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Marburg, Sonntag, 25. November 1877.

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4 immer gedenke ich der glücklichen Stunden, in ich die nahe gelegene» Gefilde, gekleidet in dem rei- , blumigen Gewände deck jungen Frühling-, durch Hier eine £ Bergkette, deren Grund Hecrden de- schönsten rvteyr» belebt wird, und wo ^manisches Geläute uns in da- Land Arkadien der» Dort die schöne Aussicht in da- nahe gelegene das längst einer Hügelreihe dahin läuft und besten rin murmelnder Wiesenbach belebt, über die Hügel tagen die Gipfel höherer Berge im Abendsonnen» 1 schimmernd und hie and da dazwischen hindurch 1 die verwitterten Ruiaen eine- alten Schlöffe-.

nimmt entgegen: tion d.Blatte», dÄnnoncen-Bureaux A Dietrich & Co. in und Hannover; Th. in Frankfurt a.M.;

unternommen, aber bisher jede-mal vou den Rusten sofort zurückzeschlagen, lasten aus diese Abstcht O-man Pascha- schließen. Jndeß würde ein solcher Versuch schwerlich er­folgreich fein können, da die Rusten mit großer Aufmerk- famkeit alle Bewegungen der Türken verfolgen, ihre Stel­lungen um Plewna immer wehr befestigen und immer wei­tere Verstärkungen an sich heranziehen. Neuerdings ist von dem Anmarsch zweier neuer KorpS über Bukarest die Rede. Bon türkischer Sette rüstet man mit großer Eile bei Sofia ein neues Heer unter der Führung Mehemed Ali Pascha'-, da- bestimmt scheint, gegen Plewna vorzurücken, und die den Einschließung-ring durchbrechende Armee OSman Pa­scha- aufzunehmen, bevor sie in offener Feldfchlacht von den Rusten mit überlegener Macht angegriffen werden kann. Aber es ist fraglich, ob diese neu gebildete Armee rechtzeitig in Thätigkeit treten und ob nicht schon vorher da- Schicksal von Plewna entschieden sein wird.

Ely'v! nach Ministern, deren Namen al- , Geschäft-Mi­nister" nun heute der Telegraph brachte.

Schweden hat die ihm seit 1784 gehörige westindische Antillen - Insel St. Barthelemy (21 qkm groß mit etwa 3000 Einwohnern) an Frankreich, das sie früher beseffeu, wieder abgetreten. Die Entschädigung ist durch den am 10. August abgeschlossenen und nun beiderseitig ratistcirten Vertrag auf 80 000 FrcS. festgestellt; außerdem zahlt Frankreich noch 320.000 Franc- für die Rückcetfe und die Ruhegehälter der bisherigen schwedischen Beamten.

Vom Kriegsschauplätze berichtet dieProv. Corresp.* Die Rusten haben in Armenien wieder einen glänzenden Sieg errungen, der für die weitere Entwickelung der dor. tigen Kriegs Ereignisse von entscheidender Bedeutung sein wird: Die Festung Kar- ist erstürmt I Der Kampf be­gann am Sonnbeud (17) Abend- 9 Uhr und endete am nächsten Morge nm 8 Uhr mit der Einnahme der Festung. Bon beiden Seiten wurde mit außerordentlicher Tapferkeit und Hartnäckigkeit gekämpft. Nachdem bereits während der Nacht mehrere Theile der Festung in die Hände der An­greifer gefallen waren, ergaben sich am Morgen auch die letzten Forts den stegreichen Rusten. Hierauf suchten 40 türkische Bataillone in der Richtung von Erzerum zu ent fliehen, wurden aber durch die russische Kavallerie aufge- h lten und gefangen zurückgebracht. Sämmtliche Festungs­werke und die Stadt mit 300 Kanonen, allen Munitlon-- unb Proviantvorräthcn fielen in die Hände der Rusten; auch wurden gegen 10,000 Mann, darunter mehrere Pa­scha- und der Stabschef der Artillerie zu Gefangenen ge­macht Am Sonntag Vormittag hielt General Loriö-Meli- kost feinen Einzug in KarS. Durch die Einnahme von KarS ist die russische KcieSleitung in den Stand gesetzt, die weiteren Operationen gegen Eczerum und Batum mit noch größerem Nachdruck fortzusetzm, da ein großer Theil der bisher vor Kars festgehaltenen rusfischen Armee, wohl gegen 20,000 Mann, nunmehr zur Verwendung bei der Belagerung jener beiden Punkte herangezogen werden kann. Ob auf dem europäischen Kriegsschauplatz Plewna bald das Schicksal von Kars theilen und tu die Hände der Rusten fallen wird, ist noch nicht abzusehen, da man na­mentlich darüber keine zuverlässige Nachricht hat, wie lange noch die eingeschlostenen Türken mit Proviant versehen find. Darf man früheren Angaben von türkischer Seite glauben schenken, so würde OSman Pascha nur noch etwa eine Woche im Stande sein, sich zu halten. Andere Berech­nungen geben ihm aber eine wett längere Frist. Schwer­lich wird er jedoch den Tag abwarten, wo ver Mangel an Leben-mitteln ihn zwingt, die Festung zu übergeben, son­dern vorher einen verzweifelten Durchbruch-versuch unter­nehmen. Verschiedene kleine Ausfälle, mit großer Energie

