xii. Iahri-Ug.
Marburg, Sonnabend, 1. December 1877.
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. fcfÄriat täglich außer t« Werktag» nach Sonn* und Feiertagen.
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Belastung mit Gemeindesteuern ist in den einzelnen en der preußischen Monarchie eine sehr verschie- Sa Gemeiudeabzabeu entfällt aus den Kopf der nag in der ganzm Monarchie durchschnittlich 5,44 ; — in den eti zelueu Provinzen schwankt die Be. 8 zwischen 2,63 Mark (Posen), 2,71 Mark (Pom- 3,50 Mark (Hannover) einerseits und 7,28 Mark tg Holstein), 8,67 Mark (Rheivprovioz) und 8,78 (Btanoenbmg) andererseits. Ja den Stadtgemeinden Belastung erheblich Häher al« in den Landgemeinden; vägt in den Stadtgemeivden in Durchschnitte de» Staate« 9,70 Mark und varitrt in den ein; loen eilen zwischen 4,95 Mark für die Provinz Han- 5,40 Mark für die Provinz Pofen, 5,91 Mark für »tnz Pommern einerseiiS und 10,65 Mark für die Hessen*Rastau, 12,5 Mark für die Rheivprovioz Mark für die Provinz Äcandenbnrg mit Einschluß ltn andererseits. I- den Landgemeinden beläuft en die Belastung mit Gemeindeabgaben durchschallt, auf 3,27 Mark für den Kopf der Bevölkerung, nkt dieselbe zwtschm 1,16 Mark (Pommern), ik (Posen), 2,08 Mark (Schlesten), einerseits NNV
ordentlich billigen Rechnung (wer von den geehrten Lesern noch einmal nach Sedan kommt, dem sei, falls das Haus nicht seinen Besitzer gewechselt hat, das Htztel l'Europe und sein freundlicher Gastwirth besten« empfohlen), machten wir uns dann zum Rückweg nach dem Bahnhofe bereit.
Doch so schnell ging es nicht! Ein Sedaner Bürger, dem mein Bruder in den Tagen nach der Schlacht durch Aufsuchen eines seiner Verwandten, der schwer verwundet in einem unserer Lazarethe lag, einen Dienst geleistet hatte, den er gar nicht hoch genug anschlagen zu könnm schien, hatte meinen Bruder im Vorübergehen auf der Straße wieder zu erkennen geglaubt und wollte eben, da er sich Sicherhell über meines Bruders Persönlichkeit verschafft hatte, denselben aufsuchen, als wir aus dem Thore des Gasthofe« traten. So manchmal ist dir Erkmntlichkeit der Franzosen für erwiesene, selbst geringere Dienste gerühmt worben und daß dies mit vollem Recht geschehen, dafür hatte ich hier einen erfreulichen Beweis. Mit wahrem Ungestüm forderte der Mann, sobald die erste Erkennungsscene sich abgespielt hatte, daß wir ihn in sein nicht well entferntes Haus be- glellen möchten, aber, so leid es uns that, wir mußten ihm ein entschiedenes „Nein" auf seine fo freundliche Einladung antworten. Er sah endlich, nachdem wir wiederholt vergeblich versucht hatten, ihm dies klar zu machen, selbst ein, daß es nicht ginge und richtete mm an uns die bekannte Einladung zu einer goutte, die in dem gegenüber liegenden Cafe des glaees eingenommen werden sollte, woraus er uns an den Bahnhof begleiten wollte. Ein Blick auf die Uhr zeigte Ms, daß wir noch gut eine halbe Stunde Zell bis zum Abgang unseres Zuges hatten, unb folgten darum der freundlichen Einladung. Dadurch hatte ich übrigens auch das Glück, noch einmal das mir schm im September v. I. gerühmte Cafe des glaees oder miroirs, genau weiß ich wirklich nicht mehr den Namen, zu sehen. Eine wirklich
den Monat Deeembee werden auf die „Oberhessische Zeitung" nebst Gratis- „JllustrirteS Sonntagsblatt" von sämrnt- Postanstalten Bestellungen entgegengenom- ebenso in Marburg von der Expedition.
