Marburg, Donnerstag, 6. December 1877.
xii. Jahrgang.
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t o-Ännoncen-Burraux U. Dietrich & Co. in e[ und Hannover; Th.
liebet tk Lage Osman PasäaS in Plewna und dir pwlationSverhandlungen schreibt man der „Pol. Sott.* I Siam tza, 29. November: „U btr die Situation bei ®na kurstren in diesem Augenblicke nichts als Gerüchte, 4ei aller Unverbürgtheit dennoch orrar-ig find, daß von im Notiz genommen werden muß. Zunächst muß von t dir angeblichen KapltulationLverhandlungeu zwischen Inan Pascha und dem russtschco Hauptquartier betreff.'« i Berston Akt genommen werden, weiche auf das vor fon tagen erfolgte Eintreffen eine» tückschen Parlamen I bafirt. Wie nun erzählt wird, hat OSman Pascha Ich den erwähnten Parlamentär mittheil n lsffen, daß
Neueste Kriegsnachrichten:
Konstantinopel, 4. Dec. Ein Telegramm Mehe- med Ali'S au» Kamirli vom Heutigm meldet: Fortwährend findet heftiger Geschützkampf statt. Mehem.d Alt und Schakir Pascha bemühen sich, die von den Russen besetzten Positionen in der Richtung von Etropol und Oikhanie wieder einzunehmen. Mehemed Ali wurde heute ein Pferd unter dem Leibe erschossen.
Bukarest, 4. Dec. Die Journale veröffentlichen einen Tagesbefehl des Fürsten an die rumänische Armee, worin die Tapferkeit und Unerschrockenheit der rumänischen Truppen gerühmt und hervorgehobcn wird, daß der erhabene Kriegsherr der mächtigen Armee, mit welcher die tu- mänischen Truppen alliir. seien, beim Besuche der russischen Positionen und seinen Namen führenden Forts bk rumä- niiche TapferkcitSm daille ongeroaimen und an seiner Brust befestigt habe. Diese der rumänischen Armee erwiesene Ehre sei derselben eia Sporn zu neuen Opfern und Erfolgen gewesen. — Nelidvff ist gestern früh nach dem Haupt- q rartier zurückgckchrt, General Jgnatieff reist heute dahin ab.
er für mehrere Monate verproviantirt wäre, nichtsdestoweniger aber den Vorschlag machte, Plewna zu räumen, daS g»n" ’-atin befindliche Kriegsmaterial zu übergeben, seine Armee aber (die Soldaten ohne Waffen, die Offiziere mit Waffen) nach Sophia zurückziehen zu lasten. Von russischer Seite soll dieser Vorschlag rundweg znrückge- roiefrtt und nur der freie Abzug der Offiziere (unter Ehren, wort an diesem Feldzüge richt mehr Theil zu nehme») zu- gestaneen worden sein, worauf die VeiHandlungen sich zerschlugen. Nach einem weiteren, mit dem Aplomb größerer Wahrscheinlichkeit austretenden Gerüchte wäre in wenigen Tagen ein allgemeiner Angriff auf die türkische Stellung b vorst hend. Dies würde eine plötzliche Aenderung in den Absichten der russisch-rumänischen Kriegsleitung implicireu, roi» auf folgende Motive zurückgeführt wird: Bekanntlich wurde der CernirungS- und AuShungerungSplan von der Majorität des KriegsratheS cur unter dem Vorbehalte an- genommen, daß man bei der ersten sich bietenden günstigen G-legenheit doch zum Simmangriffe schreiten würde. Dieses erklärt auch die fortwährende Annäheiung der Angriffs- Armee an die türkischen Werke. Diese mit Kämpfen und Verlusten verbundene enge Annäherung wäre zur alleinigen Cernirung nicht nöthig gewesen; da man aber von Beginn an mit einem gemischten Systeme oorging, war dieselbe on- gezeigt. Nun scheinen auch andere Erwägungen für die Beschleunigung d?S Sturmangriffes maßgebend gewesen zu jein: Erstens hat die Erstürmung von Kars der sogenannten Siurmpartei im russischen KriegSrathr gewissermaßen Recht gegeben und die Stimmung in der Armee unverkennbar gehcb'n; zweitens scheint sich bei den Türken ein An fang von D moralisation bemerkbar