seines Baten- dessen ansehnliche- Verwögen sehr bald ver- schwendete, überließ sich einer zügellosen au-gelassenen Lebensweise, und nachdem alle Hülf-quellen für ihn erschöpft warm, gefährdete er als Ränder Leben und Eigmthnm seiner Mitmenschen.

Um sich zu diesem Ende ein desto fürchterlicheres unb unkenntlichere» Ansehen zu geben, wußte et sich die Haut sammt den Hörnern eine- schwarzen Stier- zu verschaffm, unb erschien mit biefer angeihan, gleichsam in Gestalt de- Teufel- dm einsamen Hirten, wählte bk schönsten Stücke, der Heerde unb trug sie, während der für fein Leben besorgte erschrockene Hirt klagmd unb schreiend von bannen eilte, ;als gute Beute in beu nahegelegenen Wald. Ost besuchte er auch bk Hütte beS armen Landmanne-, bet ihm ohne Anstand dm durch sauren Schweiß erworbenen Verdienst darreichte, wmn er nur sein Leben damit erkaufen konnte. Lauge halte dieser Unhold Furcht und Schreckm unter seinen Mitmenschen verbreitet, ehe er einen bestimmten Wohnort zu seinem ferneren Aufenthalte au-erkor.

Der finstere unzugängliche Forst war seine Behausung, in deffm entlegenen Schlupfwinkel er am Tage schlafend sich dem Scharfblick des spähenden Waidmanns zu ent« ziehm wußte. Als ihn feine Streiferei aber einst zu jenem Felsen führte, besten Innere- er schon von btt bilbenben Hand bet Mutter Natur zu einem Gemach bereitet fand, trug er keinen Augenblick Bebenkm, diesen wohlgelegenm Ort zu feinem ferneren bestimmten Aufenthalt etnzurichten, und dm Zugang dahin durch Anpflanzung vou Domen und anderem Gestrüpp, da- wild und verworren in einan­der wuchs, fast unzugänglich zu machen.

Es 5uf$<rkn sich indeß bei Beziehung dieser unterirdi­schen Behausung gar mancherlei Schwierigkeiten, denen er überhobm zu sein wünschte. Sein nachtschwarze- Roß, da- er bei nächtlicher Weile einen bemittelten Pächter

bena4,barten Lanesitz deö Herrn v. AlvenSleben, wo ich nachstehmde Sage in mein Taschenbuch niederschiieb.

