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XII. Ml-»,.

Marburg, Sonnabend, 8. December >877.

287.

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ObnlikMk ZntiW

Anzeigen nimmt entgegen: die Expeditton b.vtatte«, sowie d.Annoncen-Burcaur von G. L. Daube & Co. in gtontfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herman.,'iche Buchhanbl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Merfeld; C. Schlotte in

Bremen.

gMU nimmt entgegen: ^rdtttond.»latte», Wnnoncen-Bureaur q. Dietrich & Co. in 4 gut Hannover; Th. gchinFranlfutta.M.; «stein & Bögler in Hart a- M., Berlin, ia, Cdln ic.; Rudolf t in Berlin, Frank- ' stüt a. M- re._______

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Wir wollen die eignen Jammerscenen zwifchen D«me«. h Gertrud io ihr« Zusannnknlebcn nicht Witter schildern, dem der Erzählung der Unglückiichm nur da« Haupt ste «itnehmm.

überschätz?«; die Russen werden, numerisch schwach in dieser Stellung wo ste kaum einm Gegenstoß erwarteten, zurück- gedrängt worden sein und wohl bald wieder die verloren gegangene Stellung zu nehmen suchen. Bon einer dtrkten Bedrohung Ttrnowa'S kann wohl allem Anschein nach noch nicht die Rede sein. Immerhin beweisen die Ver­suche Suleiman Paschas, den Gegne zmückzudränzen im Nordm bet PyrgoS, Trestntk und Mctchka war der Versuch neulich miß ungea, im Süden ist er ihm j tzt bei Jlena geglückt, daß de 'ürkijche Ostarmee immer noch die Absicht hat, Osman Paicka zu degogiren. WaS das Datum des Ka-rpj S anbetriff,, so behauplet die im Daily T-legraph vorliegende D-peswe, daß der Kamps bereits am grtttofl, olso am 30 Novemker stattgefundeu habe. Nach den Depeschen auS Konstantinopel, die übrigens zum will- vesten, was das Datum der Schlacht anbettiffi, stets höchst unzuverlässig si d, sand der Kampf am 4. December statt. Ausk.ärung werden erst die russischen Depeschen bringen.

Zwischen Mehemed Alt und dem ihm gegenüöerstehen- oeu russischen Korps hat sich ein ähnliches Verhä.tniß herauSgedtldet, wie am SchipkapH. Obj.kt des Kampfes ist gegenwärtig der Baba Konak Paß, von dem die Rusten das nördliche und die Türken das südliche Ende besitzen. Erst wenn Mehemed Ali auS seiner Position bei Kamtrli verdrängt sein sollte, ist der ganze Paß in russischen Hän­den. DoS Dorf Kamirli, bulgarisch Komarzi, von wo auS die russischen Angriff- türktschersei'S gemeldet werden, liegt eine Meile südlich d-S Balkan-U Herganges Baba-Konak und sechs Meilen von Sofia In ö.ilicher Richtung entfernt. Aus Sofia, 2. Dezember, meldet man derRat. Ztg.": ,Am 28. Novbr. errichteten die Rusten angefichtS der bei Kamirli stehenden Türken stark- Befestigungen. Am 29. Rov. griffen die Rusten dir türkischen Positionen mit 6 Sturmkoloaneu an, wurden ab.r mit großen Berlustm zu­rückgeschlagen. In einer türkischen Redoate wurden zahl­reiche Leichen russischer Soldaten vorgefunden. Am 30. Novbr. sammelten sich die Rasten dem linken Centrum gegenüber. Am 1. Dezbr. nahm das mit Unterbrechungen siattfindrnde Feuer der Rusten zu, anscheinend in der Ab­sicht, die Türken in ein neue« Plewna hineinzulocken.- Bon diesen Azttffen und Slurmversuchen, die wohlgemerkt am 29. November bet Kamirli stattgefunden haben sollen, ist bisher russtscherseitS nichts gemeldet worden; nach dm ausführlichen russischen Depeschen der letzten Tage besetzten die Raffen am 29. November erst Wratschesch. Die neueste Depesche Mehemed Al,'s macht glauben, daß dir Ruffm sich wieder aus Wratschesch zurückgezogen haben, doch ist die D«pesche sehr unbestimmt gehalten und man wird an­nehmen dürfen, daß der Arttlleriekawpf, von dem in der D-peschr die Red« ist, im Baba-Konak Paß staust bet