Berlin, 29. Nov. W!e der „Rezchsanz." mittheilt, hat der deutsche Botschafter in Konsta nttnopel von der Pforte die Anzeige erhalten, daß vom 27. November an über die albanesische Küste von Spizza bis Dulcigno der Blokadezustand verhängt ist.
Petersburg, 29. Nov. Die von Pari« au« verbreitete Nachricht, daß nach bem Fall Plewna's ein Waffenstillstand geschloffen werden solle, wird von der „Ageuce Russe" für unrichtig erklärt; von russischer Gotte »erde kein Waffenstillstand zur gedachten Zeit beabsichtigt.
Wien, 29. Nov. Die „Pol. Corr." meldet an» Cattaro: Die gestern Mittag vor Antivart eingetroffene aus zwei Panzerschiffen bestehende türkische EScadre beschießt da» von dm Montenegrinern besetzte Fort Vodtvtca, welches da» türkische Feuer erwidert.
iä, CSln ic.; Rudol, > in Berlin, Frank- htrt a. M. ic.
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verlautet, soll der Reichstag für die erste Februar- eiuberusen werden. Die Zwischenzeit zwischen Neujahr Ausammertritt des Reichstags wird der preußische dazu benutzen, um seine wichtigsten Arbeiten zu führen.
i^neümnt entgegen: Edition ».Blatte», MIunoncen-Bureau Rj, Dietrich & Co. i
, «ü> Hannover; Tl
5,60 Mark (Schleswig-Holstein), 6,49 Mark (Rheinprovinz) und 6,33 Mark (Westfalen) andererseits.
Seit Beginn des Krieges haben die russischen Truppen, wie die Russische Welt rekapitulirt, nachstehmde Anzahl von Geschützen erbeutet und folgende Waffen von Gefangmeu gemacht: In Ardaghan 92 Geschütze, 1 Pascha, 1000 Offiziere und Untermilitärs. In Nikopolis 90 Geschütze, 2 Paschas, 7000 Offiziere und UntormilitärS. In Gorny- Dubniak 4 Geschütze, 1 Pascha, 4000 Offiziere und Unter- Militär». In Telisch 3 Geschütze, 1 Pascha, 3000 Offiziere unb UitermilitärS. Bei Aladsha 42 Geschütze, 8 Paschas, 7000 Offiziere und Untermilitärs. Bei Dewe-Boyun 36 Geschütze, 1 Pascha, 300 Offiziere unb UntermtlttärS. Bei Hafis - Hape 540 Offiziere und UatkrmilitärS. Bei Kar« 350 Geschütze, 5 Paschas, 17,000 Offiziere und UntermilitärS. In Summa: 617 Geschütze, 19 Paschas und 39,000 Soldaten.
Man meldet der Wiener Prefle aus Sistow, 27. November : Der Czar besuchte Sonntag die Trupp m und Stellungen des Generals Gurko bei Telisch und blieb bei dieser Gelegenheit 18 Stunden lang zu Pferde. Der Czar küßte General Gurko dreimal und überreichte ihm den mit Diamanten besetzten Tapferkeitssäbel. „Ich werde Dich und die Deinigen nicht vergessen,* sagte der Czar. In ähnlicher Weise äußerte sich der Kaiser zu den Generalen Rauch und Schuwalow. Vor der Trvppenrevue wurde eine feierliche Feldmeffe abgehalten. Die tn der Front befindlichen leichtverwundeten Offiziere und Soldaten beschenkte der Czar mit Orden und Geldbeträgen.
Neueste Kriegsnachrichten:
K o n st a n t i n p e l, 29. Nov. Die Journale veröffentlichen eine von der Pforte an die Bulgaren erlaffene Proklamation, worin dieselben an die ihnen früher gewährte Amnestie erinnert und aufgefordert »erben, in ihre Heimath zurückzukehrm.