An einem Abhänge jener hohen Gebirgskette, die sich von der Seite von Hyseburg nach Hnndisburg herunter­senkt, unb iodann diesen Landsitz gewisterrnaßen in einen Keff l von Bergen einschließt, bemerkt man auf dem Wege nach HundiSburg eine Bucht, von der ein schmaler, aber angenehmer Fußpfad läng- dem Berge hivaufführt. Schon Mancher ist durch diesen Weg getäuscht und der unbekannte Wanderer pflegt zu irLhnen, daß er zu dem Kloster Hyse. bürg führe; allein wie sehr wird er überrascht, wenn er sich plötzlich an dem Abhänge eines Felsen- b, findet, der mit dick n Gesträuchen unb Dornen bewachsen ist und wo sich Alle- seiner ferneren Wanderschaft entgegenfiemnun will. Doch noch höbet steigt sein Erstaunen, wenn er plötzlich zwischen dem wilden Gestrüpp, in einem riesigen Fel-berg eine völlig auSgehaume Höhle und Wohnung, die in der Steinmaffe gebildet, wahrnimmt. Der Bewoh­net dieser steinernen Wohnung war Daneel, oder eigentlich Daniel, von besten geben man durch mündliche Ueberllefe- utng nachstehende Sage aufbewahrt hat.

Daneel war der Sohn eines redlichm Landbewohners, der es sich ernstlich angelegen fein ließ, die Geistes- und Köeperkräfte feiner beiden Söhne fchon in der garten Ju­gend möglichst auszubilden.

Beide zeigten sich auch feüh schon als nervige und stämmige Burschen, die sich in dem Kreise ihrer Schulka­meraden durch Entschlossenheit und Stärke ai»S;eichneten. Schon In früher Jugend wählte der Jüngere eine Be­schäftigung, die bereits in jenen fi -stern Zeiten, zu einem ziemlich hohen Grade bet Vollkommenheit gediehen war: er war ein S:einmetz und gewann dem harten Stein manch niedliche angenehme Form ab.

Der ältere Bruder, unser Daneel, der nach dem Tode

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Der schw«xe Stier.

Erzählung von Rudolph Mellnau.*)

anderen Gegenden, n o sich durch Tradition meh- ir tert ff ante VolkSsagen erhalten, geben auch die dm Gegenden von Magdeburg eine reichliche Aus- Bor mehreren Jahren verweilte ich im Frühjahre m Freunde in Hyseburg, ei-i-m Kloster, daS wegen reizenden unb angenehmen Lage, dem Freunde der einen sehr genußvollen Aufenthalt gewährt.

Lage beffeiben ist in bet Thai romantisch, unb fanb ich bie schon längst gemachte B merkung daß hie Stifter bet Klöster, bei beten Gründung Iche Oerter auSersehen haben, wo ihnen Mutter ihre tausendfachen Schönh lten mit off ner Hand

P-lttstche «echeU.lleberficht

Za Abgeordnetenhaus ist baS AusführungSgesetz zur n Gerichtsverfassung einer Kommission von 28 Mit- überwiesen. Der Gesetzmtwnrf übet Kommunal ist tbenwohl Seitens der Regierung eingebracht unb Vorlage bet Novelle zur Stäbteordnunq steht in btn

Tagen zu erwarten. Unser Kaiser fährt fort, den Hosjagben in bester Rüstigkeit objulie,;en. Vorigen nd würbe Berlin erschreckt durch baS Gerücht, iS tln Pole verhaftet worden, ber zur Ermordung des nach Berlin gekommen sei; die Untersuchung ergab bald, daß nur das schwindelhafte Gchäudniß eines Ich verfolgten UrkundenfälscherS vorlag.

ie Beratungen über bie Bankvorlage im öster­lichen ReichSrathe nahmen einen ziemlich lebhaften g. Am 19. November sprachen die Minister De- unb Unger, Letzterer mit nicht geringem Erfolge; Generalbrbatte rascher zu erlebigen, mürben schließ- n ben sich gegenüberstehenden Parteien bie Abgcord- Dr. Herbst unb Sturm zu ©eneraltebnera gewählt.