Sie hatte fast sechs Jahre in der traurigsten Abgeschiedenheit von Heimath und Vaterhaus, von Vater und Mutter, von Freunden und Verwandten, von allem, was ihr einst werth und theuer war, was ihr einst Vergnügen und Lebensgenuß gewährte in der tirfm schaurigen Felsenkluft de«schwarzen Stier«* zugebracht, ohne daß ihr selbst nur ein warmer Strahl der allbelebenden Sonne au« der Ferne geschimmert hätte. Gewohnheit, stetes Zusammenleben und freundliches Zu­thun, womit der Räuber sich in den Willen der Geliebten fügte, und wodurch deffm Sitten und Lebensart von ihrer Roheit verloren und einen Anstrich von Milde gewonnen, hatten ihr einen geringen Grad der Zuneigung gegen den­selben eingkflößt.

5 »et liebenswürdige Knaben, umspielten als ein Ua- terp'and seiner Liebe die bekümmerte Mutter und suchten durch kindliche Tändeleien und Liebkosungen die tiefen Furchen des Kummers und der Schmerzen von ihrer Stirn htuwegzuküffku, und durch ihre kindischen Plaude »eien ihre trüben Stunden zu erheitern.

Dennoch betrachtete ste voll llamuth di: Ebenbilder des vermeintlichen ©alten, und entdeckte zu ihrem größten Liidwesen die treffendste Aehnlichkeit mit seinen Gesicht«- zügm und f inet Ausbildung.

Doch In der Einsamkeit, wo man von Allem verlaffen ist, wa« dem kummervollen und grambeschweiten Herzen Trost und Labung gewähren kann, lernt man sich bald mit den nvS umg-beuden Gegenständen und Verhältnissen auSföhnen, man erlaubt der gebirterschen Rothwmblgketl Raum zu gewinnen und ist schon froh, wenn man in dem einsamen Kämmerchen noch eine Seele alS sein Eigenlhum betrachten kann. Such bei Gertrud bestätigte stch dies-r ErsahrungSsatz vollkommen; denn al« die lieben K einen an Jahren und Körperbtldung zunahmen, wurden fu von

Neueste KriegSuachrichteu:

Petersburg, 5. Dec. DieAgence Russe" meldet au» Bukarest, man bestreite die Richtigkeit der Depesche der Times* aus Wien, baß England einen Ausweg gefunden habe, damit die britische Flotte in die Dardanellen eiufahrm könne, ohne die Neutralität zu verletzen. Wenn ein solcher AuSweg gefunden wäre, so würde die» -ur Folge haben, daß die Pforte zum Widerstande bis zum Aeußersteu er- muthigt würde und Rußland stch gezwungen sehe, behufs Erreichung de» Friedens Konstantinopel anzugreifen.

Petersburg, 6. Dec. Gegenüber den hieher gemel­deten Berichten Suleiman Paschas über die Eroberung der Positionen um Elena wird von bestunterrichteter S ite ver­sichert, daß es stch dabei lediglich um ein partielles Auf­geben vorgeschobener Stellungen handele. Die von tür­kischer Seite angegebenen Verluste bei den betreffenden Kämpfen um die vorgeschobenen Stellungen der Ruffm tragen schon mit Rücksicht auf die angegebene Truppen­stärke den Stempel der Unrichtigkeit an der Stirn. Der osficielle russische Bericht wird noch erwattet.

Konstantinopel, 6 Dec. Mehemed Ali meldet vom 4. December: Die türkischen Truppen sind jenseits Kamirli vorgerückt. Die türkischen Linim stehen jetzt den Raffen gegenüber, die sich auf Wratschesch zusammenzogm. Der Artilleriekawpf hat bereits begonnen. Ein MunttionS- Depot der Ruffm ist in die Luft gesprengt. Durch schlechte« Wetter werden größere Actionen verzögert. DaS griechische Patriarchat hat die Theilnahme der griechisch - katholischm Christen an der Bürgerwehr genehmigt unter der Bedingung, daß die Christm besondere Bataillone mtt von den tür­kischen Bataillonen verschiedenen Fahnen bilden.

