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Marburg, Mittwoch, 5. December 1877.

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Unsere 2. Compagnie fand in Rothenditmold Quartiere, welchen Mannschaften und Officiere ohne Ausnahme wohl zufrieden waren; in dem lobenden Urtheil darüber ... alle einstimmig. .

Montag den 24. September fand dann unser feier- r Einzug in Kassel statt. Ich kann mich in der Le­ibung desselben wohl kurz fassen, da allen meinen Ka­rden , die ihn mitgcmacht haben, derselbe sicher noch e lebhaft im Gedächtnis steht und alle Zeit stehen wwd. bemerken will ich, worüber man ja auch im ganzen, Hessenlande in jenen Tagen einig war, daß die a>dinzialhauptstadt alles aufgebolen hatte, um unseren , g würdig zu feiern und überaus glänzmd zu machen. Das Wetter war an diesem Tage wider alles Erwarten ,kr geworden und hatte sich schon in den Morgenstundm Schaltet, daß es einen freundlichen Tag erwarten ließ. Dem erhaltenen Befehle gemäß feilten um 8 Uhr gens alle an dem Einzuge theilnehmende Truppmtheile der Eisenbahn bei Wilhelmshöhe stehen. Demgemäß, wir einen ziemlich weiten Weg bis dorthin zurückzulegen ten, marschirten wir bereits um 6 Uhr von Rvthendit- ab. Daß stch's heute ein gut Theil besser marschiren —als am 26. Juli vorigen Jahres, am Tage nach un-

Ausschiffung in Germersheim, braucht wohl nicht

Iu8 Paris meldet der Telegraph von gestern: Der «schall. Präfibent hat heule Vormittag Dufaure empfan» He Zusammenkunft dauerte eine Stunde. Die Depu- dv der Versammlung von. Kavfleaten und Fabrikanten" idr heute Morgen von Oberst Vaulgrenant, dem Adju- tm deS Marschalls, empsangen. — Die „Ag.nce HavaS" ichtet: Der Marschall-PrLstdent hielt heute Vormittag btt Zelt, als die Deputation der Versammlung von mten und Fabrikanten vorsprach, unter seinem Vorfitz Ministerrach ab und konrte daher die DelegirteN

empfangen. Da der Marschall jedoch bereits am Morgen dem beabsichtigten Besuch unterrichtet war, hatte er seiner Adjutanten mit dem Empfange der Delegirteu

■, um vevselben zu erklären: der Marschall ersuche da ihre Verstellung augeaschetolich die 8>ge deS Han- mtd der Gewerbe betteffe, dieselbe bin kl dem HavdelS- mitzuthetlcv, der kompetenter als irgend ein anderer jjm mit ihnen derartige serielle Fragen zu erörtern.

nders versichert zu werden.

Um Vi9 Uhr morgens standen die zum Einzüge be- mtcn Truppentheile in Paradeaufstellung an dem ange- csenen Sammelplatz, wo fie von Seiner Epcellenz dem

den christlichen Gebieten an der unteren Donau gemacht werden. Bezüglich der hier zu treffenden spcctellen Arran­gement» werden die Wünsche und Interessen des Wiener KabinetS wesentlich maßgebend sein. BorauSstchtlich wird Oesterreich in Bosnien ein Hinterland für Dalmatien zu gewinnm und an der unteren Donau seinen berechtigten Einfluß zu stärken suchen. Deutschland aber wird sich die Uaterstützung oller dahin zielenden Ansprüche Oesterreich» besonders angelegen sein laffen/ Daß der zu erwartende Fall Plewna'S dem Kriege bereit» ei« Ziel setzen werde, wünscht und glaubt da» Blatt nicht. „Nur auf einen voll­ständig durchgekämpsten Krieg pflegt etti daaerbattr Frieden zu folgen, der Fall von Plewna aber konstatirt in militä­rischem Sinne noch keineswegs ein« volle Entscheidung. Halb auSgekämpfte Kriege, wie der Krimkrieg, der italienische Krieg von 1859, führen immer nvr zu faulen Frieden»- schlüffe», die den Keim neuer unvermeidlicher Konflikte im Schoße tragen/

