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Marburg, Freitag, 6. December 1877.

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Aufmerksamkeit. Aus ben russischen amtlichen Depeschen, bie bi« zum Morgen beS 3. b. reichen, geht hervor, baß bie Russen mit Erfolg bie Überschreitung beS Kobza-Balkan bewerkstelligen. Sie befanben sich einige Meilen süblich von Occhanie vor bem Arab Konak-Engpaß resp. auf ben Anhöhen, welche benselben beherrschen, nachbem sie bie Türken zum Aufgeben ber süblich von Orchanie gelegenen Positionen bei Wratschesch durch geschickte« Manövriren gezwungen. Die Russin besetzten am 1. December bie Position auf ben Bergen gegenüber bet inzwischen von ben Türken eingenommenen Stellung von Arab-Konak, schafften

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2. December Artillerie auf die 3400 Fuß hoch gelege- Auhöhen und wollten am 3. December die Beschießung türkischen Position beginnen. Es bürste augenblicklich Kampf um ben Besitz des Eugp.sses wüthen; sollte es Ruflen gelingen, bie Türken aus Arab Konak zu ver«

ie Spezialkommifston für bie Justizgesetze hat gestern ersten Titel des Ausführungsgesetzes (Richteramt) zu t geführt; bet zweite Titel (Gerichtsbarkeit) wurde ohr-e

treiben, bann ist bei Engpaß in ihren Händrn, und Mehe- med Ali, bet in Komvrtt an bem AuSgange beS EngpaffrS steht, da «0 bie Straße östlich nach Slatitza, westlich nach Sefia geht, würbe gezwungen fein, siÄ zur Deckung von Sofia zurückjvziehen. So ist augenblicklich bie Situation. Wenn türktjcherseitS gemeldet wird, daß Mehrmed Ali sich d m che, die Positiv rev in ber Richtung auf Orchanie und Etropvl wieder zu nehmen, so ist bitfl nicht von Bedcu- düng. Gegenwärtig sind die Ruffen der augreisende Theil, und bie Positionen in bet Richtung auf Orchanie können erst dann von den Türken wiedergenommen werden, wenn es ihnen gelingt, die Ruffen von den den Engpaß beherr- schendcn Höhen zu vertreiben, eine schwierige Aufgabe I

Rich einem T'legramm betPtsie" aus Sistowa, 2 December, ist General Totleben mit 10 Ingenieur Ossi denn nach Etropol und Orchanie ab gereist, um die Be­festigungen zu besichtigen und die Anlage neuer verschanzter Stellungen zu leiten.

DemStandard" wirb auS Konstantinopel, 28. v. M. gemeldet, Schesket Pascha ist in Sofia verhaftet worben unb es soll ihm der Prozeß gemacht werben, weil er nicht versuchte Telisch zu nehmen, obwohl er zu diesem Zwecke 15 Bataillone verfügbar hatte. Mchemed Ali hat da« Seratkietat benachrichtigt, daß er nicht zum Entsätze von Plewna marschiren könne, fall« er nicht ansehnlich verstärkt werde. Es werden große Anstrengungen gemacht, um ihn zu verstärken. In Sofia herrscht eine große Panique und bie Bevölkerung flüchtet aus bet Stadt nach allen Rich­tungen hin. Die Dörfer find verödet.

Neueste Kriegsnachrtchten:

Konstantinopel, 4. Dec. DaS Parlament soll am 13. b. im Palast vom Sultan mit einer Thronrebe eröffnet werben. Bei Stlistria sanden unbedeutende Scharmützel statt.

zwar bis zu de» Ohren d.s geliebten BaterS gecrungen allein ehe er in das Gemach der Tochter gelangte, war Daneel schon im Begriff sein schwarzes Roß zu besteigen. Die fürchterliche Gestalt in das Gewand ber Nacht gehüllt und bie Art und Wifi, wie sie gleich bem Ritter Tod mit ber schönen Beute davoneilte, ließ ihn nicht einmal an Daneel beulen, fonbern bem Geist ber damaligen Zeit angemessen, auf einmal auf ein dämonisches Wesen überir­discher Art schließen, unb sogar fürchten, daß sein geliebtes Kind unwiederbringlich für ihn verloren sei.

