Einzelbild herunterladen
 

xn. Zahrglmg.

Marburg, Dienstag, 27. November 1877.

L7SL

(Olicrlirl'fifilif jntiiiig

furt a. M- rc.

lerza

durch dir Erpeditio» (Ko ch'sche iebi>t ftr die gespaltene Zelle ! Pf«.

Tjxu..» tlälich -i-b" dm Weritägeü nach Soun- und Feiertag en. Preis ftr daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage ,,31*WtirtH«M*11**1 ^^BuchdruckTret, buoaeT«! *«t, durch die Postämter d-S Deutlchm Reiches 8 Ätmrt 5» Pf«, (exl. Bestellgebühr), - Jnsertionsaebühr ftr dte w Jet in der Expedition zu erthellmde Suslm'.ft cub Annabme von Adressen werden 85 Pf«, berechnet.

ihti

Sopr.)

mit reiner stlbnheiler Stimme I

»

»Mal

tu tiflj

1877.

[295t bürg,

Längst schon waren vlr.ie verklungen, und immer noch lauschte Danerl, indem er nur leise auftrat und lang, fua vorwärts schritt, da daS Mägdlein ebenfalls nicht zu rasch ging. Ein wundersames Gefühl hatte bei dem ein­fachen faßten Gesänge deS Mägdleins die felsige Brust des in Verbrechen verhärteten Bösewicht» ergriffen, er wußte selbst nicht, wie ihm geschehen war, eine m sichtbare Gewalt zog ihn unwiderstehlich zu de« Mädchen, und eine heilige

es sei die Antwort der StaatSregieruvg im Wortlaute fest, gestellt worden. Er verlas darauf diese Erklärung, welche im Wesentlichen darauf hinaus lief, daß die StaatSregie- rung sich nicht in der Lage befinde, auf die Fragen des Abg. Richter Auskunft zu geben.

Man wog im Sonstigen denken wie man will, man. kann überzeugt sein und wir find eS z. B. daß die Regierung einen Akt der politischen Klugheit ausüben würde, wenn sie in dieser Sache nicht so strenge auf dem formalen Rechtsstandpunki verharren würde. Aber daS Ge« setz besteht und die Regierung formell völlig in ihrem Rechte, und ste kann bis zum einstigen Tode deS Königs Georg die Rechnungslage verweigern.

Nun war zu der Beantwortung der Interpellation kein Minister erschienen; wahrscheinlich weil ste durch die Er kläruug des Staatsministeriums der Rücksicht gegen das Abgeordnetenhaus genügt glcubten. Der Abg. Virchow be­nutzte aber diese Gelegenheit der Minister Abwesenheit, um den Antrag zu stellen: daS HauS der Abgeordneten wolle bischließen: «Die Gegenwart der Minister bei der Fort setzung ter Diskussion zu verlangen und die Debatte zu vertagen." Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Minister nicht in feindseliger Absicht von der Be rathuvg fern blieben, der Antrag Virchow hatte also keinen defensiven oder offensiven Charakter, und darauf eiazugehm, hatte die Majorität doch wahrlich keinen Grund. Da nun der § 34 der Geschäftsordnung wörtlich vorschreibt, daß bei der Besprechung einer Interpellationdie St llung eines Antrages unzulässig ist", so beschloß daS HruS mit vollem Rechte mit 200 gegen 151 Stimmen, daß der Antrag Virchow unzu.Ljstg sei.

Von der Verletzung der Versafiung kann bei diesem Beschlüße nicht die Rede sein, denn die Verfafiuog sagt nicht: das Haus muß, sondern das HauS kann die An­wesenheit der Minister verlangen. Tyatsichlich bietet sich eine solche Gelegenheit im parlamentarischen Leben, denn die preußischen Minister pfl gen auch ohne Vorladung den Sitzungen deS Abgeordnetenhauses sehr fl ißig beizuwohuen Als neulich der Justizminister wegen Krar kheit verhindert war, den Beralhungen des Justizetats beizuwvhnen, ließ er sich stets durch seine Commission in einer für daS HauS sehr achtungsvollen Weise entschuldigen. Der Aerger der Fortsch-ittspartei rührt nur daher, weil ihr die so schöne und seltene Gelegenhett einer Minister. Vorladung durch die Majorität verpfuscht worden ist. Der Würde deS Haus S entsprechend war dieser MajoritilS» Beschluß, ob aber bei künftigen ähnlichen Fällen diese Majorität eine konstante ist, bleibt nach mehr als einer Seite zweifelhaft.

