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ygtn nimmt entgegen: EeMtion d.vlatte», LdLnnoncen-Bureauk Tjj;. Dietrich & Co. in L and Hannover; Th. Lch in Frankfurt a.M.; Mein & Vogler in Start a. M., Berlin, Wn k.; Rudolf 8t in Berlin, Frank» rfart a. M. rc.
Marburg, Freitag, 14. December 1877
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* Der Fall von Plewna.
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Novelle von Ernst ». Waldow.
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Und dahinter der Park, und in dessen Gängen unter uralten Bäumen wandelte er selbst, Hand in Hand Klothilde von Maiendors, und sie spielten und lachten, .Km und küßten sich, wie Kinder thun
Hiind dann kam eine Zeit, wo Klothilde eben konfirmirt den war und er — Anton — die Universität beziehen te — und da lachten und scherzten und zankten sie sich t mehr, sondern küßten sich blos und weinten dazu.
Der alte Herr von Maiendorf aber weinte nicht, jon- Dez. r fluchte, nachdem er Alles durch den geschwätzigen «doll md des alten Gärtner's erfahren — fluchte rote ein , kr Landsknecht — welches seine Vorfahren gewesen waren ' Unb befahl mit strenger Stimme' seiner sausten Frau,
—ein für allemal ein Ende
Dill -Da war Schloß Maiendorf mit den grauen Eckthürmen r-T. f kleinen Fenstern und dem Wappen derer von Maien- ,jn, . I unter dem Portal. ,
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Am 8. December traf ein Parlamentär Osman Paschas _ entern an ben Großfürsten Nicolaus gerichteten Schrei- MWchchei den russischen Truppen ein. Großfürst Nicolaus tte das Schreiben nicht, sondern wies den Parlamentär VV dm nominellen Commandanten der Belagerungsarmee,
j, • „j Fürsten Carl von Rumänien. Da Osman Pascha den idoliii im Carl vom türkischen Standpunkt aus als einen rnetl« eilen ansieht, zog er es vor, noch einmal das Waffen-
'■ zu erproben. Am Morgen des 10. December griff Mmmte Armee Osman Paschas das russische Grena- kvrps auf der Cernirungslinie am linken Ufer des Wid ; f,m um durchzubrechen. Der Angriff erfolgte — wie eS itänbti fffickellen russischen Bulletin heißt — mit verzweifelter zrvphs sgie. Alle Versuche, die Stellungen der russischen Gre- ldschuf «re zu durchbrechen, waren vergeblich Nach sünfstün- twenn « beißem Kampfe wurden die Türken geworfen. „Von kSdos« 6 Seiten umzingelt, ergab sich der tapfere Vertheidtger -rglSs« «ta's, Osman Pascha, welcher am Fuße verrouudA iQt6u \ Mt der gesummten türkischen Armee. Es ist unmög- mpfi ( die Anzahl der Gesangenen und der Trophäen genau :___; Wimmen, jedoch befindet sich Alles, was in Plewna
Wni i in den Händen der Russen."
k» st« Wie das „Bureau Hirsch" aus Bukarest erfahrt, haben -e-wa Bussen Plewna von Lebensmstteln vollständig entblößt /iSliÜ «dm. Die Türken verloren in der Schlacht 10,000 m; «n an Tobten und Verwundeten, 40,000 Manu wur- bet der Capitulation gefangen genommen, 400 Kanonen ijfii in die Hände der Russen.