Für daS ganze fernere Leben blieb dieser traurige Vorfall daher ein Gegenstand des Herzeleids unb ber Trauer, ber sein Inneres verarmte unb sein Herz öbe machte, unb da man noch in jenen finsteren Ze ten lebte, in welchen Blinbheit unb Aberglauben den größ ren Haufen des Volkes blendete, und wo allein die Geistlichkeit sich in dem Besitz; einiger Kenntniffe befand, so konnte man nicht anders denken, als daß das unglückliche Mägdlein sich eines großen Vergehens schuldig gemacht habe, weshalb sie nun bei lebendigem Leibe ein Raub des Satans geworden fei.

Die Mönche beS KlvsteiS Hyseburg, benen man die ganze Begebenheit erzählte verstanden sich auch darauf, derselben eine eigene unb zwar zu ihren Gunsten stimmende Bedeutung zu geben.

ES ist dies ein Vorfall/ sagten sie,ber uns von Neuem bavon überzeugt wie oft bie göttliche Hand sich ver- mittelnb in bie westlichen Angdegenheitenzu mischen pflegt; ber Satan, bet sich ber Tochter d-S Pächter» bemächtigte, hat bieS nur vermöge deS göttlichen Wesen» gethan, ein überzeugender Beweis, baß Ihr schon hier auf dieser Welt den Klauen beffeiben entgehen werdet, wenn Ihr den Vor­schriften bet Kirche, die allein nur wir Euch predigen, auf da» Strengste unb Pünktlichste Folge leistet/

Pari» wirb telegraphisch gemeldet: Man behauptet ttyje; jetzt bie Gewißheit zu haben, daß sich für oie jung btt Deprttirtenkammer im Senat eine Majorität 13 staben werde. Heute Abend nach Bekanntwerden Vorgänge zu Versailles herrschte in Paris eine gewisse tgung; bie Boulevard» waren von Menschen überfüllt, die Situation bi»tuttrten.

Die Vorgänge südlich von Orchanie verdienen die höchste

Wien, 5 Dec. DiePresse" meldet aus Sistowa, 4. Dec.: Am Schipka Paffe drangen russische Freiwillige in eine türkische Red oute ein und machten vier Geschütze unbrauchbar.

London, 5. Dec.Rentet's Bureau" meldet: E» fanden in London Unterhandlungen wegen der Emission eines türkischen AnlehenS auf Grund einet von dem Khedive zu leistenden Garantie statt. Da bie Bürgschaft deS Khedive für genüger-d befunden wurde, wird bie Anleihe demnächst in London, Paris unb Bombay zur Emission gelangen.

Ragnsa, 4. Dec. An ber albanischen Küste kreuzen sechs türkische Fahrzeuge und versuchen Truppen zu landen, waS bisher von den Montenegrinern vereitelt wurde.

Bukarest, 4. Dec. Die Kammer vertagte die Be- rathung der Antwort auf bie Thronrede des Fürsten auf morgen, um ber Fünfer-Commission zu gestatten, mit einigen Dksmtirten in Betreff leichter Modificationen, welche sich nur auf bie Form unb nicht auf ben Inhalt beziehen, sich verstänbigen zu können. General Jznatieff ist heute Morgen in bas Hauptquartier abgereist. Die gefangenen britischen Aerzte Douglas und Vachell wurden auf Befehl deS Großfürsten in Freiheit gesetzt und kehren dieselben nach England zurück.

Konstantinopel, 5. Decbr. Die hiesigeAgence HavaS" meldet: Nach einem Telegramm aus Sophia von heute ist gestern ein neuer Angriff ber Russen auf Äamarll wieder zurückgeschlagen worden. Der Feind zog sich auf seine vorher besetzten Linien zurück. Ein Telegramm aus Schumla von heute meldete Die Türken bemächtigten sich nach heftigem Kampfe Eieua's, erbeuteten mehrere Ka­nonen und machten viele Gefangene.

