Opanci drangen die Türken in drei von den Rumänen besetzte Werke, welche von letzteren wieder gewonnen werden mußten, bei welcher Gelegenheit auch diese stürkische Kolonne in der Stärke von 7000 Manu mit vielen Geschützen vor den Rumänen die Waffen streckte. Die türkischen Gefangenen befilirten noch am selben Tage vor dem Fürsten von Rumänien.
Aus Bukarest, 11. Decbr., meldet das „N. W. T.": „Wiewohl die Wunde Osman Paschas eine schwere ist, so soll doch keine Lebensgefahr mehr vorhanden fein. Der Zar schickte Osman seine Leibchirurgen. Der Degen wurde dem Feldherrn belasten. Fürst Karl kommt nächster Tage hierher und werden großartige Vorbereitungen für seinen Empfang getroffen. Die Fürstin, die Minister und Deputattonen des Senats und der Kammer reisen ihm entgegen."
Der Verlust der Türken bei dem Durchbruchversuch wird auf 10,000 Mann angegeben. — Die Drangsale, welche den Vertheidigern die Einschließung bereitete, waren unge- beuer groß. „Die Stadt Plewna und die türtische Armee in allen Positionen" — so heißt es in einem bezüglichen Telegramm der „Rar. Lisch" — „bietet ein Bild des schrecklichsten Elends. Ueberall strecken Hungernde, Verwundete und Kranke den ihnen sich Nähernden die Hände
ist. Dieselbe war indessen ein reines Privatunter- und deßhalb mit allen Mängeln und Fehlern eines behaftet. Die nunmehr gewünschte Enquöte soll von . „egierung angestellt, von den Organen derselben unter t und im kontradiktorischen Verfahren, nach Anleitung ÄTaB in Frankreich und namenüich in England unternom- ,,J 8 itn durchgeführt werden. Der Ausschuß des Handels-
Jn den Annalen der Schiffsunfälle wird, wie ans r»n geschrieben wirb, die vorige Woche unstrrittg als bet furchtbarsten ffguriren. Es gingen in derselben n t weniger als 52 Schiffe zu Grunde, wodurch die Zahl DCIU Schiffbrüche in dem bis jetzt verflossenen Jahre auf 1 gebracht wird, d. i. 149 mehr als in dem entsprechen- ---- Zeitraum des vorhergehenden Jahres. Nicht weniger leben Schiffe fanden ihren Untergang durch Collisionen. Werth des verloren gegangenen Eigenthums wird auf
,000 Lstr. geschätzt. Ein Schiff war 111 Jahre alt, die anderen rangirten im Alter zwischen 1 und 26 Mit den Schiffen war ein Verlust von 109
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ffct sprach sie, als er geenbet:
»Sie haben mir so interessante Andeutungen gemacht ich mir die Frage ertaube, mit wem ich das Vergnügen t mich zu unterhalten. Ich glaube ein Recht zu dieser zu haben, denn auch ich bin Schriftstellerin."
2 Als habe ein greller Lichtstrahl seine blauen Augen Jtaibet, so jäh schloß sie der blonde Herr, und das Zei- Glatt, in welchem er vorher gelesen hatte, enffank förm-
, t ausgebeutet werden konnte, die bisher befol ’ % tierische Wirtschaftspolitik der Reichsregiernng —i^mzefetzteu Sinne zu beeinflußen und Letztere zu schntz- «btl «rischen Maßnahmen zu drängen.
entgegen, überall herrscht die Noch und der Tod. Her drückendste Mangel an Brennmaterial ist vorhanden." R
Neueste Kriegsnachrichten:
Petersburg, 12. Dec. Gestern Abend war die Residenz sehr glänzend illnrninirt. Große Menschenmäfstn dnrchwogten die Sttaßen. „Das „ Journal de St. Petersburg" beziffert die Zahl der in Plewna Gefangenen auf 42,000 Mann, die der Kranken und Verwundeten auf 20,000 Mann. Telegramme aus Moskau und allen großen Städten schildern die Überall herrschende Freude , und Begeisterung. Der Zar verlieh dem Großfürsten Nicolaus den Georgsorden erster Aaste, dem General Totleben und dem Kriegsminifter den Georgsorden zweiter Elaste.