(turnt Lelbstverständlich herrscht in Bukarest und St. Peters- mada. I ein großer Enthusiasmus. Die Häuser legen Flaggen- 4 50 mck an, am Dienstag Abend ist Illumination Aber i andere Städte werden durch dieses Ereigniß in tiefe rc »er versetzt: Konstantinopel und London Wenn wir geaen Pfeils den russischen Siegesjubel neidlos mit ansehen
Ne Krisis in Frankreich, — der Gesundheitszustand ___«Papstes wird für einige Zeit in.den Hintergrund ge- Kt durch die folgenschwere Nachricht: Plewna ist ge- I|| B! Zum ersten Male im Verlaufe des Krieges ist die krsagung russischer Heerführer pünttlich in Erfüllung oe men: Plewna muß sich bis zum 10. December erge- 1584unb es hat sich ergeben. Wir können uns über dieses miß freuen, auch wenn wir — wie es thatsächlich der ist — den Untergang der Türkei nicht herbeiwünschen, wir doch endlich dem Anscheine nach den Anfang Ende, und dürfen wir hoffen, diesem greulichen Krieg »st ein Ende gemacht zu sehen.
Zur Geschichte des Ereignisses haben wir Folgendes
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ü-Gvtachen. . ...
»fnc* Das war denn auch geschehen und die sreundfchast-
«n Beziehungen der benachbarten Familien — Maien- _ . T lag eine Meile von KrStenwiesr — hatten sich all- Lagk« hlig gelöst. " r'*
, Auch nach dem Tode des alten Maiendvrf urw dem b darauf erfolgten des AmWaths Schmidt wurde der "gang nicht wieder angekuüpst.. , z ••
> -mutz Frau Schmitt auf Haus Krötenwiefe hatte auch ihren 9l » kost der dem der Baronesse nichts nachgab, wie sie selbst behaupten pflegte ; wid als Mon aus Breslau zurück-
1 Men ward, fand er so viel Arbeit in Erledigung des
können, so können wir auf der anderen Seite dem dar- niederliegenden Türkenvolke unser Mitgefühl nicht versagen. Es ist nicht unsere Sache, den halbtodt gehetzten „kranken Mann" noch mit Steinen zu Wersen. Im Allgemeinen glauben wir zwar, daß die Lehre, welche die Türkei eben empfangen hat, von einem gesunden Einflüsse auf die Cul- tur-Entwickelung des türkischen Volkes fein wird. Aber wir würden e.s für ein Unrecht, für eine Grausamkeit, für einen politischen Fehler halten, wenn die Türkei aus der Reihe der selbstständigen Nationen gestrichen würde. Blos insoweit sollte ein Zwang ausgeübt werden, als dies im Interesse der unterdrückten Nattonalitäten unbedingt nothroen- dig ist. In diesem Sinne würden wir eine kräftige ^Frie- densvermittlung hochwillkommen heißen und in diesem Sinne sind wir mit der englischen Presse völlig einverstanden. Immerhin wird es schwer fein, Rußland jetzt in die Arme zu fallen, wenn es nicht selbst entschlossen ist, den Krieg nicht bis zum Aeußersten zu treiben. Hoffen wir, daß die Großmächte,es an freundlichen Rathschlägen nicht schien lassen werden. Einen nennenswerthen Gebietszuwachs kann Rußland nicht beanspruchen, ohne auf den entschiedenen Widerspruch aller übrigen Großmächte zu stoßen. Wenn Kaiser Alerander in diesem Punkte nicht fest und genau bei seinen Versprechungen bleibt, dann allerdings wäre der Krieg noch lange nicht zu Ende, aber wir dürfen wohl auch sagen: die Gesinnung des deutschen Volkes und der deutschen Regierung würde aufhören eine wohlwollende für Rußland zu fein, sobald die Russen erobern würden, daß sie neben der Befreiung der unterdrückten Nattonalitäten in der Türkei auch egoistische Zwecke verfolgen.
Tagesbericht.
Die „Wes.-Ztg." meidet ans Berlin, 11. Dezember: „Es verlautet, Fürst Bismarck habe auf die Mittheilung, daß seine Hierherkimst mit Rücksicht auf die. Hermann'sche Angelegenheit, von deren Lösung auch das Verbleiben Ur. Falks im Ministerium abhängig sei, wünschenswerth wäre, unter Berufung auf seinen Gesundheitszustand ablehnend geantwortet. Zur Zeit ist ein Termin für die Beendigung des Urlaubs des Kanzlers noch nicht festgestellt."