zu machen und dritten» sind die Vortheile, welche den Rusten durch eine baldige Einnahme PlewnaS erwachsen würden, so groß, daß sogar starke Verluste durch eine gelungene Überrumpelung reichlich aufgewogen werden. Nach diefem Gerüchte könnte man sich demnach gefaßt machen, in dm nächsten Tagen, sobald nur wieder trockene- Wetter ein ritt, mit der N cheicht eines blutigen Kampfe- bei Plewna überrascht zu werden. So uneiwartet dieser plötzliche Umschlag in dm D Spofitionm der russischen Ärtegtfl&ru ag vor Plewna sein könnte, ist derselbe, so sagt man, doch eine natürliche Folge der von ort russisch rumänischen Aimee bei ihren Vorstößen in West» Bulgarien gemachten Erfahrungen. Ueberall wurden nämlich enorme Vorräthe aufgespeichert gefunden. Ja Wratza, an den verschiedenen Etappen der Orchanie-Straße, in Rahowa u. s. w. waren so große D.potS errichtet worden, daß es kaum möglich erscheint, daß die Hauptstellung, Plewna selbst, nicht verhältnißmäßtg in derselben Weise mit Proviant bedacht wäre, umsomehr, da während 2Vz Plonaten die Berprvviantirung der türk scheu Stellung durch
Rttye uuo Kaltblü igtett wieder erlangt hatte, nachdem bet fürchterliche Augenblick seiner Entlarvung vorüber war ) ß unbeweglich uns sah mit hämischem Grinsen mit teuflischer Gefühllosigkeit auf bet Scene umher.
Det Batet Gertruden» erholte sich zuerst wieder aut seiner Betäubung, trat zitternd auf den Räuber zu, starrte ihn an und fragte mit tonloser Stimme:
„Mensch, seid ihr wirklich der Schreckliche?"
Langsam und ruhig erhob sich Dance!, blickte den Pächter mit wildfunkelnden Augen an und sagte mtt fester Stimme:
„Ich bin'-."
Von Neuem betäubt taumelte der Pächter zurück und als er sich wieder gesoßt, war der Räuber verschwunden.
Dieser war hinausgeeilt, und erst als er in det freien Lust sich befand, kehrte seine innere Erregung zurück, welche ec vorher nur bei dem Wiedeterkmnen de- jungen Bauern, der N-cmand anders als einer von denen war, die bei dem blutigen Raube DaneelS und nach dem Tose de- O'fizierS die Flucht ergriffen, gefühlt hatte. Vergebens strebte bet Unhold seiner Gefühle Herr zu werden; es gelang ihm nicht. Et kam in feiner düsteren Behausung an, hoste einige Flaschen Wein hervor und trank, bis er berauscht niedersank und in einen festen Schlaf verfiel. — Daneel wollte sich der Gedanken an Gertrud entschlageu, wollte sie vergeffen, aber unwillkürlich verwebte sich ihr teizmde- Bild in seinen Träumen, zauberte seine Phantaste ihre holde Gestalt immer wieder von Neuem vor seine Seele. Die unbändigste Leidenschaft für ste bemächtigte fich seiner und et schwur, sie in seinen Bsitz zu bringen, wöge efl auch kosten, waS es wolle.
„Ist ste nicht meine B.wloble?" rief er wild; „Hal sie verachtet, ste haßt, sie verabscheut mich--doch umsonst
die süße Braut ist mein, ste wird mein Weib, sie wird bk
«er ren,: Pfeil ost» stier i tarn» le V» sichert ibt Ei
LsgesSerfcht
Die „Nationalzeitm'g" konstatirt heute, daß der Ptä- des Evangelischen ObetkirchenraihS Dr. Herrmann 6t. Majestät oem Kaiser seit geraumer Zeit ein ssungSgeflrch eingereicht habe. Wie unfern L fern sich fein wird haben wir die erwähnte Thatsache be
vor einigen Wochen gemeldet. U bet dm Anlaß de« fsungsgefucheS kann -in Zweifel richt bestehen. In ichtetcn Kreisen ist man darüber einig, daß der von der Kirchenbehörde ein entschiedene- Vorgehen die durch dm Protestantenverein vertretene Richtung t. Die Hoffnung der „Nationalzeitung," daß die ng der Differenzen nicht aussichtslos fei, kö iven
nach unferen Informationen in keiner Weife theilen.
