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Marburg, Sonntag, 2. December 1877.

xn. Mrgaifi.

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AnlikUchk Jeitnng

i nimmt entgegen: bitten d.Blattes,

tii^nnoncen-SBureaur t Jfc. Dietrich & Co. in fd und Hannover; Th.

Injeigen nimmt entgegen: die Expebttton d.vlatte«, sowie d Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Stantfurt e. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; H«rma>.»iche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in «Ibetfelb; 6. Schlotte in

dxitaint ttalich außer den Weritaz-n nach Soun» und zeiertagen. Preis für das Quartal mU der wöchentlichen BeilageZMuKrirted Sexateeillett" durch die Srpedtttvn (ktoch'fche Buchbruckerei) bezogen 81 «art, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 8 Wert 5« Pf,, (exl. Bestellgebühr). Jnsertionltzebühr für die gespaltene Zeile 1» Pf,.

Mr in der 6r»ebition zu ettoetlenbe Kuslunst und Annahme von Lbreffen werben 85 Pf«, berechnet.

pich in Frankfurt a.M.; -irnftein & Vogler in Jffurt a. M., Berlin, >,jz, Köln Rudolf ä{ in Berlin, Frank-

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P.littschr Wüchal-Letnstcht

J. 1 k. Die würtembe.g-sche Z« n)fl sitzens wurs aber dir Silltt g ».immer deS baiiijjca

Kite Kammer deS basischen Landtages verhandelte die

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arten Stimmen der Kammer.

Rach längeren heftigen Redtkäwpfen ist der öfter chifche Reia Srath endgültig in der Frage des Bank MS jchiüjstg geworden. Zn der Sitzung vom 27.

er wurde der Minderheit« - Antrag Herbst, durch

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'fr den Monat Deeemher werden auf die Oberhessische Zeitung" nebst Gratis­lageJllustrirtes Sonntagsblatt" von sämmt- «n Postanstalten Bestellungen entgegengenom- » ebenso in Marburg von der Expedition.

j Am Montag empfing der Kaiser den chinesischen ®e» bttn Liu hst huug ta feierlicher Audienz und nahm dcsi o Waubigungsfchreiben entgegen. Im Abgeordnetenhaus . ygn noch mit der veratbung de« KultllSetatS befchäs- fJ , wobei eS an kultmkampflichen Ausfällen un- «nrriffen *3 i fehlt. Ja Baiern fühtte die Ablehnung der Budget- imiwg für Umgestaltung der forftwiffenfchaftltchea Un- [q richt« Anstalten zu einem Personenwechsel an der Spitze > Finanzministeriums, indem der Finaazminister v. Beer K Entlastung begehrt und au seine Stelle der M mste- - Director und Bevollmächtigte zum BundeSrathe von ,<6 ht> mI ernannt wurde, nacheem ver zuerst bruttne Bank reeto: v. Landgraf aus GefundheitStückstchtea abglhnt ' -r Die würtembe.g-fche Zweite Kammer b räch einen ~ ; der Voiksfchullehcer. Die

vkadl ste auf d e Throarede uvd genehmigte den Ent )edien«W ihre« Vic Präsidenten Äiefer gegen d e weniger ultra

die Ecnmuuog der beiden Vicegouverneure der gt den Regierungen überlafien wird, in namentlicher ng mit 144 gegen 119 Stimmen angenommen, te- Afbtm ungarischen Sbgeordneteuhaufr hatHrlfy eine In rQation eingebracht, dahin gehend, ob die Regierung Sttion in der orientalischen Frage noch immer nicht augezeigt oder wenigsten« einen VermitttnugSversuch für steu erachte; der Antrag auf Aushebung der Tose«, ist vom Hause ab^elehnt.

,4« italienische Parlament hat am 22. d. seine ngen wieder begonnen, nachdem r« am 20. d. bei r Versammlung der liberalen Mehrheit zum Ausscheiden radikale» Anhäuger CairoU'S gekommen war. Die kabahnverträge stnd inzwischen unterzeichnet worden uvd Bub darüber wohl demnächst in der Kammer zu erreg- i Verhandlungen komm en. Die Rachrichtm über daS e B.findea Ptu«' IX. scheinen di.Smal nicht ganz ua- rüadet zu sein, so ost auch bisher die kräftige Natur PcpsteS alle derartigen Gerüchte widerlegte.