Zur inneren Lage spricht sich die Kreuzzeitung folgendermaßen aus: Nach unseren Informationen scheint der Minister Falk gegenwärtig bei Sr. Majestät dem Kaiser Hebhaft dahin zu wirken, daß die Entlassung des Präsidenten Herrmann nicht angenommen werde und ebenso bemüht er sich, den Letzteren zum Verbleiben in seinem Amte zu bewegen. Bei diesen Bestrebungen scheint er der Zustimmung und der eventuellen Unterstützung des Fürsten Bismarck gewiß zu sein. In wie weit aber die sogenannte neue T T
Nachlasses und später in Erlernung der Landwirthschaft, daß ihm die „Kinderei", wie er selbst seine Liebe jetzt nannte, fast ans dem Gedächtnisse entschwand, zumal Klo- childe und ihre Mutter Schloß Maiendorf verlassen und nach der Residenz gezogen waren, um der Tochter Erziehung dort zu vollenden.
Erst nach Jahren hatte Anton einmal die Jugendgeliebte wiedergesehen und zwar zufällig während eines Spazierrittes, der chn an dem Maiendorfschen, Parke vorbei- fübrte. Da, über die alte Steinmauer hinweg, sah er Klothilden, deren goldschimmernde Locken er denn doch nicht so ganz vergessen hatte, — in einer blauen, langschleppigen Seidenrobe durch die Gänge wandeln..
Aber wehe — sie war nicht allein, sondern hing leicht an dem Arm eines jungen Offiziers, der gerade mit der freien Hand die Spitzen seines Schnurrbartes auswirbelte und dazu so lustig lachte, daß die weißen Zähne zum Vorschein kamen.
Klothilde lachte daraus auch und Anton schien es, als lache die ganze Welt und die ganze Hölle mit inbegriffen hinter ihm auf — und das war doch nicht wahr; denn die uralten Bäume schüttelten nur ruhig ihre Köpfe jetzt, wie einst, als die glühenden Versicherungen ewiger Liebe zwischen Anton und Klothilden fit dem Schatten derselben ausgetauscht worden waren.
Doch das war nun Alles schon lange, lange her — und fast gänzlich von ihm vergeben worden.
-Wie kam es nun, daß gerade heute unb just auf dieser Reise — deren Ziel eine Brautschau war — die alten Bilder wieder vor seinem geistigen Auge aufstiegen? Daran war Niemand schuld, als die Dame in Blau — und wie er das dachte und die Augen aufschlagenb nach ihr hinsah, traf ihn ihr Blick, welcher, nebenbei bemerkt, - die ganze Zeit auf ihm geruht — voll unb groß. Unser
Kanzlerkrisis mit ber evangelischen Frage überhaupt zu- sammenhängt, ist sehr zweifelhaft. Sie mag als Moment mit hinzugekommen sein; aber allein Ausschlaggebend bürste sie nicht sein. Fürst Bismarck wirb sichi»omMi- uister Falk mit Rücksicht auf bie Verhältnisse zur römisch- katholischen Kirche nicht leicht trennen wollen. . Diese Verhältnisse werben für ihn maßgebend fein, GS scheint gewiß, daß Fürst Bismarck seinen vollen Wiedereintritt von der Beseitigung angeblicher „katholisther Einflüsse" am Hose abhängig machen will. Dagegen ist die Behauptung, daß er eine Umbildung des Ministeriums durch Heranziehung von uationalliberalen Elementen beabsichtige, höchst unwahrscheinlich. Wenn, wie wir glauben, die Situation in dieser Weise richtig dargestellt ist, so ergiebt sich, daß die Entwickelung der Dinge den Fürsten Bismarck- indem er an dem Minister FÄk und somit auch an dem Präsidenten Herrmann sesthält, unwillkürlich auch auf dem evangelisch- kirchlichen Gebiete auf die Wege des Liberalismus führen ober vielmehr ihn auf biefen Wegen festhalten wird, auch wenn er persönlich mit den Anschauungen des Protestanten- vercins nicht sympathisirt. Eine konservative Politik wird sich dann überhaupt nicht verwirklichen lassen und die Frage, ob nationalliberale ober andere Fachminister berufen werden ist dann von untergeordneter Bedeutting."