Petersburg, 5. Dec. Aus Logot vom 4. d. wird offiziell gemeldet: Unfete Truppen haben in Ockhanie und Wratschesch enorme VorrSthe an Waff n, Patronen, warmen Kleidern, Proviant, Hafer und Gerste erbeutet. Außerdem wurde ein ganzer Pontonpark, bestehend ans fünf Pontons mit vollständigem Zubehör, genommen.

Petersburg, 5 D.c. Da der Bey von Tunis ber Türkei HülfStruppen findet, hat die rufstfche Regierung ihrem Conful in Tunis befohlen, abzureifen und die Ge­schäfte dem deutschen Eonsul zu übertragen. Ein Tele­gramm desGoloS" aus Simnitz, meldet: Die Eröff­nung deS Verkehrs auf ber Eisenbahn von Frateschti nach Simnitza steht am 13 December bevor; gleich baiauf wird am jenseitigen User ber Donau auch die Eifenbahnstrecke von Sistowa nach Gornij Stuben eröffnet und der Trajekt- Verkehr auf bet Donau durch eine Dampf Fähre vermittelt werden.

LsgeSdericht.

ziach bet deutschen Justizotgauisation gehören zu den zu- jenen besonderen Gerichten die Gewerbegerichte, welche biS- einem sehr beschränkten Maßstab in verschiedenen Thei- DentschlandS bestanden haben. Im Reichskanzler amt mehr eine Vorlage übet diese Gerichte auSgearbeitet , die sich als AuSsührungSgesctz zu dem Gerichts- ngSgesetze darstellt und dem Reichstage in der kom- Sesston vorgelegt werden soll.

ffns Grund einer Allerhöchsten Ermächtigung hat ber Minister ben Entwurf eines Chauffee-PolizcigefitzeS eordnetmhause eingebracht.

Fort geht's durch Haide, Bruch und Moor Aus wildem Berber-Rosie;

Bald zieht man durch ein müchtig Thor, Ein zu des Rltters Schlöffe."

Das mächt'ge Thor es schließt sich schnell, Die Jungfrau hört's mit Beben.

Born Roffe hebt sie der Gesell Und ihm gehört rhr Leben."

AusS Neue schullte daS wilde Gelächter deS Räubers als et das unheimliche Sieb beendet.Jawohl I" rief er luftig,ob sie ihn liebte ober Nicht, doch gehörte ihm die schöne Beute, doch gehörte ihm ihr Leben I so sei eS! Auch Dein Beben schönes Trudchen, gehört mir, ob Du mich liebst, ober nicht, gleichviel, Du bist unb bleibst mein und zwar mit größerem Rechte als dem Ritter, denn tu bist ja meine Verlobte! Hahaha!"

Er ging schnellen Stritten zum Pferbestall, führte ein schwarzes Roß hervor, schwang sich hinauf und jagte nun, des Wege» kundig, wie ein Gespenst bet Hölle in isilber Hast durch Regen unb Wind dahin, bet Pächterei, Gertrudens Asyl zu.

Hier angelangt, stieg et vom Pferde, band dies an inen Baum vor ber Pächterei, suchte die Leiter auf dem Hofe, setzte sie an daS Fenster zu Trudchen» Schlafkäm- mcrlein, stieg hinein unb bemächtigte sich hohnlachend bet ,,US dem süßen Schlummer anfschrkckevdm Schönen. Rasch -tuz er die Ohnmächtige, die bei dem bloßm Anblick der r nstgen Gestalt de» schwarzen Stiers an» Leibeskräften anfing zu schreien, um Jemand von den Hausgenossen au» -M Schlafe zu wrcken unb zur Hilfe herbei zu ruf n auf täfügen Armen hinab, heb sie auf fein Roß, bestieg die» und fort ging e» im sausenden Galoppdurch mächtige Haide, Bruch und Moor" bis zu seinem einsamen düstern Aus nthalt.

