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Marburg, Mittwoch, IS. December 1877.

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Abschluß der Jahresrechnungen.

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Lokomotive überhob ihn einer von Bunzlau ah, die Wageu

"Wer weiß, ob Ihnen erscheinen dürfte, als Ihre »Ich hoffe nicht." Haben Ihnen Keine

dieselbe nicht bald annchmbarer eigene!"

Tagesereignisse nicht schon in gegeben?"

T«geSbericht.

Der Minister des Innern Graf Eulenburg feierte am Nag, den 9. Dezember, den Tag, an welchem er vor Mn Jahren das Amt de« Mnisters des Innern m. Da die Königliche Ernennungsordre vom 8. r 1862 datirt, wurden demselben bereits am mabend in seiner Wohnung zahlreiche Glückwünsche dar-

liche Natur, deren Kern und Stern ein maßvoller Egoismus ist. Der Reisende, den gewohnten Verhältnissen entrückt und befreit von den Banden, welche ihm ein Benehmen zur Pflicht machen, das ihm sicher oft Anstrengung genug kostet, zeigt sich gern einmal in seiner ureignen Gestatt; glaubt er doch, daß dies ohne Schaden geschehen könne, .denn gegen die Leute, mit denen ihn der Zufall da auf Stunden zusammengewürfelt und welche cs in den meisten Fällen weder besser noch anders machen, als er, hat er ja durchaus keine Rücksicht zu nehmen und kann für die mancherlei Strapazen, Prellereien und Unan­nehmlichkeiten wenigstens das Vergnügen haben, inkognito, d. h. ohne seine mühsam geheuchelten Tugenden und Lie­benswürdigkeiten zu reisen."

Der dicke Herr in der Ecke vis-ä-vie lachte, während die beiden Damen vie Lippen verzogen. Sie hatten doch so viel davon verstanden, daß es keine Komplimente ge- wcsm, welche der magere Reisende der Menschheit im Allge­meinen und ihnen im Speziellen gemacht.

Der junge Landwitth aber schüttelte ein wenig melan­cholisch den hübschen blondlockigen Kops und erwiderte:

Das ist eine sehr pessimistische Weltanschauung, mein Herr!"

dieser Buchung zu denken Der schrille Pfiff der

Antwort. Der Zug fuhr setzten sich mit einem heftigen Ruck in Bewegung, da c Entsetzen flog wie ei» Meteorstein oder besser wie ein aus höheren Luftregivnen herabschießender Ballon, nur leider etwas konsistenter oie dicke Reisetasche des jungen

Zustand des heiligen Vaters verbreitet, so muß ich aus der mir auferlegten Zurückhaltung heraustreten und er­klären, daß, wenn Se. Heiligkeit auch nicht ganz wohl ist, sein Zustand doch keine Besorgnisse einflößt. Er befindet sich seit 12 Tagen im Bett, aber nicht, weil es seine Aerzte verordnet haben, um die Geschwulst der Beine zu vermin­dern und seiner Schwäche im Allgemeinen abzuhelfen. Mittwoch stellte sich auch etwas Rheumatismus und Fieber ein, aber nur vorübergehend, denn am folgenden Tage ver­schwand das Fieber und am nächstfolgenden auch der Rheu­matismus wieder. Das Bett des heiligen Vaters ist so hergerichtet, daß er auf einem Lchnstuhl zu sitzen scheint. Und so empfängt er Cardinäle, Prälaten und andere Per­sonen und besorgt er die Angelegenheiten der Kirche und was sonst seines Amtes ist. Jenen Mittwoch und Donnerstag ausgenommen, hat er seine täglichen Verrich­tungen nie eingestellt. Dabei erfreut er sich des besten Humors und lacht über die albernen Gerüchte, die über ihn ausgesprengt werden. Gestern und heute befand er sich noch wohler als gewöhnlich, und wenn es noch ein paar Tage so fortgeht, kann er auch das Bett vorübergehend wieder verlassen.Fanfulla" dagegen berichtet: Gestern find die nächsten Anverwandten des Papstes aus Senizag- lia hier angekommen. Zu der Geschwulst der Beine ist das Änschwellen der Hände und der Arme und Athmungs- beschwerden hinzugekommen, aber die Geisteskräfte des Kranken sind ungeschwächt geblieben.