Ueber den Prinzen Haflan und die egyptischen Truppen schreibt man der Pöltschen Correspondenz au» Konstanti­nopel, 23 November: «Vor wenigen Tagen beschied Prinz Hllssan telegraphisch den Geschäftsträger seine» VaterS in Konstantinopel zu sich nach Varna, um ihm ein selbst auSgear- beiteteS Memorandum zu übergeben, welches die zahlreichen gegen die Ehre der egyptischen Truppen gerichteten Anklagen zu widerlegen bestimmt ist. Der Verfasser deS Memo­randums zeigt sich vornehmlich von Telegrammen und Korrespondenzen des Daily Telegraph und der Neuen fr. Presie beleidigt, in welchen die egyptischen Soldaten offen der Feigheit beschuldigt wurden. Ebenso wendet stch da« Memorandum gegen die Berichte Mehemed Ali Pascha», welcher die Egypter fälschlich angeklagt hat, ihn bei seiner OffeNstvbewegung am 21. September im Stiche gelassen und dadurch znm raschen Abbruche derselben veranlaßt zu haben. Am Schluste dieser 14 Seiten langen Widerlegung resumirt Prinz Hasian die Verbindlichkeiten, welche die Türkei gegen Egypten eingegangen und nur allzusehr ver- gesien zu haben scheint. Egypten, sagt das Memorandum war der einzige unter allen der Türkei tribütären Staaten welcher nicht zögerte, unaufgefordert Geld, Waffen, wohl- diSclplinirte Truppe«, Pferde, Geschütze, Schiffe, den Sohn seines Herrschers, ja Mit einem Worte Alles zur Verfügung zu stellen, was e» nur immer konnte, (ägyptische Schiffe, die Dachten des Khedive mitinbegriffen, waren e» welche die Truppen Suleiman» rasch nach Salonichi brachten und e» ermöglichten, die Ruffcn in ihrer Offeafive aufzu­halten. Vor Kurzem erst wurden 100,000 Gewehre mit Munition und drei wohl ausgerüstete Hospitäler mit 300 Betten von Al xandriev geschickt. Mit welchem Danke

General von Bose mit einer Ansprache, die jedem von unä zu Herzen ging, begrüßt wurden. Unmittelbar darauf er­schien S. K. Hoheit der Kronprinz mit dem Prinzm Wil­helm K. H. und zahlreichem Gefolge; sie wurden mit lautem, fröhlichem Hurrah empfangen, worauf der Kronprinz die Front entlang ritt und jeden Truppentheil besonders be­grüßte. Darnach wurde der Triumphzug nach Kassel hin angetreten. Wir marschirten, das 1. Bataillon voran, die Wilhelmshöher Allee entlang bis an dm Haupteingang zur Stadt, wo bei einer prachtvollen Ehrenpforte die Spitzen der Behördm, die Geistlichkeit, die Zöglinge der Kriegs­schule u. s. w., natürlich auch eine zahllose Mmge Schau­lustiger aus Nah und Fern, zu unserem Empfange sich aufgestellt hattm. Leider konnte die von dem Oberbürger­meister der Stadt Kastel hier an Seine Kaiserliche Hoheit den Kronprinzen und an die mit ihm einziehmdm Truppen gehaltene Ansprache bei dem Wogen der Menschenmassen nur von wenigen verstanden werden.

Unter dem Geläute aller Glocken und dem Donner der' von der Artillerie abgegebenen Salven setzte sich bann unser Zug wieder in Bewegung. In der prachtvoll geschmückten Königsstraße, in der trotz ihrer Breite wegen des dichtge­drängten Publikums nur kaum genügender Raum zum Marschirm blieh, regnete es Kränze und Bouquets — un6 so ging'« auf. unserer ganzen via triumphalis bis auf den Friedrichsplatz, wo wir Paradeausttellung nahmen und dann im Parademarsch vor S. K. H. dem Kronprinzen und der Generalität vorüber defilirten; auf den Parademarsch hatten wir uns alle am meisten gefreut — und glücklich der, welcher ihn mitmachen konnte.