nii ihren Zweck verfeh le, den Aagegriffenen einen lähmenden Schrecken eiozuflößen, so daß Daneel das leichteste Spiel hatte und selbst bei Stärkeren fast nie auf Widerstand und Gegenwehr stieß. In dieser furchtbaren Vermummung also schritt auch j-tzt der Räuber in den Wild hinein, der Gegend zu, wo er sein Opfer vermuthete. Als er eine bedeutende Strccke zurückgelegt, stand er still und lauschte mit vorgebogeoem Kopfe und schritt dann hastiger vorwärts. Rach einer Weile hatte er einen Fußpfad erreicht, der durch

nur zu gewiß, eilte auf len ersten Ton seines GlöckleinS aus feinem Schlupfwinkel herror und brauchte, um sich seines Op'erS zu versichern, nur zu erforschen, nach welcher HimwelSgeger d de [selbe seinen Pfad eiageschlagen haben möchte.

Doch waren dieS nicht die einzelnen Frcvelthaten, die daS Sündenregister deS Räubers ausfüllen. Auch die Li be wir wagen eS kaum auszusprechen bemächtigte sich dieses Unholds und verleitete ihn zu einem Verbrechen, welches endlich sein schnelles Vnderben herbeisührte.

ES war ein sonnenheller schöner Frühlingstag, der dust'ge Wald hauchte seine frischen aromatischen Würzen in die milde warme Luft, V ilchen urd Schlüsselblumen, und he und da einsam die schwermüthigr N rcysse, blühten unh r, die muntern Vöglein sangen fröhlich ibr traulich Lievle n, und der blaue, von keinem Wo k Heu getrübte Himmel 15 leite freundlich hernieder auf das falle schöne Leb n deS Waldes, unbekümmert um den Bösewicht, diffu verbrecherisches L.ben urd Treiben allein einen schwarzen düster« Schatten aus das heitere G.mälde deS WalrlebenS wirs!

Dieser Tag war es, d-ficn Schönheit auch uns.rn Dä­mel seiner düster« unterirdrsche« Behausung hervorgelockt und schwelgend in tem Anblick der schönen Raiur lag er im Schatten einer riesigen Eiche, nicht weit vom Eingänge zu seiner Wohnung im schwellenden duftigen Grase anSgc- str ckt Mittag konnte vorüber sein, denn die Sonne «ar bereits über ihren Höhepunkt hinaus, als Damel plötzlich dm lurch die Entfernung etwa- matteren Klang des ver- rätherischen Glöcklein vernahm, ein Zeichen, daß Jemand dm Wald pasflre. Schnell erhob stch der Räuber, eilte dem Eingänge seiner Höhle zu verschwand einen Angenbl ck und erschien dann wieder in die Haut de- schwarzen Stier» g> hüllt, ohne welche er nie dnen Raub beging, und die

tt. 5*,1 171,3 Stuni

Der schwarze Stier. Srzühlung von Rudolph Mellnau. (Fortsetzung.)

Die Minister»Vorladung.