nicht» gehindert wurde. Alle diese in russischen MilitSr- kr.ism kurfirenden Gerüchte, von welchen schon der Ge- wiffenhaftigkeit wegen Akt genommen werden muß, vermögen doch die Ueberzcugung anderer Kreise nicht zu erschüttern, daß Piewna bi» zum 10. Dezember (n. St.) kapitulirm dürfte und kein Sturmangriff unternommen werden wird."
Aus Konstantinopel wird der Preffe geschrieben: „Seit einiger Zeit schweben durch Vermittelung Deutschland- zwischen Rußland und der Pforte Verhandlungen wegen Austausch von Gesangmen. Dieselben führten jedoch nicht zum Ziele. Dcm mssischm Oberkommando war es vornehmlich darum zu thun, den in Gefangenschaft gerathenen Ttadne Lieutenant Putschtschin zu befreien und und eS wurde zum Tausche für diesen einer der in Asim gefangenen sechSzehn Paschas angeboten. Die Türkei ging jedoch nicht darauf ein, worüber der Vermittler, Prinz Renß, nicht wenig verstimmt sein soll." Ein englisches Blatt erzählt, daß Rußland für dm Einen Mariae Lieutenant alle sechzehn Pascha- angeboten habe und daß die Pforte in Anerkennung der außerordentlichen Fähigkeiten diese- Lieutenants und der Fähigkeiten ihrer Pascha- auch auf diesen Tausch nicht eingehen zu können erklärte.
Dnttjchtß «»ich.
•• Berlin, 4 Decbr. Die vielfachen Meldungen namentlich in Wiener B ittern über Vorschläge, ein Provisorium in Bezu, auf den deutsch-österreichischen H ndelS-
De, fchvarzc Stier.
Erzählung von Rudolph Wellnau.
(Fortsetzung.)
"Die Festlichkeit war aufs Beste und Freigiebigste auSge- stet und alle überließm stch der frohest-n Laune und Kklaffendstm Fröhlichkeit, Eben hatte man das Braut- k wieder hoch leben lasten, als die Magd herein kam und ü Hausherrn noch einen Gast, der fich verspätet meldete.
Der Gemeldete, ein junger stämmiger Landmann trat [i man hieß ihn willkommm und der junge Mann rot auf das Brautpaar zu, ihm feinen Glückwunsch ^bringen. Einen Schritt vor dem Paare blieb er »ich wie angewurzelt stehen fein Au ge heftete fich ft irr Iben Bräutigam, Entsetzen lähmte feinen Körper und «Glieder zitterten ihm wie Espenlaub. Aber auch der chttigam wurde uuruhig und ve-fäcbte sich dergestalt, daß
* ein Marmorbild vor fich zu haben glaubte.
Mit Staunen und Verwunderung sahen die Anwesmdm s seltsamen Geberden der beiden Miiner zu, als der ■bige Pfarrer de- Dorfes, der stch ebenfalls bei bet Mschaft befand, stch erhob, den noch immer zitternden heu Mann derb schüttelte und ihn fragte, waS er "Da streckte dieser die gittertbt Hand au», deutete auf »seine sütchterliche Aufregung schlecht verbergmdm Bräu- Ml und mit dem gräßlichm Ruf: „Der schwarze hl“ wandte er fich und eilte, wie vorn panische!, Mcken verfolgt zur Thüre hinan-.
Win Schnckm-schrei tönte aus dem Munde der An- Wden. Alles rannte wiid durch einander und drängte «Thür hinaus. Die Braut in Ohnmacht gesunken, die |th waren betäubt und Daneel der nunmehr seine ganze
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t n «.Artend) in granlturt a.M.; lUlCltaitnftein & Vogler in „ fcrffurt a. M., Berlin, f, Cöln ic.; Rudolf > in Berlin, Frankfurt a. M- re.