Damit war denn der eigentlich solenne Theil unseres Einzuges vorüber und der Nachmittag und Abend des Tage« wurde dem Vergnügen gewidmet. An ein gemächliches Zu­sammensein mit meinen Verwandten und Bekannten, die ich

mj nimmt entgegen: Mtbition d.Blattes, Nnnoncen-Bureaux Dietrich & Co. in j and Hannover; Th. zchin Kranksurt a.M.; -tfiein & Vogler in •tat 6. M., Berlin, Köln rc.; Rudolf Jin Berlin, Frank-

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Ueber die gegenwärtige Lage der orientalischen Frage bt die -Echtes. Ztg.": «Rußland wird feinen Frieden „ und ohne Vermittelung mit der Türkei schließen, aber aitb im Einvernehmen mit Deutschland und Oesterreich kln, e» wird stch durch Schonung der Interessen dieser te eine Stütze schaffen, die ihm gegen fremden Eiu-

Sichernng gewährt. Da» Resultat de» Frieden» ein Landerwerb in Asten sein, in Europa aber wird Anfang mit der Bi düng selbstständiger Staaten au»

Da» neueste Reichsgesetzblatt enthält die Bekanntmachung istfmd die Ausgabe von Schatzanweisungm im Betrage 120 Millionen Mark vorn 1. December 1877.

Berlin; W. Thienes in Elberfeld; E- Schlotte in Bremen, t

W «eich.

## Berlin, 3. Dec. Mit erstaunlicher Sicherheit «jld in verschiedenen Cörrespondenzen bald behauptet, daß Fürst Bismarck erst nach Weihnachten hierher zurückkchreu

unter benLahne,n^es Sroj» jenen großen

: Tagen trug, meinen Gruß Und" zugleich^ den Wunsch zu ; richten, daß doch mti allerwenigste« bei ihnen basGedächt- i ms dieser Zeit, bt? „vor siebest Jähren" wir gemeistsgm burchlebten, sobalb entschwinben möge. Um es astfzusrischen, bazu sollten, wie im Eingänge gesagt, diese Zeilen bienen unb hoffentlich haben sie im Herzen einch jebm, in besten

: Hände sie gelangtest, tiefen ihren Zweck' erfüllt.

i Großes unb Wustberbstres war es, was wir erlebten i von unserem ersten Schritt über bie feürbliche Grenze bis ; zu ben mit viel kostbareni Blstte errungenen Höhen von i Seban — unb wiederum voN den ans grünem Laub ge- । fertigten Bogen an bet Marnebrücke bei Meaux mit seiner ! Inschrift: „Willkommm in Paris!" bis Zu dem Triumph­bogen, bei uns fein „Willkotstmen in GM!" entgegen

V fürt a. M. rc. __

tSalich außer ben Werktage« nach S-uu. uub Feirrtageu. Preis f»r da« Quartal mit der ^entkcheu Vellage «'»^-»"/««"durchdtt »kpEouiK o *’*

^^ Bu»druck"rei) bejo^tH Weil, durch die Postämter de» Deutschen Reiches 1 «tert 5* Pf», (exk. Bestrllgebühr): - ZusrrtionSgebähr ftr die gegolten« Selle t» Pf«.

«uchdrn-eret, btt ^pebition zu erthrllendr «uskuuft und Annahme von Adreffeu werden 15 ?f«. berechnet. ____________________________________

ist Kastel getrosten, konnte ich jebochstrr hörte nicht benken; wir konnteir wohl, nachdem bas Mittagessen, in ber Reit­bahn! bes Husaren-Regimentes, wo unser ganzes Bataillon gespeist würbe, vorüber wär, einige^ Sturtben des Nachmi^ tags dazu verwendest, in dest prächstg geschmückt«, Maßen ütnherzuschlenbrrn, abends nHm nuch jedoch ein Diesig, ru dein ich commanbrrt war , in Anspruch; ich hatte nämlich ist einer Gastwirthschast , wo unsere 1. imd 2. Mmpggnie freien Tanz hatte und wo eS natürlich sehr lustig hergmg, für Äufrechterhästü'ng ber Örb’nung zu sorgest. , ,<rj

Wn 26. September ntorgens um 8 Uhr würben W in ber Kaserne von unseren seitherigen Chefs entlaßen unb bereits um 1 Uhr hatte ich Kastel im Rücken unb fuhr fröhlichen Herzens südwärts, zunächst bis Marburg und Umgegend. -— .