Ueber neuere Kämpfe liegen keine Nachrichten vor. Aus Tiflis, 6. Dezember, meldet die Presse:Die Ver­bindung zwischen Erzerum und Trapezunt ist unterbrochen. In Erzerum stehen nur 12,000 Mann reguläre Truppen der Rest der Besatzung besteht aus Zeibeks und wenigen Kurden. General Bumerling leitet die Ausbesserung der Befestigungen von Kars. In Kars wurde eine Telegra- phenftatton für internationalen Gebrauch eingerichtet. Die Leitung des Feldtelegraphen gdjt bis Mdost."

Der Rufs. Juval enthält folgende Bemerkungen über die Kampfweise der Türken: .I« der gegenwärtigen Cam­pagne kommen den Türken bei der taktischen Vertheidigung zwei Faktoren zu Hilfe: ihre schnellschießenden Gewehre und die Vorbereitung des Schlachtfeldes in forttfikalvrischer Hinsicht. Die Tütten empfangen schon in einer Entfer­nung von mehr als 2000 schritt mit einem Feuer, das bis auf 600 Schritt verlustbringend wirtt. Dann nimmt die Sicherheit des Feuers ab unb die Kugeln fliegen über die Köpfe hinweg. Mit Pattonen find die Türken in er­staunlicher Weise versorgt. In den Logements haben sie außer den ihnen zugetheilten Pattonen noch große Kasten mit solchen stehen; so fand man in Lowffcha mehrere mit

Eine Braxtfe|rL

Novelle von Ernst v. Waldow.

(Zortsetznn-.)

»Das mag wohl in meiner Erziehung liegen, vielleicht im Charakter selbst. Da mein Vater früh gestorben, 'die Muther der Wirtschaftsführung Lasten übernom- > hatte, kehrte ich schon nach vem ersten Semester in Heimach zurück, die Philosophie an den Nagel hängend alle Kräfte dpm prattischen Berufe, der Bewitthschaf- I unseres Gutes widmend. Unversehens spinnt man sich

ein in die kleine Welt, welche täglich und stündlich ^Anforderungen an uns stellt, daß man den Blick für ,Zrotze Wett da draußen ganz verliert und am Ende

^^^chöhung ermäßigter Sätze, selbstverständlich unter Be- 284? Gmg der für die Publikation und allgemeinen Anwen- tz der Tarife bestehenden Vorschriften, für die Dauer CH. Verpflichtung zur Beibehaltung des neuen Tarifsystems jeröumt worden. Eine periodische Revision der Maxi- satze, gemäß dem vorerwähnten Bundesrathsbeschluß, ist httich in Aussicht genommen und zwar in der Regel

Lrfetn nimmt entgegen: Ltzrxkdttivn d.vlatte», L d-Annoncen-Bureaux Dietrich & Co. in E,; unb Hannover; Tb. Esd) in Kankfurt a.M.; Kftnftein & Bögler in Ejfgrt a- 9)1., Berlin, Edg, Söln ic.; Rudolf jET in Berlin, Front- furta.9R.ic.

1 das Interesse."

Jlnfc um dies wieder zu bekommen und überhaupt 1 und Menschen kennen zu lernen, wollen oder sollen nne größere Reise machen, welche Sie wenigstens eine 1 sang den klemm heimischen Verhältnissen enttückt tin sehr guter Plan, ich kann Ihnen nur dazu gratulirm toba besser, als auf Reisen wird sich Ihnen der Cha- $ der Menschen schleierlos zeigen. Höchstens der naive ^Mus des Kindes, dem die Verstellungskünste, welche 1 »gute Lebensart",Welfformen" zu nennen beliebt, fremd sind, hietet gleich vortheilhafte Chancen zur Be- ndk Klung."