London, 6. Dec. DerStandard" spricht die An­sicht au», eS sei ein vollständiger Jrrthum, wenn man glaube, daß England gegen da« vage Versprechen, seine Interessen solltm nicht berührt werdm, die Feststellung der FriedenSbediugungen der Tripel - Allianz der Kaisermächte überlassen könne. Für die Herstellung deS geregelten euro­päischen Friedens sei cS wefeatlich, daß England« Vertreter feben Punkt des russisch türkischen FriedenSvertrageS direct biScutirtm, und seim b efeiben ba'öt politisch unb persön­lich verantwortlich. Weniger könne ein Land nicht ver­langen, welches noch immer beanspruche, eine europäische Großaiacht zu sein und eS auch thatjächiich noch immer sei.

der gtückltchen Muner mtt Schonung und vorgsatt be­handelt, und wie wohl sie ihre Existenz einem traurigen Berhängniß verdankten, so erweckte die Unschuld und Jugend derselben ihr dennoch mit den zunehmenden Jahrm in dem kummervollen Busen die Freuden einer zärtlichen fast glück­lichen Mutter.

Auch Daneel wähnte, daß die Gattin seinem Herz« nicht mehr fremd sei und erlaubte ihr nach und nach sich ihrer völligen Freihett zu bedienen, den düstern unheimli­chen Aufenthalt nach Gefallen zu verlaffen und sich de« erquickenden Tageslichts, der duftigen, fcischen und freien Waldluft, der blühenden Blumen, de« prangenden Grün«, te« Gesang« der Vögel und des blauen Himmels zu er­freuen. O, wie wogte ihr Busen, wie schlug ihr Herz vor Entzücken, als sie zum ersten Male nach langer Ge­fangenschaft sich wieder frei fühlte, mit Wonne und Be­hagen sog sie die freie, reine FrühlingSluft ein unb sank berauscht und beseligt nieder au die lebensvolle Brust der Mutter-Natur und betete an ihrem großen, ewig heiligen Tewp l l ES war auch wohl in bet Thal nicht ihre Absicht, bk Wohnung ber Scheußlichkeit wieder zu verlaffen; ein mehr als sechsjähriger Aufenthalt hatte ihr die glück­lichen Tage der Vergangenheit beinahe vergeffcn gemacht; und bann ist cS ja eine ausgemachte Wahrheit, daß wir un» stufenweise au jede llngewichlichkeit, au jede« Unglück an jeden Schmerz im Leben gewöhnen können, indem alle« Unglück bet Erde ja nur bqiehmig« weise Unglück ist. Doch al« Gertrud einst von dem Räuber mit Härte unb Grausamkeit begegnet wurde, wodurch er ihr das Schreck­liche ihre« Zusammenlebens mtt ihm im reichsten Maße empfinden li ß, erwachte das Gefühl ihrer Würde unb e« reifte ein Plan in ihrem Bufm, burch den die Welt von btt Existenz de« schrecklichen U iholdS beurlaubet warb, unb der aufgeklärtere Theil de« Bott« den vermeintlichen Teufel

»«ttsche, Reich.

m Berlin, 6. Decbr. Das EntlaffungSgesuch be» Prästsenlen ve« Oberkirchenraths Herrmann steht noch immer im Mittelpunkt bet politischen Siluat on. Am 23. November konnten wir mit Recht melden, daß ein solches Gesuch nicht

Der bleibende Ausschuß deS deutschen HanbelStageS hat Eingabe an ba« Reichseisenbahnamt sich entschieben au-gesprochen, baß die ben Eisenbahnen Deutsch- durch § 67 ad 8 deS Betriebsreglements gewährte eiung von der Entschädigung für Gewichtsverluste bei en Gütern in Betreff von Getreide, einschließlich und Mai», sowie Kaffee von 1 Prozent auf 2 Pro- in Zukunft erhöht werde. Die Handelskammern und bschatklichen Vereine bezeichnen die Behauptung der ction ber Berlin - Anhaltischen Eisenbahn-Gesellschaft, die Ursachen ber GewtchtSabgänge lediglich dem Ein en ber zumeist au» feuchten Räumen ober au» dem in die Eisenbahnwagm gebrachten unb auf weite ungen in gischloffenen Räumen besörberten Güter chreiben fden, für durchaus unzutreffend. Erfahrung»- betrage der Gewichtsverlust durch Austrocknen bet e unb namentlich bei Kaffee etwa Vt bi» V2 Pro- U; wo ein höherer Verlust eintrete, fei er ohne Aus- auf Fahrlässigkeit oder Unredlichkeit der bet bet fabafrn beschäftigten L ute zurückzusühien. Wolle man bie Verantwortlichkeit der Bahnverwaltungen noch bet« n, so werde man dadurch die schon jetzt auf den ahn«, zahlreich vorkommeuden Verbrechen gegen das um nur vermehren.