Damit hat denn meist Kriegstagebuch ein Ende .nad ich kaiist die Feder, die ckid dazu diente, es nieberzuschrckben, aus ber Hastb'stgen', aber' ich w D bids, nicht tMt ohne

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b.vlatte», sowie d.Annvneen-BureaUk von ®. L. Daube & Co. in Kankfurta.M.; JLger'sche Buchhandlung daselbst: Hermmm'sche Buchhandl daselbst; Jnvalidendank in

, [3< Ui „Times"' unterzieht den jüngst von der „Norvd. »hit- i . ot0/ veröffentlichten Artikel über die Entwickelung ren-1 Ätschen Marine einer eingehenden Besprechung und mkt cm Schluffe: „Ohne anznvehrnen, doß Deutsch- nt M« tz sxhr bald zur Stellung einer leitenden Seemacht ge- Bilt bfttfte, ist e» nr möglich, nicht die in allen Vvr- büagt bewiesene Energie, sowie die Vorsicht, welche eine tinneti fc g%enge derselben bekundet, zu bewundern. Wir sollten ~—■ mg nicht nur eine Lehre, sondern auch eine Warnung m. Es giebt jetzt einen kontinentalen Staat, der auf ’' Stekliegsührung dieselbe Methode, Wissenschaft uNd 'p' HU Anwendung bringt, welche seit Kurzem die KriegS- n.‘ g auf dem Lande umgewälzt habm. Es ist keineswegs ^reiflich, daß ein ähnliche» Ergebaiß in Bezug auf die Megführung möglich ist."

fragt da» Memorandum, belohnt man das keine Opfer scheuende Egypten, welche» Alle» freiwillig that? Im Verkehre mit seinen persönlichen Freunden und in seinen Berichten an seinen Daker beschwert sich Prinz Hastan über daS Benehmen der Pforte und die Türken gegen die Egypter noch viel bitterer. Diese brirak und unverschämte Haltung bet Türken sagte Prinz Haffan kürzlich zu einem seiner Bekannten, wird ihre Früchte tragen und e» wird nicht überraschen dürfest, später zu vernehmen, doß Egypten das schwache Band, welches eS noch an die otrornanische Dynastie knüpft, zeriffeN habe. ES kann leicht geschehen jagte Prinz Hoffan, daß die geistliche Autorität deS Sul­tans in Arabien und Egypten nicht länger mehr anerkannt werde. Ohnehin sprechen die Araber schon feit längerer Zeit von ber Herstellung der Khalifenwürde in der FamUie deS ScherisS von Mekka, deren Glieder Abkömmlinge heL Propheten sind nnd ein befiel» Recht als die oltomanischen Fürsten habest. Wie mast sicht, führt Prinz Haffan eine Sprache, die in Bezstg auf die künftige Gestattung be» Ver- hältniffes zwischen Egypten und der Türkei keine sonderlich tröstliche Aussichten eröffnet?

Neueste KtiegSnachkichtesi:

Konstantinopel, 1. Derbe. Air» Sophia wird gemeldet, daß bie Positionen Mehemed Ali'« seit vier Tagest von den Rvffen abgegriffen seien, Mehemed Ali aber bisher allen Angriffen widerftanven habe.

Petersburg, 3. D cbr. Amtlich wird au» Bogot vom 3. d. berichtet: Am 30. November besetzte da» De­tachement des General» Arnold! Tscherkesky - Kriwina am Zilbrafluß unb Kutilowiza auf der Ehauffee zwischen Lorn- Palanka und Lerkowatz. DaS genannte Detachement ist dergestalt In beständige Fühlung mit der rumänischen Ab­teilung in Lom- Palanka und dem rusflschest Detachement in Wtaja getreten.

Petersburg, 3. Beehr. Amtlich wird au» Bogot vom 2 December berichtet: Die Türken haben ohne Kampf die sehr starken Befestigungen bei Wratschesch und Lutänkowo verloffen unb stch auf zwei Wegen gegen Sophia hin zurück- । gezogen, nämlich auf der Straße von Orkhanie und auf ber Straße von Lutikowo. Am 29. Nooember befetzte die Lolonne bes Generals Ellis die von den Türken veriaflenen Postitonen und verfolgte am 30. November die Türken bis ! Stab Konak, jenseits be» Engpässe».

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tzebuch eüwe DretunbachtztgerS au» »em deutsch - sruu- zöftsche« Kriege 1870/71.

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