Erscheint täglich außer den Werttagen nach Soun» und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen Beilage „-»nftrirte« •eeBUtOlett" durch die Erpeditio» (Roch'fche Suchdruckerri) bezogen 84 Mark, durch die Postämter be» Deutsche» Reiche- 8 Mark 5» Pf,, (exl. Bestellgebühr). — JnfertionSgebühr für die gespaltene Zeile !• Pf,. Für in der Expedition za ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 8S Pf,. berechnet.
iKlage geführt, daß unsere öffentlichen Säulen zu viel hnlehmev. Schul-Svp.'rintendenten und Schulvorstände i hm einen begreiflichen aber durchaus nicht berechtigten 3t5n^' slj darin, die Zahl der fogenanntn „Studie-" oder rgegenstände von Jvhr zu Jahr zu vermehren. Sind ,6'z“'T ter einen Stadt ein T utzend Lehrgegenstäi de in d-n
®ff*kaätn nimmt entgegen: ,lÄ^bitiott d.vlatte-,
.—«t.vum, ^».„^.ndigste leiden. Uiter b<m Noch »jgtzen aber verstehen wir die drei Elementarzweiae: g, Schrcibm und Rechnen. Sie bilden da- Fundament Werd, allgemeinen Bildung und eS kommt all S darauf an, it stehi । die- Fundament in der Jugend gründlich gelegt wird, ermann & n6 der spätere Oberbau gehörig darauf stützen eiSliste» B-
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition ».Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herma».»'tche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in
Elberfeld; C. Schlotte in
Bremen.
tylan aufgenommen worden, fo muß die andere die si ncthwendig auf dreizehn vermehren, denn man kann *8*“^ doch nicht bieten Lfien. Darunter muß dann seibst
här.dlich da» Rothw.ndigste leiben. Uiter d.m Noch
G.fätzrlia deS vecabscheuteu RüuverS dts an» Ende ihrer Tage.« -
Sein rollende» Auge leuchtete im düsteren Glanz und fein ganze» fürchterliche» Wesen bekundete, daß es ihm fürchterlicher Ernst mit seiner Drohung sei.
Er zog andere Kleider an und machte stch so unkenntlich als möglich, und zog auf diese Weise Erkundigungen Über Gertrud und deren Eltern ein, verschwelgte in unsinniger Wuth die so blutig geraubten Gelder.
Gertrud war nach jenem sürchterlichm Abend ihrer Set» lobung mit Daneel in ein hitzige» Fieber verfallen, da» jedoch bald durch bk stark- Natur deS sonst zarten Mägdleins besiegt wurde. Nur hatte jener Abend eine stille Melancholie bei ihr zurückgelaflen, die stch selbst auf ihrem bleichen Gesicht auSprägte und die» nur um so schöner und reizender erscheinen liefe.
Nachdem Daneel dies in Erfahrung gebracht, sann er darauf, das liebliche Wefen in feine Gewalt zu bringen. Daß die» nur durch List und Gewalt geschehen konnte, war ihm nach den vorher gegangenen Ereignissen einleuchtend, und bald war er mit der Art und Weise der Ausführung zu Stande. —
Et hatte stch längst wieder ein rabenschwarzrS Roß gekauft und diese» sollte ihm jetzt bei der Entführung Gertrudens dienen.
E» wat eine finstere Nacht; am Nachmittage vorher hatte fich ein schweres Gewitter Über die Umgegend entladen, und noch wehten die Nachschauer deffelben fort, noch heulte der schrecksiche Sturm durch dm Wüd und knickte hundertjährige Eichen wie dünne Stäbchen, noch rauschte der Regen in Strömen hernieder und praflelte gespenstisch auf das Liubdach de» Waldes; aus der Ferne rauschten gewaltig die Ströme de» Wasser» gleich wild« SturzbSchm von
Ittl : 43.
auf
Dieselbe Klage, die neulich im prmßischm Abgeordne- e laut wurde, finden wir in dem in Columbus, ndolliuLPy^ Nordamerika) erscheinenden „Westboten* *. Unter gnettesHlleberschrist „Allzuviel ist ungesund,* heißt e» da brjöf» bet ViellHretei in den Volksschulen: 8s wird viel-