(gortfebnng.:

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Aor sieben Iayren.

«ebuch eine» Dreiuubachtjigers au» dem »«Usch - frau- ,-fischen Kriege 1870/71.

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114-

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So war ich dmn wohlbehalten, frisch und gesund wieder theuren Orte angelangt, wo ich nun von länger einem Jahre von dem Baterherzm unter blutigen inen, denn es war ja vielleicht auf Nimmerwiever- Abschied genommen hatte. Schwere Sorgen waren, zwar mit Recht um mich getragen worden in dieser , aber alle die Sorgen des Vaterherzens hätten mir Haar auf dem Haupte erhalten können; einen besseren ft haben mir wohl seine Gebete geleistet, und daß der Gott diese und meine Gebete erhört und mich gnädig htt hat in all den tausend Gefahren, welche ich be- mußte, dafür will ich ihm wie an jenem frohen end meiner Heimkehr, so alle Tage meines Lebens meinen igen Herzensdank gern und freudig zollen.

u Vias nun noch aus den letzten Tagen meiner Ange- kigkeit zu dem mobilen 83. Regiment zu berichten ist, kurz erzählt.

r . .Tas 1. Bataillon, dem ich angehörte, hielt am 1. Sep- Lne» e» -n le sycrt galant auf einem großen, freien Platze t Gedächtnisfeier der Schlacht von Sedan ab. Der MonSführer, Major von Schorlemmer, erinnerte die . vmschasten an die große Bedeutung diefts Tages und t »ß seine Rede mit einem Hoch! auf 'Seine Majestät /Kaiser. Dann traten sämmtliche Inhaber des eisernen A>.«4,lM^etz yar und vor ihnen befilirten die Compagniem m rademarsch vorüber. Nach Beendigung der Parade zogen , Compagnieen wieder in ihre Garnisonen zurück und ' \v die erste, dritte und vierte nach le Bert galant und

Endlich ist in Frankreich nach langen Wchen ein neues Kabinet ans Licht g treten, aber kaum wursen stmalS Minister bei Antritt ihres Amtes von Prefle und D-pu- tirtenkammer fo schnüre behandelt, a'.s die Mitglieder dieses Geschäfts-Ministeriums, wie es sich selber nennt, oder deS Kabinets derDurchgefallenen", der .Lakaien",obscnrm Menschen" u. s. w., wie eS sofort getauft wurde. SlS in der Kammer am Sonnabend dir Leute vom 23. November erschienen und durch eine Erklärung sich als Beschwich­tigungsminister einzuführen suchten, zeigte sich der Senat nachsichtig in der Form, obwohl die neuen Leute weder bei der Linken noch der Rechten, allerdings au« ganz verschte denen Ursachen, gefallen; die Mehrheit der Depulirten- kammer dagegen nahm nach einer tben so glänzenden wie t*ef einschneidenden Rede von Marcä.e eine motivtrte Tage» ordnung an, welche durch Fastung und Inhalt gleich denk« würd'g ist uno lautete:Ja Erwägung, daß da« Mtatße- rium vom 23. November : urch seine Zusammensetzung und seinen Urspiung die Verneinung der Rechte der Nation und der Reckte deS Parlaments ist und die Krist«, welche seit dem 16. Mai auf dem Lauve lastet, nur erschweren kann, erk'ätt die Kammer, nicht mit diesem Ministerium in Ver­bindung treten zu können, und geht zur Tag-Sordnung über." Dieser Fuß ritt empörte im Ely öe jo, daß Mac Mahon ÄbcndS bei dem Empfange äußrite, er habe Frie een an bieten wollen uns sei hieran gehinrert wocd », jetzt wette er den Kampf energisch sortsetzeu.

Die Eroberung von Kar« schein in England denn doh eine größere EcreguNj hervorgerusen zu Haven, alS , sich anfänglich erwarten ließ. Die Stimmen der meisten sed uteuvm konservativen Blätter forcetn laut ein Heran«, treten aus der bisherigen abwartenden Stellung uuo er­klären den Zeitpunkt für gekommen, wo die R gterung ihre Politik der beotugt.n Neurralttjt in eine des thatkräftigen Einschreitens verwa ideln wüste. Lord Beaconsfield scheint dagegen erst dann zu einem solchen Auftreten entschlossen, wenn die Rusten nach einem abermaligen Ueberfchrttten oe« Balkans Abrianopel nehmen und dadurch die Hauptstadt deS türkischen Reiches selbst bedrohen sollten.