Die Sitzung deS Abgeordnetenhauses vom 21. Rovbr. welche wir bereits kurz berichtet habm) hat in den en Kreisen Aufsehen erregt und es dürfte zur Orlen unserer Leser notwendig sein, auf dieselbe ausführ mrückzukomwen. Der sogenannte Welfen- oder R ptilien ist durch eine königliche Verordnung vom 2 März mit Beschlag belegt und dabei bestimmt worden, daß küofte befleißenunter Ausschließung der Rcchnungs an den König Georg" zur Ueberwachung und Ab der gegen Preußen gerichteten Unternehmungen deS gS und seiner Agenten verwendet werden sollten. Diese duung wurde am 2. November 1868 bt^ Landtage egt. Nach längerm Kämpfen erfolgte eine Beschluß ng beS Landtage» in dem Sinne, daß die Regierung gegenüber dem Landtage von jeder Rechnungslage be sein soll. Dabei wurde am 29. Jaru^r 1869 von Lbg. Windthorst (Mappen) eine Aeußerung deS da- Grafen Bismarck (vte tn der Commission gemacht sverlesen und die lautete: nützliche Verwendungen der um, nammtlich im Interesse der LandeStheilr, welche deposs.-dlrtev Fürsten früher beherrschten, würden stch finden lasier». Daran» geht hervor, daß die Staat» ng gleich bei der Beschlagnahme der Absicht war, die ist« de» WelfmsondS nicht blo» zur Abwehr der licn", sondern auch zu produktiveren Zwecken zu ver

un hat der Abg. Richter (Hagen) kürzlich im Abge­nhause die Jnte- P llation etogebrach':1) Wie v>el en Mark find au» ben Einkünften be» mit Beschlag ten Vermögens de« Königs Georg in ber Z'it von il (dem Friebmöschlvfle mit Frankreich) bis heute Oct« habt worden unter dra Ittel von Kostenfür Maß- tin zur Ueberwachung und Abwehr der gegen Prmßen fakten Unternehmungen des Königs Georg und seiner mten?" 2) Sind für Ausgaben unter solchem Titel t ti Kitten Ministerien, insbesondere auch dem landwirth. chlicheu Min sterium D »Position» Fond« überwiesen

f Die neue Wohnung in der unterirdischen Behausung, l t chw sein Bruder auf eine sehr bequeme Weise in dem 1 ,a iftn auSgehamn halte, behagte uuserm Daneel so wohl, et« ! er, bet b her kein anderes Obdcch alS den Walb um ntib bett freien Himmel über sich kannte, dieselbe nur tn zu verlassen pflrgte, wenn ihn Nahrungssorgen oder tt« kte Bedürf« fle dazu anttiebm. ES schien ihm daher - »Ätig lästig, de« durch ben Wald prsstrenden Fremden t Reisenden auszulaue,n und stch bei dieser Gelegenheit i Launen einer unbeständigen Witterung auSzusetzm. « dieser Ungemächlichkeit überhoben zu sein, b festigte er t» c. einige Rollen abgezogenen Draht an dem AuSgange l Walde» und sührte dieselben über die im Gehölze sich 3 tingelnden W ge und Pfrde bis in seine Wohnung hin- H. Am Ende dlesiS Drahtes befestigte er ein kleine» lckhen, welches durch feinen Klang ihm deutlich anzeigte, bin der Fuß eine« Wanderer« den feinen Draht berührte. Da die Draht Fäden so künstlich und vcrfackt angelegt tro, indem sie, ohne bi merk zu werden, auf der Erde 'Gesträuch und Grase hinliefen, und selbst auf den we- |m graSsreim Wegm verdeckte str der Schattm und da« Mel btt dichtbelaubten Bäume be« noch wenig gelichteten Ar«, so tonnte bet Wanderer zur Tags« und Nacht ' der ihm fldegten Schlinge nicht entgehm und gab, bl eS zu wiflm und za ahnm, dem furchtbaren Räuber feinet Höhle da« Zeichen ton feinet Ankunft und über fite sich f.lbst feinem Verde ben in die Hände de» rir- »chen Böfewicht« und war unrettbar ver.'orm.

^Der lauschende Daneel war deshalb auch feiner Beute

Ln-esbericht.

Die Gesetzsammlung publicirt eine Reihe von Verord­nungen betreffend die Ausführung de» Fischereigesetzes in den Provinzen Brandenburg, Schlestm, Sachfen, Schles­wig-Holstein, Hannover, Westfale«, Rheivprovioz, in ben Regierungsbezirken Staffel und Wiesbaden und in ben Hohmzollernfchen Landen. Sämmtliche Verordnungen sind vom 2 November datirt.

Der von der österreichisch - ungarischen Regierung ge­machte Vorschlag wegen Abschlusses eines Meistbegünstigung»- Vertrages ist von der dmlschen Regierung al» mit den «irihschasilichm Interessen Deutschland« nicht vereinbar abgelehnt worden.