Riß zwischen ber republikanischen Mehrheit bet öslschen Deputirtenkammer unb ben beiten anderen ewalten hat sich in den letzten acht Tagen bis zu Kluft erweitert, an deren Ueberbrücknng zwar von Seiten gearbeitet wird, aber mit ganz verschiedenen titeln unb zu ebenso verschiedenen Zwecken. Es sich gegenwärtig zunächst um das Recht der Depu mer auf Besch ließung einer Untersuchung ber Vor­bei ben Wahlen unb um die Wirksamkeit eines Uu- ng» Ausschusses, ben bie Mehrheit beschlossen unb hat unb bet nach bet Ansicht nicht bloß ber Kam- rheit, sondern auch nach jener von so namhaften ten beS Senates, wie Audriffcet-PaSquler, Labou unb Dufaure, sich auf ein verfassungsmäßiges Recht f ben Brauch ber früheren Kammern stützt. Di- g leugnet die» Im Einvernehmen mit dem Elys«, ist dem Herzog v Brozlie nach einer Erklärung ate, daß die Regierung keinem ihrer Beamten ge werde, dem Ausschüsse bet Deputirtenkammer Aus- zu geben, gelungen, bie Konstitutionellen für eine e Tagesordnung Kerbrel'S zu . gewinnen, welche mit gen 129 Stimmen angenommen wurde, da alle utioneOen mit für dieselbe eingetreten waten. In butirtenlammer wurde der Budgetausschuß gewählt;

besteht an» lauter Republikanern und hat In feinet Versammlung Gambetta wieder zum Vorsitzenden

Am 20. meldete das »Journal Oifidel*, daß ister ihr EntlaffungSgesuch eingereicht und Mac daffelbe angenommen habe. Seitdem fahndete das

ZU Kl r. 18?

4ks und noch mehr r icht hin, jene Gegend wahr Wtadiestsch zu nennen!

M einer meiner Wallfahrten in die Nachbarschaft be T ich mit meinem Freunde auch Hnndisburg einem

Nachdruck verboten.

ES ist Seiten» der Regierung in Erwägung genommen worden, ob sich empfthlen möchte, durch eine besondere gesetzliche Bestimmung für die Besitzer ber sogenannten Wanderlager bie Möglichkeit einer Heranziehung zu ben Kommunalsteuern in ben Orten, in welchen sie Wander- lager errichten, zu gewinnen. Hierauf gerichtete Anträge sind von verschiedenen Stadtgemelndeu sowohl ber Staats- regierueg als ben belben Häusern be» Landtages vorgelegt »orben. Ein wiederholte Erwägung ber Frage hat zu dem Resultat geführt, daß es nicht thunllch ist, ben bezeich­neten Anträgen zu entsprechen. In ber Regel wird ber Besitzer von Wanderlagern an seinem Wohnorte, von wel­chem aus die Wanderlager auSgestattet werben, ein stehen­des Gewerbe betreiben, unb an diesem Wohnorte, von der dafür zu entrichtenden Gewerbesteuer, jedenfalls aber von feinem Einkommen aus dem Betriebe der Wanderlager zur Gemeindesteuer beizutragen haben. An den Orten, wo Wanderlager etabllrt werden, darf deren Besitzer jedoch fall- er sich nicht etwa was feiten der Fall fein wird daselbst länger als drei Monate aushält, nach dem Frei­zügigkeitsgesetze als Neuanziehmder nicht zu den Gemeinde­lasten herangezogen werden, und hat derselbe da» Recht, unter den für einheimische geltenden gesetzlichen Bestim­mungen, Gewerbe aller Art zu betreiben. Nur insoweil, als etwa bei einer besonderen kommunalen Besteuerung be» Gewerbebetriebes Kriterien sür bie Veranlagung be» Letzteren aufgestellt werben, welche auf bie einheimischen Gewerbetreibenben wie auf bk Besitzer von Wanderlagern gleichmäßig Anwmbung finden, würde eine Besteuerung der Letzteren zulässig sein. E» muß jedoch ben beteiligten

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(fenftein & Vogler in «fhtrt a. M., Berlin, ,ng, Cöln re.; Rudolf 6 in Berlin, Frank­furt a. M. re.

Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition d.vlattes, sowie d.Annoneen-Bureaur von G. L. Daube & Co. in Frankfurt o. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst;

Herman.rfche Buchhaudl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; M. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen.

: den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis fftt das Quartal mit der »Schentlicheu Beilage ,,3In|tttotc« P,nnta,»»latt" durch die «rpeoitton ktto ch'sche i) bezogen Sh Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 5» Pf,. (e$L Bestellgebühr). JnserttonSgebühr für die gespaltene gdle 1» Pf» Für in der Expedition zu erthett-.nde Bu. iur.st und Annahme von Adressen «erden 15 Pf,, berechnet.

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