Die lauten Klagetöne de» geraubten Mägdlein waren

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«itche «enbetungen aigenommen. Vom dritten Titel "ns* v-znicht ) stnb 88 14 und 23 bereits durch frühere enÄ Wielle Befchiüffe erledigt. §8 1517 wurden auS- ! °K st. 8 18 regelt die Zustänsigreit ber ÄMiSgerichte in "ich* stu d.r nicht streitigen Gerichtsbarkeit. Der piivilegirte rS:,ri k«, «fnnhnÄhprrrit fnH nack der Neaierunr»

't»n nimmt entgegen: Z^ditrond.Llatte», »d.jlnnoncen-BureaUx xh, Dietrich & Co. in u unb Hannover; Th. uchm Mnkfurt a.M.; taftein & Vogler in fort a. 9)1., Berlin, « Cöln ic.; Rudolf e in Berlin, Front- fort a. M- ic.

»scheint täglich außer ben Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis ftr das Quartal mit der wöchentlichen BeilageSluftetrtei GannkagSSlutt" durch die Pxpebttion (No ch'fche Suchdruckereif bezogen H Mart, durch die Postämter deS Deutschen Reiches t Mark 5» Pf», (exl. Bestellgebühr). - JufertionSaebähr ftr die gespaltene Zeile ! Pf».

Fär in der Expedttion etfveiienfce Zu-kuust und Annahme von Sldreffeu werden SS Sfz. berechnet.

Anzeigen nimmt entgegen: die Eprebitton d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jägerische Buchhandlung daselbst; Herman,ifche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; E. Schlotte in Bremen.

Der schwarze Stier.

Erzählung von Rudolph Wellnau.

(Fortsetzung.)

Laut schallte sein teuflische» Lachen durch die Nacht hin, chre sich mit dem heulenden Sturm und dem »leder­nden Regen. Die fchwarze Nacht und das fürchter- Wetler schien so recht mit seinem schwarzen Innern seinem Sinn zu harmonieren und seine grausige Luftig verstieg sich so wett, daß er sogar ein Liedchen zu begann: '

Dort oben fitzt das Jungfräulein, Dort oben auf düstenn Schlöffe; Unb unten harrt der Ritter fein, Der Ritter hoch zu Roffe."

DaS Burgfräulein im hohen Schloß, Will nicht den Ritter minnen; Der Ritter fluchend sich ergoß, Auf Böses thut er sinnen." Unb thust Du mir so spröd' und kalt, Unb trotzest meiner Liebe, tzo nehme ich Dich mit Gewalt, Unb wenn ich tobt auch bliebe!" Der Sturm verglimmt, der Mond erbleicht, Der Wind spielt auf zum Sturme; Der Rabe krächzt, bie Eule fieugt Laut schreienb aus bem Thurme." Der Ritter setzt die Letter an, Ajtfc fürchtet nicht Gespenster;

t steigt hinan er bricht sich Bahn seiner Liebsten Fenster." ,ut schreiend fährt die Schöne auf z ihren schönen Träumen;

Der Ritter trägt sie fort im Lauf Von den geliebten Räumen."

IhtSstand der Standesherren soll nach der Regierung» läge in dieser Beziehung ausrecht erhalten bleiben. Die Mission beschloß iudeß mit 15 gegen 11 Stimmen die "»s sibung des privilegirteu Gerichtsstandes auch für Ange» bn nicht streitigen Gerichtsbarkeit. Titel 4 Mff.N jcrlchte) (88 2528) wurde nicht bemängelt inb« Titel 5 (Landgerichte), veranlaßte 8 30 eine längere kuffisn. Man einigte sich schließlich übe. folgende G und- "'5°" ::Die Amtsrichter sind verpflichtet, bei dem Landge- itU I, in deffen Bezirk sie äugest.llt sind, die Vertretung rch jM Richter» für einzelne Sitzungen oder Geschäfte zu cu. Der Zuftizminister bestimmt die Personen, Plästdium, bie Reihenfolge, in welcher die destgnirtm Meter herangezogen werden, für das Geschäftsjahr im . Uebet den Fall deö BedürfniffeS zur Eindcru- eine» Amtsrichter» als Stellvertreter entscheidet das ijtotam, in übrigen Fällen der Präsident dcö Landgerichts."