Bukarest, 28. Nov. Die Deputirtmkammer cousti- tuirte ihre Bureau« und wählte mit 60 von 61 Stimmen Rosetti wieder zum Präsidenten. — Nelidow, Vorstand der russischen diplomatischen Kanzlei, und die russischen Großfürsten sind hier eingetroffen unb werden einige Tage hier verweilen. — Ein Telegramm deS „Romanul" meidet einen neuen Sieg der Ruffen bei RaSgrad. — Fürst Karl von Rumänien erhielt einen Tagesbefehl des Zaren, worin die rumänische Armee wegen ihrer Tapferkeit beglückwünscht wird. — Nikopolis unb Rahowa sollen von bett Rumänen besetzt werden. Zu Commandanteu wurden General Lapu und Oberst Maoriche ernannt. Die Ernennung der Civtl« beamten wird demnächst erfolgen.
Aor sieben Iayren.
eiet» TretuudachtzigerS aus de» deutsch - fran- zjstscheu trüge 1870/71.
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dessen war die Zell so weit vorgerückt, daß, »ernt vor Abgang des Zuges nach Metz etwas genießen , wir wieder nach Sedan zurückkehren mußten. Wir tften uns daher darauf, nur noch kurz das Gehölze Fond be Givonne zu durchschreiten, wo wir noch wohl erhaltene Gräber fanden, gingen bis auf die k la Moncelbe, wo wir das Schlachtfeld der Sachsen IV. Corps, links davon das der Garde und rechts Baiern vor uns hatten, und erreichten dann, wäh- unsere beiden Begleiter, um Bazeilles zu suchen, sich . trennten, wieder glücklich die Stadt. Hier kehrten demselben Cafe am Turenneplatz ein, in welchem 4. September vorigen Jahres meine bravm Ka-
nut denen ich von Givonne aus, das ich heute viederzusehen begehrte, nach Sedan gekommen war,
Glase Bier erquickt hatte. Es tfar nicht wie Tage mit lärmenden deutschen Soldaten angefüllt; lag ja dazwischen und das französische Element e wieder vorherrschend in den elegant eingerichtetm ; nur an einem Tischchen saßen zwei bairische Unter« e, sonst war alles grande nation.
tranken rasch ein Glas vorzügliches Bier, ich leerte ) das meinige heute mit ganz anderen Gefühlen, vor einem Jahre geschah an jenem Sonntage, der Düsterer Erinnerung bei mir stand und noch steht, e an ihm die hebe Sonne nicht mehr geschienen, n ging» ins Htztel zurück, wo ein ausgezeichnetes unserer wartete. Nach Berichtigung der außer-
' ~ 1 “ ___ Preis ftr das Quartal mit der wichentlichen Beilage „AßustrtrteS
PoÜächter deS Deuttchen Reiches t Merk 50 Pf,. (exl. Bestellgebühr). — ZnfrrtiouSarbühr ftr bk Für in der Orpedilwu zu erthrilende Auskunft und Annahme von Adressen werden Sst Psg. berechnet.
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Lentstzt, Reich.
#* Berlin, 29. Nov. Heute Mittag tr«t daS Staats- Ministerium zu einet Sitzung zusammen; es dürften in derselben vornehmlich Angelegenheiten zur Berachung kommen, welche später der ReichSgchtzzebung zu unterlagen haben. — Der „Ratioualzeituug" ist bereits von zuständiger Sette erklärt worden, wie unrichtig die Behauptungen sind, daß die Vorbereitungen für die Vorlage des Retchshaushalts- etatS dies Jahr besonders im Rückstände sind. ES wird dabei ganz übersehen, daß das Haushaltsjahr jetzt am 1. i April, nicht mehr am 1. Januar beginnt. Zieht man diesen Umstand in Berücksichtigung, so muß gesagt werdm, baß sett Jahren nicht die Vorarbeiten für ben Reichshauehaltsetat drei Monate vor bem Beginn deS EtaiSjahrS so i weit vorgeschritten gewesen stab, al« in biefem Jahre. — Der Ausschuß des BundeSrath» für Justizwesen wirb am 3. December in bie Beraihnng der RechtSauwaltSorbnung eintreten. — Wenn man dm Schluß de» heutigen Leitar- ttkelS der „Vofstschen Zeitung", es sei wünscheuSwerlh, baß der Schein der Jdmiiläl zwischen der Rechtspartei unb der Ministerialpartei schwinde, zusammenhält mit der neulichen Aeußerung brr „Ralionatzeiiung", er sei rntt der Fortschrittspartei, wie sie fei, ein Zusammengehen unmöglich, so möchte daraus doch wohl zu entnehmen sein, daß die von verschiedenen ©eiten längst gehegte Auffassung von der Unverträglichkeit dieser Elemente unb von b.m lediglich fiktiven Ziel einer sogenannten großen liberalen Partei eine richtige gewesen ist. — Wie zerrüttet in Frankreich die Verhältnisse nicht nur zwischen ben kämpsenven Parteien, sondern auch innerhalb der Regierungspartei selbst sind, davon gibt eine neuere AuSlaffung de» enfant terrible der konservativen Parteien, de» „Figaro", Zeugutß. Man weiß, daß gewifle Artikel de» Blattes ben bekannten St.