Die zur Zeit in der ganzen civilistrten Welt herrfchmde Handelskrisis wird in dm verschiedenen Ländern bekanntlich sehr verschieden bmrtheilt. Wir können heute ein neue« nicht unintereffinteS Urtheil in dieser Hinsicht verzeichnen. Mr. Mundella, der liberale Vertreter Shessteld'S im eng­lischen Unterhause verbreitete sich dieser Tage in einer vor dem dortigen G-werberathe gehaltenen Rede über die Ur« fache« der gegenwärtigen HindelSstockung in England. Er hielt dieselbe sür sehr übertrieben und schrieb ste hauptsäch­lich dem Umstande zu, daß die Insolvenz derjenigen a«S- '.tigeu Staaten, denen englische Kapitalisten nach und nach die enorme Summe von 300 Millionen Lstr. geliehen, die Staatseinkünste Großbritannien» um 20 Millionen Lstr. gekürzt hätte. Diese Kapitalisten wurdm in Folge solcher Verluste genöthigt sich einzuschränken, und darunter litte der heimische und auswärtige Handel England«. Aber mit Erholung der insolventen Staaten und dieselbe gehe allem Anschein nach rasch von Statten würde ein mar­kanterer Wiederaufschwung des Handel« eintreten al« jemals dagewesen. ,

Ein Bukarester Korrespondent derÄ. Zig." meldet au« zuverlässiger Quelle", daß die russische Heeresleitung die Uebergabe Plewna's io allernächster Zeit erwartet und entsprechende Vorbereitung trifft. Auch von anderer Seite verlautet ein Gleiche». In der That ist es sür Pie Russen von höchster Bedeutung, diesen Platz und da» O-man',che Heer in ihre Hände zu bekommen; denn schon soll Mehr- med Ali mit seiner Eatsatzaimee in Orchanie stehen.

AuS Moskau erhält die Presse die folgende Zusammen­stellung der russischen Verluste und der von dm Russen erbeuteten Trophäen.

Die russischen Verluste betragen bis Mitte November 67,303 Mann, darunter 14 Generale, 1 Kaiserlicher Prinz,

den Wald führte, und auf dem in einiger Entfernung ein einsames Mägdlein wandelte.

Er hatte recht gehört, al» er vorhin lauschte und Ge­sang zu vemehmeu glaubte, «a» ihn auch so schnell seiner Beute aus die Spur geführt hatte, daS Mägdlein sang

wen?"

Der etwa» barok klingende zweite The» der Jnte,pel tn hatte seine Hüten Gründe. Der Abg. Ria. ter (H rgen) Ite, wenn dir Regierung zugab, daß alle Einkünfte (die 4871 stch auf rund 8 Millionen Mark belaufen) ver- ahafta übet seien, darthuo, daß daS Vermögen in gesetz [29^driger Weise verwaltet b. h. nicht blo« zuAbwehr" «ckw verwenbet worden sei.

Der Unterst« ttsirreiSr Hom,her erk ärte t un in bet fang vom 21. November, daß die Interpellation der faiußnahme be» Staat-Ministeriums unterlegen habe und

Frühlingsluft, Maienduft, Tragen Winde sanft und linde, Thalesquell klar und hell. Murmelt leise traute Weise.

Vogelsang, Heerdenllang, Steigt in Wäldern auf und Feldern, - Wiesen grün, Blumen blühn, Frischem Leben hingegeben.

Geistesmacht neu erwacht, , Wirket kräftig und geschäftig, Himmelslust! in der Brust Tönen Lieder jubelnd wieder! :sa K

örper. chen nimmt entgegen: Edition d.vlattes, tAmoncen-Bureauk Bich y, Dietrich & Co. in

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedttton d.vlatte», sowie d.Annvncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Sranlfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herman,«'iche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; E. Schlotte in Bremen.

ZH. Dietrich & Co. in :e um und Hannover; Th. a. bchu, Frankfurt a.!l».; örnfi; «stein & Vogler m ittort -- M.. Berlin. I'«' Cöln c.; Rudolf Malz- e in Berlin, Frank-