Aus Rom wird ber „Times" unteren 9. b. telegrophirt: „Während ber Papst jüngst an fein Bett »gefesselt war, hat er sich mit ber Durchsicht seiner alten Correspondenz beschäftigt, Papiere vernichtet oder diejenigen sortirt, welche in einem versiegelten Packet dem Cardinal Camerlengv behufs lleberlieferung in die Hände des Nachfolgers des Papstes anoertraut werden sollen. Es befinden sich darunter u. A. Briefe von Königen, Kaisern, Fürsten und pottttschen unb geistljHm Persönlichkeiten, die Bezug auf die Ereignisse seines Pontifikats haben, insbesondere ans die Wechselfälle ber neuesten italienschen Geschichte unb die Haltung des heiligen Stuhles im Jahre 1848. Man glaubt, daß diese Papiere viel Licht auf gewisse inintk Punkte werfen und in dieser Weise seinem Nachfolger als Wegweiser dienen werden
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Einer Verständigung zwischen der deutschen und französischen Telegraphenverwaltung zusolge tritt vom 1. Januar 1878 an im gegenseitigen Verkehr zwischen Deutschland unb Frankreich ber Wort-Tarif in Kraft und wird damit die bisherige Zoneu-Eintheiluug beseitigt. Die Einheits- Taxe pro Wort ist auf 20 Centimes festgesetzt.
Neueste Kriegsnachrichten:
Konstanlnopel, 11. Dec. Mehemed Ali Pascha
Anton erröchete unwillkürlich unb ärgerte sich, als er dies fühlte, so darüber, daß er noch röther wurde. Die junge Dame bemerkte es mit einem allerliebsten Lächeln und Anton rechnete es ihr fchr hoch an, daß sie,, sicherlich in der guten Absicht, ihm aus der Verlegenheit zu helfen, freundlich sprach:
„Sie haben da eine sehr hübsche Devise auf Ihrer Reisetasche — Glückliche Reise! Das klingt für Alle, bie es lesen, wie ein Wunsch oder eine gute Phrophezeihmig!"
Anton verneigte sich. „Sie sind sehr gütig, mein gnädiges Fräulein, diesen Wollen einen so freundlichen Sinn unterzulegen, von dem ich so kühn bin, zu behaupten, daß er zutrifft; denn ich wünsche nicht bloß mir selbst, fonbern auch Allen, welche sich in derselben Lage befinden, eine recht glückliche Reise."
Jetzt lächelte auch bie andere Dame, eine lange, magere Blondine mit stechenden braunen Augen, einem großen Reisehut mit zerdrückten Straußfedern und gehüllt oder umhüllt von einem grauen Manteft der an den berühmten Namensvetter aus Hottei's Lenore erinnerte:
„Schier dreißig Jahre bist Du alt, Hast manchen Sturm erlebt —"
Dies ließ sich auch auf die Trägerin desselben anwen- ben, wenn man zu den „dreißig" noch einige Jährchen hinzufügte.
„Sie scheinen mir zu der jetzt mehr und mehr aus- fterbenben Speckes ber Idealisten zu gehören", sprach sie mit tiefer Stimme unb musterte dabei den jungen Mann mit dem Blicke des Käfersammlers, welcher eben ein seltenes Exemplar auf die Nadel gespießt hat.
Obgleich Anton eine freundliche Erwiderung gab, so ärgerte er sich doch innerlich, daß die Leute ihm seinen Charakter von dem Gesicht ablesen komiten, und er beneidete im Stillen den stummen Reisegefährten wegen des