Aus dem Kriegsschauplätze wendet sich die Auf­merksamkeit vorzugsweise dm Versuchen Meyemed Alt'«, vom Südwesteu her, zum Entsatz auf Plewna vorzurücken, sowie den Bemühungen der Rusten zu, dem Vordringen destelben nach dem Norden zu wehren. Die Unteroeh- wungen der Rusten find nach ben neuesten Nachrichten nicht ohne Erfolg geblieben. Während Mehemev Alt mit bet Neubilbung eine« Heeres in Orchanie beschäftigt ist, habm bie Russin, nachdem sie sich schon vor einiger Zett in ben Bi fitz mehrerer nördlich nab nordwestlich gelegenen Punkte gesetzt hatten, sich jetzt auch bet östlich und sehr nahe bet

Vaujour, die zweite aber nach Livry; in ben Garnisons­orten ist bann abends noch in fröhlichem Zusammensein ber Tag von Sedan weiter gefeiert worben.

Am 13. September ging bie 2. Compagnie, und zwar zum letzten Mal, von Livry nach Meauy. Die Aussichten batb nach Hause zurückzukommen würben von jetzt an immer gegründeter und waren gesichett, als am 19. September bereits die Fourriere weggingen.

Am 21. September nachmittags 4 Uhr wurde das 1. Bataillon auf dem Bahnhofe von Meaux eingeschifft und langte am 22. September morgens um V,8 Uhr in Bar le Duc an, wo bie Mannschaften Kaffee erhielten; Mittagessen gab's in Luneville unb abends 8 Uhr in Saar­burg wieder Kaffee. Dort blieb ber Zug die Nacht bis morgens 4 Uhr, fuhr bann bis Saverne, wo eine Stunde lang Aufenthalt war, unb erreichte morgen« VilO Uhr ben Bahnhof von Straßburg, wo bie Leute Mittagessen be­kamen unb bann angewiesen würben, ihre Monnrungsstücke auszuklopfen unb zu reinigen. Um 4 Uhr würbe roieber eingestiegen und weiter gefahren, nachts um 1 Uhr am 24. September Heidelberg passirt unb um 4 Uhr morgens Frankfurt erreicht, wo zwei Stunben gehalten wurde.

Da mir mein Freund und Kamerad St. von Meaux aus iu die Heimath einen ganz genauen Plan ber Fahrt, welche das Bataillon zu machen hatte, mitgetheilt, so konnte ich mich ganz gut einrichten, um ben Zug, der es besördette, in Gießen zu treffen, wo er Sonntag ben 24. September morgens 10 Uhr in ben Bahnhof einfuhr. Die Leute warm trotz der langen und anstrengenden Fahrt so mobil wie selten, und degrüßtm dieMittagsstation" Gießen mit einem Hurrah, vor dem man alle Achtung haben mußte.

Um Vil2 Uhr passtrten wir dann Marburg, auf besten Bahnhof sich eine Anza. I Reservisten zu dem Zwecke ein- gefunoen hatten, ihre heimkehrenden Äameraben noch einmal

Orchaitte belegeneu festen Plätze Prawza und Etropol be­mächtigt. Am 23. nahmm die Rusten nach zweitägigem Kampfe die schwer zugängliche, stark befestigte Stellung bei dem Dorfe Prawza und trieben die Türken in großer Un­ordnung in die Flucht. Und am Tage daraus, wurde gleichfalls nach längerem Kampfe die befestigte Stadt Etro­pol eingenommen. Die Lage dieser Stadt ist eine solche, daß von dort auö der Weg zwischen Orchanie und Sofia abgeschnitten werden kann und daher die Armee Mehemed Ali'« in ihrer Rückzugölinie bedroht ist. ES ist daher nicht unmöglich, daß die Türken sich veranlaßt sehen, ihren Rückzug nach Sofia anzutreten, ohne ihre Absicht, Osman Pascha au« Pl .wna zu befreien, weiter verfolgen zu können.