>res große verwunderte Blick des jungen Mannes lockte befl Röcheln auf die Lippen des alten Herrn.

»3a, mein junger Freund", fuhr er fort, und es blitzte w ben grauen Äugen.Sie vor Allem werben noch VAUtchM haben, sich von bet Wahrheit meiner Worte Wfch zu überzeugen. Machen Sie sich nur klar, was

Sffcheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen BeilageJXuftrirteS LonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

Äl Dem klerikalenCittadino" in Genna wird gemeldet: man fortwährend beunruhigende Nachrichtm über den

3O9ö Iff» ..... 1 . . 1

Zm Abgeordnetmhause wird heute, Dimstag, nur eine »fitzung abgehaltm. Diese Veranstaltung findet ihre inbung in bem bringenden Wunsche der Justizkom- »n, in dieser Woche einige Tage für ihre Berathungen zu erhalten, damit wenigstens noch das Gesetz bett. Sitz der Landgerichte und Oberlandesgerichte vor Weih- in das Plenum zurück gelangen kann. Die Plenar- imgen gänzlich ausfallen zu lassen, hielt indeß der Prä- nach der sonstigen Geschäftslage für unthunlich, zu dem Auskunstsmittel der Abendsitzungen ge- werden mußte. Die Justizkommission wird heute md eine Sitzung abhalten, um sich über die Landgerichte der Mark Brandenburg schlüssig zu machen.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b.SBIatte», sowie d Annoncen-Bureaux von (A. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herma».i')che Buchhandl daselbst; Znoalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C- Schlotte in Bremen.

Ar die deutschen Privatbahnen sind bekannttich nach . Wabe des Bundesrathsbeschlusses vom 14. December t Z. Maximalsätze für die einzelnen Tarisklassen festgestellt wen. Innerhalb der Maximalsätze ist den unter Privat- fc*. kaltung stehenden Privatbahnen die freie Bewegung in Äormirung der Frachtsätze, insbesondere auch die Wie-

svlchen Kasten angefüllte Keller. Während des Angriffs auf das Estländische Regiment am 23. August, kamen die Türken sehr nahe an die Linie unserer Logements heran unb eröffneten das Feuer. Als sie zurückgeschlagen waren wurden in der Nähe einzelner Leichen gegen 120 leere Hülsen gezählt. Au diesem Tage folgten den andringenden Türken Patronenkasten. Einer derselben explodirte, von einer unserer Granaten getroffen. Man kann annehmen, daß in vielen türkischen Truppentheilen in der Schlacht bei Plewna 400500 Patronen pro Mann gegen die Abtheilung des Generals Skobeleff verbraucht worden sind. Wie lange die Türken unter solchen Umständen mit ihren Patronen reichen werden, ist unbekannt. In jedem Fall können sie bei diesem System ohne kolossale Zufuhr von Patronen ans England und Amerika nicht auskommen. Was den zweiten Fattor, die Vorbereitung des Schlacht­feldes in sorttfikatorischer Hinsicht betrifft, so ist zu be­merken, daß die Türken, sobald sie eine Position besetzen, sie sofort mit Logements für die Schützen verstärken. So­dann vettiefen sie die Logements und führen ein starkes Profil und offene wie geschlossene Befestigungen auf. Er-, laubt es die Zeit, so werden bann Traversen (gegen eine Beschießung vom Rücken her) unb anstatt einer Trancheen- Linie, falls bas Terrain es erlaubt, mehrere Linim er­richtet. Die türkischen befestigten Lager bei Lowtscha unb um Plewna zeigen, daß die Erbarbeit bafelbft nicht einen Augenblick eingestellt wurde. Als in Lowtscha die Befesti­gungen der Positton beendet waren, errichteten die Türken mehrere schöne Keller und machten sich schließlich daran, verschanzte Räumlichkeiten für die Truppen herzustellen. Unser mit Erfolg begleiteter Angriff ließ sie diese Arbeit nicht beenden. In den türkischen Trancheen verdient die Vorsorge für die Bequemlichkeiten der Soldaten Aufmerk­samkeit. In dem inneren Absturz der Trancheen sind Ver­tiefungen eingebracht, in die für die Kämpfenden Waffex, zuweilen auch Honig unb Zwieback gestellt wird. Auch ein Theil der Pattonen wird in diesen kleinen Gruben aufbe- wahtt. Die von uns im Schipka, bei Lowtscha und Plewna genommenen Trancheen sind nicht nur in ihren Dimen­sionen solid, sondern auch in ihrer äußern Gestalt vor­trefflich. Die Lage der Befestigungen läßt nichts zu wünschen übrig. Es unterliegt keinem Zweifel, daß an der Befesti­gung der Positionen vor Lowtscha unb Plewna sehr er­fahrene unb begabte Ingenieure gearbeitet haben. Selbst der Erfolg läßt bie Türken nicht die Hände in ben Schoost legen.