Der rechte Flügel ber Armee de» Großfürsten Thron- jst wie durch mehrere Konstantinopeler Dep scheu üöet wird, am 4. December von der Armee Suleiman »schas bei Jlena an der Ja itra südlich von Titnowa . angegriffen unb mit großen Bet usten geschlagen »otben. irlgkN« möge man die B-bentu"a diese» Gefechte« vi»t

ta Herrenhause ist durch Herrn von Wedell ein Ge- Mwurs betreffend die Behandlung der au« dem Dienst- t,MC entstehenden Streitigkeiten eingebracht worden. Die sülchen Bestimmungen stad folgend«: § 1. Weigert ____ ws Gesinde den Dienst anzutceten oder verläßt ba«- e vor Ablauf ber Dienstzeit den Dienst, so kann die Metrschast binnen vierzehn Tagen bei bet Ortspolizei

i rde die zwangsweise Zutückfühtung beziehungsweise 1 1 Mrilvg be» Gesindes beantragen. §2. Behauptet ba« DU toe, daß ihm ein gesetzlicher WergetungSgrund zum ritt de» Dienste« ober zum vorzeitigen Verlass n deS zur Sette stehe, so hat bte Polizeibehörbe hierüber mlg eine Untersuchung anzustellen und nach Ausfall den Antrag ber Dienstherrschaft zu.üSzuweifen demselben statizugbeu. Gegen biese Verfügung ter Polizeibehörde findet weder eine Beschwerde, noch eine bei ben Verwattungsgerichtm statt.

^4^.. Tlalil -utz« bai Werttaaen nach Sonn- and Feieriagen. Preis für da« Quartal mit bet wöchentlichen tsilaye*«*B«**l**t" °ut* dieAfpedittou («0ch'sche

t bwS« etart, bnrch bi. Amt« des Deutschen Reiches t fltert 5» W«. e-kll DeSellgebühr). - ZflerttonSaebShr ftt bi- «espalieue Seile 1» Pf«.

fbftt in btt chxy-dirio« »a ertdeileube AuStunst und Auuubme vou Adtefseu werden li Pf« berechuet. .

e Der schwarze Stter.

Erzählung von Rudolph Wellna«.

(Fortsetzung.)

- Go ward da« schon im Dunkeln tappende Volk noch . cht geblendet, und bet aU'gckiLlte Geistliche wußte au« Fällen und Ereigniffen b:t Art gar mancherlei Vor- die zu ziehen. Der geängstigte Lr. dmann pflegte sich n ichen Fällen in dem nahe gelegenen Kloster Rath« zu Am, welcher von den schlauen Mönchen gewöhnlich da- e «geben ward, irgend einem Heiligen oder einet Jung« m eine nicht unbedeutende Summe Solde« zu cpfem,

» k von den habfichtigten Klosterbrüdern C *me Bereicherung ihrer Schatzkammer bettachtet wurde.

Judeß vergingen Monate und Jahre, und noch immer ^de« betrübten gramgebeugkn Pächters Tochter nicht 8db unb Kummet über den Verlust de« geliebten nagten an seinem Lcb nSkeime und streckten den °N vor der Z it in» Grab. Seine Gattin, Gertrudens er war schon stützet gestorben.

Da' erschien einst an ber Pforte be« verschlossenen und .eten Pichterhos« eine hagere, ^gehärmte ««bliche a» welche schon butch ihren erbatmungSwütbigen An , di« Borübetgehevbm um Hilfe anrief, unb beinahe ben Witeu Tdeil be« nahe liegenden Döifleir» um sich ver te. All« vernahmen mit Entsetzen die rührende "deck sie die unglückliche und von dem schrecklichen er, demschwarzm Süer", entführte Tochter der Ber