Konstantinopel, 12. Dec. Die Regierung veröffentlicht folgende Meldung: Osman Pascha machte am 10 December einen Ausfall. Nach fünfstündigem helden- müthigen Kampfe wurden die Türken gezwungen, sich zurückzuziehen. Sie fanden ihre, früheren Pofitionen vom Feinde besetzt. — Suleiman Pascha berichtet von einem Kampfe zwischen Ruftschnk unb Metpaka. Resultat noch unbekannt. Einer weiteren Meldung Snleiman Pascha's zufolge warfen zwei türkische Colonnen die Russen bei Bjaldjumus zurück, nahmen die russischen Befestigungen und richteten großen Schaden darin an. Daraus kehrten sie in ihre früheren Pofitionen zurück. Ettre russische Abtheilnug rückte aus Jslak gegen Ruftschnk vor wurde aber zurückgeschlagen.
London, 13. December. Die „Daily News" Hl- den ans Plewna vorn 11. December; Seit drei Tatzen wußten die Russen, daß Osman Paschas Proviant erschöpft fei und derselbe einen Ausfall vorbereite. Sie erfuhren am Sonntag, Osman Pascha würde feine ganze Armee unweit der Widbrücke concentriren. Diese Meldung wurde während der Aacht von General Skobeleff beftättgt, welcher entdeckte, daß die Türken in der Stille die Kristnn- Redoute und alle Positionen am grünen Berge evacuirt hatten. General Skobeleff besetzte dieselben. Am Montag, um 7 Uhr Morgens, überschritten die Türken den Widfluß und griffen die russischen Positionen mit solcher Gewalt an, daß das sibirische Regiment fast aufgerieben und eine Batterie von ihnen erobert wurde. Die Türken geriethen fo- bann in das Feuer von hundert Kanonen der zweiten russischen Linie und würben von den Grenadieren, welche die Batterie zurücknahmen, angegriffen. Dieselben warfen die Türken nach kurzem Bayonuet-Kampfe hinter den Widfluß zurück. Das Feuer wurde hieraus bis 127a Uhr fortgesetzt, worauf dasselbe auf beiden Seiten verstummte Bald darauf erschien der Parlamentär Osman Paschas.
allein in einem fremden Gasthofe zu logiren und sich überhaupt ohne Schutz in Dresden bewegen zu sollen.
Es war nun ganz natürlich, daß Anton ihr seine Ka- valierdienste anbot, da er selbst in Dresden zu übernachten gedachte und erst am anderen Morgen feine Reife über Leipzig fortfetzen wollte.
Doch wider Erwarten schlug die kleine Schauspielerin — als solche hatte sie sich entpuppt — dies Anerbieten aus, indem sie verlegen behauptete, daß die Menschen so schlecht und die Verleumdung gleich bereit sei, den guten Ruf eines Mädchens zu zerstören. —
Noch ehe aber Anton, der sich verpflichtet hielt, auch in diesem Falle die Menschheit von dem schweren, ihr gemachten Vorwürfe zu reinigen, einige dahin zielende Bemerkungen machen konnte, hatte die Kleine selbst einen ganz netten Ausweg gefunden und flüsterte: k. „Wissen Sie, mein Herr, Sie können mir doch Ihren, so edelmüthig angebotenen, Schutz verleihen, ohne daß böse Menschen dies Übelbeuten: geben Sie mich in dem Hotel für Ihre Schwester aus, dann kann Niemand was darin finden, daß wir zusammen anlangen. Morgen muß ich ohnedies meine Reise fortsetzen, unb b®m sind Sie von der Sorge um die „Schwester" befreit“
Sie lächelte dabei so kindlich, daß er ihr unwillkürlich die Verficheruug gab, wie er sich stets eine fo Seine liebenswürdige Schwester gewünscht und es nur herzlich bedauern könne, sie für so kurze Zeit erworben'zu haben.
Während dem waren sie denn Me zusammen in Dresden angelangt — obwohl unserem Anton und seiner Dame in Blau die Fahrt bedeutend kürzer erschieuen w»r, als dem Bürger und der Bürgerin des Parnasses — und man fuhr eben in den Rayon des Bahnhofes ein, als die kleine Schauspielerin ihr sehr geringes Handgepäck zu ordnen begann. (Forts, s.)