gelungene Einrichtung in diesem Castz! Alles, was nicht absolut von Eisen oder Holz sein muß, also etwa der Fußboden, Stühle, Tische, Sophas, sowie die Haken für bie Hüte ausgenommen, besteht in dem allerdings nicht sehr großm Raume aus Spiegeln; nichts als Spiegel, wohin das Auge auch blickt, so daß es einem schwindlich, ja ganz unheimlich in dem Raume wirb.
Nach eingenommener Goutte, die aus Kaffee und verschiedenen Liqueurs bestand , trabten wir in Begleitung unseres Sedaners, der sich noch immer in Dankesworten erschöpfte und sehr bebauerte, baß wir nicht dableiben konnten, zum Bahnhofe, bestiegen mffer Conptz und tonnten kaum noch zum Abschied einen herzlichen Händedruck mit unserem Begleiter wechseln, als der Zug sich schon in Bewegung setzte. Noch einen Abschiedsblick konnte ich auf Sedan werfen, dann ginge vorbei an Bazeilles, das ans seinen Trümmern wieder zu erstchen begann; bald lagen auch Douzy und Carignan hinter uns unb Montmedy, bie ben Hessen schon vom Jahre 1814 an bekannte Festung, würbe sichtbar. Hier muhte mein Bruder, zu dessen Amtsbezirk Montmedy gehörte, mich verlassen. Herzllche Grüße an die Lieben in der Heimath und die jhmbe baldigen, fröhlichen Wiedersehens trug er mir auf, dann noch einen, heißen Abschiedskutz — intb ich setzte meine Reffe allein fort. Ich hätte Der diesen- raschen Abschied traurig sein können, allein der Gedanke: „Es geht der Heimath zu, es geht hinweg von dem blutgetrSMm Boden Frankreich-!" überwog bald die Trauer.
Nach einer kurzen Fahri, die aber meiner heißen Sehnsucht nach der Heirnach viel zn langsam von ft oft en ging, hielt btt Zug im Bahnhof von Metz an; Hier brauchte i ich mich mir kurze Zett aufzrchalden, bi» der Zuss nach Saarbrücken abging. Eigentlich hatte ich bie Absicht, in Saarbrücken noch einen kleinen Aufenthalt zu machen und
CuUu»«inister Dr. galt hat die sämmilichen ierungeu unb Landdrosteien angewiesen die Vorder größeren öffentlichen Krankenhäuser zu be» ob und unter welchen Modalitäten sie ärztliche tobtitet in ihren Anstalten zuzulaffen bereit sein «. ES soll nämlich, wie dies von beachteniwerther t «geregt worben ist, ben jungen Aerzten Gelegenheit e werde nach überstrndeuer Staatsprüfung während längeren Zeitraum» in größeren Krankenhäusern al» Ifcjte thättg zu fein unb auf diese Weise die aus bet chtät erworbenen Kenutnlffe praktisch zu üben, ehe sie b selbstständige Praxi» eintreten.
M Anzeigen nimmt entgegen:
di« Expedition d.vlatte», A sowie dAnnoncen-Buroaux
von ®. L. Daube & Co. in ■ ■ Frankfurt a. M.; Jügerffche
■ ■ Buchhandlung daselbst;
■ M HermailU'lche Buchhandl.
■ ■ ▲ daselbst; Jnvalidendant in VB* Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
durch die Expedition («o ch'sche : gespaltene Zeile 10 Pf».
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