Neueste Kriegsnachrichten;

Wien, 10. Dec. DiePresse" meldet aus Sistowa vom 9. b.: Gestern traf ein Parlamentär von Osman Mannes über besten Haupt weg, überschlug sich bei bem Luftsprunge unb plumpte bann mit einem dumpfen Krach auf ben Schoß ber korpulenten Dame nieder.

Ein Ausruf deö Schreckens erfolgte, die Getroffene sank in die Ecke zurück, während Niemand in der ersten Ueber- raschung Miene machte, sie von dem Gepäckstück zu befreien, und die Tasche mit der schreienden AufschriftGlückliche Reise!" anscheinend so gemüthlich auf dem Platze ausruhte, den sie selbst sich auserlesen, als sei sie im vollsten Be­sitzrechte.

Endlich griff ber magere Herr zu und befreite sein dickes Gegenüber durch einen energischen Griff, darauf dem schier vernichteten jungen Reisenden fein Eigenthum wieder zu- stelleiw. Der stammette verlegen Entschuldigungen, welche aber in ber allgemeinen Jubignation, die das Unglück her­vorgerufen, kaum gehört wurden.

Die dicke Dame machte ihrer Enttüstung durch einige etwas derbe Ausrufungen Luft, unb selbst die Milzsüchtige welche ihr ben kleinen Unfall doch sicher von ganzem Herzen gönnte, gab eine Geschichte zum Besten, in welcher ber Bruder des Mannes ihrer verstorbenen Freundin durch bie Unachtsamkeit einesjungen Reisenden" beim Herabfallen eines kleinen Handkoffers beinahe um ein Auge gekommen wäre, wenn nämlich die messingbeschlagene Ecke dieses Auge getroffen hätte, was glücklicherweise nicht der Fall gewesen.

Sogar der Gemahl der Erzählerin .hatte dieKreuz- Zeitung" sinken lasten, um ber Gesellschaft ben Anblick der gerechten Entrüstung, welche sich in seinen strengen Hügen malte, nicht vorzuenthalten.

Mit dem feierlichen Emste, welchen der Richter dem Delinquenten gegenüber für wirkungsvoll hält und anzu­wenden pflegt, wenn er ein besonders verffMes Individuum vor sich hat, sprach er darauf, M eiw kleine Pause ein? getreten war;

,tftMDer Berliner Korrespondent derTimes" telegraphitt am 6. d.:In London wird eine Aktiengesellschaft zum i von Canälen in Deutschland gebildet. Die Compagnie, ; de, wie behauptet wird, Grund zu dem Glauben hat, sie auf die Gunst der Berliner Regierung rechnen reif«* l hat sicher ein weites und vielversprechendes Feld vor . Der erste zu bauende Kanal wird die Verbindung rnge» Berlin und Hamburg Herstellen."