LsgefiPertchr.

DieNordd. Allg. Ztg." bespricht die deutsch österrei­chischen Verhandlungen wegm des Handelsvertrages, hebt b:bH den unpolitischen Charakter der Frage hervor und speicht den Wunsch aus, daß die Leurtheiluug ver Schritte beider Regierungen eine gerechte und wohlwollende bleibe. DirNordd. Allg. Ztg." hebt weiter hervor, daß bie deutsche Regierung den österreichischen Vorsch-ag, den Vertrag aus der Basis der meistbegünstigten Nationen ab- zuschließen, ablehnen mußte, weil die österreichischen Zu­sicherungen fast auSschli.ßitch im Jatereste Oesterreich Un­garns lagen. Da« Bleck bezeichnet die Wiedergabe oer E kiärungen des HandelsmiuisterS Chlumecky in oerN. fr. Pr." vom 25. November al« ganz umtchrig, jedenfalls als sehr ungei au uuo hebt am Schlösse thre« Artikels hervor: Nach der österreichstchen Erktämug, daß das äußerste Maß der österreichischen Zugestänonifse erreicht sei, stand die dmtschr Commission vor dem Ultimatum, eS handelte sich jetzt um aaS edifache Za oder Nein und im letzterm Falle um die loyal« Erklärung über die Motive eine solche loyale Erklärung sei doch auch in der Schluß­sitzung gegeben worden. Der .ReichSanz." enthält eine kaiserliche Verordnung, solche den E.saß Lothringischen Landesausschuß auf den 8. Dezember nach Straßburg ein- betuft D:m Abgeordnetenhause ging ein Gesetzentwurf über die Umgestaltung der sächsischen Domstiste zu.

BuS dem jetzt vorliegenden Lerichte der Budgetkommisston de« Abgeordnetenhauses dürste nur das finanzielle Gesammt- r.sultat der Beraihung hervorzuheben und demnächst über ote Frage der Deckung deS fielt« zu berichten fein. ES find von der StaatSreginuag in Anspmch genommen: a. In dem Entwurf zum Staatshaushalte etat als einmalige und außerordentliche Ausgaben 31,002,221 M., b durch ben Gesetzentwurf b tr. bie AufnahM! eitler Sn rihe für

zu begrüßen. In Treysa wurde in freundlichster und dan- kenswerthefter Weise das ganze Bataillon mit Speisen und Getränken bewitthet. Hier fand ich auch auf dem Perron meinen lieben Vetter H. aus Z. (ben leiber wenige Jahre darauf ein früher Tod feiner Familie und seinem Wirkungs­kreise mtriß), wie er mit außerordentlichem Eifer Lebens­mittel und Getränke an die Mannschaften vertheilen half; ich wurde von ihm unb meiner gleichfalls anwesenden Cousine auf das Herzlichste begrüßt, mußte mich aber, da unsere Aufenthaltszeit abgelaufen war, nur zu bald von ihnen trennen, was ich mit dem Versprechen eines baldigen Be­suches in Z. und dem Wunscheauf fröhliches Wiedersehen in Kassel!" that.

Unser Zug setzte sich also, nachdem die braven Treysaer Hunger und Durst der heimkehrenden Krieger in so lobens- werther Weise gestillt hatten, wieder in Bewegung. Die Hoffnung, daß der strömende Regen, der schon seit dem frühen Morgen die Fahrt höchst unangenehm gemacht hatte, aufhören werde, wurde nicht erfüllt, im Gegentheil, je näher wir dem so lange unb so heiß ersehnten Kassel tarnen, befto dichter rauschten die Regengüsse hernieder; es schien für den anderen Tag uns vom Himmel kein rechtes Ein­zugswetter gegönnt zu werden. Wenn nun dieser Umstand unserer Freude auch etwas Eintrag that, so war er doch für uns, bie wir ja ganz anderes Wetter und unter ganz anderen Verhältnissen hatten durchmachm müssen, zu gering­fügig, um die Einzugsfreude uns zu verderben.

Bei strömendem Regen fliegen wir in Guntershausen abends gegen 7 Uhr aus den Waggons, um in verschie­denen umliegenden Ortschaften noch einmal Kantonnement« zu beziehen.

lFottfetzun« folgt.)